Vom Perfektionismuswahn bis zur Veröffentlichungsblockade

Hei, hallo und herzlich willkommen,

kennst Du folgende Gedankengänge?

Mein Roman ist fertig. Das ist toll. Aber jetzt muss ich erst einmal recherchieren. Nicht, dass sich da noch ein Fehler eingeschlichen hat. Ich brauche noch ein Buch zum Thema X, und dann muss ich noch was zum Thema Y im Internet recherchieren. Wenn ich damit fertig bin, muss ich noch einmal die Rechtschreibprüfung über den Text laufen lassen. Mmh, ich sollte mir am besten noch drei Bücher zum Thema Z holen, damit ich auch wirklich sicher bin, das Thema richtig dargestellt zu haben. Und wenn ich damit fertig bin, vielleicht lasse ich noch einen Experten darüber lesen. Vielleicht ist da ja noch ein Fehler zu finden. Und wenn ich schon dabei bin, kann ich noch einmal die Punkte überprüfen, die ich schon recherchiert habe. Da bin ich mir jetzt doch nicht mehr so sicher. Am besten ich gehe ganz sicher und schreibe den ganzen Roman noch einmal neu, bevor ich ihn veröffentliche.

Oder …

Das Buch ist fertig, ich hab genug recherchiert, einer Testleserin hat es gefallen, ich veröffentliche es jetzt, yayyyy.

Kurze Vorgedanken

Gut, der zweite Gedankengang ist etwas übertrieben, aber ich denke, Du verstehst, was ich damit sagen will (auch wenn ich bei dem einen oder anderen Roman das Gefühl habe, dass sie genau DAS gedacht haben). Doch seien wir mal ehrlich, wie viele von uns haben die Gedanken aus dem ersten Text? Ich mindestens drei Mal in der Stunde.

Ich will gar nicht wissen, wie viele Menschen von diesen Gedanken regelrecht zerfressen werden und sich daher nicht trauen zu leuchten. Dadurch fehlt es letztendlich an wunderbare Literatur und vielen anderen Dingen. Und das eben nur, weil der Selbstzweifel und der Gedanken an dem Perfektionismus uns regelrecht zerfressen.

Daher möchte ich mir heute darüber Gedanken machen (und mir selbst damit in den Allerwertesten treten).

Was ist Perfektionismus oder auch, was verstehe ich darunter?

Perfektionismus ist irgendwie ein Schlagwort geworden. Es gibt das perfekte Dinner, das perfekte Kleid, das perfekte Outfit, den perfekten Freund und so weiter und noch einiges mehr. Perfektion ist zu einem Mantra geworden und man hechelt diesem Mantra förmlich hinterher, anstatt einmal kurz innezuhalten und sich zu fragen, was bedeutet das eigentlich?

Im Folgenden bleibe ich im künstlerischen Bereich, da der Beitrag sonst Ausmaßen annehmen könnte, der nicht mehr handhabbar wäre.

Perfektionismus bedeutet letztendlich, dass ein Werk so perfekt ist, so rund, so erhaben, dass man einfach nichts daran auszusetzen hat. Alles ist so, wie man es mag, wie man es gerne hätte und wie man es braucht. Man sieht oder liest das Kunstwerk und weiß, alles ist so, wie man es erwartet.

Wenn es sich um ein Buch handelt, würde es auf dem Händlerportal mit dem großen A nur fünf Sterne Rezensionen regnen. Denn alle werden dieses Werk lieben. Es entspricht ja den Erwartungen, den die Leute an das Buch hegen. Und die wurden allesamt erfüllt.

Mit anderen Worten, ich würde dieses Werk als langweilig bezeichnen. Denn, ist es perfekt, dann kann man nicht darüber diskutieren oder sich sogar aufregen. Perfekte Werke sind ja rund um glatt und wohlgeformt. Was soll man sich darüber noch unterhalten. Und ehe man sich versieht, können doch genau diese in Vergessenheit geraten.

Diese Woche habe ich einen Fantasyroman gelesen. Er war lustig, unterhaltsam und ich hatte meine Freude beim Lesen (nachdem meine Mutter mir dringend empfohlen hat, diesen Roman zu lesen). Was viel mir auf? Für mich war er gar nicht perfekt. Denn ich achte doch durchaus auf die Frauenrollen. Und in dem ganzen Roman tauchten zwar vier Frauen auf. Drei jedoch nur in Erzählungen (eine historische Königin, eine verschwundene Mutter und eine Geliebte). Aktiv spielte nur eine einzige Frau mit, in einer Nebenrolle.

War das ein perfekter Roman? Für mich fast. Aber er hat unterhalten. Ist das nicht wichtiger?

Perfektionismus ist langweilig, bremst aus und ist trocken

Genau, für mich war das nicht der perfekte Fantasyroman. Und trotzdem habe ich ihn gerne gelesen und hatte meinen Spaß damit gehabt. Die Zeit, die ich mit diesem Roman verbracht habe, habe ich nicht bereut. Und ich hatte genügend Material, um darüber zu diskutieren. Mit meiner Mutter, einigen Leuten auf Twitter, und wenn mich jemand nach einer Buchempfehlung fragt, das Buch wird definitiv dabei sein.

Warum? Eben, weil es nicht perfekt war. Es regte mich zum Denken an, zum Hinterfragen, zur kritischen Auseinandersetzung und einiges mehr. Und für mich macht genau das ein perfektes Buch aus. Dass es eben nicht perfekt ist.

Ein perfektes Buch ist letztendlich nur noch öde. Denn es ist ja schon bekannt, dass es keine Fehler macht und aus diesem Grund gibt es keinen Grund sich zu fragen, warum hat die Autorin oder der Autor dieses oder jenes gemacht. Oder sich über gewisse Dinge aufzuregen. Denn es ist ja genauso, wie ich es mir vorgestellt habe.

Im Gegenteil, perfekte Bücher bremsen aus. Denn, wie oben beschrieben, denken wir die ganze Zeit, wie wir das Buch perfekt hinkriegen. Und dabei kommen wir nicht mehr dazu, es auch wirklich zu veröffentlichen.

Doch warum wollen wir perfekte Bücher schreiben?

Sicherlich träumen so gut wie alle Autorinnen und Autoren (besonders die AnfängerInnen) davon, eben dieses mysteriöse perfekte Buch zu schreiben (die veröffentlichten AutorInnen wissen es besser). Denn sie wollen es gleich von Anfang an ja es eben richtig machen.

Immerhin wollen sich viele AutorInnen positionieren und dazu benötigen sie eben einen guten Start in die Welt der Bücher. Das glauben sie/wir halt. Daher wird so lange an dem Erstlingswerk gearbeitet, überarbeitet und gefeilt, bis man das Gefühl hat, jetzt könnte es funktionieren.

Doch dann nagt da etwas in der Seele der Autorin oder des Autoren. Es könnte ja doch sein, dass es eben doch nicht so perfekt ist. Es stimmt da etwas nicht, irgendeine Kleinigkeit. Also liest man sich die Geschichte immer und immer wieder durch, nur um wirklich sicherzugehen, man hat nichts vergessen, nichts übersehen, nichts falsch recherchiert.

Irgendwo tief in unserem Inneren ahnen wir, was der wahre Grund ist, warum wir so lange an unserem Buch feilen. Doch zugeben, das wollen wir nicht.

Ich behaupte, DAS ist der wahre Grund für den Perfektionismuswahn

Wenn wir endlich unseren Roman veröffentlichen oder auch nur anderen LeserInnen zum Kritisieren geben, dann tun wir etwas, was über uns hinaus geht. Wir geben unser geliebtes Baby aus den Händen. Und damit geben wir uns einer gewissen Blöße, die vorher einfach noch nicht da war.

Bisher konnten sich die PerfektionistInnen verstecken. Sie konnten sich vorstellen, dass ihr Werk perfekt ist und sie dafür bejubelt werden, wenn sie ihr Buch veröffentlichen. Und natürlich kommt auch gleich der große Filmvertrag, damit ihre LieblingsschauspielerInnen dort mitspielen. Der Oscar wartet auch schon und so weiter und noch viel mehr.

Jetzt stellt sich heraus, ob sie wirklich so gut sind, wie sie es gehofft haben. Jetzt zeigt sich ihre Angst.

Ich behaupte, dass die Angst der wahre Grund, warum viele in einen gewissen Perfektionismuswahn verfallen. Denn sie müssen sich der Wahrheit stellen. Ihr Werk ist vielleicht gar nicht so perfekt, wie sie es sich vorstellen. Es könnte Kritik kommen. Und sie müssen noch warten, bis der erste Filmvertrag kommt (wenn überhaupt). Das ist etwas, was viele (unbewusst) zu schaffen machen könnte.

Denn sie müssen sich nun ihren inneren Dämonen und Dämoninnen stellen und dem auch noch standhalten. Jetzt heißt es zu zeigen, dass sie auch bereit sind, ihr Baby nicht nur aus der Hand zu geben. Es kommt auch noch dazu, dass sie auch die Kritik annehmen können. Und ja, das fällt vielen schwer (auch mir, ich gestehe).

Da ist es definitiv leichter, wenn man sich verstecken kann, um in einer Traumwelt zu leben. Dort ist es definitiv leichter zu tun, als wäre man wirklich gut. Da muss man sich oder sonst jemanden beweisen, dass man vielleicht doch noch ein wenig am Werk arbeiten muss.

Jetzt kommt es auf Dich an

Es reicht nicht aus, nur zu träumen. Willst Du wirklich veröffentlichen, eines Tages vielleicht sogar von dieser Arbeit leben, dann muss Du jetzt aufwachen und Dich trauen. Trau Dich Dein Werk aus den Händen zu geben. Trau Dich von der einen oder anderen Person regelrecht zerrissen zu werden. Das gehört dazu. So ist nun einmal das Leben.

Aber es könnte ja auch sein, dass Dein Buch besser ist, als Du bisher gedacht hast. So ganz tief in Dir drinnen, mit Deinen Selbstzweifeln und Ängsten. Wenn Du Dich mit Deinem Werk beschäftigst, dann wirst Du Dir sicherlich die größte Mühe geben (zumindest behaupte ich das). Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass das Werk grundlegend schlecht ist. Aber ich behaupte auch, dass es noch ein wenig Liebe braucht, um wirklich gut zu werden.

Und diese Liebe kannst Du Deinem Baby nicht allein geben. Diese Liebe kann auch von außen kommen, gelegentlich muss sie sogar von außen kommen. Daher ist es wichtig, dass Du mutig wirst und Dich anderen anvertraust. Sie werden Dir sicherlich helfen das Beste aus Deiner Geschichte zu holen.

Daher lege ich Dir die heutigen Übungen sehr ans Herz. Vielleicht klappt es ja, dass wir aus unserem eigenen Schatten heraustreten.

Aber nicht alle leiden darunter

Nein, natürlich nicht. Nicht alle leiden unter einem Perfektionismuswahn. Es gibt durchaus diejenigen, die sich so dermaßen überschätzen, dass sie gleich die erste Version, eventuell die Zweite bei Amazon hochladen oder an einen Verlag bzw. an eine Agentur schicken.

Um es jedoch kurz zu machen, um diese Gruppe geht es mir in diesem Beitrag erst einmal gar nicht. Mir geht es wirklich um diejenigen, die unter einem Perfektionismuswahn leiden und daher gar nicht zum Veröffentlichen kommen.

Dazu kann es gerne einen weiteren Beitrag geben. Oder wer starke Nerven hat, kann sich diesen Beitrag von Stephan Waldscheidt auf Facebook durchlesen.

Abschlussgedanken

Wenn Du ein perfektes Werk haben möchtest, wirst Du wohl ewig an diesem Arbeiten. Denn Du wirst niemals DAS perfekte Werk schreiben. Die Menschen und damit Deine LeserInnen haben allesamt einen unterschiedlichen Geschmack. Während die eine längere Passagen mögen, wo nur erklärt wird, finden andere genau das grausam. Wo also den Weg des Perfektionismus finden?

Perfektionismus bedeutet letztendlich auch, ich will allen gefallen. Niemand soll es wagen, mich zu kritisieren. Doch will ich allen gefallen, gefalle ich letztendlich niemanden. Ich muss nicht nur einen Weg finden meine Geschichte zu schreiben, es geht darum, meinen Weg zu finden. Und wenn Du diesen gehst, wirst Du letztendlich auch Menschen finden, die mit Dir diesen Weg gemeinsam gehen wollen.

Nun musst Du Dich nur noch trauen, diesen Weg zu gehen. Gemeinsam mit vielen Menschen, die Du letztendlich in Deinem Nachwort bedenken kannst 😉

Erstlingswerke

Häufig leiden insbesondere AnfängerInnen unter dem Perfektionismuswahn. Daher ist es durchaus eine gute Idee sich andere Erstlingswerke durchzulesen. Lies Dir nicht nur Verlagswerke durch, sondern auch von Selfpublishern.

Kleiner Hinweis: Erstlingswerke sind nicht zwangsläufig als Erstes veröffentlicht wurden (als Beispiel siehe Elizabeth George). Gegebenenfalls ein wenig recherchieren.

Ich kann Dir aus erster Hand sagen, es gibt wahre Perlen unter den Erstlingswerken. Und bei anderen Büchern frage ich mich, wie dreist die Autorin bzw. der Autor nur sein konnte, um solch ein Buch zu veröffentlichen. Aber Du wirst sehen, dass sie alle nicht perfekt sind.

Interview mit einer Autorin bzw. einem Autor

Spring über Deinen eigenen Schatten und wag es einige der AutorInnen anzuschreiben und zu fragen, wie sie heute zu ihrem Erstlingswerk stehen. Wie haben sie damals gefühlt, als sie ihren ersten Roman veröffentlicht haben? Und wie sehen sie heute ihre erste Geschichte?

Versprich ihnen gleich, dass Du keine ihrer Antworten veröffentlichen willst. Sag ihnen klar, dass Du erfahren willst, wie ProfiautorInnen letztendlich mit diesem Thema umgegangen sind, als sie selbst noch AnfängerInnen waren.

Und notfalls schieb die Schuld auf mich.

Das aktuellste Werk

Du kannst als Nächstes ein aktuelles Werk der AutorInnen lesen, um einfach zu sehen, wie sich die Schreibfähigkeit entwickelt hat. Du wirst sicherlich sehen, dass zwischen dem Erstlingswerk und dem aktuellen Roman himmelweite Unterschiede gibt.

Veröffentliche eine Szene, eine Kurzgeschichte – unbearbeitet

Um Dich von Deinem Perfektionismuswahn zu lösen, kommt hier etwas wirklich Schwieriges. Schreib eine längere Szene oder eine Kurzgeschichte und veröffentliche sie. Ganz wichtig, ohne sie zu überarbeiten oder zu korrigieren.

Natürlich darfst Du vorneweg erwähnen, dass Du die Geschichte eben nicht korrigiert hast, wenn Du schon gewisse Anfeindungen fürchtest. Es geht mir hierbei darum, einfach loszulassen. Lass los und sieh zu, wie das, was Du geschrieben hast, angenommen wird.

Sicherlich wird es durchaus den einen oder anderen negativen Kommentar geben. Aber ich bin mir auch sicher, dass es Leute geben wird, denen gefällt was Du schreibst und andere werden Dir Ratschläge geben, wie Du Deinen Text verbessern kannst.

Lass los …

Schick jemanden, der oder den Du vertraust, die ersten drei Kapitel zu, damit diese Dein Werk bewerten kann. Sag ihr oder ihm gerne, dass die Kritik nicht niederschmetternd aber ehrlich ausfallen soll. Du willst Kritik hören und keine Verrisse.

Damit lernst Du loszulassen, und Dein Werk in fremde Hände zu geben. Das ist immerhin der erste wichtige Schritt, um Deine Geschichte auf die nächste Ebene zu bringen. Und Liebe von außen zu bekommen.

… und leuchte

Und dann, wenn das Werk fertig ist, lass los, veröffentliche Deinen Roman und leuchte. Das hast Du Dir verdient.

Die folgenden Links drehen sich in erster Linie um den Ausbruch aus dem Hamsterrad. Aber ich denke, dass Du das eine oder andere durchaus auch als AutorIn mitnehmen kannst:

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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4 Antworten zu Vom Perfektionismuswahn bis zur Veröffentlichungsblockade

  1. Michael Behr schreibt:

    Ein sehr interessanter Artikel, danke dafür!

    Vielleicht liegt es daran, dass ich mich so sehr mit meinen eigenen Ängsten beschäftigt habe, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass so vielen Autoren, wie du vermutest, die eigene Angst vor der Veröffentlichung gar nicht bewusst ist. Ich könnte mir eher denken, dass diese Ängste sich versachlichen, also dass z.B. der Gedanke vorgeschützt wird, dass man durch eine übereilte Veröffentlichung eventuelle Käufer für immer vergrault.

    Bei mir persönlich ist es eine Mischung aus beidem. Zum einen habe ich lange, wirklich lange gezögert, mein Erstlingswerk im Selfpublishing herauszugeben, weil ich das Gefühl hatte, ich habe genau diesen einen „Schuss“. Wenn das Publikum mich bei dem abstraft, dann war es das. Alleine schon, weil ich mir nur einmal den finanziellen Aufwand für Lektorat und dergleichen leisten kann.

    Tatsächlich habe ich so lange gezögert, bis doch, kaum zu glauben, ein Buchvertrag am Horizont aufgetaucht ist. Und da sind mir dann noch einmal die Ängste richtig bewusst geworden, die sich um die Qualität meines Schreibens drehen. Selbst noch, als ich der Verlegerin gegenüber saß und sie mir erklärte, wieso sie den Roman haben will, wartete ich darauf, dass sie gleich zu lachen beginnt und mit den Finger auf mich zeigt: »Reingefallen!«

    Mit einem hast du sicherlich und absolut Recht: Es ist wichtig, loszulassen. Kein einfacher Prozess, wie ich bei meinen ersten Kurzgeschichten auf meinem Blog gemerkt habe, die ich in der Tat unbearbeitet hochgeladen habe. Aber es führt kein Weg am Loslassen vorbei.

    Ich wiederhole mich gerne – ein sehr interessanter Artikel!

    Gefällt mir

    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Michael,

      vielen Dank für Deine Sicht der Dinge. Vor einiger Zeit habe ich ein Erstlingswerk einer Autorin gelesen, welches, um es mal nett auszudrücken, einfach nur grauenhaft war. Es passte irgendwie nichts zusammen. Und doch wurde dieses Buch ein Erfolg und die Leute haben es gelesen. Buch 2 erschien, Buch 3 erschien und so weiter. Und diese Autorin ist immer noch dabei und ganz weit vorne.

      Natürlich kann ein schlechtes Erstlingswerk fatal sein, andererseits ist das nicht zwangsläufig ein Todesurteil. Man muss halt immer weiter und weiter machen. Das ist wohl das wichtigste.

      Bezüglich der Ängste vor der Veröffentlichung, da habe ich durchaus auch von mir geschrieben. Denn mir war bis vor kurzem gar nicht bewusst, dass meine Faulheit und mein Recherchewahn eigentlich nur dazu führte, dass ich immer länger und länger an meinem Manuskript saß und ihn eben nicht veröffentlichen konnte. Denn ich hatte ja nichts, außer meinen Ausreden 😉 Und wenn es mir so geht, ich denke, vielen anderen geht es auch so.

      Daher muss man halt die eigene Angst irgendwie überwinden und sich zeigen. Ich habe zum Beispiel meine ersten drei nicht überarbeiteten Kapitel an jemand völlig Fremdes geschickt, nachdem ich eine Woche lang mich davor gedrückt hat. Das tat richtig gut (auch wenn ich auf eine Rückmeldung eigentlich immer noch warte, egal).

      Auf alle Fälle muss man/ich loslassen lernen, um wirklich den nächsten Schritt zu gehen. Auch wenn man sich ein Lektorat leistet und alles drum und dran, muss man trotzdem diesen einen Schritt gehen und auf den Sendebutton (E-Mail an einen Verlag bzw. eine Agentur) oder dem Veröffentlichungsbutton (Selfpublishing) drücken. Ansonsten wird das nichts (mit dem Filmvertrag 😉 ).

      Danke Dir auf alle Fälle für Deine Ansichten ❤

      Gefällt 1 Person

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