Vom Plot Bunny zur Geschichte in 13 Schritten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Plot Bunnys können ihr Eigenleben entwickeln, wenn man sich nicht genau beobachtet. Und in einem unbeobachteten Moment, wenn wir es am wenigsten erwarten, greifen sie an und erledigen uns bzw. unsere aktuelle Geschichte.

Daher habe ich letzte Woche darüber geschrieben, was sie überhaupt sind und wie ich selbst mit ihnen umgehe. Ich wünsche Dir, dass Du Deine Methode findest, sie einzufangen und aus ihnen ein Hähnchenragout zu machen (da es keine echten Häschen sind, ist das natürlich auch vegetarisch möglich).

Doch was passiert, wenn Du sie nun brauchst? Wie soll aus einem Plot Bunny am Ende eine Geschichte werden? Darum dreht sich der heutige Beitrag.

Kurze Vorgedanken

Natürlich reicht es nicht aus, die Plot Bunnys aufzuschreiben und in ihren Käfig zu sperren. Irgendwie müssen sie ja letztendlich zu etwas nütze sein. Das bedeutet, aus ihnen sollte idealerweise am Ende eine Geschichte werden.

Ansonsten würde sich der ganze Aufwand mit dem Aufschreiben und notieren und beiseiteschieben nicht lohnen, wenn wir am Ende damit nichts anzufangen wüssten. Daher möchte ich Dir in 13 Schritten vorstellen, wie Du mit Deinen Plot Bunnys umgehen könntest.

Legen wir einfach los.

Schritt Nummer 1: Schreib die Ideen wirklich auf

Nur um sich zu gehen, wiederhole ich den Beitrag vom letzten Mal in Kurzform. Damit Du alle Informationen hast, die Du für einen Start brauchst, schreib bitte alles auf, was Dir so im Kopf herumschwirrt. Jeder Satz, jede Szene, jede Information zu Deiner Welt oder Deinen Charakteren darf gerne in Deinen Notizen Eingang finden.

Dabei ist es völlig egal, ob die Informationen wichtig sind oder am Ende verwendet werden. Erst einmal aufschreiben. Häufig ist es so, dass wir beim Erarbeiten des Plots vieles über Bord werfen, was wir erst einmal als absolut genial in der Planung empfanden. Das ist völlig normal. Dafür kommen noch bessere Ideen dazu, wenn Du dafür bereit bist.

Schritt 2: Wähl Dein Projekt aus

Unter den ganzen Ideen, die Du vielleicht hast, wartet die eine, die von Dir nun endlich bearbeitet werden will. Es kann sein, dass da eine Geschichte sich besonders intensiv bei Dir meldet und quasi mit Leuchtraketen und Hinweisschildern arbeitet, um von Dir geschrieben zu werden.

Wenn Du für sie eine Leidenschaft entwickelst und fest der Überzeugung bist, dass diese Idee Dein nächstes Projekt ist, dann ist sie es sehr wahrscheinlich auch. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, dass Du Dir all Deine Projektnotizen durchliest und danach entscheidest. Hauptsache Du fühlst Dich gut bei Deiner Entscheidung und weißt, dass Du mit dieser Idee die nächste Schreibzeit verbringen möchtest.

Letztendlich ist es völlig egal, wie Du Dein nächstes Projekt aussuchst. Du kannst sogar eine Münze werfen, wenn es Dir hilft. Hauptsache, Du bist mit Deiner Entscheidung zufrieden.

Schritt Nummer 3: Eventuell Verknüpfungen aufbauen

Das ist ein optionaler Schritt, den Du nicht zwangsweise folgen musst, aber den Du gerne im Hinterkopf behalten kannst. Mir ist das schon ein oder zwei Mal passiert, dass ich dadurch weitaus dichtere Geschichten entwickeln konnte, weil ich das gemacht habe.

Und zwar geht es darum, dass Du wahrscheinlich die eine oder andere Idee, Fragment oder Szene in Deinem Hasenstall hast, von dem Du ausgehst, dass sie eine eigene Geschichte bilden könnte. Doch das ist nicht immer so. Häufig kann es passieren, dass zwei Ideen alleine nett sein können. Gemeinsam hingegen können sie eine starke Geschichte bilden. Und zwar so sehr, dass Du dafür richtig brennen kannst.

Es kann zufällig sein, dass Du erkennst, dass zwei Ideen zusammenpassen. Aber Du kannst es auch planen, indem Du genau hinschaust. Welche Idee geht in eine ähnliche Richtung mit Deinem möglichen zukünftigen Projekt. Und vor allem lohnt es sich die Ideen miteinander zu mischen? Es können auch mehrere kleinere Ideen, Fragmente oder was auch immer Du hast, zusammengeführt werden. Mein Ratschlag sei für alles offen und zwing Dich zu nichts.

Daher schau ruhig genauer hin, ob sich nicht zwei oder gar mehr Ideen zu einer ganzen Geschichte verbinden lassen könnten. Das muss nicht sofort geschehen. Das könnte Dir auch während der Bearbeitungsphase passieren. Aber sei gerne offen dafür und wundere Dich nicht, wenn es passiert.

Schritt Nummer 4: Identifiziere nun Dein genaues Interesse

Bei mir ist es so, dass sich der Grund, warum mich eine Idee fasziniert, abwechseln kann. Mal ist es ein Charakter, von dem ich will, dass dieser laufen lernt und durch eine Geschichte wandelt. Dann kann ein Stichwort mal ausschlaggebend sein, von dem ich mir denke, dass könnte interessant sein. Oder ich überlege mir, wie ich eine Geschichte in eine Nische schreiben könnte.

Was es auch immer bei Dir war, was Dir diesen Plot Bunny eingebracht hat, versuch ihn noch einmal zu identifizieren. Bei mir ist das sogar nach Jahren häufig möglich, zumindest bei den Geschichten, die sich in mein Gehirn regelrecht eingebrannt haben. Und das sind auch die Geschichten, die ich letztendlich erzählen will und kein flüchtiger Hase ist.

Denn häufig ist es dieses Interesse an der Geschichte, mit dem Du dann Dein Plot aufbauen kannst. Besonders wenn Du schon einen möglichen Konflikt hast. Wenn Du einen Hauptkonflikt schon identifizieren konntest, dann arbeite mit diesem.

Schreib genau auf, was das für einer ist. Hier darfst Du ruhig detailliert vorgehen. Denn je mehr Du jetzt schon weißt, desto weniger musst Du am Ende daran arbeiten.

Schritt Nummer 5: Schreib alles weitere auf

Wenn Du Dir um den zentralen Konflikt Gedanken gemacht hast, dann könnte es sein, dass Du noch weitere Ideen entwickelst. Jetzt hast Du noch einmal Zeit, Dein Gehirn leer zu schreiben. Und damit meine ich wirklich leer.

Du kannst auch jederzeit zu diesem Teil zurückkehren, wenn Du die nachfolgenden Punkte bearbeitest. Es kann aber auch passieren, wenn Du Dir alles notierst, dass das durchaus Tage oder gar Wochen dauert, bis Du fertig bist. Das ist völlig in Ordnung. Lass Dir Zeit, aber übertreibe es gleichzeitig nicht.

Schritt Nummer 6: Wer sind Deine wichtigen Figuren

Finde nun heraus, wer Deine Hauptfigur ist, wer der Antagonist oder die Antagonistin und gar der Gegner / die Gegnerin und, sofern Du schon welche hast, wer die wichtigen Nebencharaktere sind. Hier kann es durchaus passieren, dass Du vielleicht einem Charakter eine Rolle zuweist, welche dieser gar nicht in der Lage ist auszufüllen.

In meinem aktuellen Projekt hatte ich als Gegnerin eine Figur auserkoren, die nicht das Zeug dazu hatte, die Rolle zu übernehmen. Erst während des Schreibens entdeckte ich, dass jemand anderes dafür umso geeigneter ist. Irgendwann klopfte er an meiner Tür und stellte sich als Gegner meiner Heldin vor.

Da stellte ich mir schon die Frage, warum ich nicht schon früher auf die Idee gekommen bin. Dadurch erhielt die Geschichte eine völlig andere Dynamik und wurde um einiges realistischer (für seine Verhältnisse wohlgemerkt) und ich finde auch besser.

Daher schau genau hin, welche Figuren Du hast und welche Rolle die einzelnen Figuren wirklich übernehmen können. Häufig reichen sie einfach nicht aus, um wirklich eine größere Rolle zu tragen. Oder es kann sein, dass Du glaubst, dass jemand die Hauptfigur ist, dabei ist es eine wichtige Nebenfigur, die eigentlich die Hauptrolle innehaben sollte.

Lass Dir für diesen Teil der Arbeit ruhig etwas Zeit. Und sollte sich während des Schreibens doch noch eine andere Konstellation ergeben, ist das auch kein Problem. Die erste Fassung soll Dir ja die Geschichte erzählen. In der zweiten Fassung kannst Du das alles noch einmal anpassen.

Schritt Nummer 7: Ziel, Motivation und Konflikt

Jeder Charakter hat ein Ziel, welches es erreichen will. Dazu gibt es noch eine Motivation, warum sie oder er dieses Ziel erreichen möchte und natürlich einen Konflikt, dass die Figur dieses Ziel nicht so leicht erreicht.

Das Ziel Deiner Figur ist etwas, was sie oder er so gut wie die ganze Geschichte wie eine Fahne hochhält. Am Ende kannst Du entscheiden, ob Deine Figur dieses Ziel erreicht oder einsehen muss, dass es nicht richtig war und ein anderes Ziel noch interessanter war.

Spoiler Anfang

Ein Beispiel ist 27 Dresses. Die Heldin ist der festen Überzeugung, dass sie ihren Vorgesetzten liebt. Also ist es ihr Ziel, diesen zu heiraten. Doch dann muss sie erkennen, dass er gar nicht der Richtige ist. Das bedeutet, sie erreicht ihr Ziel nicht. Aber sie bekommt ein neues Ziel und ist in der Lage, diesen zu erreichen, um am Ende glücklich zu werden.

Spoiler Ende

Das Ziel sollte überzeugend sein, damit wir nachvollziehen können, warum wir überhaupt der Figur folgen sollen. Ist kein Ziel erkennbar, dann plätschert sehr wahrscheinlich die Geschichte nur so dahin. Und vor einiger Zeit habe ich einen Roman gelesen, wo ich nur schwer das Ziel erkennen konnte. Es war eher eine Qual diese Geschichte zu lesen.

Während das Ziel klein sein darf (je nach Geschichte), sollte die Motivation hingegen größer und vor allem wirklich nachvollziehbar sein. In einem Krimi ist klar, warum die Polizei in dem Mordfall ermittelt. Es ist deren Aufgabe. Da würde sich eher die Frage stellen, warum die Person zur Polizei gegangen ist.

Aber wenn Du unbedingt eine Hausfrau ermitteln lassen willst, dann sollte klar sein, warum sie überhaupt in dem Fall involviert ist und der Polizei nicht traut. Denn im realen Leben kommt es nicht gerade häufig vor, dass Privatpersonen Mordfälle lösen. Daher ist hier die Motivation um so wichtiger.

Der äußere Konflikt einer Geschichte kann schon einmal ein schönes Hindernis sein, damit Deine Figur nicht das erstrebte Ziel erreicht. Interessant kann es noch werden, wenn Deine Figur einen inneren Konflikt hat, was zusätzlich noch einmal für Hindernisse sorgt.

So könnte es sein, dass Deine Figur ein anerkanntes Mitglied der Gesellschaft werden will. Und das bedeutet auch eine Ehe einzugehen und Kinder zur Welt zu bringen. Der äußere Konflikt wäre, dass Deine Figur sich durch einen Haufen möglicher Kandidat*innen arbeiten muss, um die richtige Person zu finden. Das kann schon schwierig werden.

Der innere Konflikt ist aber, dass sie oder er gar nicht heiraten will oder nicht eine der auserwählten Personen. Vielleicht ist sie oder er sogar homosexuell, was gar nicht gut ankommt.

Schritt Nummer 8: Wie sieht es mit der Hintergrundsgeschichte aus?

Du musst nicht von allen Charakteren, die in Deiner Geschichte auftauchen, deren Hintergrundgeschichte kennen. Aber von den wichtigen Charakteren ist es durchaus schon interessant zu wissen, woher sie kommen, mit wem sie bisher gelebt haben und wieso sie geworden sind, wer sie bei Beginn der Geschichte sind.

Denn theoretisch hatte sowohl Deine Heldin oder Dein Held, als auch der Gegner / die Gegnerin das volle Potenzial alles zu werden, was sie wollen, als sie geboren wurden. Warum sie sich dann für den Weg entschieden, den sie dann in Deiner Geschichte gehen, liegt in deren Vergangenheit.

Lerne daher die Vergangenheit Deiner Figuren kennen und finde heraus, warum sie so sind, wie Du sie erlebst. Das habe ich auch mit meinen Figuren meines aktuellen Projekts vor Kurzem gemacht. Und dabei habe ich Erstaunliches festgestellt.

Schritt Nummer 9: Beginn mit Deinem Plot

Jede Schriftstellerin und jeder Schriftsteller hat eine eigene Methode, wie geplottet wird. Daher will ich Dir an dieser Stelle keine Methode aufzeigen. Zum einen habe ich darüber bereits gebloggt und werde es weiterhin tun. Und zum anderen würde das auch zu weit führen.

Jedoch wird es langsam Zeit, dass Du mit dem Plot beginnst (sofern Du zu den Plotter*innen gehörst). Was geschieht am Anfang, was in der Mitte, was zum Schluss? Welche Konflikte tauchen auf, welche Szenen möchtest Du zeigen und welche Figur taucht in welchem Kapitel auf?

Ich kann selbst empfehlen, dass Du Dir zumindest einen groben Plotplan aufbaust. Damit verlierst Du Dich nicht in Deiner Geschichte und es tauchen nicht von überallher neue Ideen auf, mit denen Du nicht rechnest.

Schritt Nummer 10: Mach Deine Charaktere stärker, als sie es schon sind

Idealerweise entwickelt sich jede starke Geschichte und jeder starke Plot aus wirklich starken Charakteren. Dass das nicht immer so ist, ist ein Fakt. Das bedeutet für mich jedoch nicht, dass ich nicht zumindest versuche, starke Charaktere und damit eine starke Geschichte aufzubauen.

Es kann aber immer passieren, dass wir entweder zu ungeduldig sind und die Charakterarbeit nicht genau ausgeführt haben. Oder durch den Plot erkennen wir, dass da noch der eine oder andere Punkt genauer beleuchtet werden sollte.

Notfalls schau Dir nach Deiner Plotarbeit noch einmal Deine wichtigen Charaktere an. Sind sie wirklich die Charaktere, mit denen Du längere Zeit arbeiten möchtest? Haben alle ihre wichtigen Rollen eingenommen? Sind ihre Stärken und Schwächen überzeugend? Welches Ziel wollen sie erreichen? (Überprüf dies nun anhand Deines Plots, gegebenenfalls musst Du hier noch einmal nacharbeiten.)

Es kann auch gut sein, wenn Du ein Charakterblatt und eine Übersicht, welche Punkte Du abarbeiten möchtest. Wenn das alles erledigt ist, kannst Du dann zum nächsten Schritt übergehen.

Schritt Nummer 11: Der ultimative Konflikt

In den meisten Geschichten gibt es mehrere kleinere Konflikte, welche die Spannung zum Wendepunkt der Geschichte (also der ultimative Höhepunkt) steigern soll. Daher ist es gut, wenn Du noch einmal Deinen ultimativen Konflikt überprüfst.

Alle kleinen Konflikte, die zuvor geschehen sind, führen sie letztendlich zum größten Konflikt in der Geschichte? Und ist es auch wirklich DER große Konflikt?

Einige Romane, die ich gelesen habe, hatten keinen richtigen Höhepunkt. Das ist ebenso anstrengend zu lesen, wie Figuren zu folgen, die kein Ziel oder keine Motivation haben. Denn zumindest ich warte durchaus auf den ultimativen Konflikt. Und wenn er nicht kommt, ich habe mich ziemlich leer und nicht emotional befriedigt gefühlt. Das ist auch der Grund, warum es mir schwerfällt, von diesen Autorinnen und Autoren noch einmal ein Buch zu kaufen. Denn ich fühlte mich um meinen Lesegenuss betrogen.

Was ich noch empfehlen kann zu beachten, ist Folgendes: Es können ruhig zwei Höhepunkte des Konfliktes geben. Das macht die Geschichte sogar noch spannender. Denn Du bist schon einmal emotional gefordert und dann kommt noch einmal ein Konflikthöhepunkt, der Dich so richtig fesselt.

Doch es kann passieren, dass nur ein Konflikthöhepunkt beschrieben wird. Das ist in Ordnung, solange dieser Deine Leserinnen und Leser wirklich emotional mitreißt. Alles andere empfinde ich nicht als fair. Solltest Du zwei Schreiben, dann achte bitte, bitte darauf, dass der erste nicht der emotional Aufreibendere ist, als der Zweite. Denn das habe ich auch schon gelesen oder in Filmen gesehen.

In einer Romanreihe hatte ich genau dieses Problem gehabt (und das war einer der Gründe, warum ich diese abgebrochen habe). Der erste Höhepunkt wurde immer als unglaublich schwer beschrieben, was er war. Doch dann meinten die Heldinnen, wenn der schon schwer war, wird der finale Höhepunkt dann noch einmal umso schwerer. Doch diesen haben sie mehr aus Versehen bestritten, als das man wirklich mitbekommen hat, dass sie ihn gewonnen haben.

Das gilt nicht nur für Kämpfe in den Geschichten, sondern für alle Arten von Höhepunkten in Geschichten. Nur kann man das an den Kämpfen am besten aufzeigen, was ich damit meine.

Schritt Nummer 12: Finde die Fragen in Deiner Geschichte

Wenn Du fertig bist, dann schau Dir noch einmal alle Fragen an, die in Deiner Geschichte eröffnet wurden. Es ist in Ordnung, wenn sie erst nach dem Höhepunkt Deiner Geschichte beantwortet werden, aber wichtig finde ich, dass sie alle überhaupt beantwortet werden.

Mich persönlich nervt es immer, wenn eine Frage in der Geschichte gestellt wurde und mir darauf keine Antwort gegeben wird. Und das dürfte sicherlich viele stören. Daher ist es gut, wenn Du hier noch einmal genauer hinschaust und Dir überlegst, was Du für Fragen gestellt hast, um sie allesamt zu beantworten.

Falls Dir in der ersten Version einige Fragen durch rutschen, das ist völlig in Ordnung. Spätestens in der finalen Fassung wäre schön, wenn sie alle dann beantwortet werden. Notfalls mach Dir eine Liste, wo Du jede offene Frage notierst.

Damit meine ich, dass Du Dir die Frage aufschreibst, welche von Dir bzw. Deinem Roman gestellt wurde. Gerne auch von welcher Figur und in welchem Kapitel. Und wenn Deine Geschichte dazu eine Antwort gegeben hat, dann notier sie Dir ebenfalls. Auch hier würde ich Dir empfehlen, das Kapitel zu notieren, wo Du die Antwort gefunden hast.

Und was meine ich mit Fragen? Ganz einfach. Wenn Dein Held die Telefonnummer Deiner Heldin bekommen hat, aber nicht sagen will wie, dann ist das durchaus eine offene Frage. Oder wenn ein wichtiger Nebencharakter die ganze Geschichte über etwas Wichtiges sagen wollte, aber nie dazu kommt. Dann wäre der letzte Satz dafür geeignet, um das zu klären. Wobei hier natürlich ein Running Gag entstehen könnte, wo bis zum Schluss nicht geklärt wird, was er denn sagen wollte.

Schritt Nummer 13: Bereite Dich auf Deinen Schreibprozess vor

Je nach Länge Deiner Geschichte kann es Wochen oder Monate dauern, bis Du die erste Fassung und dann natürlich auch die letzte Fassung fertig hast. Daher ist es durchaus gut, wenn Du Dir eine Schreibroutine aneignest, damit dieser Prozess nicht unnötig in die Länge gezogen wird.

Wenn Du jeden Tag mindestens 500 Wörter schreibst, kommst Du weiter, als wenn Du einmal in der Woche 2.000 Wörter schaffst. Damit motivierst Du Dich, jeden Tag hinzusetzen und zu schreiben. Und nach einer Zeit wirst Du Dich wahrscheinlich komisch fühlen, wenn Du Dich nicht hingesetzt hast, um Deine Mindestwortzahl zu schaffen. Zumindest ist es bei mir zwischenzeitlich so.

Daher überleg Dir, wie Du Dich jeden Tag dazu motivieren kannst, um zu schreiben.

Und dann natürlich ist es ganz wichtig, schreib.

Abschlussgedanken

Im Grunde genommen ist der Weg vom Plot Bunny zu einer Geschichte, genauso, wie der Weg von einer Idee zu einer Geschichte. Nur dass Du wahrscheinlich mehr Ausgangsmaterial hast.

Denn es kann durchaus sein, dass Dir ein Plot Bunny über Wochen, Monate, wenn nicht gar Jahre verfolgt. Daher ist hier eine gewisse Sortierung durchaus passend, um dann zu der wahren Geschichte vorzudringen.

Daher lohnt es sich, ein wenig eingehender mit Deinem Plot Bunny zu beschäftigen. Und am Ende, davon bin ich überzeugt, hältst Du nach viel Fleiß und Arbeit eine tolle Geschichte in den Händen.

Natürlich aber nur dann, wenn Du Dich jeden Tag hinsetzt und wirklich schreibst. Ansonsten kannst Du noch so viel planen und noch so viel aufschreiben, wie Du willst. Wenn Du Dich nicht hinsetzt und wirklich an Deiner Geschichte schreibst, bringt das alles natürlich herzlichst wenig. In dem Sinne setz Dich bitte hin und schreib. Jeden Tag in der Woche, im Monat und, wenn Du möchtest, auch im Jahr. Bis Du an Dein Ziel angelangt bist.

Dein Plot Bunny

Wenn Du mit Deinem aktuellen Projekt fertig bist, setz Dich hin und schau Dir an, welche Plot Bunnys Du zwischenzeitlich eingefangen hast. Und dann arbeite Dich durch die oben aufgeführten Punkte.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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Eine Antwort zu Vom Plot Bunny zur Geschichte in 13 Schritten

  1. Ina Hamburg schreibt:

    Hat dies auf The Magic In Books rebloggt und kommentierte:
    Ich hab ja schon einmal darüber geschrieben, wie man versucht an neue Ideen zu kommen. Auch wie man plottet, habe ich einmal versucht aufzuschreiben.

    Beim schreibkasten gab es aber mal einen wirklich hilfreichen Beitrag. 🙂 Denn hier lest ihr nach, wie ihr von der Idee hin zum Plot kommt. Also genau die Schritte dazwischen.

    Hut ab, mal wieder super hilfreich!

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