Sei mutig, träume in den Tag hinein

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Tagträume galten früher als nette Randerscheinung oder gar als gefährliche Realitätsflucht. Dabei können Tagträume durchaus nützlich sein. Dazu müssen wir uns nur gestatten, sie zuzulassen und keine Angst davor zu haben.

Kurze Vorgedanken

Tagträume werden auch als persönliches Paralleluniversum bezeichnet (mir gefällt gerade dieser Begriff, sehr inspirierend). Das bedeutet, man sieht sich selbst, wenn wir einige Dinge anders getan oder anders entschieden hätten.

Das bedeutet aber auch, dass wir die Möglichkeit haben, unsere Zukunft entsprechend neu zu gestalten. Oder extrem kreativ zu werden. Zuerst möchte ich darauf eingehen, warum es in unserer Gesellschaft nicht gern gesehen wird, wenn wir Tagträumen (aus meiner Sicht) bzw. warum wir uns nicht immer trauen dem nachzukommen. Dann möchte ich darüber schreiben, warum es doch nützlich sein kann, sich damit auseinanderzusetzen.

Warum Tagträumen „gefährlich“ sein kann

Wer in den Tag hinein träumt, ist nicht produktiv. Man sitzt da, guckt Löcher in die Luft und arbeitet nicht, macht nichts aus dem Tag oder aus dem Leben. Und daher trauen sich schon einige gar nicht mehr, einfach nur dazusitzen und zu träumen.

Zwischenzeitlich sind wir so dermaßen auf Produktivität getrimmt, dass einige noch nicht einmal meditieren können, ohne damit ein Ziel zu verfolgen. Man will entspannt sein, um danach effektiver zu arbeiten. Man macht Sport nicht aus Spaß, sondern verfolgt Ziele. Lesen? Aber bitte innerhalb kürzester Zeit.

Und so weiter und so weiter.

Sich also hinsetzen und mal nichts tun, das gleicht schon fast einer Revolution. Und muss natürlich gelernt werden. Denn zwischenzeitlich ist es so, dass wir in der Grundschule schon auf Erfolg getrimmt werden. Die Noten müssen stimmen, die Hausaufgaben sollen perfekt sein. Und das alles, für das richtige Leben (was auch immer das ist).

Da ist es leider nicht mehr verwunderlich, wenn wir irgendwann einmal verlernt haben, was faul sein wirklich bedeutet. Und wenn wir es wagen in den Tag hineinzuträumen, dann nicht, um das Gehirn abzuschalten, dann nicht, um sich zu entspannen. Selbst das muss eine höhere Funktion haben.

Das ist auch der Grund, warum ich es als gefährlich bezeichne, wenn man in den Tag hineinträumt. Gefährlich für sich selbst und diesem Denken, dass man immer und zu jeder Zeit effektiv sein muss. Zumindest vom Gefühl her.

Der Nutzen vom Tagtraum

Gut, wenn ich schon in der Überschrift von Nutzen schreibe, es aber eigentlich gar kein Nutzen haben soll, weil es ja wieder produktiv ist, finde ich selbst einen gewissen Widerspruch. Aber ich belasse es trotzdem dabei.

Tagträume führen uns in ein Paralleluniversum. Das bedeutet, sie können uns zeigen, was wäre, wenn wir etwas machen, was wir uns sonst nicht trauen. Stellst Du Dir vor, ein Buch zu veröffentlichen? Und das in einem großen Verlag? Warum nicht. Träum davon und arbeite darauf zu. Nur so kannst Du Dir vorstellen, was möglich sein kann.

Es ist auch völlig in Ordnung, größenwahnsinnig zu werden. Eine Verfilmung mit Deinem Lieblingsstar? Warum nicht? Aus Träumen kann Realität werden. Und wer nicht träumt, kann nichts wagen.

Weiterhin entspannen Träume ungemein. Man wird ruhiger und sieht die Dinge gelegentlich nicht mehr ganz so ernst. Wichtig dabei ist natürlich, dass man den Blick für die Realität nicht verliert (ja, das ist mir ein oder zwei Mal schon passiert, ich gestehe).

Aber Tagträumen kann durchaus etwas Meditatives haben. Ich bin der Meinung sogar einen Beitrag gelesen zu haben, wo Tagträumen zumindest ähnliche Gehirnwellen hervorruft, wie meditieren. Daher kann es Dir durchaus gut tun, wenn Du zumindest zehn Minuten am Tag ein wenig vor Dich hinträumst.

Und natürlich kannst Du es auch für Deine nächste Geschichte verwenden. Werd in Deinem nächsten Tagtraum die Heldin oder der Held Deines Romans und erleb die Geschichte durch diese Augen. Was kann es Besseres zum Planen oder plotten als das geben?

Du träumst Dich in Deine Welt hinein und erlebst die Abenteuer, welche Du am Ende in Deinem Roman verwenden kannst. So steigerst Du Deine Kreativität (schon wieder sind wir produktiv, entschuldige bitte) und kannst sogar Dinge erwähnen, an die Du vorher vielleicht gar nicht gedacht hast.

Alles in allen sind Tagträume eine wundervolle Sache. Daher kann ich nur empfehlen, dass Du Dich täglich zehn Minuten (für den Anfang) dem Ganzen hingibst.

Abschlussgedanken

Es ist nicht immer gut, andauernd produktiv sein zu wollen. Aus diesem Grund lade ich Dich ein, nachdem Du diesen Beitrag gelesen hast, einfach aus dem Fenster zu schauen und in Dein persönliches Paralleluniversum zu wandern.

Und hei, wenn jemand fragt, was Du machst und Du nicht die Wahrheit sagen willst, Du kannst immer noch sagen, dass Du arbeitest. Wer kreativ ist, hat viele Möglichkeiten zu arbeiten.

Träum einfach vor dich hin

Heute möchte ich Dir keine Aufgabenliste aufgeben. Daher nur meine Empfehlung. Träum gleich einfach vor Dich hin. Schau aus dem Fenster, starr die Wand an, was auch immer Du möchtest, mach es einfach. Und träume einfach ein wenig.

Und wenn es Dir gefällt, kannst Du das von nun an auch täglich machen.

 

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu Sei mutig, träume in den Tag hinein

  1. nialebt schreibt:

    Ach, das liest sich so herrlich! Endlich mal jemand, der die Tagträume auch nicht verteufelt, sondern so ein schönes Plädoyer für sie schreibt!

    Gefällt mir

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