Sexismus: Er ist sexy, er ist reich, er ist unsterblich, er hat die Peitsche in der Hand

Hei, hallo und herzlich willkommen,

auf meine Frage bei Twitter, was als sexistisch gegenüber dem Mann empfunden wird, kamen antworten wie, dass er immer gut aussehen müsse, sowie, dass er immer extrem reich zu sein habe.

Und mir ist auch aufgefallen, dass hier in der Tat die Männer in eine Rolle gedrängt werden, die sie so nicht aufrechterhalten können. Denn es verlangt eine Menge von ihnen ab. Was genau, das zeige ich Dir heute.

Kurze Vorgedanken

Diese Klischees beziehen sich in der Tat sehr stark auf Liebesromane. Aber sicherlich kann man sie auch in anderen Genres finden. Gerade dann, wenn es um Adel und Bürgerin geht (wie bei Elizabeth George und ihren Inspector Lynley). Eher selten finde ich selbst die andere Richtung.

Und zwar ist er der mächtigere, ältere, gut aussehende Mann, der die Macht in den Händen hält. Eine Macht, die er zuweilen auch noch ausnutzt.

Daher möchte ich einen Überblick zu diesem Thema bieten und Dir zeigen, was ich damit meine und wie man es eventuell auch anders schreiben kann.

Der Inhalt

Wenn wir es mit einer Vampir- oder Gestaltenwandlergeschichte zu tun haben, dann ist meistens er der Gestaltenwandler, der Vampir, der Unsterbliche. Wenn die Geschichte bei den Menschen spielt, dann hat er das Geld und es kann auch passieren, dass er ihr Boss ist. Und in einer BDSM-Geschichte hat er die Peitsche in die Hand und zeigt ihr, wie sich Lust aus Schmerz holen lässt.

Sie hingegen ist meistens der Mensch, die Untergebene, die Sklavin (BDSM). Und sie findet sich auch mit dieser Rolle ab. Er hingegen muss sich ganz schön ins Zeug legen. Zum einen soll er sie verführen (denn sie ist ja seine Gefährtin, seine Seelenverwandte, was auch immer). Dann muss er sie auch noch vor dem Bösen beschützen, weil sie physisch nicht stark genug ist (mit einem Vampir kann noch nicht einmal ein sterblicher Mann mithalten). Und dann hat er auch noch ordentlich Geld zu verdienen (immerhin will das Unternehmen und seine Geliebte ernährt werden). Zusätzlich hat er sie auch noch sexuell zu befriedigen. Denn sie kann sich ja nun wirklich nicht mit jemandem einlassen, der sie nicht sexuell auf ganze neue Ebenen bringt.

Er ist es also immer, der sich eigentlich anstrengen muss, um sie für sich zu gewinnen. Zudem gibt er auch häufig den Erklärbär. Also er muss ihr dann erklären, warum sie seine Auserwählte ist und warum sie sich eigentlich ihm in irgendeiner Art und Weise unterordnen muss.

Ja, es gibt sie, die Ausnahmen. Wo sie die Unsterbliche ist und wo sie die Gestaltenwandlerin ist. Aber die sind eher rar gesät und trotzdem muss sie von jemand anderen beschützt werden. Daher kann man die Ausnahmen schon fast ignorieren.

Gerade bei BDSM-Geschichten muss ich immer schmunzeln, wenn es heißt, dass er sie dominiert, er ihr zeigt, wie man Lust aus Schmerzen holen kann und er der Dom ihrer Träume ist. Warum ich schmunzeln muss? Natürlich gibt es sehr viele Beziehung, wo er der Dom und sie die Sub ist. Aber es gibt auch die andere Form, wo sie die Peitsche schwingt und ihn zeigt, wie er Lust aus Schmerzen gewinnt. Doch wenn wir uns die Romanlandschaft anschauen, dann scheint es eher ein seltener Fall zu sein, der eigentlich gar nicht existiert. Zumindest benehmen sich die Autorinnen und Autoren entsprechend.

Sie hingegen darf hier in der Tat um einiges bescheidener auftreten. Und damit meine ich nicht den Status als sterbliche, leicht verarmte Frau. Sie muss nicht extrem sexy aussehen, darf bis zu einem gewissen Grad sogar Kurven haben und sie muss sich nicht anstrengen. Immerhin zeigt er ihr, wo es langgeht. Sie darf sich einfach nur führen lassen. Er hingegen muss für sie kämpfen, ihr alles erklären und ihr die neue Welt vorstellen, in der sie zukünftig zu Hause ist.

Das Problem

Bei dieser Art von Geschichte sehe ich mehrere Probleme. Aber eins nach dem anderen.

Ein ganz klares Problem ist, dass es zwischen der Frau und dem Mann ein Ungleichgewicht herrscht. Er hat alles, sie hat (mehr oder weniger) nichts. Er hat das Geld, das Wissen und gelegentlich auch die Macht in der Hand. Sie hingegen muss das alles hinnehmen und sehen, wie sie damit klarkommt.

Was meine ich genau damit? Nehmen wir das Geld. Er kann sich also die schöne Wohnung leisten, er lädt sie zum Essen ein und schenkt ihr die tollsten Sachen. Sie hingegen muss wohlmöglich sehen, wie sie über die Runden kommt und am Ende des Gehalts ist noch so viel Monat übrig. Da kann man schon auf den Gedanken kommen, dass sie ihn bittet, ihr etwas zu geben, damit sie die überfälligen Rechnungen bezahlen kann. Damit hat er sie aber in der Hand. Sei nett zu mir oder ich bezahle Deine Rechnungen nicht.

Gut, in keinen der Romane wird das sicherlich so offensichtlich dargestellt (zumindest fällt mir spontan kein Titel ein), aber letztendlich ist es so. Sie darf es sich nicht mit ihm verscherzen, ansonsten könnte es sein, dass sie am Ende auf der Straße sitzt.

Noch schlimmer könnte man sagen, dass er das ganze Wissen hat. Er weiß, dass sie seine Seelengefährtin ist (gerade in den ganzen Romantasyromanen) und was das für sie bedeutet. Sie ist damit auf sein Wissen und seine Gnade angewiesen. Sagt er es ihr nicht, weil er vielleicht nicht will oder nicht kann oder was auch immer, muss sie mit dem Schicksal klarkommen, was er ihr bietet.

Und natürlich, wenn es um die Leidenschaft der „dunklen“ Sexualität geht, ist er es, der sie einführt. Er ist der Dom und sie lediglich die zukünftige Sklavin, die noch nichts von ihrem Glück weiß, dass sie nur dafür geboren wurde, um jemanden zu dienen. Und zwar sowohl mit ihrer Sexualität als auch mit ihrem Hintern.

Jetzt könnte man meinen, dass sich dieser Beitrag um Sexismus gegen die Frauen dreht. Und zum Teil stimmt das. Denn immerhin muss sie alles hinnehmen, was mit ihr geschieht. Er hat die Macht in der Hand, egal in welcher Form.

Doch es richtet sich auch gegen ihn. Denn er muss sich darum kümmern, dass alles irgendwie läuft. Er muss immerhin erst einmal die Millionen, nein Entschuldigung, Milliarden irgendwie erwirtschaften, damit er es am Ende ausgeben kann. Weiterhin ist der Mann dann dafür da, seine Seelengefährtin einzuweisen und zu beschützen. Denn meistens ist sie in irgendeiner Art und Weise nicht in der Lage dazu. Und er muss lernen mit der Peitsche umzugehen, damit sie die Genüsse des Schmerzes erleben kann.

Damit hat er nicht nur die ganze Macht in der Hand, sondern auch die komplette Verantwortung. Und das ist natürlich nicht wenig. Wenn er sich um eine Firma kümmert, dann hat er nicht nur die Verantwortung dafür, das Geld auszugeben. Er muss es erst einmal verdienen. Das bedeutet, er kümmert sich um die Idee, um seine Angestellten, um die Konkurrenz und einiges mehr. Und als Dankeschön bekommt er wohlmöglich einen Herzinfarkt und Burn-out (worüber niemand in den Romanen schreibt).

Ist er aber ein Gestaltenwandler oder ein Vampir und sucht nach seiner Seelengefährtin, dann muss er sich einerseits sicher sein, dass sie überhaupt als Seelengefährtin infrage kommt. Und zusätzlich, dass sie auch seine ist. Es könnte ja sein, dass er nur einen sehr guten Draht zu jemand anderen hat und dessen Seelengefährtin gefunden hat.

Wenn er sich jedoch sicher sein kann, dann geht es schon in die nächste Runde. Er muss sie davon überzeugen, dass sie zu ihm gehört. Das bedeutet, er muss in ihre Nähe kommen, ihr eine unglaubliche Geschichte verkaufen und sie dann überzeugen, mit ihm irgendeine Verbindung einzugehen (die abhängig von der Geschichte ist). Und zwischendurch ist sie natürlich in Gefahr, allein weil er in der Nähe ist, oder auch, weil sie in irgendeine Gefahr gestolpert ist. Das bedeutet für ihn, sein Leben riskieren, um sie zu beschützen.

Und das gilt natürlich auch, wenn er die Peitsche schwingt, wie man es meistens aus BDSM Romanen kennt. Er muss natürlich sie zum einen davon überzeugen, dass sie wirklich eine Sklavin ist. Zum anderen hat er dann seine jahrelange Erfahrung dafür zu nutzen, dass sie nicht verletzt wird, bei einer Session und zugleich es auch nicht bereut, sich auf ihn eingelassen zu haben.

Dass alles liegt in seiner Hand, während sie es sich, sagen wir es mal so, gut gehen lassen kann. In diesem Fall haben beide eigentlich eher schlechte Karten gezogen.

Warum wird das geschrieben?

Der Mann ist der Ernährer, der Beschützer, der Wächter, der Mann eben. Dieses Bild hat sich in den Köpfen der Menschen so dermaßen festgefressen, dass etwas anderes gar nicht in den Sinn kommt. So geben immer noch viele Männer an, dass sie nicht ertragen könnten, wenn die Frau mehr verdient als sie. Wobei zwischenzeitlich viele Frauen akzeptieren, wenn sie den Hauptteil des Geldes verdienen. Aber natürlich gibt es auch unter ihnen einige, die es lieber sähen, wenn der Mann der Ernährer ist.

Und dieses Bild wird in den Geschichten weitergetragen und verfestigt. Es gibt nichts anderes, weil die Gesellschaft noch nicht in der Lage ist, uns andere männliche Helden zu liefern. Mag zwar hart klingen, ist aber leider so.

Red mal mit konservativen Menschen, dann wirst Du wissen, was ich meine. Oder, wenn Du nicht willst, schau entsprechende Sendungen an, wo Konservative zu Wort kommen dürfen. Dort wirst Du genau das hören, was man in vielen Romancegeschichten noch immer liest. Er hat die Hosen an und sie hat alles mit sich machen zu lassen.

Das mag vielleicht auch daran liegen, dass die sexuelle Revolution der sechziger und der Feminismus noch nicht lange her sind. Noch in den Fünfziger durften Männer in Deutschland auf die Arbeitsstelle ihrer Frau gehen und für sie kündigen, wollte er nicht, dass sie arbeiten geht. Und das war legal. So unglaublich das Klingen mag.

Im Grunde genommen ist das nicht lange her um solche Strukturen aus den Köpfen der Menschen (sowohl Frauen, als auch Männer) zu bekommen. Ich selbst kannte eine Frau, die sich immer wieder in Abhängigkeit von irgendwelchen Männern begab. Dabei war es egal, ob diese sie mies behandelt haben oder nicht, Hauptsache sie hatte einen Kerl an ihrer Seite und Hauptsache, er kümmerte sich um sie.

Vermutlich haben sich diese Strukturen so dermaßen in unsere Köpfe eingenistet, dass es nur schwer ist, diese wieder loszuwerden. Das ist keine genetische Disposition oder Derartiges. Es ist das Alltägliche, was uns vorgelebt wird. Sowohl im Film, in Serien und auch in Büchern. Und dazu kommt noch der Alltag, mit dem wir zu tun bekommen. Dort erleben wir immer noch, dass Frauen sich von Männern das Leben diktieren. Sowohl in kleinen Dingen als auch in großen.

Da ist es schon fast kein Wunder, wenn es uns schwerfällt, dies in unseren Geschichten dann zu bemerken und zu überwinden. Denn hier wird sowohl dem Mann eine Überverantwortung aufgebürdet und der Frau das sich absolute und bedingungslose fallen lassen.

Das mag in einer Beziehung durchaus in Ordnung sein. Aber es zeigt auch, dass Frauen sich nicht anstrengen müssen, um etwas im Leben zu erreichen, sie brauchen nur den richtigen Mann. Und ja, ich höre öfters, dass Frauen in meiner Umgebung am liebsten einen reichen Kerl heiraten würden, damit er sich um sie kümmert.

Sein Schicksal kann sein (ist aber kein Muss), dass er sich überarbeitet, ein Burn-out erleidet, vielleicht eine Depression bekommt, eventuell einen Herzinfarkt oder gar am Ende Selbstmord begeht. Das sind natürlich nur die schlimmsten Auswüchse der Überarbeitung. Aber wer Milliardär werden will, der muss etwas leisten. Gerade dann, wenn man aus dem Nichts etwas erreichen will. Und das wollen viele Autorinnen letztendlich in ihren Geschichten.

Wie Du es anders schreiben könntest

Die Alternative dürfte hier schwierig werden, da eben die Sichtweise, dass der Mann der Ernährer ist, in zu vielen Köpfen noch sehr aktuell ist. Doch genau hier wäre ein Ansatz.

Lass eben sie mal die Hosen anhaben. Natürlich kommen hier sofort die Gedanken, dass sie ein Vamp ist und er dann nur der arme, unterdrückte Schlucker. Doch seien wir mal ehrlich, warum kommen die Gedanken nicht, wenn er die Hosen anhat? Weil es einfach der Norm entspricht.

Das bedeutet jedoch nicht, dass es automatisch normal ist, nur weil es eben angeblich die Norm ist. Daher kann man hier in der Tat sagen, dass es etwas Mut braucht, um über dieses Klischee hinaus zu wachsen und zu schreiben.

Lass also den Mann ruhig mal die Rolle des Aschenputtels innehaben. Das bedeutet nicht, dass Du ihn entmannen musst. Es bedeutet lediglich, dass er nicht der reiche Milliardär ist, der unsterbliche Vampir oder der Dom, der seine Sklavin züchtigt. Und sie ist es eben, die all diese Dinge übernimmt und er sich einfach fallen lassen muss, will er überleben.

In dieser Hinsicht kann ich Dir den Film „Underworld“ empfehlen. Sie ist die Vampirin, welche ihn (den Menschen) in ihre Welt einweihen muss, damit er überleben kann. Zwar hat er eine besondere Rolle, aber ohne ihren Schutz wäre er verloren. Und auf mich wirkte er in keiner Sekunde wie ein Weichei. Sondern wie ein ganz normaler Mensch, der eben Angst hat. Hätte ich auch, wenn auf einmal Vampire und Lykaner um mich herum erscheinen würden.

Es gibt sie durchaus schon in den Medien, die weichen Männer (wie ich sie gelegentlich bezeichne). Aber es dürfen gerne noch mehr werden.

Abschlussgedanken

Natürlich wird es nicht leicht sein, sich gegen die Gedanken im Kopf durchzusetzen. Das ist ein Fakt. Aber seien wir ehrlich, neue Gedanken waren nie leicht. Daher ist es gut, wenn man den ersten Schritt macht und sich etwas traut. Natürlich, man kann auf die Nase fallen mit solch einer Geschichte. Man kann es aber auch wagen und dann auf positive Resonanz stoßen.

Und die wünsche ich uns allen.

Weitere Klischees

Find weitere Klischees, die zu dem Thema des Beitrages passen könnte, und notier sie Dir. Vielleicht kannst Du noch ein Film, eine Serie oder ein Buch benennen, wo Du dieses Beispiel herhast. Es geht hierbei, eine Sammlung zu erstellen, mit der Du arbeiten kannst.

Alternativen

Schön wäre es natürlich auch, wenn Du bereits bestehende Vorbilder finden könntest, welche das Rollenverhältnis anders erzählen. Wie in meinem Beispiel der Film „Underworld“. Einfach, damit Du sehen kannst, wie es anders geht.

Deine Alternativen

Nun arbeite mit den Vorbildern und Deiner Liste eigene Alternativen aus, welche Du dann in einer Geschichte verwenden möchtest. Hierbei kannst Du so frei sein und alles verwenden, was Du möchtest. Ich wünsche mir nur, dass Du Dich traust, freier zu schreiben und eine andere Geschichte dann zu veröffentlichen.
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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8 Antworten zu Sexismus: Er ist sexy, er ist reich, er ist unsterblich, er hat die Peitsche in der Hand

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich wollte dir mal wieder sagen, dass du bei mir offene Türen einrennst mit deinen Blogposts, so auch mit diesem <3.

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  2. N. Bendzko schreibt:

    Ach ja, ich habe mich neulich erst mit meinem Partner darüber unterhalten, was für surreale Ausmaße das Männerbild in der Literatur manchmal annimmt 😉

    Im Ernst jetzt, das sind ganz schön heftige Anforderungen! Ganz anders als bei Frauen, interessanterweise, die meist nur auf surreale Weise sexy, sinnlich und beliebt sind. Bei den Männern möchte ich manchmal schon fast von einer „emotionalen Objektifizierung“ sprechen.

    Sehr interessant finde ich auch, dass die absoluten Klischée-Männer, wie du sie in diesem Artikel beschreibst, keine Schwächen haben. Dafür eine tragische, wenn nicht schon traumatische Vergangenheit, die sie vielleicht zu Gewalt animiert. Gerade im Rahmen von S/M finde ich das sehr schade, weil es unterstellt, dass man psychisch nicht alles beinander haben muss, um ein sexueller Sadist zu sein.

    Ganz abgesehen davon, dass sich viele S/M-Literatur – zumindest die, die ich kenne – eher wenig mit der Varietät des S/M beschäftigt. Schade, immer den Mann als absoluten Dom und die Frau als absolute Sub zu sehen, sowohl physisch als auch emotional. Sexualität ist m.E. so vielfältiger. Mann muss nicht immer oben liegen. Schon gar nicht, um seine Männlichkeit zu beweisen.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Das interessante hierbei finde ich, dass Männer in Romanen (besonders in Liebesromanen) absolut heiß aussehen müssen. Aber in der Filmwelt sieht das anders aus. Da gibt es ja einige Schauspieler oder auch Sänger, die nun wirklich nicht gerade als hübsch bezeichnet werden können (vergleicht man sie mit den Romanhelden). Und die Frauen müssen jung und hübsch aussehen. In Romanen hingegen dürfen sie genau das nicht mehr sein. In einem Buch habe ich mal gelesen, dass viele Frauen zwischenzeitlich die Barbieheldin sogar überhaupt nicht leiden können.

      Und ja, sie sind irgendwo absolut perfekt, außer eben ihre absolut und grausame Kindheit. Wenn ich mich nicht irre, hat doch auch Mr. Grey eine nicht gerade schöne Kindheit. Da werd ich wohl doch in den sauren Apfel beißen und mir das Buch zu Gemüte führen. Auf Englisch, vielleicht sterben nicht ganz so viele Gehirnzellen ab. Das erste Mal landete das Buch gegen die Wand.

      Da werde ich auch noch ein Buch vorstellen, dass sich genau mit dieser Thematik beschäftigt und wo ich mir nur denke, dass es schön wäre, wenn einige Autor*innen zu diesem Buch gegriffen hätte, bevor sie ihre Bücher geschrieben haben. Wobei ich glaube, ein Buch auf meiner Liste zu haben, wo ein Alpha zu einem Sub wird. Das muss ich jetzt doch unbedingt lesen. Einfach um zu sehen, ob das Buch dem Klischee entspricht.

      Ansonsten, wir verstehen uns 🙂

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      • N. Bendzko schreibt:

        Stimmt, jetzt wo du’s sagst: In den Filmen darf es auch mal ein älterer oder nicht so gut aussehender Mann sein 😉 Witzig, dass wir das in vielen Liebesromanen gerade nicht so haben.

        Ja, Shades of Grey ist da ein ganz besonderer Fall. Wenn das mich nicht täuscht, war das so bei ihm: Die Mutter arbeitete als Prostituierte, der Zuhälter hat sowohl sie als auch Christian schlecht behandelt. Irgendwann beging die Mutter Selbstmord, wobei Christian vier Tage mti ihrer Leiche eingesperrt war, bevor er von der Polizei entdeckt wurd. Er wurde dann von einer anderen Familie adoptiert. Also ist er schon mal ziemlich traumatisiert. Als Jugendlicher hat er Probleme mit Alkohol und war öfter in Schlägereien verwickelt. Eine Freundin seiner Mutter, die viel ältere Elena, nimmt ihn unter ihre Fittiche. An diese Frau verliert er schließlich seine Unschuld. Sie führt ihn in die Welt des BDSM ein, und die beiden führen sechs Jahre lang eine geheime Beziehung (Elena ist nämlich verheiratet). Interessanterweise agiert Elena da noch als Dom und Christian als Sub.

        Viele Leser, die sich mit BDSM auskennen, haben diesen Teil der Story insoweit kritisiert, dass es als SM als etwas hinstellt, für das man geistig kaputt sein muss. Aber lies einfach offen in das Buch und bilde dir deine eigene Meinung!

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Die Teile aus der Geschichte, die Du erwähnst, von denen habe ich gehört (ich hab damals abgebrochen, als Mami die beiden beinahe erwischt hatte, dass war mir dann doch ein wenig zu viel gewesen). Aber ich denke, ich werde da doch nocht einmal durchhalten und es mir noch einmal antun. Danach kommt dann Vina Jackson (oder wie das Duo richtig geschrieben wird).

        Und ja, wenn ich es schon hier habe, werde ich es doch noch einmal wagen. Kann ich vielleicht für meinen zweiten Teil der Rape Fiction Serie vielleicht verwenden 🙂

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  3. Ryek Darkener schreibt:

    Nachdem ich diesen Beitrag gelesen habe, finde ich es umso erstaunlicher, dass fast niemand Romane schreibt, in denen die Rollen vertauscht sind. Oder zumindest angenähert. Anscheinend nicht einmal viele Frauen-Autoren. Es geht nämlich – meiner Meinung nach – nicht nur darum, dass eine Frau durchaus die meisten Aufgaben übernehmen kann, die in der Literatur oft den Männern zugeschrieben werden. Sondern auch darum, dass dafür ein teilweise sehr hoher Preis zu bezahlen ist. Zumindest aus unserem aktuellen kulturellen Mehrheitsdenken heraus. Ich will damit auf keinen Fall sagen, dass Frauen nicht bereit sind, diesen zu bezahlen, und dass es sich am Ende auch lohnen kann.
    Aber die geneigte (überwiegend weibliche) Leserschaft steht nun einmal auf dem dominanten Männchen, obwohl das im richtigen Leben so was von auf dem Weg auf das Abstellgleis ist. 😉
    Deshalb sind Romane mit wirklich starken Frauen immer noch jenseits des Mainstreams. Aber immerhin sind auch hier die Leser zumeist weiblichen Geschlechts. Es besteht also Hoffnung.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Ryek,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich hab mir lange darüber Gedanken gemacht. Vermutlich ist es hier auch das Problem, dass man bisher noch nicht gewagt hat, mal auszubrechen und andere Geschichten zu schreiben. Als Leserin bekomme ich keine anderen Geschichten präsentiert. Und als Autorin wagen viele nicht, etwas anderes zu schreiben. Denn viele Leserinnen, so die gängige Meinung, wollen ja nur das lesen, was gerade angesagt sind.

      Doch es gibt ja immer wieder Autor*innen die ausbrechen und mal was ganz Neues wagen. Ansonsten gäbe es ja nicht die Dreier und Vierer und sonstige Geschichten. Vielleicht wagt auch mal eine Autorin oder ein Autor mal die Rollen zu wechseln und zu zeigen, dass es anders gehen kann und trotzdem interessant ist.

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