Ratschläge, um Deine erotische Geschichte zu schreiben

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es gibt verschiedene Ratschläge, wie Du Deine erotische Geschichte schreiben kannst. Hier sind einige von mir.

Kurze Vorgedanken

Dieser Beitrag ist für Dich, wenn Du Dir zumindest überlegst, eine erotische Geschichte zu schreiben. Dabei handelt es sich um Vorschläge. Was Du letztendlich machst, ist natürlich Dir überlassen. Aber meine wichtige Empfehlung ist, dass Du durchaus viel in diesem Genre lesen solltest. So lernst Du am besten, wie Du in diesem Genre schreiben kannst. Denn nicht umsonst sind viele Bücher heiß begehrt bei den Leserinnen und Lesern.

1. Respekt

Respektiere Deine Leserinnen und Leser

Deine Leserinnen und Leser können durchaus verwöhnt sein, das sollte Dir bewusst sein. Deine Geschichte ist nicht die erste, die sie aller Wahrscheinlichkeit gelesen haben. Daher versuche nicht, sie mit einer mittelmäßigen Geschichte hinter dem Ofen hervorzulocken. Daher ist es wichtig, dass Du immer Dein bestes gibst und damit Deine beste Geschichte schreibst, zu der Du aktuell in der Lage bist.

Es ist durchaus eine gute Idee verschiedene Bücher in Deinem Wunschgenre zu lesen und zu sehen, was Du dort findest. Damit kannst Du sehen, was alles möglich ist und was Deine Leserinnen und Leser so gerne lesen. Ahme nicht nach, aber lerne von denen, die bereits veröffentlicht haben.

Respektiere Das Genre

Nur, weil Du vielleicht das eine oder andere Buch aus diesem Genre gelesen hast oder eigene Erfahrungen mitbringen kannst, bedeutet das nicht, dass Du die Sexszene einfach so hinklieren musst. Das Genre hat eigene Regeln, die Du durchaus kennen solltest.

Gib Dir daher bitte genauso viel Mühe diese Geschichten zu schreiben, wie Du eine Geschichte aus einem anderen Genre schreiben würdest. Ein Krimi, eine Fantasygeschichte und welches Genre auch immer, verlangt auch Erotic Fiction Deine Liebe und Deine Leidenschaft.

Schreibe daher bitte nur dieses Genre, wenn Du es auch wirklich schreiben willst.

Respektiere Deine eigene Geschichte

Nicht nur das Genre hat seine eigene Regeln, sondern auch Deine eigene Geschichte. Daher versuche Deine Figuren und Deine Geschichte so gut wie nur möglich zu kennen, und dann innerhalb dieses Rahmens Deine Geschichte zu schreiben.

Wenn Deine Figuren kein Sex haben wollen, bring sie nichts ins Bett. Wollen sie aber ins Bett, dann ist das in Ordnung und lass sie miteinander Sex haben. Auch wenn Du unbedingt eine erotische Geschichte schreiben willst, aber Deine Figuren einfach nicht erotisch werden wollen, dann ist es eben so.

Versuche nichts zu erzwingen, sondern arbeite mit Deinen Figuren, niemals gegen sie.

Respektiere Dich selbst

Wenn Du nur eine bestimmte Sorte von erotischen Geschichten schreiben möchtest, dann schreibe nur diese Art von Geschichten. Erzwinge nicht eine bestimmte Art von erotischen Geschichten, wenn Du dazu einfach keinen Bezug hast. Das wird man merken, weil Du dann die Sexszenen eher hölzern schreibst. Nach dem Prinzip, Hauptsache Du hast diese Art von Szene hinter Dir.

Respektier Dich und Deine eigenen Wünsche und versuche nicht mit Zwang dann Deine Grenzen zu übersteigen. Wenn Du so weit bist, wirst Du automatisch weiter gehen und auch merken, dass Du so weit bist.

2. Gehe sparsam mit bestimmten Worten um

Es gibt Worte, die zwischenzeitlich nicht mehr ganz so modern sind. Achtung, ich benenne ein oder zwei davon. Dazu gehören zum Beispiel Prügel oder Venusmuschel. Die Worte waren mal modern und sind es teilweise noch in einem bestimmten Genre (in die Du Dich vielleicht nicht vorwagen magst). Aber zwischenzeitlich sind sie so dermaßen abgenutzt, dass man sie schon gar nicht mehr benutzen sollte. Zumindest, wenn Du populäre Literatur schreiben möchtest

In der ersten Fassung darfst Du natürlich diese Worte so freigiebig benutzen, wie Du möchtest. Aber in der zweiten Fassung Deiner Geschichte solltest Du Dir vielleicht überlegen, diese Worte gegen andere, frischere Worte auszutauschen.

3. Benenne die Körperteile beim Namen – wenn die Charaktere es erlauben

Es gibt solche Charaktere und es gibt solche Charaktere. Und sie sind natürlich allesamt nicht gleich. Die einen sind eher schüchtern und zurückhaltend. Daher wäre es unwahrscheinlich, dass ein solcher Charakter Prügel oder derartige Worte in den Mund nehmen würden. Und dann gibt es Charaktere, die sind frech und offen. Damit wäre es eher wahrscheinlich, dass sie solche Wörter sagen würden.

Schau Dir also die Charaktere genau an und überlege Dir, welche Worte sie wirklich benutzen würden (leg Dir sogar ein Duden für sie an, wenn Du möchtest). Sowohl in normalen Situationen als auch während Sexszenen. Denn in diesen beiden Situationen könnten die Charaktere sich durchaus ein wenig ändern und daher auch der Wortschatz.

4. Bitte vermeide Klischee

In jedem Genre gibt es Klischees. Das ist schon fast normal und das muss Dich nicht zurückschrecken lassen. Aber es gibt doch einige Klischees, die man zwischenzeitlich durchaus meiden sollte.

Schau nach, welche das in diesem Genre sind und überlege Dir dann, wie Du es anders schreiben könntest. Dazu zähle ich, er hatte einen ordentlichen Prügel und hämmerte wie eine Dampfmaschine. Das Mal wirklich nur als Beispiel.

5. Weniger ist immer noch mehr

Auch wenn dieser Spruch durchaus selbst ein wandelndes Klischee ist, so stimmt er doch. Versuche nicht jede einzelne Stellung und jede einzelne Bewegung zu beschreiben. Es geht bei der erotischen Szene auch durchaus um das Gefühl und nicht nur um die Technik (siehe auch den nächsten Punkt). Versuche also nicht nur die Technik zu beschreiben, sondern auch, was in den Charakteren so vor sich geht.

6. Die Sexszene ist keine Gebrauchsanleitung

Bei manchen Szenen frage ich mich immer, welcher Ellenbogen ist hinter welchem Ohr gelandet? Und welcher dritte Zeh ist in welcher Öffnung zu finden?

Manche Szenen sind so dermaßen intensiv beschrieben, dass ich irgendwann aufgebe und keine Lust mehr habe sie zu lesen. Denn viele Autorinnen und Autoren vergessen, dass ihre Sexszene keine Gebrauchsanleitung ist, sondern es handelt sich hierbei durchaus um einen Heißmacher. Diese Szenen dürfen die Leute gerne anregen, von mir aus, ein wenig feucht machen.

Daher schau Dir noch einmal Punkt 5 an. Da gilt auch für die Technik. Schreib weniger von der Gebrauchsanleitung und weniger von der Technik. Lass die Gefühle hinein und schon wird alles viel spannender.

7. Es darf gerne alles real sein

Zwei heiße Charaktere treffen aufeinander und natürlich haben sie auch gleich beim ersten Mal DEN Sex ihres Lebens. Und natürlich kommt sie auch bei jedem Sex zum Höhepunkt. Gerade Frauen haben damit ihre Probleme. Aber niemals im Roman. Sie finden den richtigen Kerl, der sie absolut versteht und solange mit ihr Sex hat, damit sie auch zum Höhepunkt kommt.

Ich wünschte, es wäre auch im realen Leben so. Aber leider haben wir nicht so viel Glück. Und es wäre durchaus mal schön, wenn das auch ab und an Mal im Roman gezeigt werden würde. Also lass ruhig ein wenig Realität in Deinen Geschichten ihren Eingang finden.

8. Nutze alle fünf Sinne für diese Szenen

  1. Sehen
  2. Hören
  3. Riechen
  4. Schmecken
  5. Fühlen

Das sind die fünf Sinne, auf die wir Menschen zurückgreifen können. Und Du kannst all diese fünf Sinne einsetzen, um eine wirklich erotische Szene zu schreiben. Häufig werden nur sehen und fühlen eingesetzt. Alle anderen Sinne werden dabei vergessen.

Zwar musst Du nicht immer alle fünf Sinne einsetzen. Aber Du solltest wissen, dass Du sie hast und jederzeit einsetzen kannst. Und in der ersten Fassung kannst Du natürlich auch die fünf Sinne beschreiben. In der zweiten Fassung kannst Du dann sehen, wie Du das Beste aus dieser Szene herauskitzeln kannst.

9. Nutze die Macht der Dialoge

Dialoge sind ein durchaus gutes Mittel, um eine erotische Szene noch erotischer zu machen. Ich schreibe hier nicht nur von Dirty Talk. Du kannst einige Punkte in der Szene mit Dialogen ersetzen und dadurch noch mehr Spannung in Deine Szene bringen.

Du musst nicht alles direkt benennen, es geht darum, dass es ein Gesamtkonzept gibt. Das ist die Szene und der Dialog in einer Kombipackung.

10. Lass uns in andere Welten eintauchen

Ich meine damit keine Fantasywelten. Okay, Du darfst natürlich Fantasy mit Sex mischen. Aber warum nicht einfach neue Welten in Deine Romane aufbauen? Etwas Neues einfügen, was bisher noch nie da gewesen war?

Schau Dir einfach mal an, was es so alles in den letzten Jahren veröffentlicht wurde und überlege Dir, was Du da etwas Besonderes schreiben kannst. Hier ist definitiv Deine Fantasie gefragt. Kleiner Hinweis: Vor einigen Jahren war BDSM in Erotic Fiction nicht unbedingt angesagt. Jetzt ist es gang und gäbe darüber zu schreiben.

11. Überreize nicht alles

Die Sexszene darf durchaus lange sein, gerne auch über die eine oder andere Seite. Aber übertreibe es bitte einfach nicht. Sie müssen in der Szene nicht das ganze Kamasutra durcharbeiten. Es darf die eine oder andere Position sein. Und es darf auch verbal ein wenig heftiger zugehen.

Aber versuche es alles harmonisch in die Geschichte einzubauen, dass es nicht nur Spaß macht vorzublättern, um die erotischen Stellen zu lesen, sondern auch die komplette Geschichte.

Versuche daher bitte alles im Einklang zu behalten. Dann wird alles schön zusammenpassen und es macht den Leuten Spaß Deine Geschichte zu lesen.

12. Bring durchaus Deine Fantasie mit ein

Wenn Du bestimmte Fantasien zu diesem Thema hast, dann scheue Dich nicht, das auch in Deine Geschichte einzufügen. Warum nicht? Es ist letztendlich Deine Geschichte und Du darfst alle Szenen so schreiben, wie Du es letztendlich willst. Bedenke daran, dass es auch nur Deine Fantasie ist und nichts unbedingt mit der Realität zu tun hat.

Denn es kann ja sein, dass Deine Fantasie etwas mit Sextechniken zu tun hat, die Du im wahren Leben niemals anwenden würdest. Daher recherchiere darüber und schreibe einfach darüber. Es wird sicherlich interessant werden.

Abschlussgedanken

Bedenke bitte immer, es ist Deine Geschichte. Sie muss also letztendlich Dir gefallen und es ist gut, wenn Du hinter ihr stehst. Alles andere ist nicht wichtig. Wenn es dem so wäre, dann wäre die literarische Landschaft durchaus mager.

Die Punkte oben habe ich noch in dem folgenden Sketchnote eingefügt.

Ich wünsche Dir beim Schreiben viel Spaß.

Schreibinspirationen

Anstelle verschiedener Schreibübungen möchte ich Dir heute einige Inspirationen geben, was für Szenen Du schreiben könntest. Legen wir gleich los:

  • Schreibe eine erotische Szene, in der Du alle fünf Sinne gleichermaßen benutzt. Lasse erst einmal keines der Sinne aus, sondern lasse alle ihre Rolle spielen.
    In einem zweiten Schritt kannst Du dann diese Szene überarbeiten und sehen, was am besten klingt.
  • Schreib eine erotische Szene, die so richtig schön schief geht. Beide kommen nicht zum Höhepunkt, sie kommt nicht oder er kommt zu früh. Sie tut sich weh oder sein Handy klingelt. Du darfst Dir aussuchen, was es sein darf. Aber es soll keine kitschig, klischeehafte Sexszene sein, die man zuhauf in den Romanen liest.
  • Gay oder Lesbian Romance finden auch in Deutschland ihren Anklang. Schreibe daher gerne mal jeweils eine Szene über ein lesbisches Paar und ein schwules Paar. Wenn Du keine Ahnung hast, wie Du da vorgehen sollst, das Stichwort heißt Recherche. Hier kannst Du Dich so richtig austoben.
  • Ein neuer Trend ist, dass nicht nur zwei Menschen in einer Beziehung stecken, sondern drei Personen (nein, das ist keine Affärengeschichte, wo die Hauptfigur sich am Ende entscheiden muss, sie bilden eine Dreierbeziehung, Polyamore genannt). Versuch Dich mal an eine erotische Szene mit drei oder auch gerne mehr Personen.
    Als Nächstes kannst Du dann gerne auch drei Männer (Gay) und drei Frauen (Lesbian) ins Bett schicken.
  • Schreib eine Szene, die voller Klischees nur so trieft. Gerne mit den Klischeewörtern und auch Handlungen, wo Du als Leserin oder Leser die Augen verdrehen darfst. Schreib sie einfach mal. Und danach kannst Du die Szene überarbeiten und etwas völlig Frisches einfügen.
  • Nun kommen wir zu einer Kurzgeschichte. Hier ist es natürlich keine gute Idee, nur Sex reinzupacken, um die Geschichte dadurch zu ersetzen. Also plan Deine Geschichte mit Einleitung, Hauptteil und Schluss, den Charakteren und natürlich am Ende auch, wo die Sexszene reinsoll und wie sie am Ende aussieht.
  • Wenn Du Dich traust und es Dich interessiert, kannst Du als Nächstes gerne auch eine erotische Novelle schreiben. Du musst sie nicht veröffentlichen, aber vielleicht wäre das was für Dich und kannst es als Schreibübung benutzen. Mehr als hundert Seiten müssen es übrigens nicht sein.

Vielleicht reicht Dir das als Inspiration. Sicherlich findest Du jetzt noch weitere Ideen, was für Szenen Du nun schreiben kannst. Dabei wünsche ich Dir viel Spaß. Und gerne höre ich von Dir, was für Ergebnisse Du am Ende dabei herausbekommen hast.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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