Rape Fiction – Muss das wirklich sein?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Rape ist das englische Wort für Vergewaltigung. Das bedeutet, wir haben es hier mit Geschichten zu tun, in denen eben das Rape, also eben die Vergewaltigung in irgendeiner Art und Weise eine besondere Rolle spielt (und das nicht in Form von Biografien oder Ähnliches, die spielen für diesen Beitrag keine Rolle). Und bisher habe ich es nur bei den Liebesromanen gesehen, dass dieses Wort in irgendeiner Form positiv besetzt ist. Daher habe ich mir einige Gedanken dazu gemacht.

Wobei ich den Beitrag in mehreren Teilen aufteile. Zuerst möchte ich allgemein auf die Rape Fictions eingehen. Woher kommen sie und wieso schreibt man sie. Dann gehe ich auf drei Stufen des Übergriffes auf eine andere Person ein, die alle irgendwie miteinander zu tun haben. Einmal das Stalking, dann der Überraschungskuss und zu guter Letzt eben die Vergewaltigung. Dabei möchte ich besonders auf die Problematik dieser drei Themen in der Geschichte eingehen und warum ich sie selbst ablehne.

Dann zeige ich, warum Rape Fiction problematisch für die Charaktere ist. Und natürlich gibt es von mir Vorschläge, wie Du es anders schreiben könntest.

Kurze Vorgedanken

Rape Fiction ist auf dem Vormarsch, wo es doch immer schon da war. Seltsamer Satz, aber leider nicht ganz unwahr. Denn gerade in Gay Romance Bereich scheinen Vergewaltigungen an der Tagesordnung der Bücher zu stehen (und das habe ich zwischenzeitlich von mehreren Personen leider bestätigt bekommen). Was mich persönlich doch sehr erschreckt. Und auch bei meiner Recherche zu diesem Beitrag habe ich Listen mit Rape Fiction Bücher gesehen, die eher jüngeren Alters sind.

Daher denke ich, dass es durchaus wichtig ist, sich über dieses Thema Gedanken zu machen. Denn es gibt noch mehr Elemente, die eigentlich unter der Stufe sexuelle Übergriffe und Eingriffe in die (sexuellen) Persönlichkeitsrechte der Figuren gehören, als man vielleicht auf den ersten Blick erkennt.

Zwar werde ich in erster Linie immer aus der Sicht einer Heldin und eines Helden schreiben. Das bedeutet aber nicht, dass es nicht auch für die Gay Romance Geschichten gilt. Denn, das habe ich schon öfters gelesen, soll diese Problematik durchaus häufiger auftreten, als in Hetengeschichten.

Noch ein kurzer Hinweis zur Wortwahl. Normalerweise versuche ich denglische Worte auf diesem Blog zu vermeiden. In diesem Fall benutze ich jedoch die Worte Rape Fiction, weil es sich schneller schreiben lässt. Es soll jedoch nicht verharmlosend wirken. Rape bedeutet halt immer noch Vergewaltigung bzw. vergewaltigen. Das bitte ich Dich, höflichst, im Hinterkopf zu behalten. Vielen Dank.

Ein paar (wenige) historische Infos

In einer Bücherzeitschrift für Liebesromane hatte ich mal gelesen, dass Rape Fiction in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts sehr populär gewesen sein soll. Und ich kann mich auch erinnern, dass ich selbst eine entsprechende Geschichte gelesen habe, wo ich mich wunderte, warum die Autorin das schrieb. Denn mir schien es in meinen jungen Jahren schon irgendwie falsch zu sein.

Jedoch muss man ehrlich sein und ganz klar sagen, dass Rape Fiction durchaus um einiges älter ist. Schon in Legenden und Mythen haben Götter und Helden Frauen nicht immer zu verführen gewusst. Daher haben sie häufig das letzte Mittel genommen, um sie sich gefügig zu machen, sexuelle Gewalt.

Doch in der Gegenwart hatte das Interesse an Rape Fiction wohl abgenommen. Denn in der Zeitschrift zeigte sich die Rezensentin überrascht, dass eine gegenwärtige, durchaus bekannte, Autorin sich dieser Methode bediente. Immerhin schien es ihr ja eine Erwähnung Wert gewesen zu sein.

Um es kurz zu sagen, Rape Fiction ist durchaus einige Jahrhunderte alt. Aber leider immer noch sehr aktuell.

Warum bedient man sich dieser Idee?

In den meisten Liebesromanen, die ich bisher gelesen habe, findet der Beziehungsaufbau innerhalb weniger Tage statt. Gut geben wir dem Paar vielleicht noch die eine oder andere Woche. Mehr ist jedoch selten drin. Das bedeutet, dass sich die Autorin (ich bleibe bei der weiblichen Form, da immer noch die meisten Romane dieses Genres von Frauen geschrieben werden) etwas einfallen lassen muss, um die Funken zwischen dem zukünftigen Paar sprühen zu lassen.

In der realen Welt kann es durchaus passieren, dass man einen Menschen sieht und sich, zumindest gefühlt, unsterblich in diese Person verliebt. Jedoch dauert es meistens doch etwas länger, gelegentlich sogar über Jahre, bis es so weit ist und sie die letzten Schritte gehen (ein Paar werden, Sex haben, eventuell heiraten und so weiter). Diese Zeit hat man nicht in allen Romanen. Gerade dann, wenn es eine Reihe ist. Da muss es teilweise recht schnell gehen. Also sollte sich die Autorin etwas einfallen lassen, damit es schneller gehen kann.

Natürlich sind unsere Heldin und unser Held physisch so gebaut, dass sie sich erst einmal sehr attraktiv finden. Das ist für eine Liebesgeschichte durchaus in Ordnung. Jedoch geht es bei vielen Geschichten auch nicht mehr darüber hinaus. Warum bitte schön finden sich denn beide wirklich so faszinierend? Warum wollen sie denn mehr voneinander wissen? Was ist der Grund, dass die beiden sich die ewige Liebe schwören und für den Rest ihres Lebens miteinander verbringen wollen?

Und hier scheinen schon die ersten Autorinnen aufzugeben. Warum sollten die beiden wirklich etwas miteinander zu tun haben wollen? Darauf finden viele leider keine Antwort. Aber irgendwie muss Autorin ja dafür Sorgen, dass die beiden sich näherkommen. Und was kann besser helfen, als sie mit Sex zu überzeugen? Sehr häufig habe ich schon in Rezensionen gelesen, wenn die Geschichte schwach wird, helfen einige mit Sex nach. Und das empfinden viele auch nicht als das Wahre.

Aber wie soll man unsere Heldin nur am besten ins Bett locken? Da kommen scheinbar einige nur noch auf die Dümmste (entschuldigt bitte das Wort) Idee, die es nur geben kann, lasst uns die Frau vergewaltigen. Dabei ist sie natürlich so dermaßen von seiner sexuellen Qualität überzeugt, dass sie nicht anders kann, sie verliebt sich in ihn.

Leider reagieren hier viele nicht empathisch genug. Denn das eine Vergewaltigung eine Frau (und natürlich auch ein Mann) seelisch kaputtmacht, kommt denn da niemand darauf? Und dann soll sie sich in den verlieben, der ihr das angetan hat?

Bei vielen Gay Romance Romanen soll dies durchaus gang und gäbe sein. Als ich nach einigen sogenannten Yaoi Mangas gesucht habe (das sind erotische Mangas mit schwulen Charakteren), bin ich über einige dieser Rape Fiction Mangas gestolpert. Und bis auf ein oder zwei Leser*innen, fanden alle anderen diese Art der Geschichte durchaus positiv.

Nennt mich Prüde, aber mir gibt das definitiv zu denken.

Das soll nicht bedeuten, dass es das nicht im realen Leben gibt. Ich bin der Meinung in meiner Jugend durchaus ein oder zwei Berichte gesehen zu haben, dass sich eine Frau in ihren Vergewaltiger verliebt hat. Klar, das kann es geben. Aber ich würde behaupten, dass es eher eine geringe Anzahl von Fällen ist, die nicht in der Relation zu den Büchern stehen, die mit dieser Thematik veröffentlicht wurden und werden.

Rape Fiction zeigt mir selbst, dass die Autorinnen ihren Charakteren entweder nicht wirklich vertrauen oder sie einfach nicht gut genug kennen. Ansonsten würden sie sich wohl eher Gedanken machen, wie man es besser schreiben könnte.

Drei Formen der Persönlichkeitsverletzung mit Vermeidungsfaktor

Nun möchte ich kurz auf drei Formen eingehen, welche die Rechte der Personen einschränken, verletzen oder einfach nur Straftaten sind, welche zwar in Geschichten vorkommen, es aber nicht sollten.

Stalking

Um es kurz zu machen, Stalking bedeutet, dass eine Person einer anderen auflauert, sie immer und überall belästigt und zudem auch verfolgt. Glücklicherweise ist Stalking zwischenzeitlich in Deutschland ein Straftatbestand, welche zur Anzeige gebracht werden kann. Zusätzlich kann eine Gewaltschutzmaßnahme beim Familiengericht beantragt werden, dass sich die Person sich dem Opfer nicht nähern darf.

Doch wenn wir uns die romantischen Komödien aus Hollywood ansehen, dann sieht die Geschichte sofort anders aus. Dort wird Stalking nicht nur als etwas völlig Normales hingestellt, sondern es auch noch romantisiert. Und, für mich das Schlimmste, die Stalker kommen sogar noch ans Ziel. Sie bekommen das, was sie wollen. Entweder die Frau oder Nacktbilder (je nach Film und Einfallslosigkeit der Autorinnen oder doch eher Autoren?).

Noch negativer an diesem Bild ist, dass Frauen, die sich solche Filme ansehen, immer weniger in der Lage zu sein scheinen, echtes Stalkingverhalten zu erkennen und ahnden zu lassen. So kann es durchaus passieren, dass Stalkingopfer dieses Verhalten erst einmal als schmeichelhaft betrachten. Und dann, wenn sie erkennen, wie gefährlich das ist, ist es zu spät, um wirklich aktiv etwas dagegen zu tun.

Zumeist geht das Stalkingverhalten von Männern aus (in der Realität 80 Prozent, in Geschichten sieht das auch nicht unbedingt anders aus). Opfer sind zu etwa 80 Prozent Frauen. Er ist es, der ihr überall hinfolgt, sie heimlich beobachtet oder sogar in ihre Wohnung einbricht. Er beobachtet sie im Schlaf und weiß immer, was sie getan und wen sie getroffen hat.

Wenn ich das auf mein eigenes Leben umsetzen würde, bei aller Liebe, ich fände das nicht romantisch. Es ist eher beängstigend und würde mich in meiner Lebensführung einschränken, wenn ich wüsste, es könnte jederzeit jemand bei mir einbrechen. Oder mich beobachtet jemand im Schlaf und ich kann nichts dagegen tun.

Mit anderen Worten, wenn meine zukünftige große Liebe mir Angst macht, ist das dann wirklich meine große Liebe? Nicht für mich und vor allem, nicht für meine Heldinnen.

Der Überraschungskuss

Kurz zur Erklärung: Der Überraschungskuss ist ein Kuss, der nur von einer Seite aktiv ausgeht und die andere Seite damit völlig überrascht. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der eine Charakter den anderen Küssen will, bis die Figur es dann macht. Und die andere ist dabei völlig überrascht, genießt es aber dann, was dazu führt, dass sie am Ende ein Paar werden.

Jetzt wirst Du vielleicht fragen, warum das so schlecht ist? Immerhin klappt es ja in vielen Geschichten. Und so schlimm ist das natürlich auch nicht.

Wirklich? Das ist nicht schlimm? Dann stell Dir bitte folgende Szene vor. Du unterhältst Dich angenehm mit einer anderen Person. Ihr versteht euch wirklich gut und habt Spaß. Es kann auch sein, dass Du die andere Person faszinierend findest. Auf einmal beugt sich die andere Person vor und küsst Dich. Was würde jetzt in Dir vor sich gehen?

Von einigen Frauen habe ich gehört, dass sie sich ungern mit einem bestimmten Männertyp unterhalten. Und zwar mit demjenigen, der ihre Freundlichkeit als Flirtversuch interpretiert. Das bedeutet, sie interpretieren ihre Freundlichkeit oder auch die Höflichkeit nicht als diese. Sie sind der Meinung, dass diese Frauen mit ihnen flirten wollen. Und das ärgerte diese Frauen ungemein.

Vielleicht sagst Du trotzdem, dass ein Kuss noch als harmlos gelten kann. In meinen Augen ist das aber trotzdem ein Übergriff auf meine Entscheidungsfreiheit. Denn vielleicht wollte ich die Person gar nicht küssen?

Der Überraschungskuss ist nicht romantisch, da er die Wünsche der anderen Person nicht respektiert. Denn ich kann nicht wissen, ob die Person mir gegenüber wirklich geküsst werden will. Und wenn ja, vielleicht nicht an dem Ort, an dem wir uns befinden. Zudem zwinge ich der anderen Person eine Handlung auf, eben den Kuss zu erwidern.

Noch ganz schwach kann ich mich an eine Episode aus der Serie „Star Trek: Voyager“ erinnern. Dort wurde Seven of Nine von einem Captain einer anderen Spezies geküsst. Sie reagierte gar nicht amüsiert darauf und schleuderte den Captain sogar durch den Raum. Das ist eine der wenigen Szenen zu dieser Thematik, die ich lobenswert finde.

Zwar können normale Menschenfrauen ihren Zwangsküsser nicht durch den Raum werfen. Aber sie können ihn in die Schranken weisen. Notfalls tut es auch eine Ohrfeige oder ein ordentlicher Tritt zwischen den Beinen.

Was hingegen wieder in Ordnung ist, ist, wenn sich einer der Charaktere der anderen langsam nähert. Dadurch hat die zweite Person Zeit sich zu entscheiden, ob sie den Kuss annimmt oder sich vorsichtig nach hinten lehnt und ablehnt. Das ist dann kein Überraschungskuss, sondern beide Charaktere agieren auf gleicher Augenhöhe.

Die Vergewaltigung

Klar, dass Kernstück dieses Beitrages und leider auch vieler Geschichten. Wobei ich selbst ganz klar schreibe, für mich ist jede Geschichte, die eine Vergewaltigung beinhaltet, eine zu viel.

Bei einem Vergewaltigungsroman geht es darum, dass eine Seite (meistens der Mann) die andere Seite (entweder die Frau oder den weiblichen schwulen Charakter) vergewaltigt. Die Handlung, die eigentlich einen lebenslangen Schock bei vielen auslöst, sorgt dafür, dass das Opfer sich in den Täter verliebt. Immerhin hat er ja bewiesen, was für sexuelle Qualitäten er besitzt.

Wir sollten uns über ein paar Dinge klar sein. Eine Vergewaltigung ist glücklicherweise eine Straftat (die mehr oder weniger aktiv verfolgt wird). Sowohl außerhalb der Ehe als auch in der Ehe (erfreulicherweise). Mit entsprechenden Geschichten wird daher ein Straftatbestand verharmlost. Und ehrlich gesagt, ich kann nicht verstehen, warum?

Aber es ist noch schlimmer. Denn die Frauen und die Männer in Gay Romance Geschichten dürfen dies nicht als schlimm empfinden. Immerhin verlieben sie sich dann in ihre Täter und leben glücklich und zufrieden, bis an ihr Lebensende. In der Realität sieht es eher so aus, dass die Opfer sich eher darum kümmern müssen, wieder Fuß zu fassen und zurück ins Leben finden. Und das meistens mit einer langjährigen Therapie.

In den Geschichten liest man nichts davon. Im Gegenteil, wenn man sieht, wie sie enden. Nur ein einziges Mal habe ich eine Kurzgeschichte gelesen, wo die Vorstellung und die fiktive Realität der Vergewaltigung eklatant voneinander abweichen.

Analyse der Charaktere

In meinen Augen sind die oben aufgeführten Themenbereiche nicht nur gesellschaftlich und für die Geschichte eine extrem große Schwäche. Sie zeigen auch, dass die Charaktere keine Heldinnen bzw. Helden sind.

Daher möchte ich die Straftaten aus der Sicht des Mannes (bzw. der Rolle, welche die Vergewaltigung durchführt) und der Frau (bzw. dem Opfer, denn in Gay Romance ist ein zweiter Mann das Opfer) betrachten.

Der Mann bzw. der Täter

Für die folgende Beschreibung greife ich ordentlich in die Klischeekiste. Aber ich bin mir sicher, dass Du verstehen wirst, worauf ich hinaus möchte.

Er ist groß, so um die 1,90 Meter, muskulös und schlank, hat eine olivfarbene Haut, die samtig weich ist. Der Wind spielt mit seinem langen, schwarzem Haar, während er seinem Sixpack mit Sonnenmilch eincremt. Sein IQ liegt bei 157 und mit seiner Softwarefirma verdient er genug, um nach der Arbeit an seinen Privatstrand zu gehen, um zu surfen.

Dieser Mann verliebt sich unsterblich in eine schöne Frau. Sie lehnt ihn aber ab, weil er ihr doch etwas zu forsch aufgetreten ist. Denn er ist zwar ein Romantiker, strotzt aber nur so vor lauter Selbstbewusstsein. Er will sie von seinen sexuellen Qualitäten überzeugen, damit sie weiß, was sie verpasst. Also verfolgt er sie, um mehr über sie zu erfahren. Dann küsst er sie gegen ihren Willen und zwingt sie dann zum Sex.

Jetzt mal ehrlich. Dieser Held mag sexy und wohl der Traum vieler Leserinnen sein. Aber selbstbewusst kann er dagegen nicht sein. Warum? Immerhin vertraut er seinen Fähigkeiten nicht, um seine Traumfrau zu verführen. Er muss sie sich gegen ihren Willen nehmen.

Durch solch eine Handlung sehe ich den Helden der Geschichte als einen feigen Schwächling. Anstatt zu riskieren einen Korb zu bekommen oder sich ordentlich anzustrengen, wählt er den „vermeintlich“ leichten Weg. Dass es eigentlich keiner ist, ist was anderes, für die Geschichten reicht es anscheinend.

Immerhin bemüht er sich nicht um seine Herzensdame, sondern dringt in ihre Privatsphäre ein. Und noch schlimmer, er respektiert nicht ihre sexuellen Wünsche. Ansonsten würde er sich sie nicht einfach nehmen.

In meinen Augen zeigen solche Geschichten, dass die Autorin ihren Figuren ebenfalls nicht traut. Das kann daran liegen, dass sie nicht weiß, warum die beiden überhaupt zusammenkommen sollen oder weil sie ihre Figuren nicht kennt.

Unwissenheit kann noch dazu kommen. Denn Nora Bendzko ist Lektorin beim Dead Soft Verlag und schrieb in einem Kommentar, dass ihr öfters Gay Romance Geschichten mit dieser Thematik ins Lektorat gekommen sind. Wenn Nora die Autorinnen darauf hingewiesen hat, haben die Autorinnen diesen Teil geändert.

Auch wenn Unwissenheit bei einigen eine Rolle spielt, ich möchte das nicht entschuldigen. Denn mir sollte klar sein, wenn ich jemanden zum Sex zwinge, dass sie oder er das bestimmt nicht gut finden würde. Und vor allem, ich zweifle doch sehr daran, dass sich die Frau (oder der Mann oder wer auch immer) sich wirklich in den Täter verlieben würde.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob die Handlung Deines Helden gut ist, dann überleg Dir einfach, was wäre, wenn Dir das im realen Leben passieren würde. Sei dabei durchaus sehr kritisch.

Dabei schreibe ich nicht von sexuellen Fantasien. Das ist etwas völlig anderes. Denn es soll wohl Studien geben, dass Frauen wohl häufig Vergewaltigungsfantasien haben sollen. Das bedeutet aber nicht, dass sie es im realen Leben erleben wollen. Da Träume interpretiert werden wollen, sollte man sich damit beschäftigen, warum Frauen diese Träume haben. Und das könnte sogar sein, dass diese Träume noch nicht einmal etwas mit Sex zu tun haben.

Aus diesem Grund würde ich das auch nie als Entschuldigung nehmen, solche Szenen zu schreiben. Denn Träume und Fantasien haben nichts mit der Realität zu tun. Und solche Geschichten verharmlosen sexuelle Gewalt an andere nur. Wie oben schon beschrieben, könnte es passieren, dass Leser*innen, die solche Geschichten zu häufig lesen, am Ende die Gefahr gar nicht mehr so wahrnehmen, wie sie eigentlich ist.

Die Frauen bzw. das Opfer

Frauen und Männer, die Opfer von Vergewaltigungen werden, sind nicht nur Opfer einer Straftat, sondern auch einer schlechten Geschichte. Und das auf mehrfacher Ebene (zumindest in Romanen).

Zum einen wird ihre Sexualität, und ihr eigener Ausdruck der Sexualität nicht respektiert. Frauen haben es sowieso schon schwer genug in der Gesellschaft, dass man sie immer wieder als Huren bezeichnet, wenn sie mit mehr als einem Mann schlafen. Oder außerehelichen Sex haben, oder wenn sie über ihre Sexualität selbst bestimmen wollen.

Werden sie dann in Geschichten noch Opfer von Vergewaltigungen, haben sie noch weniger Recht auf ihre eigene Sexualität. Denn jemand anderes entscheidet, wann sie welche Art von Sex hat. Und wenn sie noch Jungfrau ist (was in der Gesellschaft immer noch sehr hoch gehalten wird), dann wird ihr die Entscheidung genommen, mit wem sie das erste Mal teilen möchte.

Zudem wird sie zum Objekt seiner sexuellen Wünsche. Immerhin will er mit ihr zusammen sein und sie von seinen sexuellen Qualitäten überzeugen. Ihre Wünsche sind dabei irrelevant. Ansonsten hätte er sie nach ihrer Meinung gefragt und diese akzeptiert, wenn sie Nein gesagt hätte.

Da er es aber nicht tut und über ihre sexuellen Wünsche hinweg sieht, wird sie zum Objekt seiner Begierden und der Vorstellung der Autorin. Denn sie hat so keine eigene Persönlichkeit. Ansonsten hätte die Autorin vermutlich mehr auf sie geachtet und dafür gesorgt, dass sie eine starke Figur in der Geschichte abgibt.

Und was für ein Vorbild ist diese Heldin, wenn sie andere über sich bestimmen lässt? Wenn sie einen Stalker in ihr Leben akzeptiert, seinen Überraschungskuss über sich ergehen lässt und zuletzt sich auch noch seine sexuellen Wünschen gegen ihren Willen aufzwingen lässt? Für mich ist sie keine starke Heldin. Und doch versucht man solche Figuren, als eben starke Charaktere zu verkaufen.

Frauen als Opfer in anderen Genres

Die ganze Zeit habe ich mich auf Liebesromane oder romantische Komödien konzentriert. Doch Vergewaltigungen gibt es auch in anderen Genres, wie zum Beispiel in der Fantasy. Das momentan bekannteste Beispiel ist George R. R. Martins „Game of Thrones“.

Vorab, ich gestehe, ich habe weder die Bücher gelesen (obwohl ich Band 1 hier habe), noch habe ich die Serie gesehen. Aber ich informiere mich durchaus im Internet über die Serie. Und besonders erschreckend finde ich manchmal, wie dort mit dem Thema Vergewaltigung umgegangen wird.

In solchen Genres wird die Vergewaltigung einer Frau benötigt, um den Schurken noch böser erscheinen zu lassen und den Helden noch heroischer. Denn was ist heroischer, als ein Mann, der eine Frau aus den Fängen eines fiesen Vergewaltigers rettet?

Hier wird die Frau noch einmal mehr zu einem Objekt degradiert. Denn ihre Sexualität, bzw. die Verletzung derer, wird als Projektionsfläche für den Helden benutzt. Denn die Verletzungen ihrer Rechte sollen dazu dienen, dass er zeigen kann, was für ein Held er ist. Er rettet sie und tötet den Bösen.

Die Persönlichkeit und die Rechte der Frau bleiben dabei ganz klar auf der Strecke.

Wie könntest Du es anders schreiben?

Zuerst, schreibe nicht über Stalking, schreibe nicht über Überraschungsküsse und schreibe nicht über Vergewaltigungen. Damit hast Du schon einmal die halbe Miete.

Ein wichtiges Element ist Wissen. Kenn Deine Charaktere und kenne Deine Geschichte. Diese Mischung führt letztendlich dazu, dass Du weißt, worüber Du schreibst und wieso Deine Charaktere handeln, wie sie handeln. Und je mehr Du weißt, desto eher wirst Du eine runde Geschichte haben.

Starke Frauencharaktere sind eine gute Idee. Denn je stärker Deine Frauenfiguren sind, desto eher werden sie nicht Opfer von Klischees. Hast Du noch dazu eine starke Geschichte, die solche Themen nicht braucht, dann bist Du (meiner Meinung nach) auf einem sehr guten Weg.

Eine sehr gute Möglichkeit eine starke Heldin zu erschaffen ist, ihre eine eigene Sexualität zu zugestehen. Sehr häufig werden die Heldinnen als unerfahrene Jungfrauen dargestellt, die sich noch nicht einmal selbst befriedigt haben. Und natürlich muss hier der Mann als Held und Aufklärer erscheinen.

Hat sie aber eigene Erfahrungen gesammelt, muss er sie nicht aufklären. Das zwingt ihn, sie auf Augenhöhe zu betrachten. Sie ist also nicht diejenige, die Aufklärung benötigt. Sondern sie ist diejenige, die erlaubt, dass der Mann sich ihr überhaupt nähern darf. Immerhin besteht bei ihr die Gefahr, dass sie schwanger werden kann, nicht bei ihm. Daher sollte sie auch letztendlich immer entscheiden dürfen, mit wem sie letztendlich ins Bett geht. Bei Vergewaltigungsgeschichten fällt dies definitiv flach.

Es wäre auch möglich, dass sie ihn in die Sexualität einweist und nicht immer er sie. Das bedeutet zwar, dass sie sich ebenfalls nicht auf Augenhöhe begegnen, aber es wäre definitiv eine andere Form der Geschichte.

Und wenn Du unbedingt die Heldin von den sexuellen Qualitäten des Helden überzeugen möchtest, gibt es auch noch eine ganz einfache Methode, um das zu erreichen. Lass sie einen One-Night-Stand haben. Machen Heldinnen nicht? Moderne schon. Und idealerweise lässt Du sie nicht auch noch den Mann hinterher schmachten, wie ein kleiner Teenie. Auch so kann sie ihn auf Augenhöhe begegnen.

Der One-Night-Stand bietet Dir die Möglichkeit schnell eine erotische Szene einzufügen (wenn es denn unbedingt sein muss), Deine Heldin kennt die sexuellen Vorzüge Deines Helden und sie lernen sich auf diese Art und Weise auch noch kennen. Es hat also durchaus gewisse Vorteile.

Abschlussgedanken

Mir selbst ist es immer wichtig, dass sich die Heldin und der Held auf Augenhöhe begegnen können. Wenn sie aber gar keine sexuelle Erfahrung hat, er hingegen schon, dann ist das schwierig. Doch unmöglich wird dies, wenn er ihr Dinge aufzwingt, die sie gar nicht haben möchte.

Und bei Rape Fiction passiert genau das. Denn er will von ihr Sex, welche sie nicht geben möchte. Ansonsten hätte sie ihn sicherlich nicht abgelehnt. Das macht ihn als sexy Helden absolut unglaubwürdig und sie wird zum Objekt der Geschichte und nicht als ebenbürtige Mitspielerin ihm gegenüber degradiert.

Daher kann ich Folgendes empfehlen: Kenne Deine Charaktere, kenne Deine Geschichte und respektiere Deine Figuren. Und solltest Du Dir nicht sicher sein, ob das, was Du schreibst, korrekt ist, gibt es zwei Möglichkeiten: Frag Deine Umgebung oder andere Kolleg*innen. Sicherlich wird Dir jemand einen Hinweis geben können. Oder überleg Dir, was passieren würde, wenn Dir das geschieht, was Du beschreiben willst. Sei sehr selbstkritisch und hinterfrag, was Du schreibst. Dann wirst Du großartige Geschichten in die Welt entlassen.

Recherche?

Ich muss zugeben, mir fällt es ungemein schwer Dir zu raten, entsprechende Literatur zu lesen oder Filme zu sehen. Denn, wie Du oben (bzw. unten in den Leseempfehlungen) gelesen hast, kann das Dein Vorstellungsvermögen von der Welt trüben. Und dafür möchte ich definitiv nicht verantwortlich sein.

Daher kann ich Dir hier nur raten, wenn Du etwas aus diesem Bereich liest, dann auf eigene Gefahr. Sei bitte dabei immer kritisch und schau genau hin. Das kritische Hinterfragen sollte idealerweise zu Deiner zweiten Natur werden, wenn Du in einem der Untergenres der Liebesromane schreibst. Denn hier verwischen die Grenzen zwischen Recht und Unrecht durchaus schnell.

Alternativen überlegen

Eine gute Methode diese Themen zu umgehen, ist, sich Alternativen zu überlegen. Welche Möglichkeiten könnte Dein Held haben, sich Deiner Helden oder Deinen schwulen Helden zu nähern? Schreibe für jede Verletzung der Persönlichkeitsrechte mindestens fünf verschiedene Möglichkeiten auf.

Und verwende eine davon in Deiner nächsten Geschichte.

  • Bento.de: Hier wird beschrieben, wie romantische Komödien das Bild der Frau auf sexuelle Übergriffe falsch interpretiert.
  • Alice Schwarzer: Ein kritischer Bericht zu einer Vergewaltigungsklage und welche Auswirkungen es auf mögliche Anzeigen von Opfern haben könnte (mit dem Hinweis, wenn erklärt, dass Vergewaltigungen so harmlos seinen).

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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29 Antworten zu Rape Fiction – Muss das wirklich sein?

  1. Der quâtspreche schreibt:

    Guter Beitrag! Schön, dass es mal angesprochen wird! 🙂
    Nein ernsthaft. Es ist wichtig, dass wir darauf hinweisen, dass es Straftaten sind. Auch in mittelalterlichen Serien und Büchern ist es immer wieder dabei und wird, meiner Meinung nach, damit relativiert. Der sexy Wikinger macht das halt so. Oder so ähnlich. Das schlimmste daran ist, dass wir gar nicht wissen ob es wirklich so gewesen ist, aber Vergewaltigungen gehören fast in jeden historischen Roman. Ich finde es wirklich schrecklich, dass es so ist und gut, dass es thematisiert wird.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen Dank.
      Da ich jetzt nicht so die Leserin von historischen Romanen bin (sollte ich wohl mal ändern), kann ich dazu weniger sagen. Auch wenn es vielleicht, eventuell, möglicherweise so war, bedeutet das, dass wir es heute so ungeprüft übernehmen müssen? Zumal früher Frauen eine andere Art der Wertschätzung erhalten haben.

      Und gerne, mir war es so wichtig, dass ich darüber schreiben musste.

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      • Der quâtspreche schreibt:

        Ich glaube der Wert der Frauen für die Männer war früher nicht so, wie die Geschichtsbücher uns weiß machen wollen. Das sieht man an vielen Dingen (das führt nur hier jetzt zu weit). Leider ist kaum etwas überliefert, aber es gibt noch Gesetze (zB aus dem Frühmittelalter), bei denen die Straftaten teuer bezahlt werden mussten, mit Haft, einem ruinierend hohem Bußgeld oder sogar Ausstoß aus der Gemeinschaft. Also es ist schon sehr lange eine Straftat, wird aber immer noch ignoriert oder romantisiert….. 😦

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Wobei man noch früher in die Geschichte zurückgehen könnte, um das zu erfahren. Ich selbst glaube, dass in patriarchalischen Gesellschaften eine Frau nie leicht hatte. Andererseits bedeutet das aber nicht, dass man das unbedingt 1:1 in historischen Romanen unbedingt übernehmen muss. Oder in historische Fantasy, da vielleicht sogar noch weniger.

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  2. filmgeist9 schreibt:

    Ich habe bis jetzt erst ein Buch gelesen, was für mich hart an der Grenze war- ANTIJUSTINE-
    Rape- Storys bin ich nur dafür, wenn es sich um s.g. Rape’n’Revenge- Geschichten geht, denn dort kann man anhand des Aktes, die darauffolgende Tat verstehen kann.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Ich werd mir mal den Titel merken, vielleicht traue ich mich da eines Tages heran. Danke Dir dafür.
      Leider werden solche Themen benutzt, um die Liebesgeschichte anzukurbeln. Da bin ich eindeutig dagegen. Wenn es eine Art Krimi ist und man das benutzt, um ein Verbrechen zu erklären, ja, da kann man darüber gerne diskutieren. Aber nicht in Liebesromane oder in Fantasygeschichten.

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  3. Michael Behr schreibt:

    Ich hatte vor deinem Artikel gar keine Ahnung, dass das Thema so oft als *positive* Entwicklung genutzt wird. Und dann auch noch in Liebesromanen. Ist schon seltsam, irgendwie.

    In Bezug auf Krimis und Thriller würde ich allerdings leicht widersprechen wollen. Man kann, meines Erachtens, nicht großzügig mit Mord und Totschlag um sich werfen, um dann vor der Vergewaltigung Halt zu machen. Dass das Ganze weder glorifiziert, noch im Nachgang in eine Art sexuelles Stockholm-Syndrom münden darf, da gebe ich dir recht.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      In Liebesromanen und auch in Fantasygeschichten haben Rape Elemente meiner Meinung nach wenig bis gar nichts zu suchen. Sie zeigen meiner Meinung nach eher von Plot- oder Charakterschwäche, als dass sie wirklich etwas zur Entwicklung der Geschichte beitragen.

      Wenn ich mich nicht irre, habe ich Krimis und Thrillers nicht erwähnt, weil das wiederherum ein anderes Genre ist. Immerhin wird dort die Vergewaltigung (zumindest hoffe ich es, denn ehrlich gesagt, mir ist da noch kein entsprechender Titel in die Hände gefallen) nicht als Stilmittel verwendet, um das Opfer mit dem Täter zu verkuppeln. Es wird als das verwendet, was es ist, eine Straftat. Und auch wenn ich selbst Bauchschmerzen bei diesem Thema kriege (vielleicht, weil ich selbst eine Frau bin), würde ich es da halt noch in Ordnung finden (in Anführungszeichen jedoch, weil Vergewaltigungen halt nicht in Ordnung sind, aber andererseits, Mord ist es ja auch nicht).

      Wobei ich Dir jetzt ein Geständnis mache: Ich liebe klassische Whodunit Krimis, wo es nur darum geht, einen einzigen Mord aufzuklären. Alles andere langweilt mich momentan. Denn ich habe doch ein paar Serienmördergeschichten zu viel gelesen. Da würde momentan auch die Vergewaltigung bei mir nicht gut ankommen. Aber das ist etwas anderes.

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      • Michael Behr schreibt:

        Ich hatte Krimis & Co. nur erwähnt, weil dein Beitragstitel ja „Rape Fiction“ war und ich, bis ich ihn gelesen hatte, davon ausgegangen war, dass du die Vergewaltigung generell, in jedem Genre meinst.

        Ich würde bei dem Thema auch Bauchschmerzen kriegen, wobei ja auch Männer Vergewaltigungen unterliegen – wenngleich natürlich um ein Vielfaches weniger als Frauen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, eine „echte“ Vergewaltigung als Stilmittel zu verwenden. Davon abgrenzen würde ich „falsche“ Vergewaltigungen, wie sie im Rapeplay ja durchaus vorkommen. Aber das ist dann ja wieder Konsens im Nicht-Konsens und eine ganz andere Baustelle.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Okay, dann ist das geklärt. Ich werde schauen, dass ich eine bessere Überschrift finde, damit das Thema eindeutiger abgegrenzt wird. Jedoch ergibt sich der Rest ja aus dem Konsense (zum Glück).

        BDSM und derartiges ist für mich ein völlig anderes Thema, aufgrund der Tatsache, dass die Sachen, die dort abspielen auf gegenseitige Zustimmung trifft. Wenn dort jemand „vergewaltigt“ wird, dann nur deswegen, weil es das „Opfer“ will (deswegen auch die Anführungszeichen). Man mag es kritisch sehen, ist für mich aber ein völlig anderes Thema.

        Ansonsten stimmen wir wohl darüber ein, dass Vergewaltigung ein kontroverses Thema in Geschichten ist. Wenn es als Verbrechen dargestellt wird, klar, kein Thema (mehr oder weniger). Das darf es ruhig. Aber als romantisches Stilmittel? Nicht für mich.

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  4. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Args, ich kann nichts zu deinem sehr guten Artikel schreiben (und darüber, was ich anders als die von dir kritisierten Autor*innen gemacht habe), ohne den halben Plot meiner Geschichten zu erzählen >.<
    So sage ich vorerst nur: Danke für einen tollen Artikel!

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  5. simonsegur schreibt:

    Schöner, nachdenklich machender und infromativer (ich hatte vom Begriff „Rape-Story“ noch nicht einmal was gehört). Meinen herzlichen Dank!

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  6. Isa schreibt:

    Danke für den Beitrag, das war sehr informativ. Mir war nicht klar, dass es ein ganzes Genre mit Rape Fictions gibt, da ich die Finger von Liebesromanen lasse. Ziemlich verstörend, das Ganze.
    Und verstehen kann ich es erst recht nicht.
    „Aber wie soll man unsere Heldin nur am besten ins Bett locken? Da kommen scheinbar einige nur noch auf die Dümmste (entschuldigt bitte das Wort) Idee, die es nur geben kann, lasst uns die Frau vergewaltigen. Dabei ist sie natürlich so dermaßen von seiner sexuellen Qualität überzeugt, dass sie nicht anders kann, sie verliebt sich in ihn.“
    Wie darf man sich das denn vorstellen?? Er vergewaltigt sie und sie denkt zwischendrin: Oh ist ja gar nicht schlecht? o.O Da frage ich mich, was mit den entsprechenden Autor(inn)en los ist. Ob sie sich darüber im Klaren sind, was eine Vergewaltigung ist. Ob ihnen klar ist, dass Vergewaltigung kein Sex ist. Sex ist, wenn beide es wollen. Wie du schon so schön schriebst, wenn man schon sonst nicht weiß, warum seine Figuren einander überhaupt interessant finden sollten, und einem als Lösung nur Sex einfällt (was nun wirklich auch nicht das Gelbe vom Ei ist), dann eben durch One Night Stands. Also, eben durch Sex überhaupt – das mit dem beiderseitigen Einverständnis. Vergewaltigung ist kein Sex, sondern ein traumatisches Erlebnis und eine Straftat. Aber da hängt (zumindest bei den Hetero-Lovestories) vermutlich wieder das Frauenbild mit drin – eine Heldin, die einen One Night Stand hat, oder möglicherweise gar inittiert (ach du Schreck!), hat in den Augen mancher Leser/Autoren vielleicht zu viel „Hurenpotenzial“. Und dann ist man wieder bei deinem sehr, sehr wichtigen Text über Frauenfiguren. Zur Yaoi-Thematik kann ich nichts sagen, weil ich damit absolut nicht auskenne, aber auch das finde ich erschreckend.
    Was mich daran ebenfalls ärgert, ist der Einsatz von Vergewaltigungen als Plot Device. Das ist auch in anderen Genres oft der Fall, da dient die Vergewaltigung zum Teil der Charakterisierung von Männerfiguren. In Rape Fiction dann scheinbar als Kuppelfaktor. Ignoriert wird dabei aber, was für Auswirkungen so ein Erlebnis auf die betroffene Person hat. Finde ich höchst bedenklich und problematisch. Ebenso, dass es anscheinend viele Leser gar nicht stört – auch das hätte ich nicht erwartet. Puh.
    Jedenfalls wieder ein sehr guter und wichtiger Artikel.
    Liebe Grüße!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Isa,

      leider hast Du die Thematik richtig erfasst. Bisher habe ich selbst nur Ansatzweise solche Geschichten gelesen. Aber die reichen mir. Denn für mich ist das keine Literatur, mit der ich mich dauerhaft auseinandersetzen möchte. Liebesgeschichten lese ich schon ab und an gerne. Aber so etwas muss in der Tat nicht sein.

      Ansonsten kann ich Deinen Kommentar nur zustimmen und unterschreiben. Leider notwendig 🙂

      Liebe Grüße

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  7. Pingback: Beitrag zum Thema sexuelle Gewalt in der Literatur | Von "Buchmachern" und ihren Büchern

  8. LiehsaH schreibt:

    Liebe Carola,

    wieder einmal ein sehr guter Beitrag! ❤ Du verstehst es wirklich, meine Meinung auszudrücken, ohne dass ich was sagen muss.
    Um ehrlich zu sein, finde ich Überraschungsküsse in Geschichten gar nicht soo schlimm. Du hast recht, sie sind eigentlich auch voll daneben, weil sie die Privatsphäre der geküssten Person verletzen, aber im Vergleich zu Stalking oder Vergewaltigung sind sie eindeutig das kleinere Übel. 😀 Wenn es nicht ständig zu solchen erzwungenen Küssen kommt, kann ich damit leben. Schlimmer finde ich Manipulation. Ganz häufig passiert es doch, dass der heiße Bad Boy seine Angebetete mit Nichtachtung straft, wenn diese es auch nur wagt, mit einem anderen Mann zu reden. Also Liebes- oder Aufmerksamkeitsentzug als Strafe, wodurch das Opfer sich irgendwann nicht mal mehr traut, neue Kontakte zu knüpfen. So etwas empfinde ich als schlimm, weil es das Opfer auch nachhaltig schädigt. Zudem kommt es auch recht häufig in Liebesgeschichten vor. Nicht falsch verstehen: Natürlich gibt es mal solche Situationen, wo ein Paar sich streitet und danach anschweigt. Oder einer dann schmollt und den anderen ignoriert. Aber dafür gibt es meistens gute Gründe. Es passiert zumindest nicht, weil der eine Partner sein Gegenstück von der Welt abschirmen und entfremden will. Weißt du, was ich meine? ^-^"
    Ja, Vergewaltigungen habe ich auch schon oft verteufelt. Wenn man mal in der Realität mit einem Opfer zu tun hatte, weiß man, wie schlimm es tatsächlich ist. Da bleibt kein Platz mehr für Romantisierungen. Leider verstehe ich immer noch nicht, warum das so gut ankommt. Einerseits könnte es an den von dir erwähnten Studien über Vergewaltigungsphantasien liegen. Es gibt sie, aus welchen Gründen auch immer. Aber den meisten Leuten ist zum Glück klar, dass so was eine Fantasie bleiben sollte. Da ist es vielleicht ganz nett, die Fantasie in einer Geschichte zu erleben – ohne Folgen und den ganzen Kram, den man in seiner eigenen Fantasie auch nicht haben will. Möglicherweise ist die Vorliebe für solche Geschichten auch eine Art Verdrängungsmechanismus. Viele Frauen erleben täglich irgendeine Form von Diskriminierung & Co. Wenn das Ganze dann in einer romantischen Geschichte verharmlost wird, fällt es ihnen vielleicht auch leichter, sich einzureden, dass es nicht so schlimm ist? So wie man kleinen Mädchen sagt, dass die Jungs, die ihnen immer an den Haaren ziehen und sie ärgern, sie eigentlich mögen? Ist ein schwieriges Thema. 😦
    Zu einer Sache wüsste ich noch gerne deine Meinung: Selbstbestimmte Frauen, besonders in ihrer Sexualität. Du hast ja geschrieben, dass das wünschenswert wäre, und ich sehe das auch so. Das einzige Problem, was ich dabei habe, ist folgendes: Sexuell selbstbestimmte Frauen wirken häufig eher wie Femme Fatales als wie normale Menschen. Ist dir das auch aufgefallen oder bilde ich mir das ein? Ich weiß es nicht, aber irgendwie kommt es mir so vor…

    Liebe Grüße
    Lisa

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Liesa,

      vielen Dank erst einmal für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Seit ich den Beitrag veröffentlicht habe (und mir die Kommentare dazu durchgelesen habe), frage ich mich natürlich, hast Du an alles gedacht, fehlt noch etwas? Klar, ich bin keine Psychologin und kann daher nur ahnen, warum diese Thematik von so vielen Menschen aufgegriffen wurde und wird. Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass Frauen immer stärker sein dürfen bzw. müssen und sich deswegen irgendwie erhoffen, dass die Männer wieder die Zügel in die Hand nehmen und Frauen verführen sollen.
      Gut, sollen sie machen (was ich aber auch nicht schön finde, wenn Männer wieder einmal die ganze Arbeit machen, teilen wir sie uns doch). Aber dann bitte eben auf anderen Wege.

      Das mit dieser Ignorierung, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Aber stimmt, das ist auch eine üble Form der Gewalt, weil sie auf der psychologischen Ebene stattfindet. Wobei ich bei diesem Beitrag einige „romantische“ Elemente aufführte, die man gerne in die Tonne kloppen kann: https://schreibkasten.wordpress.com/2015/11/14/samstagsschreibratgeber-5-romantische-elemente-auf-die-man-gut-und-gerne-verzichten-kann/
      Wobei ich das aktuell eher in Serien oder Filmen erlebt habe, als das ich das in Büchern las. Da muss ich echt noch mal nachholen, um zu sehen, was es da noch alles gibt.
      Ich selbst würde dieses Thema nie in einen meiner Geschichten erwähnen, auch wenn es vielleicht ambivalent betrachtet werden könnte. Also wie Du geschrieben hast, dass es einen ähnlichen fiktionelen Touch hat wie das mit dem Haare ziehen. Denn ich finde das Thema Vergewaltigung einfach nicht respektvoll. Ganz klar hat es in der Realität nichts zu suchen. Und wenn ich meine Heldin in einer Geschichte verführen will, ich meine, ich bin Schriftstellerin, da MUSS ich mir doch was gescheiteres einfallen lassen. Und wenn ich meine Figur auf einen weißen Pferd durch die Stadt jage, immer noch besser, als sich diesen Thema zu beschäftigen.
      Denn ich frage mich durchaus die ganze Zeit, was wäre, wenn ein reales Vergewaltigungsopfer sich auf eine romantische Liebesgeschichte freut und dann so etwas lesen muss. Was geht in ihrem bzw. seinem Kopf vor sich? Das könnte ich selbst nicht mit mir vereinbaren.

      Und wegen Deiner Frage bezüglich der Femme Fatales: Ich denke, dass wird durch die Autorinnen und Autoren durchaus gewollt. Im Sinne von, lang Lebe das Klischee. Frauen, die zu ihrer eigenen Sexualität stehen und sie ausleben, sind eben keine guten Mädchen, sondern sie sind eben die bösen, halt die Femme Fatales. Man möchte wohl den Frauen auf diese Weise zeigen, wenn Du zu Dir stehst, kommt am Ende so etwas dabei heraus.
      Männer hingegen dürfen ja mit anderen Frauen ins Bett ohne gleich als Frauenverschlinger zu gelten. Und da ist wohl das Geheimnis. Lass die Frauen doch einfach Sex haben. Sie treffen sich mit einem Kerl (oder von mir aus, gerne auch mit einer Frau), haben (hoffentlich) guten Sex und gehen dann auseinander, ohne dass sie ihn hinterher schmachtet. Sie lebt ihr Leben weiter und sucht dann das nächste Abenteuer.
      Ich hoffe, Du verstehst worauf ich hinaus möchte. Wenn ich die Charakterisierung so anlege, dass sie zu einer Männerverschlingerin wird, klar, wirkt sie nicht unbedingt sympathisch. Sorge ich aber dafür, dass Sex nur ein Teil ihrer Persönlichkeit ist, sieht die Sache durchaus anders aus. Und dann erschaffe ich kein wandelndes Klischee.

      Aber ich werde mir das Mal notieren und schauen, ob ich nicht dazu noch ein paar Gedanken dazu hinkriege, um ein Blogbeitrag zu schreiben.
      Vielen Dank dafür.

      lg
      carola

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  9. Peter Hakenjos schreibt:

    Autoren (übrigens gibt es auch Frauen, die Autoren sind 😉 sollten Beschreibungen von Vergewaltigungen völlig vermeiden. Wenn überhaupt, dann muss der Vorgang abstoßend sein – da es aber genügend Menschen gibt, für die rein gar nichts abstoßend ist, wäre selbst das mehr als fragwürdig. Ich schreibe gerade an einem Roman über die Zwangsarbeit von Frauen und Männern zwischen 1939 und 1945 und über die Flucht der Deutschen aus Ostpreußen. In beiden Fällen kam es zu Vergewaltigungen (auf der Flucht vor der Sowjetarmee sollen es 1,4 Mio. gewesen sein!). Vergewaltigungen auszusparen scheint mir in einem solchen Roman unmöglich. Also habe ich die Vergewaltigung nicht geschildert, nur deren Folgen, nämlich die Traumatisierung der Vergewaltigten. Es gibt etwas, das in unserer Zeit ungerechtfertigterweise negativ belegt ist: das Tabu. Und über manche sexuelle Phänomen gehört ein Tabu gelegt. Die Vergewaltigung gehört meines Erachtens auf jeden Fall dazu, ob in der Literatur oder im Film und ohnedies in pornografischen Darstellungen.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Peter,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Und ich sehe das anders, für mich sind Frauen Autorinnen und Männer Autoren. Da habe ich mich wohl zu sehr mit Luise F. Pusch beschäftigt (http://www.luisepusch.de/) und seitdem bemesse ich dieser Form der Sprache durchaus einen gewissen Wert zu.

      Zu Deiner Geschichte, da würde ich einen gewaltigen Unterschied machen. Du beschreibst historische Fakten. Das bedeutet, dass was nun einmal gewesen ist, ist nun einmal gewesen. Das kann man weder beschönigen noch weglassen (außer den Akt selbst, wie Du selbst beschreibst). Auch bei Krimis kann man diese Thematik verwenden, muss man aber nicht (und ich kann mich dafür entscheiden ob ich es lesen will oder nicht, glücklicherweise).

      Worauf ich hinaus will ist, dass ich es persönlich nicht in Ordnung finde, dass Thema Vergewaltigung als einen romantischen Plotteil zu betrachten. Etwas, was Du ja nicht machst. Aber leider geschieht dies in romantischen Geschichten durchaus. Und damit habe ich ein gewaltiges Problem. Gerne kann sich eine Autorin an mich wenden, um mir zu erklären, warum sie das macht (oder auch ein Autor). Das würde mich in der Tat durchaus interessieren.

      Und ich vermute, Du meinst Tabu in der Hinsicht, dass es geächtet gehört und nicht, dass man darüber schweigen soll, dass es das nicht gibt. Denn letzteres halte ich persönlich doch eher für gefärhlich. Aber wenn ersteres zutrifft, ich bin ganz Deiner Meinung. So etwas sollte nicht geschehen und sollte auch nicht romantisiert werden. Egal in welcher Form.

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  10. N. Bendzko schreibt:

    Hallo Carola! Ich hatte deinen Beitrag längst gelesen, aber nicht genug Zeit gehabt, um einen Kommentar zu schreiben, der den Artikel entsprechend würdigt 😉

    Vielen Dank für diesen Artikel! Mal wieder sprichst du sooo vieles an, dass mir auch länger durch den Kopf geistert.

    Weil hier so viele die Frage stellten, warum die Vergewaltigungsfantasie überhaupt so gut ankommt: Ich habe jetzt nicht konkrete Literatur dazu gefunden, bin aber mal in die englischen Weiten des WWW gegangen, um mal zu gucken, was Leser dazu sagen. Auf „Jezebel“ habe ich einen ziemlich augenöffnenden Artikel diesbezüglich gelesen, wo Fans der härteren Erotik – und auch von der Vergewaltigungsfantasie – ausführlich über jene literarische Neigung geschrieben haben:

    http://jezebel.com/my-hot-consensual-introduction-to-the-rape-fantasy-rom-1705332424

    Auch auf „Jezebel“ waren sich die Leser aber auch ziemlich uneins über das Vergewaltigungsthema. Einige Leser argumentierten, dass die meisten Frauen nicht wirklich Vergewaltigungsfantasien haben. Eine kleine Lesergruppe verfügt tatsächlich über diesen Fetisch, der wohl dem Masochismus zuzuordnen ist, aber die meisten Leserinnen bevorzugen eigentlich die sogenannte „Ravage Fantasy“, ohne es zu wissen.

    Der Unterschied: Erst einmal ist klar, eine Vergewaltigung ist immer nonkonsensuell. Wenn also eine Frau sagt, sie liebt es vergewaltigt zu werden, ist das ein Widerspruch in sich, da Vergewaltigung = gegen meinen Willen = turnt mich nicht an. Was diese Frauen eigentlich wollen, ist wilder, animalischer Sex, der auch mal an die Tabugrenzen geht – aber psychologisch ist das eigentlich konsensuell und alles andere nur ein Spiel. Im Rahmen der Literatur scheint es folglich so zu sein, dass viele Leserinnen Ravage und Rape Fantasy nicht klar voneinander unterscheiden bzw. Rape Fantasy mit Ravage Fantasy verwechseln.

    Noch mal zur Rape Fantasy: Das Spiel mit der Fantasie als moralisch komplexes Thema ist m.E. alles andere als verwerflich. Ich fände es unglaublich interessant, ein Buch zu lesen, indem eine Protagonistin diesen Fetisch hat und deshalb im Konflikt mit sich selbst hat. So könnte man Leserinnen des Genres ansprechen und trotzdem differenziert über dieses Thema schreiben. Aber leider ist das meistens nicht der Fall und die Vergewaltigung wird eben nur romantisiert … Wieder etwas, über das man noch schreiben könnte 🙂

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Nora,

      danke für Deinen Beitrag. Und ich bin über jede Ansicht dankbar, weil ich dazu lernen möchte und das geschieht über den Austausch. Danke danke für Deine Zeit und Mühe den Link herauszusuchen.

      Ich dachte mir schon, dass die Fantasie eher davon kommt, dass man lieber wilden Sex haben möchte, als das man wirklich vergewaltigt wird. Denn bei einer Vergewaltigung dürfte wohl nur einer den „Spaß“ haben. Und das ist nicht das Opfer. Habe ich aber diese Fantasie (durchaus im BDSM angesiedelt, das erwähnte ich in einem anderen Kommentar), dann kann ich es in einem geschützten Rahmen ausleben. Beide sind sich einig, was sie wollen und notfalls könnte man mit einem „Safword“ das Ganze beenden, wenn es doch zu viel wird. Versuch das mal im realen Leben.

      Aber die Idee mit diesem Fetisch, das fände ich wieder interessant, das gestehe ich. Zumal man nebenbei Kritik an Rape Fantasy üben könnte, ohne den moralischen Finger zu heben. Da werde ich mich mal in Ruhe erkundigen und vermutlich doch noch was dazu schreiben. Ich sollte mir endlich Notizen machen über alles, was ich hier noch bloggen möchte.

      Danke Dir für den Hinweis wegen Ravage Fantasy. Dazu werde ich mich noch einmal erkundigen, was das ist und wie das aufgebaut ist 🙂

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  11. Sascha schreibt:

    Sehr schöner Beitrag, danke! Auch, wenn ich nicht selbst schreibe, ich liebe das Analysieren von Geschichten und die Hintergründe, wie und warum Szenen aufgebaut sind, und das wird bei Dir immer sehr schön zerlegt, gibt neue Anreize, Denkanstöße, hilft manches klar zu sehen. Steckt immer solide Arbeit hinter den Beiträgen hier …

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Sascha,

      vielen Dank. Auch als Leserin oder Seherin von Filmen finde ich solche Beiträge immer interessant, weil ich mich ebenfalls immer wieder Frage, warum ist das so und nicht anders. Daher zerlege ich gerne bestimmte Themen, recherchiere danach und schaue auch, wie ich es hoffentlich eines Tages selbst besser machen kann.
      Ob das so sein wird, na mal sehen 🙂

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  12. Alexandra Trinley schreibt:

    Eine ausgezeichnete Erläuterung der Problematik, die gleichermaßen auf die zwischenmenschliche Problematik wie auf die kompositorischen Schwächen dieser Begegnungsstrukturen eingeht, Bravo!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen, vielen Dank. Wobei ich gerade ein Sachbuch zum Thema „Vergewaltigung“ lese. Das Thema ist weitaus komplexer, als ich befürchtet habe. Da wird noch einiges kommen.
      Aber danke schön 🙂

      Gefällt 1 Person

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