Vorstellung: Ein Erfolgsschreibtagebuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

letztens habe ich mir ein Notizbuch gekauft, ohne zu wissen, was ich damit anfangen sollte. Hier ist nun die Antwort für mich.

Kurze Vorgedanken

Vor etwa zwei Wochen habe ich mir ein Notizbuch von Johanna Basford gekauft. Es handelt sich um eines dieser wunderschönen Ausmalbücher, die in letzter Zeit in Mode gekommen sind. Wobei in diesem Fall nur in der Ecke einer jeden Seite ein kleines Bild zu finden ist und der Rest ist eben frei für Notizen, Skizzen oder was man auch immer damit letztendlich anfangen möchte.

Leider ist es bei mir durchaus üblich, dass ich mir mal das eine oder andere Notizbuch gönne, ohne zu wissen, was ich damit wirklich anfange. Zwar entwickelte ich schon die eine oder andere Idee dafür. Doch dann stolperte ich über diesen Beitrag von Richard Norden und mir ging ein Licht auf. Und darüber möchte ich heute schreiben.

Erfolge feiern, wenn sie kommen

Sicherlich kennst Du die Frage aus irgendwelchen Bewerbungstrainings oder aus Bewerbungen selbst, dass Du Deine Erfolge nennen sollst. Und eventuell, warum Du das als einen Erfolg bezeichnest. Egal wie gut man sich auf solch eine Situation vorbereitet hat, wir sitzen doch alle da und denken uns, ich könnte jetzt aus dem Stand mindestens zehn Sachen benennen, die mir nicht gelungen sind. Aber Erfolge? Da fällt mir gar nichts ein.

Oder, wir reden unsere Erfolge klein, weil sie nichts Besonderes sind. Anders ausgedrückt, wir meinen, dass sie nichts Besonderes sind. Zumindest ergeht es mir so. Vielleicht geschieht es mir auch, weil ich eine Frau bin. Frauen machen sich meistens kleiner, als sie wirklich sind.

Daher ist es gerade für Frauen und natürlich auch für Männer wichtig, feiern wir unsere Erfolge. Feiern wir sie sofort, wenn sie kommen, und genießen es für einen Moment. Wenn Du willst, hei, klopf Dir sogar auf die Schultern. Es wird ja sonst niemand das für Dich machen. Also darfst Du das.

Meine erste Veröffentlichung

Vor einigen Jahren hatte ich das Glück, dass eine Kurzgeschichte von mir in einer Anthologie veröffentlicht wurde. Es war nicht meine erste Einsendung bei einer Ausschreibung, aber meine erste Veröffentlichung. Und ich war mächtig stolz darauf.

Irgendwann kam die Zusage und ich konnte es nicht so ganz realisieren. Dann wurde mir der Vertrag zugesendet und ich war total hibbelig. Den unterschrieb ich und alles ging seinen Gang. Nur dauerte es, weil eine andere Autorin wohl ein wenig länger brauchte. Meines Wissens wurde sie am Ende sogar rausgeschmissen.

Und irgendwann bekam ich die Geschichte zur letzten Korrektur und die Veröffentlichung. Ich bekam mein Belegexemplar und bestellte einige zum Autorinnenpreis.

Aber aus privaten Gründen hatte ich diese Veröffentlichung nie gefeiert. Und heute bereue ich es ein wenig. Damals ging es nicht. Aber gerne hätte ich mich doch ein wenig zurückgezogen und darüber geschrieben, mir selbst auf die Schulter klopfen, irgendetwas. Ich tat es nicht.

Feiere, sobald es möglich ist – zeitnah

Daher finde ich es wichtig, dass wir unsere Erfolge feiern, sobald sie geschehen sind. Natürlich klappt das nicht immer sofort. Aber zeitnah darf es durchaus sein. Und sicherlich kriegen wir das doch hin. Am Wochenende oder am Abend mit etwas Besonderen, was man sich nicht jeden Tag gönnt.

Das vergessliche Gehirn

Aber aus irgendwelchen Gründen erinnere ich mich mehr an meine Misserfolge, als an meine Erfolge. Manchmal vergesse ich sogar, dass ich überhaupt eine Geschichte veröffentlicht habe. Warum das so ist, sicherlich kann Dir und mir das eine Gehirnforscherin oder ein Gehirnforscher sagen. Ich würde an dieser Stelle nur mutmaßen, aus diesem Grund lasse ich es lieber sein.

Jedoch erinnern wir uns spätestens dann an etwas, wenn wir, quasi, darüber stolpern. Immer wenn ich mein Belegexemplar sehe, dann erinnere ich, ach ja, da war ja was. Und je länger etwas Positives zurück liegt (bei mir sind es schon einige Jahre her), desto schwieriger kann es werden, sich an etwas zu erinnern.

Daher finde ich die Idee, eines Erfolgschreibtagebuches sehr ansprechend. Wobei man natürlich nicht nur über das ein Tagebuch führen kann, was man schreibtechnisch erreicht hat, sondern auch über alle andere Erfolgerlebnisse. Aber eins nach dem anderen.

Gerade die Anfänge sich wichtig …

Am Anfang neigen wir Autorinnen und Autoren durchaus, zwischen zwei Extremen hin und her zu pendeln. Auf der einen Seite halten wir uns für absolut großartig und auf der anderen Seite für die wohl schlechtesten Autorinnen bzw. Autoren, die es gibt. Warum sollten wir überhaupt etwas veröffentlichen? Es wird ja sowieso niemand lesen. Ganz im Gegenteil, man wird uns zerreißen. Also können wir es doch gleich sein lassen und uns etwas Sinnvollem hingeben.

Manchmal fehlt aber auch der Blick auf unsere Erfolge. Und auf unsere Entwicklung. Daher kann es durchaus wichtig sein, wenn wir diese immer in Blick haben und sehen, was sich so während unserer Schreibkarierre getan hat. Wann wurden wir besser und wie lässt sich das genau nachvollziehen?

Jedes Mal, wenn Du etwas geschaffen hast, kannst Du das in Deinem Erfolgstagebuch festhalten. Schreib dazu einfach den Tag auf, wann Du etwas erreicht hast, was es ist (zum Beispiel eine Kurzgeschichte fertig geschrieben, einen wirklich hervorragenden Blogbeitrag verfasst, eine Novelle veröffentlicht, ein Monat mit überragenden Umsätzen generiert) und schreib auch gerne Deine Eindrücke auf. Gönn Dir dafür ruhig eine komplette Seite. Wenn das Notizbuch voll ist, dann kauf Dir einfach ein neues.

Schreib Dir alles auf, was Dir passiert, auch wenn Du gerade der Meinung bist, dass es doch gar nicht so wichtig sein könnte. Oder noch schlimmer, Du hältst es gar nicht für einen Erfolg. Das ist absolut egal, schreib es bitte trotzdem auf. Du wirst es eher bereuen, wenn Du es Dir nicht notiert hast.

… aber auch, wenn Du erfolgreicher bist

Auch später wirst Du Gefühle haben, welche zwischen den oben genannten Extremen schwankt. Es könnte dann sogar noch schlimmer sein, weil dann die Angst noch dazu kommt, die bisherigen Leistungen nicht mehr erreichen zu können.

Sagen wir, dass Dein Erstling sich wirklich gut verkauft hat. Dann kann es passieren, dass Du Dir Gedanken machst, ob Du es schaffst, dass Dein zweites Buch sich genauso gut und sogar noch besser verkauft.

Und wenn Du da in Deinen Selbstzweifeln badest, tut es sicherlich gut sich daran zu erinnern, woher Du kommst und was Du bisher alles geschafft hast. Daher kannst Du gerade in solchen Momenten Dein Erfolgstagebuch oder Deine Erfolgstagebücher (wenn Du dann mehrere hast) zur Hand nehmen und sie einfach mal durchlesen. Erinnere Dich daran, was Du erreicht hast und was für Ziele Du noch hast. Sicherlich wird es Dir und mir helfen, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und weiter machen.

Inspirationen für Dein Erfolgsschreibtagebuch

Wenn Du so ein nacktes Tagebuch hast, dann wird sich vielleicht in Dir was regen, das Dir sagt, die Seiten müssen gefüllt werden. Das ist gut, denn dadurch wirst Du eher aktiv werden und Dir sagen, dass Du etwas schaffen willst, was es wert ist, in Deinem Tagebuch festgehalten zu werden.

Ich würde Dir empfehlen immer das Datum einzutragen. Dann schreibst Du auf, was Du geschaffen hast, also die Eckdaten. Sagen wir, Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben, dann könnte es so aussehen.

  • Datum
  • Kurzgeschichte
  • Titel
  • Begonnen am und beendet am
  • Deine Gedanken dazu

Wie Du es letztendlich anordnest, ist Deiner Kreativität überlassen. Vielleicht magst Du noch was dazu zeichnen (ich werfe mal die Stichworte Art Journaling oder auch Sketchnotes in den Raum) oder Bilder aufkleben, stempeln oder was auch immer Dir einfällt.

Wenn Du eine Geschichte veröffentlicht hast (sei es in einer Anthologie oder Dein Roman), dann kannst Du eine Doppelseite dafür nutzen. Auf der einen Seite kommen die Eckdaten und auf der anderen Seite das Cover, der Klappentext oder was auch immer.

Oder Dir liegen irgendwelche Verkaufszahlen vor, die Dich gerade vom Hocker hauen? Dann druck sie Dir aus und kleb sie ein. Das gilt auch für extrem hohe Besucherzahlen auf Deinem Blog.

Ich denke, Du verstehst, was ich meine und wirst sicherlich wissen, wann etwas wert ist, in Deinem eigenen Erfolgsschreibtagebuch festgehalten zu werden.

Recherche in Deiner eigenen Vergangenheit

Vielleicht hast Du ja bereits Erfolge gefeiert. Nun gilt es, diese zu recherchieren und ebenfalls in Deinem Tagebuch festzuhalten. Es wäre zu Schade, wenn Du sie vergessen würdest, weil Du sie nicht festgehalten hast. Mach Dir ruhig die Mühe und notiere Dir alles, was Du bisher geschaffen hast. Dann kannst Du wirklich nachvollziehen, was Du erschaffen hast, wie Du Dich entwickelt hast und worauf Du stolz sein kannst.

Abschlussgedanken

Natürlich kann man solch ein Erfolgstagebuch auch für alle anderen Bereiche führen. Du hast zehn Kilo abgenommen? Glückwunsch. Dann kannst Du so etwas auch notieren. Deine Wohnung wurde von Dir ordentlich entmistet? Auch das kann ein Thema für ein Erfolgstagebuch sein. Theoretisch alles, was Dich interessiert und worauf Du letztendlich wirklich stolz sein kannst. Und zwar nur Deine Erfolge.

Gerne kannst Du auch ein Erfolgstagebuch für Deine Kinder (als Beispiel) führen. Dann kannst Du ihnen das auch immer zeigen, wenn sie mal an sich selbst zweifeln. Aber ich würde das durchaus getrennt führen. Denn Deine Erfolge sind eben Deine Erfolge. Und ihre gehören nur ihnen allein.

Zwar bin ich schon wieder am Überlegen, ob ich das Notizbuch von Johanna Basford nicht für etwas anderes verwenden soll und mir lieber ein Art Journal zulegen sollte, aber das führt nicht zum Thema.

Auf alle Fälle werde ich mir jetzt Gedanken machen, was ich bisher alles erreicht habe und dies dann in meinem Notizbuch, Art Journal oder was auch immer, festhalten. Daher lade ich Dich ein, Dir ebenfalls ein Tagebuch anzuschaffen und zu führen.

Und wenn es kreativ ist, teil doch Deine Seiten mit Deinen Leserinnen und Lesern.

Deine Wahl

Überlege Dir erst einmal, wie Du gerne Dein Erfolgstagebuch führen möchtest (ich gehe jetzt einfach davon aus, dass Du es tust, wenn nicht, auch in Ordnung). Besorg Dir ein entsprechendes Notizbuch, Tagebuch oder was auch immer Dich anspricht.

Und wenn Du noch möchtest, kannst Du Dir noch Materialien besorgen, wie einen schönen Füller, Klebebildchen, Buntstifte oder was auch immer, um dann in Deinem Erfolgstagebuch damit zu arbeiten.

Leg los!

Auch wenn Du noch nicht alle Materialien zusammenhast oder Dich noch mindestens drei Mal für ein neues Tagebuch entscheidest, leg einfach los. Egal wie, mach es. Hauptsache Du schreibst alles nieder. Später kannst Du immer noch ein Schönes anschaffen und alles zusammentragen.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu Vorstellung: Ein Erfolgsschreibtagebuch

  1. teaconny schreibt:

    Voll die coole Idee 🙂

    Gefällt mir

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