Tipps für Dich, wenn Du eine gute Betaleserin werden möchtest

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in meinem Beitrag über einen möglichen Bearbeitungsplan habe ich über Alpha-, Beta- und GammaleserInnen geschrieben. Doch vielleicht fragt sich doch die eine oder der andere, was das jetzt genau ist und vor allem, wie man zu guten TestleserInnen wird.

Darüber habe ich einiges recherchiert und mir Gedanken gemacht. Und die möchte ich Dir heute vorstellen.

Kurze Vorgedanken

Gerade BetaleserInnen gehören für viele AutorInnen zum festen Inventar, wenn es um die Überarbeitung ihres Romans geht. Man liest häufig davon, dass Kapitel zu den BetaleserInnen gegangen ist oder man suche welche. Und es gibt Gruppen oder auch Foren für entsprechende Leute.

Diesen Beitrag kannst Du gerne an Deine BetaleserInnen weiterleiten, wenn Du für sie Inspirationen benötigst, wie sie Dir helfen können. Oder für Dich, wenn Du selbst die Möglichkeit hast, andere Werke zu bearbeiten.

Ich selbst unterteile zwischenzeitlich zwischen drei verschiedenen Lesestadien (eben Alpha, Beta und Gamma). Aber hier möchte ich, aus vereinfachenden Gründen, nur die Bezeichnung BetaleserIn verwenden, weil sie schlicht am bekanntesten ist. Trotzdem eignet sich der Beitrag für alle Formen von Lesetypen.

Was genau sind jetzt BetaleserInnen?

BetaleserInnen sind die ersten KritikerInnen für Deine Geschichte. Sie bekommen von Dir eine Fassung Deines Romans und dürfen sich diesen durchlesen. Jedoch ist das kein reiner Lesespaß für sie. Denn ihre wichtige Aufgabe ist es, kritische Anmerkungen zu Deinem Text zu verfassen.

Das bedeutet, sie sollen Dir nach dem Lesen sagen, was nicht gut war und unbedingt überarbeitet werden muss oder gar, wo die logischen Fehler sind. Aber auch, was Dir wirklich gut gelungen ist. Seien wir ehrlich, nichts ist frustrierender, als wenn man andauernd liest, was schlecht ist. Daher darf Lob ruhig sein.

Sie sind also die kritischsten LeserInnen, die Du haben wirst. Denn auch wenn Du LeserInnen bekommst, die Dein Werk auseinandernehmen, theoretisch sind Deine BetaleserInnen noch schlimmer. Denn sie suchen wie Adler nach den Fehlern. Und im Idealfall entgeht ihnen nichts.

Brauche ich wirklich BetaleserInnen?

Wie lange, ungefähr, brauchst Du, um Dein Manuskript fertig zu schreiben? Sicherlich schon den einen oder anderen Monat. Und dabei kann es passieren, dass wir einfach betriebsblind werden.

Mit betriebsblind meine ich, dass wir die Dinge nicht mehr so objektiv sehen, wie wir es sehen müssten. Für uns sind die Dinge klar, weil wir ein inneres Bild von den Charakteren oder einer Szene haben. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dies für die anderen genauso gilt.

Nehmen wir an, Du hast eine Szene beschrieben, in denen zwei Charaktere miteinander agieren und vor Deinem Auge war das ein leidenschaftlicher Streit, bei dem einer der Charaktere sehr kunstvoll zu Tode gekommen ist. Diese Szene ist vor Deinem inneren Auge so unendlich klar und eindeutig. Das bedeutet aber nicht, dass Du es wirklich so beschrieben hast, dass es auch vor meinem Auge klar wird.

Nein, das hat nicht zu bedeuten, dass Du eine schlechte Schriftstellerin oder ein schlechter Schriftsteller bist. Du hast diese Szene nur nicht DAS Leben eingehaucht, was nötig wäre, um Deine Vision klar zu machen.

Oder Deine Charaktere kommen nicht einheitlich rüber. Wenn sie größtenteils als liebevoll und manierlich daherkommen und einmal sind sie zickig, fällt das auf. Und viele LeserInnen stolpern dort und fragen sich, ob Du als AutorIn Deine Geschichte überhaupt noch unter Kontrolle hattest. Auch da können Deine BetaleserInnen helfen.

Auch bei vielen anderen (logischen) Ungereimtheiten oder gar Fehlern können sie Dir hilfreich zur Seite stehen. Und das gilt nicht nur für SelfpublisherInnen. Auch wenn Du die Arbeit mit einem Verlag anstrebst, solltest Du Dir überlegen, Dein Roman durch den Spießrutenlauf Deiner BetaleserInnen zu jagen. Die Wahrscheinlichkeit, dass danach Dein Roman besser wird, ist ungemein größer.

Gute SchriftstellerInnen benötigen keine BetaleserInnen

Schön wäre es, aber selbst Profis können die Hilfe von BetaleserInnen ruhig annehmen. Und wenn allein ein kruder Satzbau geändert wird, hat sich das Ganze schon gelohnt. Denn auch erfahrene SchrifstellerInnen können sich in einer Vision verlieren und sind dieser nicht so gefolgt, wie sie es gerne hätten.

Das ist alles völlig normal. Und aus diesem Grund ist eine fremde Meinung durchaus gut und sollte willkommen sein. Wenn man sich Hilfe holt, bedeutet das nicht, dass man schlecht ist, es bedeutet bloß, man hat sich Hilfe geholt. Das ist alles.

Im Laufe der Zeit kannst Du Dir einen festen Stamm an BetaleserInnen aufbauen, auf deren Hilfe Du bei jedem Romanprojekt zurückgreifen kannst. Alternativ kannst Du aber auch jedes Mal neue LeserInnen bitten, Dir zu helfen. Beides hat Vor- und Nachteile.

Wenn Du einen festen Stamm hast, brauchst Du nicht jedes Mal aufs Neue nach jemandem zu suchen. Sie kennen Dich und Deine Schwächen nur zu genau. Und da kann auch schon der Nachteil liegen. Wenn sie Dich so gut kennen, dann könnte es sein, dass sie sich auf bestimmte Fehler konzentrieren und alles andere versehentlich übersehen.

Zudem ist es fraglich, ob sie immer Zeit haben, wenn Du deren Hilfe benötigst. Und man kann das auch nicht von ihnen erwarten.

Deine neuen LeserInnen musst Du jedoch immer und immer wieder finden. Da bedeutet, dass Du ein wenig Zeit dafür investieren musst. Jedoch haben sie normalerweise Zeit für Dich, wenn Du deren Hilfe benötigst. Du kannst daraus eine Bewerbung machen und ich behaupte jetzt, dass sich niemand bewirbt, wenn sie oder er für Dich dann keine Zeit hat.

Aber einige müssen sich erst einmal in diese Arbeit hineinversetzen, weil einige noch nie BetaleserInnen waren. Zudem kann es auch Zeit, dass sie die Arbeit unterschätzen und sich nicht an Fristen halten. Doch häufig haben sie einen frischen Blick auf Deine Arbeit und können Dinge mitteilen, an die Du zuvor noch nicht gesehen hast.

Was macht gute BetaleserInnen aus?

BetaleserInnen müssen nicht zwangsläufig AutorInnen sein, auch wenn das durchaus hilfreich ist. Aber nicht jedeR AutorIn ist bereit Deinen Text kritisch auseinanderzunehmen. Denn letztendlich benötigen sie die Zeit auch, um selbst an ihren nächsten Roman zu schreiben. Wenn Du also einE AutorIn erwischst, dann Glückwunsch dazu.

Jedoch sollten Deine BetaleserInnen auch sonst viel lesen. Vor Jahren habe ich mein Buchprojekt an zwei Freunden gegeben, die durchaus gelesen haben, aber nicht so viel, dass man sie als Leseratten bezeichnen kann (auch wenn sich der eine in diese Richtung inzwischen entwickelt hat). Aber von beiden habe ich niemals eine Rückmeldung erhalten. Das spricht für sich.

Idealerweise sind Deine BetaleserInnen auch Deine Zielgruppe. Wenn Du also einen Liebesroman schreibst, der sich an Frauen zwischen 21 bis 49 Jahre richtet, dann wäre es gut, wenn Du aus dieser Gruppe die Betaleserinnen findest. Wenn Dein Roman im Bereich historisch einzuordnen ist, sollten Deine Betaleserinnen auch dort gerne ihre Romane lesen. Und so weiter.

Sie sollten keine Angst haben, Dir Deine Meinung zu sagen. Es gibt Leute, die lieber auf Kuschelkurs gehen, als Dir dann wirklich eine ehrliche Kritik zu liefern. Ganz ehrlich? Verzichte lieber auf solche Leute. Denn sie helfen Dir nicht weiter. Sie sollen Dir wirklich sagen, was Du gut gemacht hast und was nicht.

Aber auf Leute, die Dich regelrecht runterputzen und fertigmachen, würde ich auch ganz klar verzichten. Und ja, es gibt sie wirklich. Von vielen, meist JungautorInnen, habe ich das schon öfters gelesen. Selbst hatte ich auch schon dieses zweifelhafte Vergnügen.

Nicht nur LeserInnen, sondern auch gestandene AutorInnen haben scheinbar eine diabolische Freude daran, andere mit ihrer Kritik zu verunsichern oder gar fertigzumachen. Jeder Fehler wird lang und breit ausgeschlachtet und es gibt nichts, aber auch wirklich rein gar nichts, was ihnen gefällt. Und noch schlimmer, sie attestieren Dir vielleicht sogar noch, dass Du bloß aufhören sollst zu schreiben. Wenige sagen das direkt, andere verhalten sich dabei eher subtil.

Wenn Du das Gefühl hast, dass Du an jemand geraten bist, die oder der auf die oben aufgeführte Beschreibung trifft, trenne Dich von der Person. Notfalls frag bei anderen nach, ob Du zu empfindlich bist, wenn Du das brauchst. Aber lass Dich nicht runterputzen. Dafür ist Deine Geschichte viel zu wichtig.

Wichtig ist auch, dass Deine BetaleserInnen nicht aus Deinem sozialen Umfeld kommen. Meine Mama ist zwar eine sehr kritische Leserin. Und ich traue ihr auch zu, dass sie mir sagt, wenn ihr etwas gefällt und nicht gefällt. Damit mag sie eine Ausnahme sein. Aber viele Eltern, Geschwister oder auch die eigenen Kinder lieben Dich zu sehr, als das sie Dich verletzen wollen. Also heißt es meistens, ja, es war toll, schreib weiter.

Sie dürfen sich gerne am Endergebnis erfreuen, Dich bis dahin unterstützen (und die Wäsche bügeln oder das Essen kochen). Aber bürde ihnen nicht auf, Deine Werke zu kritisieren. Sie werden Dir zuliebe das nicht richtig machen. Daher such Dir Leute aus, die keine Angst haben, ein wenig härter zu sein und Dir ihre ehrliche Meinung sagen.

Wichtig ist jedoch auch, dass Deine BetaleserInnen wissen, was ein gutes Buch wirklich ausmacht. Es kommt nicht immer auf die ganz kleinen Details an, die eventuell wichtig sein könnten. Sondern auf das große Ganze und das alles Hand in Hand greift und funktioniert. Deine LeserInnen haben halt Erfahrungen oder sogar Kenntnisse, was zu einer guten Geschichte gehört. Das ist wichtig, damit sie sich nicht auf jedes noch so kleine Detail stürzen und das kritisieren, aber das große Ganze aus den Augen verlieren.

Weiterhin finde ich es wichtig, dass sie sich nicht sklavisch an den Vorgaben eines guten Textes halten, was wir wohl alle in der Schule gelernt haben. Damit meine ich, dass ein guter Text ja diese oder jene Elemente enthalten muss, damit man eine halbwegs gute Note in Deutsch bekommt. Wichtig ist hier, dass sie einen guten Text erkennen und diesen auch fördern und nicht wollen, dass Du diesen Text genauso schreibst, damit Du eine Eins in der Schule bekommst.

Solltest Du noch einE ExpertIn unter Deinen BetaleserInnen haben, welche sich auf Deinen Schreibgebiet auskennt, wundervoll. Dann bitte diese Person, sich besonders auf diesem Gebiet umzusehen und Dir Tipps zu geben.

Hier ein kleines Beispiel: Wenn Du über den amerikanischen Bürgerkrieg geschrieben hast, hast Du aller Wahrscheinlichkeit sehr viel recherchiert. Aber es könnte trotzdem sein, dass Du ein Detail nicht richtig dargestellt hast. Da könnte Deine Expertin oder Dein Experte ein Blick darauf werfen und dieses Detail korrigieren. Oder Dir Informationen geben, an die Du nicht gedacht oder die Du einfach nicht gefunden hast.

Solche BetaleserInnen können Deinem Roman noch einmal eine informatorische Tiefe verleihen, an die Du vorher nicht gedacht hast. Wenn Du also Korrekturen oder Vorschläge bekommst, dann überleg Dir, ob Du diese nicht übernehmen möchtest.

Was machen schlechte BetaleserInnen aus?

Schlechte BetaleserInnen gibt es genügend. Und wenn Du viel Glück hast, gerätst Du nicht an diese. Aber es kann immer passieren, dass unter den ganzen Perlen doch jemand dabei ist, bei der oder dem Du Dir denkst, muss das jetzt wirklich sein?

Gerade LeserInnen, welche Dir nicht helfen DEINE Geschichte zu schreiben, sondern Dich überreden oder gar zwingen wollen, dass Du deren Geschichte schreibst, solltest Du meiden. Damit meine ich, dass sie so lange an Deinem Text rummäckeln, bis Du deren Idee umsetzt und Dich dabei mehr und mehr von Deiner Grundidee entfernst.

Das hatte ich vor Jahren mit einer Schreibtrainerin. Wenn ich eine Idee hatte, wurde diese von ihr regelrecht abgeschmettert und sie wollte, dass ich ihre Ideen letztendlich einbaue und umsetze. Es waren halt ihre Ideen und nicht meine. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich bis heute nicht mehr so richtig an meine Geschichte rangekommen bin.

Und natürlich die RunterputzerInnen. Also die LeserInnen, die nichts Besseres zu tun haben, als Dein Werk (und damit letztendlich Dich selbst) fertig und kaputtzumachen. Auch wenn Du um eine ehrliche Meinung bittest, sollten sie so viel Respekt vor Dir und Deiner Arbeit haben, damit sie Dich nicht fertigmachen müssen. Ehrliche Meinung bedeutet eben nicht, dass ein Verriss am Ende steht.

Tipps an die LeserInnen selbst

Nur, weil man selbst viel liest, bedeutet das nicht automatisch, dass man sich automatisch als BetaleserIn eignet. Denn es gibt Bücher und es gibt Bücher. Hier sind ein paar Tipps für Dich, die Dir vielleicht bei der Wahl des Buches helfen, welchen Du gegenlesen sollst.

Lies nur das, was Du auch gerne liest

Wenn Du eine absolute Liebesromanleserin bist, Dir aber Thriller nicht gefallen, lies keine Thriller. So einfach ist das. Was Du nicht magst, brauchst Du auch nicht lesen. Denn Du kennst Dich in diesem Genre nicht aus und weißt daher nicht, was wirklich funktioniert. Zudem wirst Du Dich wahrscheinlich schwertun, überhaupt das Manuskript zu lesen.

Was für eine Kritik sollst Du liefern?

Damit meine ich natürlich nicht, dass Du nur wohlwollende Kritik abzuliefern hast. Sondern frag die Autorin oder den Autor, auf welche Punkte Du genau ein Auge werfen sollst. Ist es eher der Plot, dann konzentriere Dich mehr darauf, als auf die Charakteristik oder den Dialog.

Natürlich darfst Du auch das anmerken, wenn Dir etwas auffällt. Aber wenn der Plot hier wichtiger ist, dann solltest Du hier mehr Energie investieren.

Du schreibst NICHT dieses Buch

Auch wenn es uns manchmal schwerfallen mag, gerade wenn Du selbst eine Geschichte schreibst, so hat die Autorin oder der Autor das Recht, ihre Geschichte nach der eigenen Nase zu schreiben. Denn sie oder er schreibt diesen Roman und nicht Du.

Das bedeutet, dass Du versuchen sollst, den Roman in ihrem/seinen Sinne zu kritisieren. Und nicht so, wie Du es geschrieben hättest.

Dialoge sind besser als Ratschläge

In dem Wort Ratschlag kommt das Wort „Schlag“, also schlagen, vor. Und das kann manchmal sehr unangenehm werden. Aus diesem Grund ist es besser, wenn Du keine Ratschläge erteilst, sondern mit der Autorin / dem Autor in einen Dialog trittst und sagst, was Dir nicht gefällt und was doch.

Sprich mit der Person und warte auf eine Antwort. Reagiere darauf und rede mit ihr oder ihm. Dann habt ihr beide etwas davon.

Sei konstruktiv, nicht befehlend

Das Beste ist immer, wenn Du erklärst, wo man etwas besser machen kann und nicht, wie sie oder er es gefälligst es besser zu schreiben hat. Ihr seit einem Team und wollt zusammenarbeiten. Und das bedeutet auch, dass Du durchaus Vorschläge machen darfst, aber belass es auch dabei.

Nimm Dir Zeit oder sei ehrlich und sag Nein!

Zugegeben, aktuell bin ich eine Betaleserin und eigentlich habe ich keine Zeit dafür. Aber ich werde sie mir jetzt endlich nehmen und dafür Sorgen, dass ich die letzten Kapitel des Romans zu Ende lese.

Es gibt nichts Frustrierenderes, als wenn man auf die Ergebnisse der Kritik wartet. Sei daher zu Dir selbst ehrlich und überprüf Deine Zeiten. Bist Du wirklich in der Lage den Text zu lesen und auch zu kritisieren? Wenn ja, dann mach es. Wenn nein, dann sag es ihr oder ihm ehrlich. Du würdest es gerne machen, aber gerade hast Du keine Zeit dafür. Das ist besser, als etwas halb gares abzugeben.

Gib eine ausführliche Kritik

Am besten in der E-Mail, die Du zurücksendest und im Text selbst. Damit kann man dann am besten etwas anfangen.

15 Fragen für Dich als BetaleserIn

Natürlich gibt es noch viele weitere Fragen, die Du im Hinterkopf behalten kannst und solltest. Aber ich habe irgendwann mal fünfzehn gefunden, mit denen man jeden Text überarbeiten kann.

  1. Hält Dich die Geschichte von Anfang an gefangen? Wenn nein, wo ist das Problem?
  2. Konntest Du Dich von Anfang an leicht orientieren? Dabei geht es um die Fragen des Ortes, der Zeit, wer sind die HeldInnen, was für eine Art Geschichte ist das?
  3. Kannst Du mit den Hauptcharakteren mitfühlen? Fühlst Du ihre Schmerzen, ihr Leid, aber auch ihre Freude und ihr Glück?
  4. Interessiert Dich die Umgebung oder fühlst Du Dich von den Beschreibungen eher gelangweilt?
  5. Welcher Punkt war es, als Du das Gefühl hattest, dass die Geschichte nun wirklich losgeht. Oder wann hattest Du das Interesse an der Geschichte verloren, vor allem daran, was als Nächstes passiert? Was ist da genau passiert?
  6. Gab es irgendwelche Teile, die Dich einfach nur verwirrt haben? Zum Beispiel wegen den Erklärungen, oder haben Dich diese Teile sogar irgendwie frustriert?
  7. Gibt es irgendwelche unlogischen Fehler in der Zeit, am Ort, bei den Charakteren oder irgendwelchen anderen Details?
  8. Sind die Charaktere glaubwürdig? Könnten die Charaktere durchaus weitaus mehr interessanter oder mehr liebevoller sein?
  9. Gab es Momente, wo Dich die Charaktere verwirrt haben? Gab es sogar zu viele Charaktere oder zu wenige? Konntest Du sie alle auseinanderhalten oder waren sie einander zu ähnlich? Könnte eine Namensänderung hier vielleicht helfen?
  10. Wie sieht es mit den Dialogen aus? Klingen sie natürlich und interessant? Wenn nicht, was würdest Du daran ändern wollen, damit es so klingt? Mach trotzdem Vorschläge. Und wie sieht es mit Dialekten aus?
  11. Gab es in der Eröffnungsszene zu viele Erklärungen und Ausführungen? Oder vielleicht sogar zu wenig? Wo waren zu viele oder zu wenige Dialoge?
  12. Gab es genügend Konflikte, Spannung und auch Intrigen, um die Spannung zu halten? Wo war es zu wenig?
  13. War das Ende zufriedenstellend und auch glaubwürdig?
  14. Wie sieht es mit der Grammatik aus? (Sofern Du hier helfen kannst, wenn nicht, ist das auch kein Problem.)
  15. Glaubst Du, dass der Schreibstil zum Genre passt? Wenn nicht, warum nicht?

Zu Frage 15 noch ein kleiner Hinweis. Man darf und sollte durchaus neue Wege gehen. Daher sei gerne offen, wenn Du es mit einem Schreibstil zu tun hast, den Du in dem Genre noch nie gelesen hast. Man darf auch gerne abseits der bekannten Wege mal laufen.

Sollte es aber eine sehr zuckersüße mit Blumen verzierte Sprache sein, aber Du hast es mit einem Thriller zu tun, dann denke ich, ist es in Ordnung darauf aufmerksam zu machen.

Abschlussgedanken

Auf beiden Seiten sollte eine Sache immer im Hinterkopf sein, die Person mit gegenüber ist ein Mensch. Und dieser Mensch hat Gefühle und möchte nicht unnötig verletzt werden.

AutorInnen sollten immer wissen, dass sich BetaleserInnen die größte Mühe geben. Aber sie sind nun einmal keine ProfilektorInnen, sondern geben ihre persönliche Meinung wieder. Wenn sie mal ein wenig zu streng ausfällt, akzeptiere es, bitte aber gerne das nächste Mal, dass die Kritik durchaus offen und ehrlich sein darf. Aber Du musst Dich nicht runtermachen lassen.

Als AutorIn musst Du früher oder später lernen mit Kritik klarzukommen. Innerhalb der Betalesephase ist der beste Moment um das zu lernen. Daher nutze diese Möglichkeit, um nicht nur Deinen Roman zu verbessern, sondern auch Deine Fähigkeit mit negativen Meinungen umzugehen.

Und denk bitte immer daran, die BetaleserInnen machen diese Arbeit unentgeltlich. Daher ist es immer eine tolle Idee, dass Du Dir was einfallen lässt, um Dich bei ihnen dafür zu bedanken. Ein Freiexemplar ist das Mindeste, was Du ihnen geben solltest. Und natürlich ein Dankeschön im Buch, neben dem persönlichen Dankeschön.

Deine potenziellen BetaleserInnen

Überleg Dir schon einmal, wen Du fragen könntest, wer Dein Buch als Beta liest. Sei bei der Anfrage höflich, aber auch darauf gefasst, dass sie dankend ablehnen werden. Bei Bedarf such auch nach Foren oder Gruppen, um an solche Leute heranzukommen.

Deine Vorgehensweise

Willst Du Deinen BetaleserInnen das komplette Manuskript geben? Oder doch lieber immer nur kapitelweise? Wie sieht für Dich das ideale Arbeiten aus?

Dein Dankeschön

Und vor allem, wie willst Du Dich bei Deinen BetaleserInnen bedanken?

Jami Gold: Beta Reading Worksheet
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu Tipps für Dich, wenn Du eine gute Betaleserin werden möchtest

  1. pdecrinis schreibt:

    Ihnen ist ein sehr interessanter Artikel über die Beta-Leser und deren Auswahl gelungen. Mich würde interessieren, in welchen Stadium ein Text an die Alpha-Leser, Beta-Leser und Gamma-Leser geht. Wie viele Leser nehmen Sie in jeder Phase? Könnten Sie dazu auch ein paar Zeilen schreiben.

    Gefällt mir

    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo,

      vielen Dank für Ihren Besuch und Ihren Kommentar. Sie haben ja zwischenzeitlich den entsprechenden Artikel gefunden (nach Ihren Kommentar zu urteilen :), für alle anderen, ich selbst beziehe mich auf diesen Beitrag hier: https://schreibkasten.wordpress.com/2017/01/13/ein-moeglicher-ueberarbeitungsplan/)

      Kurz zur Erklärung. Viele meiner Beiträge sind Teil einer Reihe. Das bedeutet, dass es öfters vorkommt, dass ich eine Idee habe und diesen dann in zwei oder mehr Unterbeiträge aufteile. Ansonsten würden Monsterbeiträge von gut 10.000 Wörtern dabei entstehen. Und ich weiß nicht, ob das dann wirklich lesenswert ist.

      Aber Ihr Kommentar veranlasst mich, so etwas zukünftig zu markieren (also deutlicher), damit klar wird, auf welche vorherigen Beiträge sich der aktuelle stützt.

      Ansonsten vielen Dank 🙂

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