Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Hei, hallo und herzlich willkommen,

im heutigen Beitrag möchte ich Dir ein paar Inspirationen geben, welchen Beziehungsstatus Dein Charakter überhaupt haben kann. Wenn Du jetzt sagst, ist doch klar, es gibt ja eigentlich nur die einfache Doppelbeziehung, dann möchte ich Dich gerne vom Gegenteil überzeugen.

Kurze Vorgedanken

Per se kannst Du jede Figur in Deiner Geschichte in eine Beziehung stecken. Dabei ist das Genre schon fast egal. Dass es dann gelegentlich albern wirken kann, darüber möchte ich an dieser Stelle nicht diskutieren.

Zuerst möchte ich auf die Doppelbeziehungen eingehen, dann auf die Vielehen und zuletzt auf sonstige Konstellationen, die es geben könnte. Einige der Bezeichnungen stammen jetzt von mir und spiegeln nicht unbedingt die korrekte Beziehungsform dar. Aber ich denke, wenn Du die Beschreibungen liest, wirst Du verstehen, worauf ich hinaus möchte.

Die Doppelbeziehung

Bei einer Doppelbeziehung geht die Person lediglich mit einer anderen Person eine Partnerschaft ein. Es kann sein, dass sie von vornherein kurzfristig ist (von One-Night-Stand bis zu einer kurzen Beziehung oder Ehe) oder auf Dauer ausgelegt ist (langjährige Ehe bzw. Beziehung).

Dazu zähle ich folgende Möglichkeiten:

Heterosexuelle Beziehungen

Die wohl häufigste Beziehungsform, die man erleben kann. Eine Frau und ein Mann treten in Kontakt und bilden am Ende ein Paar. Dabei gehe ich natürlich davon aus, dass nicht jemand fremd geht.

In den meisten Geschichten kommen heterosexuelle Beziehungsformen vor. Und im absolut großen Maße natürlich in den Liebesromanen. Aufgrund der Häufigkeit, mit der uns dieser Beziehungsstatus gezeigt wird, hat man das Gefühl, das sei auch die normalste Form.

Aus diesem Grund halte ich mich hier kurz. Denn es dürfte klar sein, was sich dahinter verbirgt und wie es aufgebaut ist.

Homosexuelle Beziehungen

Eine andere Form der Doppelbeziehung ist, wenn zwei Frauen (Lesben) oder zwei Männer (Schwule) eine Beziehung führen. In der Realität werden sie immer noch diskriminiert (auch wenn ich persönlich nicht verstehen kann bzw. mag, warum). Doch in einigen Teilen der Literatur sind sie durchaus akzeptiert.

Wobei in der Literatur die schwule Beziehung eher Anerkennung findet. Zumindest habe ich das Gefühl, das dem so ist. Denn wie sollte ich es mir sonst erklären, dass um die Schwulenliteratur mehr Verlage gegründet werden, als um Lesbenliteratur?

Eine spontane Recherche hat ergeben, dass auf der ersten Seite einer bestimmten Suchmaschine sieben Verlage für schwule Literatur gibt. Aber nur einen mit lesbisch-schwuler Literatur (es findet also keine Trennung statt). Und das war eben nur der Anfang.

Immerhin behaupten einige, dass es Lesben noch nicht einmal gibt (und leider durfte ich diese Aussage sogar mal selbst in einem Chat lesen).

Ansonsten denke ich, dass auch hier klar ist, was ich damit sagen möchte.

Bisexuelle Beziehungen

Bisexuelle Menschen können in Beziehung sowohl mit dem eigenen Geschlecht als auch mit dem anderen gehen. Jedoch entscheiden sie sich meistens für einen Geschlechtspartner, wenn sie eine dauerhafte Beziehung eingehen (siehe weiter unten, wenn es nicht so ist).

Bewusst habe ich selbst noch nie eine Geschichte mit einem bisexuellen Charakter gelesen. Aber ich habe von einigen gehört, bzw. den dazugehörigen Klappentext gelesen. Zumeist betrifft es dann Frauen, die man nicht eindeutig lesbisch darstellen möchten. Gerade die Beschreibung einer Geschichte blieb mir im Kopf hängen. Alle Männer waren, mehr oder weniger, schwul. Und sie war eben bisexuell. Da habe ich mich schon gefragt, warum sie denn nicht lesbisch werden durfte.

Die Besuchsehe

Das ist etwas, was bei den Mosuo gelebt wird. Das bedeutet, dass die Frau in ihrer Familie lebt und die Kinder vom Onkel groß gezogen wird (in vielen matriarchalischen Kulturen ist man der festen Überzeugung, dass der Onkel näher mit dem Kind verwandt ist, als der Vater, daher gibt es durchaus Kulturen, bei denen die Bezeichnung für Onkel und Vater die gleiche ist).

Bei der Besuchsehe kommen die Männer nachts zu der Frau und sind dann eben die Nacht bei ihr. Neben einer gemeinsamen Zeit haben sie natürlich auch Sex. Am nächsten Tag hat der Mann dann seine Sachen zu schnappen und zu seiner Familie zurückzukehren.

Vielehen

Eine kleine Anmerkung vorneweg. Zwar schreibe ich hier von Vielehe, aber letztendlich stimmt das so nicht. Denn es ist nicht zwangsläufig, dass diese Beziehungsform in eine Ehe enden muss. Und zum anderen, zumindest auf der Erde ist in den meisten Ländern die Vielehe illegal.

Polygamie

Damit bezeichne ich die Beziehung eines Mannes mit zwei oder mehr Frauen. Das ist jedoch keine Affäre, da sämtliche Frauen von dieser Beziehung wissen und ihr sogar einwilligen. Es kann sogar passieren, dass alle Frauen in einem Haus wohnen, aber zumindest in der Nähe.

Da ein Mann zwei oder mehr Frauen ohne Weiteres gleichzeitig schwängern kann, kann es in diesem Fall passieren, dass er Vater von einem Dutzend und mehr Kindern ist. Dadurch ist natürlich eine gewisse Überbevölkerung vorprogrammiert, wenn das jeder Mann machen würde.

In einem Liebesroman würde diese Konstellation eher weniger passen. Auch wenn Serien zu diesem Thema scheinbar sehr beliebt sind (da gibt es das eine oder andere Format). Aber welche Frau möchte sich schon vorstellen, dass sie ihren Mr. Right mit einer anderen Frau teilen müsste.

Dagegen kann diese Beziehungskonstellation in anderen Genres durchaus passen. Fantasy oder auch Science-Fiction würde sehr gut dazu passen.

Polyandrie

Diese Bezeichnung habe ich von Dr. Heide Göttner-Abendroth gelernt. Das bedeutet, dass eine Frau alle Söhne einer Mutter heiratet. Das ist noch heute in Tibet gängige Praxis und eher in matriarchalischen Kulturen zu finden.

In dieser Beziehungskonstellation ist es so, dass eine Frau mindestens zwei oder mehr Männer hat. Jedoch kann sie gleichzeitig halt nur einmal schwanger werden. Ein gutes Mittel also gegen die Überbevölkerung (und wohl eine der vielen Gründe, warum das früher in matriarchalischen Gesellschaften betrieben wurde).

Alle Ehemänner kümmern sich hier um die Frau und vor allem um das Kind oder die Kinder. Dadurch hat der Nachwuchs die größtmögliche Chance zu überleben und heranzuwachsen.

Bei der Beziehung können alle Ehemänner mit der Frau zusammenleben. Es kann aber auch sein, dass nur einer bei ihr wohnt und die Anderen arbeiten (und das meistens fernab von zu Hause). Sollten alle Ehemänner in der Nähe leben, dann kann der Ehemann anzeigen, dass er gerade bei der Frau ist, indem er zum Beispiel seine Mütze vor die Tür legt. Oder etwas in der Richtung.

In Liebesromanen könnte das vielleicht sogar noch wirken. Denn seien wir doch mal ehrlich (und ich schreibe das jetzt aus der Sicht einer Frau), wie viele Leute (insbesondere Männer) gibt es, denen Du zuschmachtest. Und wäre es nicht schön, wenn man mit zwei Männern, die man toll findet, in einer Beziehung sein könnte? Daher könnte ich mir gut vorstellen, dass solch eine Konstellation durchaus in der romantischen Literatur funktionieren könnte.

Aber auch die Genres Fantasy oder Science-Fiction wären der richtige Platz für diese Beziehungskonstellation.

Polyamore

Ein eher neueres Genre, das aber immer mehr Liebehaberinnen und Liebhaber finden. Ich habe darunter jetzt gelernt, dass ein homosexuelles Paar noch eine dritte Person des gleichen Geschlechts dazu holt und sie eine Ehe zu dritt führen. Und alle lieben sich gegenseitig. Also ist das etwas anderes als eine Polygamie oder eine Polyandrie.

Vor etwa einem halben Jahr habe ich ein Zeitungsbericht gelesen, dass ein australisches schwules Paar sich sogar scheiden ließ, damit sie jemand Dritten in ihre Beziehung holen können. Als ist auch diese Beziehungsform nicht rein spekulativ, sondern wird von einigen gelebt.

Der Lesemarkt dazu ist durchaus im Wachsen und wird gerne gelesen. Doch meistens findest Du hier eher Romane mit schwulen Charakteren. Bisher habe ich noch keine lesbische Polyamore Geschichte gefunden. Wird vielleicht Zeit dafür.

Die Zweigvielehe

Das bezeichne ich jetzt so, weil ich hierfür keine bessere Bezeichnung finde. Diese Beziehungskonstellation habe ich das aus der Serie Stark Trek: Enterprise gelernt.

Und zwar hat eine Person (sagen wir ein Mann) eine Ehe mit zwei Frauen (als Beispiel). Also eine klassische Polygamie. Jedoch ist es möglich, dass beide Ehefrauen ebenfalls noch einmal heiraten. Also, kommt hier eine Polyandrie zu tragen. Und theoretisch könnten die Ehemänner der Ehefrauen noch einmal heiraten.

Ehrlich gesagt, ich wüsste nicht, wie man solch eine Beziehungskonstellation in einer Geschichte unterbringen kann. Denn wann würde es enden, dass die Partnerinnen der Partner, der Partnerinnen und so weiter, nicht mehr heiraten? Am Ende wäre ja ein ganzer Planet miteinander verheiratet (wenn man es wirklich durchzieht, wäre das gar nicht einmal so abwegig).

Ich selbst sehe es als eine nette Anekdote am Rand einer Geschichte. Gerade dann, wenn Du jemanden besonders exotisch erscheinen lassen möchtest. Ansonsten müsstest Du Dir einiges überlegen, wie Du dieses Beziehungswirrwarr vernünftig darstellst. Falls Du es wagst, sag mir Bescheid, ich lese definitiv Deine Geschichte.

Afärenbeziehung

Ich denke, Du kannst Dir ohne Weiteres vorstellen, was man unter einer Affäre versteht. Meistens ist es so, dass eine Person innerhalb einer Beziehung mit jemandem anderen noch eine sexuelle Affäre hat. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

In unserer Kultur sind Affären eher verpönt, weil man die Monogamie lebt. In anderen, zumeist matriarchalischen Kulturen kann das ein wenig anders aussehen. Denn dort können beide Personen einer Beziehung durchaus eine Affäre haben. Solange diese keine Bedeutung für die Beziehung hat. Das bedeutet also, wenn die Affäre sich in die Beziehung einmischt, wird es erst dann ein Thema. Ansonsten nicht.

Sonstige Konstellationen

Nicht alles davon sind Beziehungskonstellationen. Aber wenn ich schon darüber schreibe, sollte ich auch die folgenden erwähnen, damit die Liste relativ komplett ist.

Asexuell

Asexuelle sind Personen, die gar kein Interesse an Sex haben. Sie sind nicht seltsam oder abnormal, sie haben lediglich kein Interesse an Sex. Unglaublich aber wahr. Solche Figuren kommen, meines Wissens nach, eher seltener in Romanen vor. Und in Liebesromanen würde man sie wohl „heilen“. Also ihnen das Interesse an Sex wieder geben.

Wenn man diese Charaktere mit Respekt behandeln würde, wäre es sicherlich eine interessante Geschichte mit ihnen.

Pansexuell

Das sind wieder herum Figuren, denen es theoretisch egal ist, mit wem sie ins Bett gehen. Es können also Frauen sein, Männer oder Fantasywesen, Aliens. Hauptsache beide haben Spaß daran. Ihnen ist also nicht wichtig, welches Geschlecht die andere Person hat, sondern das diese Person bereit ist, mit ihnen eine, wenn auch nur kurzfristige, Beziehung einzugehen.

Abschlussgedanken

Dieser Beitrag soll, wie schon oben geschrieben, als Inspiration dienen, damit Du auch andere Beziehungsformen in Deinen Geschichten einbringen kannst. Und vielleicht denkst Du Dir, hei, das gefällt mir, dazu könnte ich eine Geschichte schreiben.

Sicherlich habe ich noch die eine oder andere Beziehungskonstellation vergessen. Wenn Dir noch was einfällt, so freue ich mich auf Deinen Kommentar. Ansonsten werde ich den Beitrag aktuell halten, sobald ich noch etwas Neues entdecke.

Welche Beziehungskonstellationen kennst Du noch?

Kennst Du noch Beziehungskonstellationen, die ich oben nicht aufgeführt habe? Oder welche könntest Du noch erfinden? Wie sähen diese dann aus? Welche Vorteile bringen sie mit und welche Nachteile?

Deine aktuelle Geschichte

Was würde es Deiner Geschichte bringen, wenn Du den Beziehungsstatus änderst. Von dem Aktuellen auf kompliziert. Welche Dynamik würdest Du reinbringen? Welche Konflikte würden entstehen?

Spiel ruhig das Mal durch, auch wenn Deine Hauptfigur Single ist.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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25 Antworten zu Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Da rennst du bei mir offene Türen ein, liebe Carola!
    Niemand heilt meine asexuellen Charaktere (okay, vielleicht schreibe ich darum auch keine Liebesromane…) und ich finde die ganzen möglichen Beziehungskisten ja sehr spannend. Sobald man davon ausgeht, dass „Hetero und monogam“ eben nicht der „natürliche Urzustand“, sondern gesellschaftlich einfach derzeit der als normal geltende Zustand ist, tun sich viele Möglichkeiten auf.
    Da ich über Vampire schreibe und diese Geschichten zwischen 8.000 v.Chr. und „in einer unbestimmten, nicht näher bezifferten Zukunft“ spielen, habe ich da viel Spielraum, was sexuelle Orientierungen und Beziehungsformen angeht.
    Denn wieso sollten sich so mächtige Wesen bitte an das halten, was ein paar schmächtige Sterbliche zu Zeitpunkt X gerade als „normal“ vorschreiben?
    Danke für die zusätzlichen Anregungen zu Beziehungen mit mehr als zwei Leuten 🙂

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar liebe Evanesca.
      Und ich stimme dem vollkommen zu. Der Zustand Hetero und monogam ist eine aktuelle Norm. Das bedeutet nicht automatisch, dass es in der Vergangenheit so schon immer gewesen sein mag und es in der Zukunft auch so ist. Vor allem bedeutet das aber auch nicht, dass andere Völker und Rassen, sich auch daran halten müssen. In Science-Fiction Serien scheinen alle sich ebenfalls an den Beziehungsstatus Hetero und monogam zu halten. Warum? Oder in der Fantasy. Da gibt es so viele Möglichkeiten, aber es werden nur die „klassischen“ Formen verwendet.

      Irgendwie schade.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ich glaube, es würde interessantere Literatur geschrieben werden, wenn die Leute nur häufiger über das von dir gestellte „Warum“ nachdenken würden.
        Eben, wieso sollen rein zufällig alle Wesen in allen Welten auf die gleiche Idee kommen? Das ist mehr als unwahrscheinlich 😀

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      • Carola vom schreibkasten schreibt:

        Jupp. Da schwimmen wir auf der gleichen Gedankenwelle. Es werden einfach die Klischees übernommen und das war es auch schon. Und das finde ich halt einfach nur Schade.
        Und mich hat so einiges an den Filmen oder Büchern gewundert. Doch je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wundere ich mich 🙂

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Genau. Das ist sehr schade.
        Wenn ich Sachen übernehme oder bei einer länger bestehenden Welt feststelle, dass ich etwas übernommen habe, dann suche ich zumindest nach Gründen, wie das passiert sein könnte (Zeitreise, Invasion aus einer Kultur, in der es so ist, was weiß ich). Weil ich es immer weniger vor mir selbst legitimieren kann :/
        Wundern ist aber gut, wenn man schreibt. Dann schreibt man bewusster – und Geschichten verändern die Welt. Also ist Wundern der Motor von Veränderungen ❤

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      • Carola vom schreibkasten schreibt:

        Schön, das bedeutet ja dann, dass Du durchaus noch kritisch mit Deinen Gedankengängen umgehst. Und solange das passiert, finde ich, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, kommen gelegentlich (nicht immer glücklicherweise) Klischeegeschichten heraus oder Geschichten, die nach Muster F gestrickt sind.

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  2. nikeleonhard schreibt:

    Jetzt musst du Steppenbrand lesen. Ich glaube nämlich, du wirst die Beziehungsgeflechte „meiner“ Khon durchaus interessant finden. Auch wenn es da hauptsächlich um ganz andere Dinge geht. Also bitte keine klassische Lovestory erwarten!

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  3. nikeleonhard schreibt:

    Ach so, der Kommentar oben ist mit einem breiten Grinsen und einem Augenzwinkern geschrieben. Ich habe nur die Smilies vergessen. ^^

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  4. Sascha schreibt:

    Es ist komplex, und es gibt viele Begriffe, Bereiche, oft meint man das gleiche, formuliert es anders. Oder verwendet den gleichen Begriff aber meint etwas anderes …

    deswegen möchte ich hier noch einiges ergänzen, weil es mir im Artikel so nicht rüberkam, wie ich das sehe bzw wie ich es im Freundeskreis lebe / erfahre 😉

    was Du als Polygamie bezeichnest, kann durchaus Polyamorie sein. Meiner Definition nach (und das habe ich oft gelesen und sehen viele andere ebenso) ist Polygamie, wenn ein Mensch Sex mit mehr mehreren Personen hat. „Monogam“ bedeutet quasi Verkehr mit einer Person, „Polygam“ mit mehreren, sei es nun in in einer Affaire verborgen, offen in einer Beziehung (zB offene Beziehung) oder gar im Swingerclub, oder oder.

    Als „serielle Monogamie“ bezeichnet man zB, wenn Menschen zwar monogam leben, aber idR nur kurze Beziehungen haben, also zwar treu sind und immer nur eine Person haben, dafür aber diese Person häufig wechseln, … eine typische Form der heutigen Zeit, wo man sich schnell mal anderweitig verliebt, die Schmetterlinge dem Alltag weichen und Mr Right sich doch in jmd anderen verguckt hat …

    Polyamor ist, wenn ein Mensch mehrere Menschen liebt, sei es nun im Rahmen einer Beziehung (wenn mehrere Personen gemeinsam leben) oder sei es in verschiedenen Beziehungen. In einer Polyamorie ist es wichtig, dass die beteiligten Personen voneinander wissen. Keine Geheimnisse, offener Austausch. Ehrlichkeit für alle. Wer asexuell ist oder aromantisch, kann zB auch polyamor sein, denn Liebe hat erst einmal nichts mit Sex oder Romantik zu tun.

    Es stößt mir offen gesagt etwas auf, dass Polyamorie hier im Artikel mit Homosexualität genannt wird. Hoffe, das liegt nur daran, um ein paar Beispiele zu nennen. Wie gesagt. Polyamorie bedeutet „Viel-Liebe“. Und Liebe kennt kein Geschlecht. Da kann eine Frau einen Mann lieben, und dieser liebt noch einen anderen Mann oder Transgender oder Intersexuellen oder oder … oder mehrere … und diese jmd anderen. Wie auch immer. auch Hetero- oder pan- oder asexuelle Menschen können polyamor leben 😉

    Und, das Interessante ist: die wenigsten Menschen reden offen darüber. Aber wenn man sich outet, wenn man offen dazu steht und private Gespräche führt, dann erfährt man erst, wie viele Menschen tatsächlich polygam leben (mit mehreren Sex haben) und eigentlich gerne polyamor leben würden (aber Angst haben, es dem Partner zu erzählen, sich aber freuen würden, ihre Liebe teilen zu dürfen). Liebe scheint teilbar zu sein, auch wenn man nicht öffentlich darüber spricht 😉

    Zu sagen „ist nicht fiktiv“ ist schon mal gut. Da ich aber viele Menschen kenne, die so leben, finde ich es etwas einseitig, das jetzt nur in die homosexuelle Ecke zu schieben 😉

    Bei Pansexualität möchte ich anmerken (da es hier ja ein sehr offener Blog ist), dass „Frauen, Männer, Fantasywesen, Aliens“ recht binär denkt. Mann, Frau. Aber es gibt sehr viel mehr.

    Es gibt Transmenschen, die zB keine OPs durchführen lassen, um sich anzugleichen. Oder Intersexuelle, die Merkmale beider Geschlechter aufweisen. Menschen, die sich als genderfluid bezeichnen und sich nicht zuordnen lassen. Wer sich als pansexuell bezeichnet, der möchte damit auch ausdrücken, dass er sich von dem binären Geschlechterdenken gelöst hat und den Menschen liebt, unabhängig vom körperlichen oder empfundenen Geschlecht. Und wer pansexuell lebt, empfindet es oft als diskriminierend, wenn er in eine Sparte gesteckt wird mit Leuten, die objektophil sind oder Aliens, Fantasy usw lieben. Viele pansexuelle Personen sagen einfach „ich liebe Menschen“ …

    Es ist kompliziert. Irgend jemandem tritt man immer auf die Füße …
    schön, wenn es versucht wird, das hier etwas zu öffnen, um von dem klassischen Denken wegzugehen. Hoffe, es ist okay, wenn ich das durch ein paar eigene Gedanken ergänzt hab. War keine Kritik, weil, wie gesagt, es ist verdammt kompliziert, und man wird nie auf einen Nenner kommen. Und am Ende ist es völlig schnurz, wie es heißt, solange es einfach schön ist und ehrlich und liebevoll, ob alleine, zu zweit, zu fünft, mit oder ohne Sex oder wie auch immer 😉

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Hallo Sascha,

      das nenne ich einmal einen sehr ausführlichen Kommentar bzw. Kommentare (den zweiten schalte ich gleich auch frei). Und dafür möchte ich Dir danken. Immerhin ist es ja nicht selbstverständlich, dass sich jemand so ausführlich mit einem Beitrag auseinandersetzt.

      Letztendlich, ja, viele Lebensgemeinschaften existieren und man hat dafür unterschiedliche Bezeichnungen. Einerseits, weil man sich nicht damit beschäftigen möchte und daher einer bestimmten Art von Beziehung ein Etikett verpassen will. In dem Sinne, aha, du liebst so und so, dann bist du das, Punkt. Andererseits, weil es so viele Grautöne gibt, dass man nicht alles erfassen kann.

      Kurz zur Erklärung meiner Wahl der Beziehungen, damit Du verstehst, warum ich das so beschrieben habe:

      Ich kenne es halt so, dass Polygamie eben ein Mann mit zwei oder mehr Frauen sind, Polyandrie (laut Dr. Göttner-Abendroth) ist eben eine Frau mit mehreren Männer. Polyamore kenne ich in erster Linie eher aus der Literaturszene, wo sich diese Beziehungsform nur im Zusammenhang mit schwulen Männern dreht. Und wie der Zufall es so will, bisher habe ich nur von einer realen Beziehungsform gelesen, welche sich um drei australische Männer drehte. Also wieder Schwule.

      Aber aufgrund Deiner Kommentare werde ich noch einmal genauer hinschauen und ein wenig tiefer graben, damit ich diesen aktualisieren kann. Letztendlich kann es dann natürlich sein, dass es immer noch nicht alle Grautöne der Realität darstellt. Aber ich denke, dass wird sowieso kein Beitrag.

      Danke Dir noch einmal für diese interessanten Einblicke.

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  5. Sascha schreibt:

    ach ja, ergänzend, weil ich es angeschnitten habe, aber es oben nicht genannt ist:

    „offene Beziehung“. Geht in Richtung Polygamie / Polyamorie. Aber es ist ein gängiger Begriff, den man heute kennt und der inzwischen eigentlich recht allgemein ist, den man sogar in vielen Netzwerken usw ankreuzeln kann, wenn man den Beziehungsstatus eingibt. Heißt, man ist in einer festen (Haupt)Beziehung, aber mit dem Einverständnis des Partners darf man auch andere Personen einbeziehen. Wie ein Paar diese offene Beziehung ausgestaltet, das ist völlig abhängig von den Betroffenen. Manche wissen, dass der Partner anderweitig Verkehrt hat / liebt / spielt, warum auch immer, wollen aber keine Details und wollen es nicht mitkriegen. Andere zB wollen alles genau wissen, wünschen den Austausch darüber.

    Gründe für eine offene Beziehung können viele sein, zB weil ein Partner Neigungen / Interessen hat, die der Lebensgefährte nicht teilt, zB ein Partner homosexuell, der andere bisexuell. Oder einer mag „normalen“ Sex, der andere lebt gerne BDSM und darf dies außerhalb der Beziehung tun. Oder einer ist krank oder asexuell und kann / möchte keinen Sex haben, will aber nicht, dass der gesunde Partner deswegen verzichtet.

    Oder, weil es ja darum geht, ein Buch / einen Charakter interessanter zu machen, ein paar weitere Gedanken von mir:

    es muss nicht immer eine 0815 – Beziehung sein. Auch „normale“ monogame heterosexuelle geschlossene Beziehungssysteme können gewisse Besonderheiten bergen. Etwa durch einen großen Altersunterschied (älterer Mann jüngere Frau ist häufiger bekannt, aber das gibt es auch umgekehrt). Oder durch eine Fernbeziehung. Oder wenn verschiedenen Kulturen / Religionen / Hautfarben aufeinanderprallen.

    Ach, sorry, ich spamme hier alles voll. Aber ich finde das Thema „Beziehungskonstellationen“ wahnsinnig spannend, weil es so unglaublich viele Variationen bietet und ich es schade finde, dass man im Büchern fast immer nur monogame oder binär verankerte Beziehungsformen findet (was dazu führt, dass die Menschen denken, dies sei „normal“, dabei wird es durch die Medien normal gemacht, auch wenn sehr viele Personen eigentlich anders empfinden, sich dies aber nicht eingestehen bzw nicht offen darüber reden, um nicht als unnormal zu gelten) …

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Danke für Deine weiteren Ansichten (und ich freue mich sehr über diese ausführlichen Kommentare, da ich dadurch auch eine Menge lerne).

      Dein letzter Satz sagte es:

      „[…] weil es so unglaublich viele Variationen bietet und ich es schade finde, dass man im Büchern fast immer nur monogame oder binär verankerte Beziehungsformen findet (was dazu führt, dass die Menschen denken, dies sei „normal“, dabei wird es durch die Medien normal gemacht, auch wenn sehr viele Personen eigentlich anders empfinden, sich dies aber nicht eingestehen bzw nicht offen darüber reden, um nicht als unnormal zu gelten) …“

      Die Betonung auf die Heterosexualität (von vielen Feministinnen zwischenzeitlich auch Heterosexismus genannt, weil es andere Beziehungsformen diskriminiert) lässt wirklich zu viele glauben, dass sei die normalste Form. Und wenn man allein schon die Homosexualität in Kinder- oder Jugendbücher erwähnt, gehen da schon viele auf die Barikaden. Es gab ja vor ein oder zwei Jahren ein Märchenbuch mit einem schwulen Prinzen. Das sollte an den Grundschulen verboten werden, weil man den Kindern ja wohlmöglich beibringen könnte, dass es eben nicht nur die „klassische“ Frau-Mann Beziehung gibt (wie furchtbar – Ironie).

      Das war auch der Hintergedanke zu diesem Beitrag. Auch wenn die Realität nicht korrekt abgebildet sein mag, hoffe ich trotzdem, dass vielleicht die eine oder andere Person entscheidet, eine neue Form von Beziehung in einer Geschichte zu erwähnen. Das wäre klasse.

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  6. Sascha schreibt:

    und ich antworte jetzt gesammelt auf beide 😉

    http://www.assignedmale.com/comic/2016/9/10/tptzvlteghy8sb60kghy3y55as1teq#comment-section=

    Dieser Cartoon sagt es sehr treffend (ist eine Cartoon-Reihe um ein Trans*Mädchen). Passt gerade sehr gut zum Thema 😉

    Ich denke, solche Schubladen sind auch wichtig, zB für den Beginn einer Beziehung. Man möchte vor Fremden nicht sofort alles auspacken und zeigen, wer und was man ist, man möchte sich herantasten, da sind Begriffe oft hilfreich, um zumindest eine Richtung vorzugeben oder manches von Anfang an auszuschließen. Oder um nicht vor der Gesellschaft sein Seelenleben offenlegen zu müssen (würde ich meine Beziehungsform und mein Geschlecht anderen Menschen erklären, das gäbe ein Chaos, und das geht auch keinen was an, außer wenn ich mit ihr/ihm/they/whatever* Sex oder Beziehung oder wasimmermirvorschwebt haben möchte. Deswegen verwende ich Begriffe, die zwar nicht den zu komplizierten Kern treffen, zumindest aber die Richtung angeben).

    Tatsächlich kenne ich (real, live und in Farbe) sehr viele Menschen, die polyamor, pan etc leben / lieben. Einerseits, weil ich (wo es passend ist, natürlich binde ich das nicht jedem auf die Nase) offen mit diesem Thema umgehe und viele Leute gleicher Art treffe, und andererseits, weil ich viel in queeren Räumen unterwegs bin (queer tatsächlich bezogen auf alle möglichen Varianten von Beziehung, Geschlecht und Neigung). Das sind junge Leute, ältere Leute, manche leben es theoretisch (sind theoretisch offen, führen aber aktuell nur eine Beziehung mangels entsprechendem Gegenüber. Aber man ist ja auch hetero / monogam, auch wenn man keinen geeigneten Partner hat aktuell. Also ist man poly, auch ohne Beziehung), andere leben es praktisch (gemeinsam wohnend, getrennt wohnend, mit / ohne Sex usw).

    Es gibt sogar viele Persönlichkeiten, die offen diese Form der Liebe leben. Aber bevor ich zu weit aushole, es gibt sehr schöne Seiten, zB Wikipedia oder Polyamorie.de und andere.

    Ja, es ist schade, wenn Kindern / Jugendlichen nur diese eine Normalität eingeimpft wird. Ich kenne viele Menschen, die unglücklich sind und gerne anders würden. Die sich schämen, dass sie nicht so fühle wie es „normal“ zu sein hat. Aus diesem Muster auszubrechen getrauen sich nur wenige, weil damit ein Stigma verbunden ist. Daher freue ich mich sehr über entsprechende Literatur, Filme usw …

    (und daher lese ich diesen Blog hier so gerne, das ist mal ein Blick über den Tellerrand. Nicht immer meiner Meinung, manchmal sehe ich die Dinge etwas anders, aber das ist ja okay, Vielfalt bedeutet auch vielfältige Meinungen *g*)

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    • Carola vom schreibkasten schreibt:

      Danke für den Link zum Comic. Und es stimmt, es gibt kaum Bücher mit queeren Charakteren, die über schwul und lesbisch hinaus geht. Und selbst die sind sehr rar gesät. Zumindest im deutschsprachigen Raum. Denn vor Jahren hatte ich eine Seite gefunden, die sich mit Büchern auseinandersetzte und nach deren sexuellen Orientierung oder Geschlechtern und derartigen Richtungen sortierte. Kaum eines dieser Bücher gab es in einer Übersetzung. Vielleicht finde ich die Seite wieder (wenn drei Mal der PC in die Knie geht, verliert man viele tolle Links).

      Danke Dir für den Link, ich werde es mir in Ruhe mal durchlesen.

      Und ansonsten stimme ich Dir zu. Es ist schwer zu sich und (ich schreibe es jetzt einfach Mal so, weil es leichter ist) „Andersartigkeit“ zu stehen, wenn man keine Vorbilder hat. Und das will scheinbar auch niemand. Denn es gibt da zu wenig Literatur oder Filme und Serien dazu.

      Und danke für Dein Lob, dass Du gerne meinen Blog liest. Und zum Thema, dass Du nicht immer mit mir einer Meinung bist: Vor Jahren habe ich ein Buch gelesen, in deren Einleitung die Autorin schrieb, wenn ich die Leserinnen und Leser dazu bringe, einmal NICHT mit mir einer Meinung zu sein, habe ich gewonnen. Damit meinte sie, dass es gut ist, wenn man darüber nachdenkt, was geschrieben wurde, warum man dem nicht zustimmt und wie die eigene Sichtweise dazu ist. In dem Sinne, wir beide haben damit gewonnen 😉

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    • Nora Bendzko schreibt:

      Hallo Sascha,

      nebst einem Danke an Carola für einen neuen tollen Beitrag (ich muss garantiert noch viel bunter schreiben!!!) wollte ich mich ganz herzlich für deine Ergänzungen bedanken. Man lernt nie aus, wie vielfältig die Menschen doch sein können! Ich habe längst nicht alles gewusst, was du so geschrieben hast – schon gar nicht in dieser Dichte – oder selbst in meinem Freundeskreis oder an mir selbst erleben dürfen.

      Also, danke, für diese Aufklärung, Erleuchtung und Inspiration 🙂

      Eigentlich ein echter Jammer, dass das in der Literatur kaum eine Rolle spielt, und wenn, dann nur in separaten LGBTQ-Schubladen. Ich meine, man kann wahrscheinlich so viel an Erotik, Konflikt und Charakterschreibe rausholen, wenn man sich einfach mal vom binären Heteroschema löst. Wahrscheinlich kommen die meisten einfach nur nicht darauf, weil Het so normiert ist unserer Populärliteratur.

      Ich werde mir einen dicken Zettel an die Wand hängen, dass ich da selbst mehr machen muss! ^_^

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  7. erinjsteen schreibt:

    Ganz tolles Thema. Ich interessiere mich auch dafür, mit den üblichen Konventionen zu brechen. Wenn mein aktuelles Projekt als fertiger Entwurf in meiner Korrekturschublade gelandet ist, würde ich mich gerne einmal mit einer lesbischen Protagonistin auseinandersetzen. Ich hatte bereits überlegt, das in meine aktuelle Geschichte einfließen zu lassen, habe mich dann aber dagegen entschieden, weil die Liebe nicht das dominierende Thema in der Geschichte sein soll. Auch asexuelle oder polyamore Charaktere finde ich unheimlich spannend.
    Viele Grüße
    Erin

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Erin,

      finde ich gut, dass Du den Liebesteil außen vor lässt, wenn es einfach nicht zur Geschichte passt. Leider machen einige genau diesen Fehler und quetschen einen Romancepart in ihren Roman rein, koste es, was es wolle. Das finde ich durchaus schade, weil dadurch sogar die Geschichte kaputt gemacht werden kann.
      Aber mit einer lesbischen Heldin bist Du eher eine seltene Autorin. Denn die meisten schreiben lieber über schwule Charaktere. Und ja, ich gestehe, danke Lisa Hei habe ich auch eine Idee für einen Gay Romance. Aber es gibt halt so viele Spielarten, da macht es sicherlich Spaß, wenn man sich ein wenig austobt.

      lg
      carola

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      • erinjsteen schreibt:

        Auch wenn ich deutlich mehr Schwule als Lesben kenne, ist mir doch die weibliche Seite näher als die männliche. Deshalb würde ich gerne einmal erproben, wie sich eine lesbische Protagonistin entwickelt. Ich muss dazusagen, dass ich mich als Discovery Write sehe und für mich das Schreiben häufig eher ein ausprobieren ist als ein geordneter Prozess.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Discovery Write, eine interessante Beschreibung, gefällt mir 🙂
        Ich kenne auf Facebook einige Autorinnen, die das scheinbar anders sehen und lieber Gay Romance schreiben. Und auf der vorletzten LoveLetter Convention habe ich von einer Autorin gehört, deren Freundin eigentlich lesbisch ist, trotzdem Gay Romance schreibt. Nun, ich würde auf alle Fälle das fertige Projekt gerne lesen.

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    • Amalia Zeichnerin schreibt:

      Geht mir ähnlich wie dir, Erin. Vor einiger Zeit hatte ich mal eine Unterhaltung mit einer Freundin, die mich darauf stieß, dass in den Mainstream-Medien die Repräsentation von LGBTQ+ Charakteren noch immer entweder eher negativ ist, kaum vorhanden oder aber klischeebelastet. Danach habe ich mein damals aktuelles Buchreihenkonzept komplett überdacht und sowohl Gay als auch Lesbian Romance mit untergebracht. Außerdem gibt es mehr als einen bisexuellen Charakter und später in der Buchreihe taucht auch ein Transgender-Charakter auf. Aber es gibt auch einige Hetero-Charaktere, also im Grunde Repräsentationen fast all dessen, was es so gibt. Und weitere Beziehungsformen sind sicherlich ebenfalls spannend in dem Zusammenhang.
      Da die Reihe Ende des 19. Jh. angesiedelt ist, habe ich mir schon anhören müssen, ob das denn realistisch sei, soviele LGBTQ-Charaktere zu haben. Darauf habe ich dann geantwortet, LGBTQ+-Menschen gab es schon immer, nur dass das damals eben eher tot geschwiegen, versteckt oder sogar strafrechtlich verfolgt wurde. Weswegen sich also viele Menschen vermutlich ein Leben lang nicht zu dem bekannt haben, wie sie wirklich gefühlt haben. Zum Glück hat sich seit jener Zeit eine Menge geändert, wenn auch leider noch nicht überall.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Hallo Amalia,

        das finde ich persönlich eine sehr gute Überlegung. Denn ich finde, die literarische Welt ist noch nicht bunt genug und es darf gerne mehr sein. Aber noch ist sie nicht weit. Und häufig werden die LGBTQ+ Charaktere wirklich nicht gut dargestellt. Besonders dann, wenn sie weiblich sind (zumindest nach meinem empfinden).

        Aber bezüglich der verschiedenen Charaktere plane ich noch eine Analyse einer Serie 🙂

        Und klar, es gab schon immer LGBTQ+ Charaktere. Nur konnten sie das nicht immer zeigen. Daher ist es durchaus legitim, dies in den Romanen zu übernehmen.

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