Warum Du Bücher lesen solltest

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer Bücher schreiben will, sollte Bücher lesen. Solche Zitate in verschiedenen Varianten hast und wirst Du sicherlich immer und immer wieder lesen, wenn Du Dich mit Autor*innen unterhältst. Damit wollen sie Dich nicht vom Schreiben abhalten, sondern im Gegenteil, Dich zum besseren Schreiben ermutigen.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht wirst Du Dir sagen, was soll denn der Blödsinn, es sollte wohl klar sein, wer schreibt, liest auch. Wieso sollte man denn überhaupt schreiben? Doch es gibt sie tatsächlich, Autor*innen, die entweder gar nicht lesen, oder vielleicht nur Sachbücher. Oder auch nur Romane aus dem eigenen Genre.

Daher möchte ich heute einfach ein kleines Plädoyer fürs Lesen und fürs Genreübergreifende lesen halten.

Warum überhaupt lesen?

Natürlich, lesen bildet. Das betrifft natürlich auch Sachbücher, in denen man neue Erkenntnisse zu irgendwelchen Gebieten lernt. Aber auch in vielen Romanen wird Wissen vermittelt, die durchaus auf wahre Begebenheiten beruhen (zwar sind nicht alle historischen Romane exakt korrekt recherchiert, aber sie enthalten eine ungemein große Menge an historischen Fakten).

Es sind aber auch die Worte, die verwendet werden. Wenn man liest, lernt man neue Worte, neue Formulierungen, durchaus auch Satzstellungen, die sich so einfach besser anhören. Es soll sogar Studien geben, die sagen, wer mehr liest, kann sich besser ausdrücken.

Und in einem Beitrag habe ich mal gesehen, wie gut die Personen laut vorlesen können, die viel lesen. Und dabei ist es noch nicht einmal wichtig gewesen, ob man selbst sich laut vorliest oder eben nur im Kopf.

Zusätzlich soll das lesen von Romanen (nicht Zeitschriften oder Sachbücher wohlgemerkt) sogar das Leben verlängern. Wenn man eine Stunde am Tag liest, verlängert man wohl das Leben um einige Jahre.

Daher spricht durchaus einiges dafür, dass man sich überhaupt mit dem Thema Lesen beschäftigen sollte. Und dabei ist es egal, ob man selbst schreiben will oder nicht.

Das Wichtigste ist natürlich, es macht auch Spaß. Spaß in andere Welten einzutauchen, sich mit den Figuren identifizieren (oder auch nicht) und die Geschichte mitzumachen. Es gehört dazu und ich selbst will es nicht missen.

Warum sollten Autor*innen lesen?

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber manchmal sitze ich vor dem Plot meines Romans und denke mir nur, wie soll ich das hinbekommen? Wie soll ich aus den ganzen Ideen eine halbwegs gute Geschichte schreiben? Und vor allem, wie soll ich den Roman spannend gestalten?

Hierbei geht es nicht darum, die ganzen Techniken anzuwenden, die man benutzen kann, um Spannung zu erzeugen oder um die passenden Vorahnungen zu erschaffen. Es geht einfach nur um das persönliche Gefühl, schaffe ich es oder schaffe ich es nicht?

Auch wenn man die ganzen Techniken, Tricks und Ratschläge verinnerlicht hat, das persönliche Gefühl kann da immer noch sehr hinderlich sein. Also dieses Gefühl habe ich es wirklich alles richtig gemacht, habe ich auch nichts übersehen, langweile ich meine Leser*innen nicht?

Wenn Du aber liest, wie es andere Autor*innen gemacht haben, es beruhigt irgendwie. Sie haben es ja allesamt irgendwie geschafft, ansonsten hättest Du Dir das Buch ja nicht geholt. Natürlich lese ich Bücher zur Entspannung, aber auch, um zu lernen.

Ich schaue mir bei den Büchern gerne genau an, wie der Einstieg ist, wie die Charaktere dargestellt wurden, wo Show don’t tell betrieben wurde, die Höhepunkte und wie die Geschichte endet. Und noch einige Punkte mehr.

Es ist eine Sache, dies in der Theorie zu lesen, also in den entsprechenden Ratgebern. Wenn ich aber lese, wie es andere Autor*innen umgesetzt haben, dann erlebe ich das mit meinen Sinnen. Das ist dann eine völlig andere Angelegenheit. So lerne ich noch einmal mehr. Und wenn ich mich dann traue, diese beiden Elemente zusammenzufügen und selbst zu schreiben, dann kann ich die Angelegenheit auch meistern.

Wenn Du also sinnlich erfährst, wie andere Autor*innen schreiben, dann lernst Du dadurch noch einmal mehr. Das sind Vorlagen, mit denen Du selbst arbeiten kannst.

Und es hat noch einen Vorteil. Nicht alle Bücher, die Du liest oder noch lesen wirst, sind gut. Das ist ein Fakt. Daher ganz unter uns, es hebt dann doch das Ego, wenn man gesagt bekommt, dass das eigene Buch dann doch besser ist oder man selbst durchaus das Gefühl hat, man kann es besser machen.

Klar, das mag durchaus billiges Egostreicheln sein. Aber wer macht es denn sonst, wenn nicht wir selbst?

Im eigenen Genre lesen

Viele Autori*innen schreiben in einem bestimmten Genre. Das mag der Liebesroman sein, der Krimi oder Fantasyromane. Jedoch ist es häufig so, dass es innerhalb eines Subgenres sogar schon unzählige Varianten geben kann.

Es ist wie mit Fortbildungen auf einer Arbeitsstelle. Es ist immer gut zu wissen, was gerade aktuell ist, was sich ändert und diese Dinge. Das gilt, in meinen Augen, auch für Autor*innen. Natürlich ist es nicht empfehlenswert Trends hinterherzulaufen. Damit verpasst man sie letztendlich. Aber ich finde es gut zu wissen, was gerade angesagt ist, um selbst zu entscheiden, wohin der eigene Weg gehen soll.

Zudem kannst Du auch lesen, wie andere mit einem bestimmten Thema umgehen. Nehmen wir an, Du bist eine Vampirliebhaberin. Dann wird es sehr wahrscheinlich sein, dass Du nicht nur über sie schreibst, sondern auch viel über sie liest. Dabei wirst Du sicherlich viele unterschiedliche Arten von Vampiren kennenlernen.

Und vielleicht kommst Du dabei auf Ideen für Deine Vampire, die es zuvor nicht gab. Eben weil Du Dich mit dem Thema eingehender beschäftigst. Kenne den Markt bedeutet, dass Du weißt, was sich so alles in Deinem Genre herumtummelt. Das bedeutet aber nicht, dass Du diesen zwangsläufig kopieren musst.

In fremden Genres lesen

Wer in fremden Genres liest, kann sich ein wenig mehr entspannen. Hier ist man nicht unbedingt in einem Lernmodus, denn man schreibt ja nicht da drinnen. Nehmen wir an, Du schreibst Fantasyromane und möchtest keine Krimis schreiben. Das bedeutet nicht, dass Du nicht trotzdem Krimis lesen kannst.

Die Entspannung kann durchaus wichtig sein, weil man nicht immer schauen muss, wie hat Autor*in XY das geschrieben? Aber gleichzeitig kannst Du es nutzen, um trotzdem zu lernen.

Krimis eigenen sich durchaus, um zu lernen, wie man Spannungen erzeugen kann, wie man (falsche) Spuren legt und Ähnliches. Wer Science-Fiction schreibt, kann durchaus Fantasy lesen und umgekehrt. Denn irgendwie kann man beide Genres miteinander vergleichen. Natürlich über siebzehn Ecken, aber ich sehe da schon eine gewisse Verbindung.

Zudem ist es auch möglich, dass Du eine Idee für Deine nächste Geschichte siehst, mit einem Genre, indem Du eigentlich nicht schreibst. Wie wäre es denn, einen Science-Fiction-Roman mit einem Krimi zu verbinden (ich schreibe jetzt nicht, dass es das nicht gibt, aber eher seltener).

Es kann Dich zu Themen inspirieren, die Ideen aus einem Roman zu übernehmen und in Deine nächste Geschichte zu verarbeiten. Dabei können ganz interessante Geschichten entstehen, an die Du vorher nicht gedacht hast.

Abschlussgedanken

Lesen, lesen und noch mehr lesen. Das sollte Dein Credo für das kommende Jahr sein. Erschaff für Dich eine Lesechallenge oder mach bei anderen mit. Hauptsache Du liest und noch wichtiger, Du hast Spaß dabei.

P. S. Aufgrund der heutigen Nachrichtenlage in #Berlin bleibt dieser Beitrag erst einmal Bilderlos und ohne weitere Aufforderungen. Bin gerade heftigst geschockt.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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5 Antworten zu Warum Du Bücher lesen solltest

  1. nialebt schreibt:

    Da habe ich mich doch gerade mal ertappt: Tatsächlich lese ich fast nur in meinem eigenen Genre und wage mich nur selten an Krimis oder Liebesgeschichten. Vor Letzterem scheue ich mich noch ein wenig, aber vielleicht greife ich nach deinem Plädoyer mal demnächst zu einem guten Thriller 😉

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Früher habe ich auch nur Fantasyromane gelesen und es dauerte doch ein wenig, bis ich über meinen eigenen Tellerrand geschaut habe. Jetzt bin ich so wild auf alle möglichen Bücher, dass ich gar nicht genug davon bekommen kann. Und ja, bis vor kurzem habe ich mich sogar strikt geweigert Liebesromane zu lesen. Jetzt habe ich auch an denen meinen Spaß (auch wenn es natürlich viel Aufregerpotential bietet). Aber ich selbst lese gerne nun über den Tellerrand hinaus. Es macht halt mir persönlich viel mehr Spaß 🙂

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  2. Pingback: Warum Du Bücher lesen solltest — schreibkasten – lass uns Deine Geschichte vom Nebel befreien | effifanblog

  3. gloriamonique schreibt:

    Sehr interessanter Beitrag, dem ich nur zustimmen kann! Ich schreibe ebenfalls im Fantasy-Genre, lese aber in meiner Freizeit hauptsächlich klassische Literatur. Diese ist enorm abwechslungsreich, sowohl thematisch, stilistisch als auch sprachlich. Ich finde daran immer besonders interessant, warum es gerade diese Geschichten in den ominösen Kanon geschafft haben, gerade, wenn man sie persönlich als nicht besonders spannend einschätzt.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo,

      und vielen Dank. Klassische Literatur ist sowieso ein Thema für sich. Da damals noch eine „andere“ Sprache verwendet wurde, kann sie, meiner Meinung nach, durchaus helfen, dass man selbst einen völlig anderen Bezug zur Sprache entwickelt. Und ich denke, das kann auch bei aktuellen Romanprojekten durchaus nützlich sein. 🙂

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