Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sie sitzen da, Stunde um Stunde, ringen mit den Sätzen, Formulierungen, einzelnen Wörtern. Schauen auf den Kalender, schauen auf die Uhr, denn sie kommt näher, immer näher und näher, die gefürchtete Deadline die tödliche Stunde. Die Nächte, nein, sie sind nicht zum schlafen da, es wird geschrieben, was der Geist und die Finger hergeben. Und doch reicht es nicht. Es reicht ihrem Ego nicht, es reicht ihren hohen Anforderungen nicht, es reicht einfach nicht. Doch irgendwann, irgendwann ist es so weit, irgendwann haben sie es geschafft, irgendwann ist ihre Geschichte fertig. Bereit in die Welt entlassen zu werden, bereit Menschen Freude zu bereiten, bereit veröffentlicht zu werden.

Obwohl sich sicherlich eine Menge Schriftsteller*innen in diesem kleinen Text irgendwie wiederfinden, sind sie doch nicht alle gleich.

Kurze Vorgedanken

Wer sich als (angehende) Autor*in im Netz tummelt, wird früher oder später auf Aussagen stoßen, die bei mir immer wieder kopfschütteln auslösen. Da stößt eine Berufsgruppe aufeinander, die nichts Besseres zu tun hat, als sich das Leben schwer zu machen.

Auf der einen Seite finden wir die Verlagsautor*innen und auf der anderen Seite die SPautor*innen. Obwohl beide letztendlich die gleiche Arbeit leisten, behandeln sie sich nicht gleich. Dass die Gesellschaft beide Wege unterschiedlich behandeln, nun gut, das ist irgendwo verständlich. Aber dass eine Autorin die andere verbal runter zu putzen versucht, das ist dann doch einzigartig. Zumindest empfinde ich es so.

Daher möchte ich auf den Unterschied eingehen, den Beide wirklich trennen und dann, warum sich beide Gruppen nicht leiden können. Zu guter Letzt möchte ich noch darüber schreiben, warum das sinnlose Zeitverschwendung ist, dieses Bashing zu betreiben.

Was sie trennt.

Eigentlich nur der Vertriebsweg. Beide Gruppen schreiben eine Geschichte und sind (hoffentlich) mit Herzblut dabei. Sie lieben das Schreiben, haben sich aber aus individuellen Gründen dafür entschieden, entweder bei einem Verlag oder bei einem Distributor (für Selfpublishing) zu veröffentlichen.

Der Verlag übernimmt sehr viele Arbeiten für die Autor*innen, wenn sie das nötige Geld bereitstellen (können). Natürlich, Lektorat, Korrektorat, Cover und Veröffentlichung gehört bei einem Verlag dazu. Inwiefern die Werbung da eine Rolle spielt, kommt immer auf das Budget an, dass sich ein Verlag einzeln leisten kann.

Wer Selfpublishing betreibt, muss das alles selbst machen und in Vorleistung gehen. Das bedeutet, zuerst muss das Lektorat bezahlt werden, dass Korrektorat, die Coverdesigner*in und so weiter. Und das alles geschieht mit dem Risiko, dass die Kosten nicht durch den Verkauf reingefahren werden.

Natürlich kann das bei einem Verlag passieren. Nur das die ein ganz anderes finanzielles Polster haben. Immerhin veröffentlichen sie nicht nur ein Buch, sondern ein paar Dutzend in einem Jahr (wenn nicht sogar noch mehr). Und auch wenn nicht alle Bestseller werden, so tragen sie meistens die Kosten ein oder decken sich gegenseitig. Natürlich ist es für einen Verlag auch nicht schön, wenn sie Ausgaben haben, die sie nicht einfahren können. Aber wenn es mal passiert, ist es nicht schlimm. Wenn eine Privatperson 4.000 Euro ausgibt (wie Marah Woolf zum Beispiel hat diese Summe mal angegeben) und die nicht reinkommen, sieht das Ganze anders aus.

Man kann also sagen, es trennt sie die Ansicht, was das Beste für sie und für ihre Geschichte ist. Und das ist in diesem Fall der Vertriebsweg. Denn bei Verlagen hat man ganz andere Möglichkeiten, als, wenn man sich selbst um die Veröffentlichung kümmert.

Bei einem Verlag wird alles übernommen. Unter anderem auch die Auszahlung des Geldes. Wer Selfpublishing betreibt, muss selbst ein Auge darauf werfen, was reinkommt und was für Ausgaben man hat, um das gegeneinander abzuwägen. Wer über einem Verlag veröffentlicht, kann sich in der Tat auf das Schreiben konzentrieren. Die andere Gruppe hingegen muss noch viel hinter der Bühne machen. Da kann man sich leider nicht den ganzen Tag hinsetzen und schreiben. Man muss halt für sich auch werben. Und das massiver, als wenn man sagt, ich habe beim Verlag XYZ veröffentlicht.

Was sie eint.

Ganz klar, das Schreiben, die Liebe zum Schreiben und den Wunsch, dass die Geschichte veröffentlicht und gelesen wird. Natürlich, man will dafür auch noch Geld verdienen, idealerweise können die Schriftsteller*innen von ihrer Liebe und ihrer Arbeit sogar leben.

Beide einen, dass sie schreiben wollen und es auch tun. Und beide möchten für ihre Arbeit respektiert werden. Und letztendlich, beide veröffentlichen. Das macht also kein großer Unterschied. Nur eben der Weg. Die einen gehen den Weg des Verlages, die anderen gründen einen Verlag.

Und doch schreiben beide. Ich finde, das ist das Wichtigste.

Der Grund des Streites

Ob man das jetzt wirklich einen Streit nennen kann oder will, ich bin mir nicht so ganz sicher. Doch gerade in den letzten Tagen und Wochen ist mir aufgefallen, dass SPautor*innen häufig wie Schriftstellerinnen zweiter Klasse behandelt werden.

Sie dürfen nicht an einigen Wettbewerben teilnehmen oder bei Vereinigungen mitmachen. Immerhin haben sie kein Verlagsvertrag. Dabei wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass SPautor*innen keine Qualität haben. Und aus diesem Grund dürfen sie nicht mitspielen. Ihre Bücher sind schlecht.

Wie ich zwischenzeitlich lesen durfte, sollte man mit solchen Aussagen aber erst einmal vorsichtig sein, da das zu Schadensersatzforderungen eventuell führen könnte (ob das stimmt, ich bin keine Anwältin und kann das nicht verifizieren, daher bei Bedarf eine Anwältin oder einen Anwalt kontaktieren).

Aber immer wieder lese ich, dass SPautor*innen ja keine Qualität veröffentlichen. Und das gilt natürlich für alle. Ausnahmslos. Eine Tatsache, die mich ärgert. Denn ich lese sehr gerne Bücher von Selfpublisher*innen und kann sagen, das stimmt nicht.

Natürlich, halt, stopp, es stimmt teilweise. Klar, wenn man veröffentlichen kann, wie man lustig ist und Laune hat, dann kommen auch Perlen unter die Bücher, die man normalerweise nicht mit der Kneifzange anfassen würde. Aber gilt das automatisch für alle SPbücher? Wenn man einigen Kritiker*innen glauben mag, dann ist dem so.

Dass es aber wahrlich Perlen unter den Selfpublishing Titeln gibt, das interessiert viele gar nicht. Und das auch Verlage Schrott veröffentlichen, das kann es nicht geben. Immerhin gelten noch heute Verlage als Wächter der guten Literatur. Aber ich würde glatt mit Dir Wetten, dass Du mindestens ein Buch, wenn nicht sogar mehrere, gekauft und sicherlich auch gelesen hast, die das Papier nicht Wert waren, auf denen sie gedruckt wurden.

Doch werden gleich alle Verlagsautor*innen in einem Topf geworfen, dass Verlage nur noch schlechte Literatur veröffentlichen? Dass man bestimmte Verlage meiden sollte, weil sie einige schlechte Titel veröffentlicht haben? Ich kann man nicht daran erinnern, so etwas gelesen zu haben.

Skandale, die gibt es

Natürlich, es gibt sie, die kleinen und großen Skandale des Selfpublishing. Wenn niemand ein Auge darauf wirft, dann können Plagiate veröffentlicht werden und Bücher, mit minderwertigem Inhalt.

Doch auch wenn es die Wächterfunktion gibt, welche die Verlage für sich beanspruchen, bedeutet das nicht, dass dort niemals Plagiate auftauchen. Dafür gab es auch in den letzten Jahren durchaus beweise.

Niemand zwingt aber die Verlage deswegen an den Pranger. Die Selfpublishingszene hingegen macht sich dann einen Kopf, wie so etwas geschehen und wie man sich distanzieren kann. Man steht dann, mal wieder, unter Generalverdacht.

Sie distanzieren sich öffentlich, dass sie keine Plagiate schreiben, dass sie alles selbst erledigen und was weiß ich. So etwas habe ich von Verlagsautor*innen noch nie erlebt. Und auch unter ihnen gibt es sie, die schwarzen Schafe. Und das nicht nur mit Plagiaten. Was ich in einigen Bücherforen erlebt habe, das möchte ich schon fast gar nicht mehr erzählen.

Die wichtigste Entscheidungsinstanz

Aber letztendlich entscheiden nicht Verlage oder die Autor*innen, was gelesen wird. Es sind die Leser*innen. Immerhin geben sie das Geld aus, um sich die Bücher zu kaufen. Daher entscheiden sie am Ende, was wirklich gut ist und was nicht (auch wenn einige an dieser Entscheidungsgewalt bei bestimmten Büchern wohl verzweifeln).

Und immer mehr Leser*innen entscheiden sich, dass sie Bücher die sowohl von Verlagen als auch im Selfpublishing veröffentlicht werden. Viele machen zwischenzeitlich schon gar keinen Unterschied mehr. Denn sie wollen nur eins, gut unterhalten werden. Wenn das ein Verlagsbuch schafft, toll. Schafft es dagegen ein Selfpublishingbuch, auch gut.

Immerhin können viele Leser*innen etwas, was Autor*innen nicht können, zwei Bücher auf einmal lesen. Versuch mal zwei Romane gleichzeitig zu schreiben. Das wird schwierig. Aber sie können lesen, kaufen und machen, wie es ihnen beliebt.

Ganz simpel ausgedruckt, in dem Warenkorb können sich also sowohl neben einem Verlagsbuch auch ein SPBuch tummeln. Darum brauchen wir uns also keine Sorgen zu machen. Wenn gute Bücher geschrieben werden, dann werden sie auch gekauft und gelesen.

Ist es daher nicht egal, wie man veröffentlicht? Hauptsache die Leserin oder der Leser ist am Ende glücklich? Ist es nicht das, was wir alle wollen?

Was ich mir wünsche

Dass die Energie, die man in dem Bashing der Kolleginnen und Kollegen investiert, erst einmal fürs Schreiben nutzt. Denn wer schreibt, kann nicht sündigen.

Ansonsten wäre es wirklich wunderschön, wenn beide Seiten aufhören würden, aufeinander herumzuhacken. Anstelle uns gegenseitig das Leben schwer zu machen und zu behaupten, man sei auf der besseren Seite, wäre es doch schön voneinander zu lernen.

So könnten Selfpublisherautor*innen von den Verlagsautor*innen lernen, wie man sich professioneller in der Öffentlichkeit zeigt. Denn viele, das muss man sich eingestehen, haben es einfach drauf. Und die Verlagsautor*innen können von den SPautor*innen lernen, wie man am besten Werbung für sich macht.

Wobei das natürlich nur ein Gebiet ist. Man könnte sich vernetzen, man könnte sich sogar gegenseitig unterstützen und gemeinsam voneinander lernen.

Abschlussgedanken

Autor*innen sind Autor*innen. Dabei ist es absolut egal, wie sie veröffentlichen. Hauptsache sie tun es und erfreuen letztendlich ihre Leser*innen. Das darum jetzt ein Aufstand gemacht ist, wer nun in der ersten Klasse oder in der Zweiten sitzen darf, ich finde das unnötige Zeitverschwendung.

Dass die Presse und die Gesellschaft eventuell Probleme damit hat und immer wieder den Untergang des Selfpublishing beschwört, sollen sie. Aber wenigstens die Autor*innen sollten, meiner Meinung nach, sich respektieren und sich gegenseitig unterstützen. Oder wenigstens in Ruhe lassen.

Wie sieht es bei Dir aus?

Jetzt sei mal ganz ehrlich zu Dir selbst. Hattest Du schon negative Gedanken über die anderen Autor*innen gehabt, nur weil sie im Verlag bzw. als Selfpublisher veröffentlichen? Warum hattest Du die Gedanken? Waren sie berechtigt? Oder gehörte eine Portion Neid dazu?

Es geht hierbei nicht, dass Du Dich selbst anklagen sollst, sondern nur Deine eigenen Gedankengänge überprüfst. Warum hast Du diese negativen Gedanken? Und was kannst Du aus ihnen lernen?

Was kannst Du mitnehmen?

In vielen Berufen arbeiten die Menschen Hand in Hand, obwohl sie eigentlich in einer weitaus härteren Konkurrenz zueinanderstehen. Da denke ich an die ganzen Coachs, um ein Beispiel zu nennen. Und doch unterstützen sie sich untereinander und helfen sich.

Wenn es auch nicht wahrscheinlich ist, dass in naher Zukunft sich beide Autor*innengruppen zusammenfinden werden. Was könntest Du von der anderen Gruppe lernen? Was wäre lohnenswert sich genauer anzusehen? Und was wäre für Dein Schreiben, bzw. Dein veröffentlichen interessant?
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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17 Antworten zu Verlagsautor*innen versus SPautor*innen

  1. sarahricchizzi schreibt:

    wow 💙 so ein ausführlicher Artikel 🎈 wundervoll 💙 ich danke dir sehr für deine Verlinkung 💙 frohe Schreibstunden 😊 & liebe Grüsse Sarah

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  2. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ein intelligenter, gut geschriebener und dringend notwendiger Artikel.
    Ich bin langjährige SP-Leserin und arbeite als freie Lektorin ausschließlich mit Selfpublishern zusammen (zumindest im Moment). Und ich hätte ohne das SP so viele wunderbare Geschichten nie kennengelernt und so viele Freundschaften nie geschlossen…
    Auf lange Sicht habe ich das Gefühl, dass die Zukunft den Hybridautoren gehören wird – also denen, die beides machen und sich Projekt für Projekt bewusst für eins davon entscheiden. Quasi das Beste aus beiden Welten. Ohne Streit ❤

    Gefällt 2 Personen

    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar.
      Leider sehen es noch nicht einmal alle Lektor*innen so, dass SPler*innen es Wert sind, dass man mit ihnen arbeiten kann. Ich erinnere mich noch deutlich an einen Beitrag einer Lektorin, dass sie nie wieder mit SP Leutchen zusammenarbeiten möchte. Natürlich, es ist ihr gutes Recht. Aber sie hat da einen gewaltigen Unterschied gemacht.
      Und ich denke, dass die SP Veröffentlichung noch einmal stärker zunehmen und sich dann entscheiden wird, wie es weiter geht. Denn ich kenne viele, die möchten partout nicht bei Verlagen veröffentlichen, weil ihnen die Freiheiten gefallen. Und klar, auch das Geld ist eine Frage. Da werden sich die Verlage wohl überlegen dürfen, wie sie die erfolgreichen Autor*innen ködern können. Denn der Verlagsvertrag allein ist für viele nicht mehr ausschlaggebend.

      Aber ich denke auch, dass sich viele als Hybridautor*innen entwickeln werden. Und spätestens dann ist der Streit sowieso sinnlos 🙂

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Mit wem arbeiten die Lektoren denn dann? Ausschließlich mit Verlagen?
        Die Option halte ich mir zwar immer offen (ich würde also nicht direkt nein sagen, wenn ein Verlag auf mich zukommt und die Bezahlung stimmig ist), aber es ist nicht mein erklärtes Ziel. Ich arbeite echt gerne mit SP-Autoren und hatte bisher auch keinen einzigen Fall, bei dem irgendwas unschön verlaufen wäre oder so.
        Menschen, die generell nicht zu Verlagen WOLLEN, kenne ich auch. Ein Verlag hat eine recht erfolgreiche SP-Lerin unter Vertrag genommen – und die SP-Lerin wollte dort unbedingt wieder RAUS. Es ging ihr zu langsam, sie hatte zu wenig Kontrolle… Das ist etwas, was bei einigen Menschen noch nicht in den Köpfen angekommen ist, dass SP eben oft eine bewusste Entscheidung ist und nicht der Rettungsanker für alle, die keinen Verlag finden.
        Ich finde es so großartig, dass man heutzutage einfach die Wahl hat.
        Und ja, ich höre immer wieder, dass man in manchen Genres im SP schlicht mehr verdienen kann. Da müssen Verlage wirklich zusehen, wie sie nachziehen…

        Und ich erwarte sehnsüchtig das Ende des Streits ❤

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Zugegeben, da würde ich Dich jetzt anlügen, da ihr offener Brief, den sie damals veröffentlicht hatte, schon einige Jahre her ist. Damals habe ich mich noch nicht so sehr für die verschiedenen Vertriebswege interessiert. Und ich würde jetzt sogar behaupten, dass war sogar noch kurz vor der Zeit, als amazon das Selfpublishing für sich entdeckte. Daher kann ich die Frage leider nicht beantworten.
        Wenn ich jetzt eine Lektorin wäre (was ich definitiv niemals werde, versprochen), ich würde mir auf alle Fälle alle Optionen offen halten. Immerhin wollen ja auch meine Rechnungen bezahlt werden. Und sollte ein Verlag das machen, wäre das genauso in Ordnung, wie, wenn dass eine Privatperson macht.
        Vielleicht war das auch noch zu Zeiten, wo einige Spler*innen ein wenig über die Strenge geschlagen haben oder was wei0 ich.

        Was Du beschreibst, kenne ich auch von Hören-Sagen. Denn ich bin da in einer Gruppe auf Facebook, wo man einiges erfährt. Und dazu gehörte, dass eine SP Autorin einen Verlagsvertrag hatte und aus dem so schnell wie nur möglich wieder rauswollte. Weil sie absolut enttäuscht war zu sehen, wie ein Verlag arbeitete. Daher denke ich, dass aktuell Hybrid-Autor*innen zwar kommen, aber sich einige eingefleischte SP Autor*innen noch überlegen werden, ob sie wirklich eine ihrer Geschichten bei einem Verlag unterbringen werden.

        Zwar behaupten viele immer noch, dass Selfpublishing eine Entscheidung im Sinne von, mein Buch wollte niemand, jetzt mach ich auf Mimimi und veröffentliche es selbst. Und vor allem, wenn es gut wäre, wäre es bei einem Verlag untergekommen. Zwar ist bei vielen Leserinnen und Leser zwischenzeitlich durchgekommen, dass es nicht mehr so ist. Aber bis alle das begriffen haben, ich befürchte, das dauert noch ein wenig.

        Trotzdem warte ich auch auf den Tag, an dem das Bashing ein Ende hat.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Also ich hätte kein Problem damit, wenn du mit dem Lektorieren anfangen würdest. Versprochen ❤
        Was die Zusammenarbeit mit Verlagen angeht, habe ich jetzt einfach einmal mitbekommen, dass diese Arbeit teilweise (gerade bei den Großen) einfach schlechter bezahlt wird, als man beim Freelancen oder mit Kleinverlagen einnehmen kann. Und das gibt mir zu denken, gerade in Bezug auf den "SP vs. Verlag"-Streit, bei dem ja OFT das Lektorat als Qualitätsmerkmal ins Feld geführt wird… (Weswegen ich die ganze Sache ja noch abstruser finde, als ohnehin schon…)
        Ich glaube, für das Hybridentum kommt es eben ganz stark darauf an, mit welchen Verlagen man zusammenarbeitet und wie dort die internen Wege sind :). Da ist es wie mit allen anderen Dingen im Leben, es muss auch die Chemie stimmen. Manche Autoren sind sehr glücklich als Hybriden, manche sind glücklicher als reine Selfpublisher :).
        Und ich fürchte auch, dass es noch ewig dauert, bis dieser Mimimi-Ruf weg ist. Eine Freundin von mir kriegt auch immer als erstes die Frage gestellt, wie oft sie abgelehnt wurde. Darauf ein selbstbewusstes "Noch gar nicht, ich habe es nie probiert!" zu antworten, ist dann schon etwas, was man sich antrainieren muss.
        Wie sagte ich mal zu einer Kollegin? Metaphorische Pelzjacke anziehen. Dann haste ein dickes Fell 😀

        Gefällt 1 Person

      • Frau Schreibseele schreibt:

        Danke, werde ich mir zumindest merken, sollte ich die zehnte Berufung in meinem Lebenslauf aufnehmen. Frau Schreibseeles Lektorat 😉 (Ich bleibe lieber Beta-Leserin).
        Vor etwa zehn Jahren hatte ich eine Diskussion mit einem Kollegen gehabt, wo es um die Übersetzung ausländischer Bücher ging. Er erklärte mir damals, dass die Bezahlung nach Worten ging und aus diesem Grund diese sehr schnell gehen muss. Weil man an der Übersetzung nicht viel verdienen soll. Danach habe ich darauf besonders geachtet und mir viel öfters auf, dass sich manchmal sinnlose Fehler eingeschlichen haben. Nach dieser Erklärung wunderte es mich nicht.

        Dann sollte man eigentlich, aber auch nur eigentlich, bei der Aussage, dass Verlage die bessere Qualität hervorbringen, vorsichtiger sein. Wenn das stimmt, dass gerade die Großen mieser bezahlen, dann erst recht. Denn von vielen SP Autor*innen bekomme ich mit, dass sie sich sehr intensiv mit ihrem Lektorat auseinandersetzen. Daher sollte gerade in solchen Fällen nicht mehr von schlechter Qualität seitens SP gesprochen werden, sondern alles zumindest kritischer hinterfragt werden.

        Und stimmt, viele weigern sich ja von vornherein es zumindest zu versuchen, bei einem Verlag unterzukommen. Warum das dann verschweigen? Erfolg kann man auch ohne haben.

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  3. simonsegur schreibt:

    Ich stimme Feuerblut zu: Die Zukunft wird wohl auf Hybridautoren hinauslaufen. Im Verlag ist alles viel einfacher, dafür kann man etwa vergriffene Bücher als SP rausbringen.
    Liebe Grüße!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Früher oder später könnte das passieren. Doch ich unterhalte mich öfters mit einigen Vollblut SPautor*innen und bisher hat von denen niemand das Bedürfnis sich einem Verlag anzuschließen. Da denke ich mal, wenn es soweit kommt, muss einiges von den Verlagen kommen.
      Ansonsten, die Richtung könnte stimmen, aber jetzt noch nicht.

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  4. Sylvia Aljana schreibt:

    Auch ich finde das einen sehr schönen Artikel. Ich sehe es ähnlich wie Evanesca.
    Es gibt Projekte, die einfach kein Verlag will, weil sie das Risiko nicht abschätzen können. Wenn das genau die Babys der jeweiligen Autoren sind, kann es viel wahrscheinlicher sein, dass sie sich selbst trauen, das Risiko auf die eigenen Schultern zu laden. Womit der Trend zum Hybrid einen starken Drive bekommt.
    Mit der Zeit wird dann vielleicht auch diese Abwertung der SPler aufhören.
    SP ist halt neu. Diese Autoren umschiffen mit ihrem Marketing eine ganze Sparte, etablierter Berufe, die nun alle ihre Fälle schwimmen sehen.
    Und das ist doch der eigentliche Kern des Pudels: Es geht ums Geld. In sowas geht es immer ums Geld.
    Müssten Verlage durch tolle SP-Titel nicht Umsatzeinbußen fordern, weil den ’seichten Schund‘ einfach keiner liest, würden sie nicht schreien. Und würden Buchhändler von ihrem hohen Ross steigen und sich trauen, SPler anzubieten, dann könnten sie vom Kuchen abhaben.

    Manche Autorenforen haben Gott sei Dank schon erkannt, dass man coexistieren und sich sogar mögen kann. Ich blicke einfach mal hoffnungsvoll in die Zukunft. 🙂

    Gruß Sylvia

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Sylvia,

      leider hast Du recht, es geht immer um das liebe Geld. Andererseits, gerade bei den Buchhändlern wundert es mich, dass sie nicht sehen, dass man auch mit SP Titeln Geld machen kann. Klar, man muss sich überlegen, wie man das mit der Bestellung, Bezahlung und Rückgabe machen kann. Und dazu muss man eben auf beiden Seiten ein wenig das Gehirnschmalz anstrengen. Aber am Ende wäre es doch für Beide eine Win-Win Situation. SP wäre in den Buchläden vertreten und die Läden könnten mit denen ebenfalls Geld verdienen.

      Aber wer weiß, wie die Zukunft letztendlich aussieht. Sicherlich, viele Autor*innen sind bereit für beide Wege. Jetzt muss nur noch die Grundlage dafür geschaffen werden. Und wie ich schon in den anderen Kommentaren schrieb, noch weigern sich viele den Verlagsweg zu gehen, weil es nicht attraktiv genug ist. Aber die Zukunft ist noch nicht geschrieben.

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  5. Grit schreibt:

    Ich verstehe nicht, wie man zu einer so überheblichen Ansicht kommen kann, das SP-Autoren nicht die Qualität von Verlagsautoren liefern. Klar gibt es in den Weiten des Internet eine Menge Schrott, doch auch Verlagsbücher sind nicht frei von Fehlern. Es kommt halt immer darauf an, mit welcher Sorgfalt Lektorat und Korrektorat gemacht wurden.
    Ich habe unter den SP-lern schon eine Menge Perlen gefunden – wirklich lesenswerte Bücher in geschliffener Sprache und mit fesselnden Geschichten von Autoren, deren Namen ich mir merke und deren Veröffentlichungen ich dann auch weiter verfolge.
    Es ist die freie Entscheidung eines jeden, ob er selbst publiziert oder den Weg über einen Verlag sucht. Keinen Verlag zu finden ist heutzutage nicht mehr gleichbedeutend mit schlechterer Qualität. Pauschales Abwerten wirft da eher ein schlechtes Licht auf den, der es tut.
    Wie viel Arbeit nötig ist, damit aus einer Geschichte, die ein Verlagsautor einfach nur abschickt, dann ein lesenswertes Buch wird, das macht man sich oft nicht klar. Ich ziehe den Hut vor den Leuten, die es schaffen. Etliche der Bücher, die ich auf meinem Reader habe, stammen aus der Feder von Selfpublishern. Für mich als Leser ist das dabei völlig egal, auf welchem Weg ein Buch entstanden ist. Wenn es mich interessiert, kaufe ich es.
    Es gibt ja auch den Weg, dass Verlage auf SP-ler aufmerksam werden und diese später unter Vertrag nehmen, aber es gibt eben auch die, die lieber völlig unabhängig bleiben wollen, ganz egal, was die Gründe dafür sind.

    Übrigens gibt es auch bei Verlagsbüchern eine Menge Sachen, die keine besonders hohen Qualitätsansprüche erfüllen, die sich aber gut verkaufen. Verlage müssen so denken – nur so können sie es sich leisten, auch mal einen unbekannten Jungautoren ins Programm zu nehmen, bei dem sie nicht wissen, wie er sich verkaufen wird.
    Es tut keinem gut, sich aufs hohe Ross zu setzen und auf die anderen herabzublicken. Ganz im Gegenteil, es gibt so viele Dinge, über die man gemeinsam diskutieren und die man voneinander lernen kann. Wer letztlich von einem solchen Aufeinander-Zugehen etwas hat, ist der Leser.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Grit,

      Deinen Kommentar unterschreibe ich so voll und ganz. Denn so sehe ich die Sache auch. Vielleicht liegt dem Bashing ein mangelndes Selbstvertrauen zu Grunde im Sinne von, ich bin mir nicht sicher, ob ich den richtigen Weg gewählt habe. Um dies zu bestätigen, mache ich alle anderen runter, um mich selbst zu bestätigen. Keine Ahnung. Bisher habe ich das nicht herausfinden können.

      Leider sehen auch einige Autor*innen von Bücherblogs das so. Dort habe ich öfters gelesen, dass sie prinzipiell keine SP Bücher lesen und bewerten, weil diese eben keine Qualität haben. Und deren Lebenszeit sei ihnen zu kurz, um sich damit zu beschäftigen.
      Klar, recht haben sie, ich verschwende auch nicht meine Lebenszeit mit schlechten Büchern. Und das habe ich öfters mit Verlagsbüchern gehabt. Meine bisherigen Selfpublishingerfahrungen waren hingegen zwischen durchwachsen bis gut und sehr gut.

      Letztendlich entscheide ich als Leserin, was in mein Regal oder auf meinen Reader kommt. Wenn das eine Selfpublishingautor*in ist, ist es so. Und wenn das Buch aus einem Verlag stammt, dann ist es ebenfalls so. Ich will Spaß haben und mir selbst ist es egal, wer dafür eine tolle Geschichte geschrieben hat. Zumal ich davon ausgehen kann, dass manche (leider noch nicht alle) Selfpublisher*innen sich trauen, auch mal über den Tellerrand zu schauen und eine ganz andere Geschichte schreiben, als man sie bisher kennt.

      Aber es bleibt abzuwarten und positive Werbung auf beiden Seiten zu machen, um eine Entwicklung zu beobachten.

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  6. Pingback: Gefunden im Schreibkasten: Verlagsautor*innen versus SPautor*innen | Textflash

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