Vorstellung: Dein persönliches Projekttagebuch

Hei, hallo und herzlich willkommen,

gerade bin ich im Tagebuchfieber. Daher noch eine zweite Idee in dieser Hinsicht für Dich.

Kurze Vorgedanken

Ein Erfolgstagebuch führt man normalerweise nicht täglich. Denn auch Kurzgeschichten brauchen ihre Zeit, bis man sie fertig geschrieben hat. Zudem hat ein Projekttagebuch durchaus gewisse Vorteile, die Du täglich für Dich nutzen kannst. Und die möchte ich hier Dir vorstellen.

Was verstehe ich überhaupt unter einem Projekt?

Unter der Bezeichnung Projekt kann jede und jeder etwas anderes verstehen (wenn man sich nicht an eine festgelegte Definition aus einem Duden hält). Denn ist eine Kurzgeschichte ein Projekt? Oder nur ein Teil einer Anthologie? Wenn Du an einer Serie schreibst, könnte die komplette Serie ein Projekt sein. Andersherum wieder wäre jedes Band durchaus ein Projekt für sich.

Wenn Du künstlerische Projekte gestaltest (also zum Beispiel Bilder malst, häkelst oder was auch immer), könnte die Definition noch schwieriger sein. Denn ein Bild kannst Du häufig in einer weitaus kürzeren Zeit fertigstellen, als ein Roman. Und Häkelprojekte sind ein Thema für sich.

Ich selbst sehe ein Projekt immer als eine zusammenhängende Sache. Kurzgeschichten sehe ich, sofern ich sie zu einem Oberprojekt zusammenfasse, als einen Teil von diesem. So kannst Du Kurzgeschichten als Übung zu einem Roman schreiben. Oder diese schon als Werbematerial benutzen (das ist durchaus möglich).

Schreibe ich aber eine Kurzgeschichte für sich alleine, dann ist es für mich ein Einzelprojekt. Würde ich aber mehrere Kurzgeschichten zu einem Oberthema schreiben, fasse ich dann all diese Geschichten zu einem Projekt zusammen.

Und auch wenn ich an einer Serie arbeite (was ich, wie ich jetzt bemerkt habe, mit verschiedenen Romanen durchaus tue), würde ich trotzdem jeden Roman oder jede Novelle als ein eigenes Projekt betrachten.

Es mag vielleicht ein wenig kleinkariert wirken, aber ich kann Dir durchaus empfehlen, dass Du für Dich eine Definition findest, was Du als Projekt betrachtest. Damit definierst Du auch, was Du als Projekttagebuch benutzen möchtest.

Warum überhaupt ein Projekttagebuch?

Zum dem, was ein Projekttagebuch ist, komme ich gleich.

Als Autorin oder als Autor ist ein Projekt natürlich das nächste Schreibprojekt. Egal ob es eine Kurzgeschichte ist oder Dein aktueller Roman. Aber es kann natürlich auch ein sehr intensives Kunstprojekt sein oder der Umzug Deines Blogs oder was auch immer. Theoretisch kannst Du aus allem, was Dir wichtig ist, am Ende ein Projekt machen.

Während dieses Projekts (ich bleibe bei einem Roman, weil mir das am nächsten steht) hat man nicht immer jemanden an der Seite, mit der oder dem man über das Schreiben reden kann. Wir schreiben also alleine. Dabei ist es egal, wie groß oder klein unser Bekanntenkreis ist. Manchmal können die nicht mehr hören, wenn Du oder ich über unser aktuelles Projekt redest.

Und manche von uns möchten auch nicht darüber reden. Bei mir ist es so. Ich rede durchaus darüber, wenn mich jemand fragt. Aber da ich manchmal dazu neige, alles über Bord zu werfen und neu anzufangen, bringt es nicht viel. Also halte ich mich zurück.

Zudem ist es auch das Problem, dass nicht alle Personen jederzeit verfügbar sind. Nicht einmal Dein Schatz hat 24 Stunden am Tag Zeit für Dich. Da kommt die Arbeit dazwischen, mal schläft sie oder er, während Du schreibst, oder ist gerade unterwegs. Einkaufen zum Beispiel.

Während dieser Zeit sitzen wir dann da und nagen an unseren Selbstzweifeln, haben gerade eine Schreibblockade oder wissen nicht, wie wir den Plot ändern können, damit er rund wird.

Dein Projekttagebuch

Gerade wenn Du Single bist (so wie ich) oder nicht immer jemanden hast, die oder der Dir zur Seite steht, kann ein Projekttagebuch manchmal wahre Wunder bewirken. Es ist im Grunde genommen wie ein normales Tagebuch. Nur beziehst Du es stärker oder ausschließlich auf Dein Projekt (es kommt auf Deinen persönlichen Geschmack an).

Jedes Mal, wenn Du jemanden zum Reden brauchst, aber niemanden hast, nimmst Du Dir einfach Dein Tagebuch zur Hand und schreibst. Dabei ist es egal, ob es einen freudigen Grund gibt, um mit Deinem Tagebuch zu sprechen oder Du einfach nur absolut frustriert bist. Schnapp Dir Dein Tagebuch und schreib drauf los.

Du kannst Dich mit Deinen Figuren unterhalten, Du kannst schreiben, wie erfolgreich Deine letzte Woche war oder darüber nachdenken, warum Du so wenig geschrieben hast (bitte nicht selbst beschimpfen, eine neutrale Analyse reicht völlig aus).

Was Du letztendlich in Dein Projekttagebuch schreibst, ist völlig Dir überlassen (einige Inspirationen werde ich Dir gleich noch liefern). Wichtig ist, dass Du es so führst, dass es Dich beim Schreiben unterstützt und weiter bringt und nicht eine weitere Schreibblockade herbeiführt (weil Du Dich zum Beispiel selbst beschimpfst).

Wie könntest Du Dein Projekttagebuch führen?

Im Folgenden gibt es einige Vorschläge, wie Du Dein Projekttagebuch führen kannst. Was Du davon letztendlich annimmst, ist komplett Dir überlassen.

Wenn Du täglich schreibst, kannst Du Deine Fortschritte festhalten. Dazu zähle ich, wie viele Wörter hast Du geschrieben, was genau hast Du geschrieben (also ein Kapitel, die Charakterbeschreibung, was auch immer). Wie bei einem Erfolgstagebuch siehst Du damit, wie viel Du am Tag, in der Woche oder im Monat geschafft hast. Aber in diesem Fall in kleinen Schritten.

Zudem kannst Du auch aufschreiben, wie Du Dich gefühlt hast beim Schreiben. Ging es Dir an diesem Tag leichter von der Hand? Oder hast Du Dich hervorragend durch irgendwelche Spiele abgelenkt?

Solltest Du an eine Stelle kommen, mit der Du Probleme hast, dann könntest Du genau über dieses Problem schreiben. In meinen Tagebüchern schreibe ich keine Einträge, sondern Briefe an meine Hauptcharaktere. Und in diesen frage ich dann manchmal durchaus, wie dieser Charakter die Handlungen der anderen bewertet oder wie ich ein Problem angehen soll.

Dabei schreibe ich, ohne wirklich nachzudenken. Dadurch kommt meine innere Kritikerin nicht zum Zuge und ich erschreibe mir dadurch die besten Lösungen für meine Probleme. Aber es reicht auch schon, wenn ich über etwas schreibe. Dadurch werden irgendwelche Gehirnregionen aktiviert und ich neige eher dazu zu Lösungen zu kommen, an die ich vorher nicht gedacht habe.

Es ist also auch ein Lösungsbuch für Ideen und Probleme, die beim Schreiben auftauchen können. Und häufig auch ein Motivator, um beim Schreiben am Ball zu bleiben. Wenn Du es schaffst, jeden Tag wenigstens eine Seite zu schreiben, dann dürfte es sehr wahrscheinlich sein, dass Du diesen auch mit etwas füllen möchtest, was Sinn ergibt. Oder zumindest, was Du geschaffen hast.

Denn spätestens, wenn ich mein Tagebuch schreibe, muss ich mir quasi selbst ins Gesicht schauen und mir dann eingestehen, wie fleißig und insbesondere, wie faul ich an diesem Tag war. Und ehrlich gesagt, ich gestehe mir dann da ungern ein, dass ich an dem Tag nichts geschafft habe. Also hinsetzen und schreiben.

So kann ein Projekttagebuch auch eine Art Hinterntreter sein, den Du benutzen kannst, um jeden Tag zu schreiben und zu arbeiten.

Warum ein Projekttagebuch führen?

Bei einem Erfolgstagebuch richtest Du Deinen Fokus auf das fertige Ergebnis. Also die fertige Kurzgeschichte, der fertige Roman, die Veröffentlichung, was auch immer. Doch zwischendurch brauchen wir auch einen ordentlichen Schub Motivation. Wenn nicht sogar noch mehr.

Ein Projekt zu feiern, wenn es fertig ist, das dauert ein, vielleicht zwei Tage. Aber bis zum Ziel zu gelangen, also dem fertigen Projekt, das dauert eindeutig länger. Unter Umständen bis zu einem Jahr (oder noch länger).

Da ist jeder noch so kleine Erfolg ungemein wichtig. Hast Du zum Beispiel 10K geschrieben, dann ist das ein Durchbruch. Ist der erste Akt fertig, das ist ebenfalls zu würdigen. Oder wie sieht es mit einen besonders gelungen Dialog (den Du in der Überarbeitung sowieso noch mal veränderst, aber egal)? Druck ihn aus und kleb ihn in Dein Tagebuch.

Mit Deinem Projekttagebuch zelebrierst Du jeden Schreibtag auf Deine persönliche Art und Weise. Und auf diese Art und Weise motivierst Du Dich, auch noch am Ball zu bleiben und Deine Geschichte abzuschließen.

Klar, Du könntest jeden Tag auf Twitter oder Instagram posten, was Du geschafft hast. Aber ich finde es wichtiger, dass Du Dir selbst bewusst machst, was Du alles erreicht hast. Und das ist mehr als nur Wörter schreiben, mehr als nur, ich habe heute drei Kapitel geschafft. Es geht darum, dass Du Deinen inneren Schweinehund oder Deine innere Sauhündin besiegt und Dich hingesetzt hast, um zu schreiben.

Wie lege ich mein Projekttagebuch an?

Für jedes neue Projekt hole ich mir ein neues Tagebuch. Wobei ich durchaus darauf achte, dass es dick genug ist, um einige Tage mit mir auszuhalten. Wobei ich pro Tag immer nur eine Seite verwende, egal wie viel ich schreibe (am Wochenende genehmige ich mir jedoch eine Doppelseite, da ich da mehr Zeit zum Schreiben und reflektieren habe).

Wenn der Platz nicht ausreicht, klebe ich zusätzlich noch Seiten ein, um darauf zu schreiben. Dadurch wird das Tagebuch zwar ein wenig dicker, aber ich finde, dass es was hat. Es wird dadurch individuell. Es kommt auch vor, dass ich Bilder einklebe, die mir zusagen oder Zitate. Oder ich zeichne auch irgendetwas ein, wenn ich drauf Lust habe.

Als Anrede (also statt Liebes Tagebuch, was vielleicht manche verwenden) benutze ich immer den Namen meiner Hauptfigur aus dem aktuellen Projekt. Sollte ich aber mit einer Figur speziell schreiben wollen, weil ich mit ihr oder ihm gerade ein Problem habe, dann schreibe ich den Namen. Also, das ist keine feste Angelegenheit.

Aber ich selbst brauche diese feste Ansprache, für das Gefühl, dass ich Briefe schreibe. Vielleicht schreibst Du nur das Datum (was ich Dir auf alle Fälle empfehle) und legst sofort los.

Und beenden tue ich meine Briefe dann mit meinem Autorinnenname.

Abschlussgedanken

Hier habe ich Dir mal ein Video verlinkt, wie Du Dein Projekttagebuch noch führen kannst. Es gibt so viele unterschiedliche Möglichkeiten, das Projekt anzugehen, um es umzusetzen. Ein einfaches Tagebuch ist genauso möglich, wie, ein Smashbook.

Wenn Du Dich dafür entscheidest, ich kann es Dir nur empfehlen. In dem Sinne hab einfach Spaß mit Deinen Projekten.

Leg Dir Dein Projekttagebuch an

Überleg Dir, welches Tagebuch Du dafür nutzen kannst. Dann auch, wie Du es führen möchtest, wie oft und ob überhaupt.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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Eine Antwort zu Vorstellung: Dein persönliches Projekttagebuch

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