Was ist … ein Prolog und ein Epilog und so weiter

Hei, hallo und herzlich willkommen,

Prolog, Epilog, Vorwort, Nachwort, Dankesseite oder auch Lob für das Buch. Das sind einige Zusatzseiten, die Du in Deinem Buch noch verwenden könntest (das Impressum lasse ich an dieser Stelle außen vor). Doch, wann kann und wann sollte man diese Möglichkeiten nutzen? Und vor allem, wann nicht?

Kurze Vorgedanken

AnfängerInnen wird gerne vorgeworfen, dass sie unbedingt ein Prolog verwenden wollen oder sogar einen inneren Drang verspüren, dass sie ihn schreiben müssen. Dabei ist das, was sie häufig schreiben, kein Prolog, sondern lediglich Kapitel 1 mit der falschen Bezeichnung. Oder man wirft ihnen das sogar nur vor.

Beim Epilog scheinen die Gemüter sich nicht so sehr zu erhitzen. Denn hier gibt es seltener die Empfehlung, dass man diesen weglassen soll. Vermutlich liegt es auch einfach daran, dass dieser nicht so häufig benutzt wird. Denn, um ein Epilog zu verwenden, muss man erst einmal ans Ende des Romans kommen. Der Anfang hingegen ist schnell geschrieben.

Und das Vorwort, sowie das Nachwort, darüber habe ich so noch nie etwas gelesen. Also über erhitzte Gemüter oder negative Kritik. Vermutlich, weil sie nicht so ein starker Bestandteil des Romans ist. Darüber und auch über die Dankesseite bzw. auch die Seite für den Lob zum Roman, möchte ich heute ein wenig schreiben.

Das Vorwort

Ein Vorwort ist ein in sich abgeschlossener Text, der zum nachfolgenden Haupttext einleiten soll. Dabei hat er mit dem Buch so nicht viel zu tun. In Sachbüchern ist das Vorwort dafür geeignet, um den Sinn des Buches zu erläutern, in Sinne von, warum habe ich es geschrieben. Und auch erklären soll, wie es aufgebaut ist. Was kommt im ersten Teil vor, was in Kapitel 1 und so weiter.

Bei Sachbüchern kann auch eine These im Vorwort aufgestellt werden, welche das Buch zu beweisen versucht oder auch in diesem widerlegt werden soll. Die Auflösung kann dann im Nachwort erfolgen, sollten die LeserInnen nicht mitbekommen haben, wie die Auflösung nun ist. In manchen Büchern ist dies in der Tat durchaus notwendig.

In Romanen habe ich bisher noch nie ein Vorwort gelesen. Und ehrlich gesagt, ich wäre hier auch extrem vorsichtig. Gerade wenn Du online einen Blick in Dein Buch veröffentlichst, kann ein Vorwort zu viel Platz einnehmen und Deine möglichen LeserInnen erfahren nichts über den Roman selbst, aber können ausführlich ein Vorwort lesen, welche sie nicht weiterbringt. Immerhin wollen sie lesen und erfahren, ob der Schreibstil gefällt.

Als ich beschlossen habe diesen Beitrag zu schreiben, überlegte ich tagelang, wann und wie es sinnvoll sein könnte, ein Vorwort bei einem Roman zu integrieren. Und beim besten Willen, mir ist nichts eingefallen.

Alles, was man theoretisch in einem Vorwort schreiben kann, könnte man auch gut im Nachwort festhalten. Gerade dann, wenn Du etwas Wichtiges zur Geschichte zu sagen hast. Im Vorwort könnte es ein Spoiler sein, im Nachwort sind es Erklärungen.

Aus diesem Grund, wenn Du ein Sachbuch schreibst, ist ein Vorwort durchaus in Ordnung. Bei einem Roman, ich selbst könnte einfach keinen Grund nennen, warum das wichtig sein könnte.

Das Prolog

Da das Thema Prolog durchaus die Gemüter erhitzen kann, möchte ich auf dieses Thema besonders ausführlich eingehen.

Eine kurze Definition

Das Wort pro stammt aus dem griechischen und steht für vor. Und log stammt von logos und steht für Wort (ebenfalls aus dem griechischen). Damit kann man Prolog ganz einfach als Vorwort bezeichnen (nicht zu verwechseln, mit dem oben erklärten Vorwort). Mit einem Prolog kann man eine Einleitung in die Geschichte bezeichnen.

Mit einem guten Prolog kann man eine Geschichte einleiten, in die man sonst keinen Fuß fassen könnte. Mithilfe dieser Technik kannst Du eine langsam anlaufende Geschichte nutzen, ohne am Anfang etwas zu verändern. Oder Du kannst auch einiges damit falsch machen.

Warum überhaupt ein Prolog?

Es gibt genügend Gründe, warum man ein Prolog schreiben kann und vor allem, warum man es lassen sollte. Bei meiner allerersten Geschichte wollte ich ein Prolog haben, weil ich das Wort einfach benutzen wollte. Der Klang war toll und ich dachte halt, dass alle großen AutorInnen eben ein Prolog benutzen würden. Dabei war es letztendlich nur ein Kapitel 1, welches lediglich Prolog hieß. Es war also sinnlos.

In einigen Genres ist es üblich, ein Prolog zu schreiben. Dazu zähle ich Fantasy. In Krimis hingegen ist es eher ungewöhnlich, wenn man diesen einfügt. Man kann halt sich daran halten, aber das ist natürlich kein Muss.

Denn warum muss unbedingt in einer Fantasygeschichte ein Prolog rein? Und in einem Krimi könnte sich eines gut machen, wenn man das richtige Thema gewählt hat. Es kommt also nicht auf das Genre an, ein Prolog zu schreiben oder nicht. Hierbei ist es wichtig, ob es sich überhaupt lohnt.

Denn häufig lohnt sich ein Prolog nicht. Und daher stelle ich mir erst einmal die Frage, was ist überhaupt das Ziel eines Prologs?

Es ist häufig ein Mittel, um den dramatischen Effekt zu ermöglichen oder zu steigern. Denn in Prologen kannst Du eine Vorgeschichte einbauen, die in Kapitel 1 nichts zu suchen hat. So findest Du in dem ersten Band von „Das Rad der Zeit“ Serie ein Prolog, welche die Vorgeschichte erzählt, die sich 1.000 Jahre vor den Romanereignissen ereignet haben.

Die Geschichte selbst hatte einen sehr langsamen Einstieg. Denn auf den ersten einhundert Seiten geschah nichts. Wirklich rein gar nichts. Die Hinweise für einen starken Anfang wurden hier, so gesehen, nicht eingehalten. Und ohne das Prolog, ich denke, ich hätte mich schwergetan, um überhaupt reinzufinden.

Man kann das Prolog als eine Art Vorspann bezeichnen. Gerade in Serien oder Filmen kann man das deutlich sehen. Bevor die Geschichte losgeht, siehst Du unsere HeldInnen schon in Aktion und wie sie den Tag retten. Danach kann es dann ruhiger zugehen und wir lernen sie auf der persönlichen Ebene kennen.

In solchen Fällen kann man das Prolog als einen Trick benutzen. Eben, wenn die Einführung zu lange dauert, dann kannst Du mit diesem eine kleine Abkürzung nehmen.

Es gibt dabei verschiedene Arten von Prologen, die Du verwenden kannst. Hier sind die Gängigsten.

Der Prolog aus der Vergangenheit

Wie oben schon erwähnt, spielt die Handlung im Prolog beim ersten Roman vom „Das Rad der Zeit“ etwa 1.000 Jahre vor den aktuellen Ereignissen. Hier hat der Autor eben den Konflikt der Vergangenheit eingeführt, damit ich als Leserin Lust habe herauszufinden, was es mit diesen Ereignissen auf sich hat.

Aber wir müssen nicht so weit in die Vergangenheit reisen. Auch die Kindheit Deiner Figuren kann ein Teil eines Prologs sein. So habe ich in einem Schreibratgeber von einem Roman gelesen, wie der Vater des Helden verstorben ist. Das führte bei diesem zu gewissen Ängsten, dass er selbst in sehr jungen Jahren sterben könnte und aus diesem Grund will er keine Beziehung eingehen. Eine schwierige Sache, wenn man der Held eines Liebesromans ist.

Und bei Krimis kannst Du diesen benutzen, um den Mord vorzustellen. Da muss ich immer an Columbo oder auch Cold Case denken. Wir sehen hier immer den Mord und danach muss dieser geklärt werden.

Egal was auch immer Dein Prolog beinhaltet, bei einem Vergangenheitsprolog sollte natürlich die Vergangenheit eine entscheidende Rolle spielen. Einige Jahre dürfen also zwischen den Ereignissen des Hauptromans und dem Prolog spielen. Ansonsten würde es keinen Sinn machen.

Der Prolog aus einer zukünftigen Sicht

In einer Castlefolge zeigte das Prolog, wie Castle und Beckett sich gegenüberstanden und beide eine Waffe zogen und diese auf die jeweils andere Person richteten. Und dann brach die Handlung ab und wir wurden ein paar Tage in die Vergangenheit zurückversetzt.

Auch hier kannst Du einen ruhigen Anfang benutzen, wenn es notwendig ist. Denn mit solch einem Prolog kannst Du die Spannung Deiner LeserInnen einfangen und dafür Sorgen, dass sie am Ball bleiben. Sie wollen ja wissen, warum die spannende Szene in dem Prolog entstanden ist. Besonders bei Reihen kann das eine interessante Möglichkeit sein.

Aber auch bei Einzeltiteln kannst Du diese Methode nutzen. Wenn zum Beispiel der Planet Erde in Deiner Geschichte explodiert, und damit alles menschliche Leben ausgelöscht wird. Da möchte ich selbst schon wissen, was geschehen ist und ob irgendein Mensch das alles überlebt hat.

Bei der Castlefolge will man natürlich wissen, warum Castle und Beckett sich mit einer Waffe bedrohen. Und man erfährt dies erst, wenn man die ganze Folge sieht.

Der Prolog aus einer völlig anderen Perspektive

Das ist dann gut, wenn Du Deinen Roman aus ein bis zwei Perspektiven schreibst, aber trotzdem noch eine Dritte benötigst. So schreibt Joanne K. Rowling die Harry-Potter-Romane nur aus seiner Sicht. Außer dem ersten Kapitel im ersten Band. Dort haben wir eine völlig andere Perspektive. Daher hätte die Autorin Kapitel 1 durchaus auch als Prolog bezeichnen können. Geschickterweise hat sie es in diesem Fall nicht gemacht. So bin ich eher bei ihr geblieben, als mit einem Prolog.

Du kannst diese Art von Prolog benutzen, um Figuren zu Wort kommen zu lassen, die sonst keine weitere Rolle mehr in dem Roman spielen. Genau, wie es Bianca Fuchs mit ihrem Roman „Seelenläufer“ gemacht hat. Oder dieser Charakter spielt erst lange Zeit später wieder eine wichtige Rolle.

Der mysteriöse Prolog

Im mysteriösen Prolog kommen Ereignisse vor, die erst einmal nichts mit dem Roman zu tun haben. Zumindest scheint es so. Es kommen Ereignisse oder auch Charaktere vor, die danach nicht weiter auftauchen und man sitzt da und denkt sich, gut und nun? Warum hat die Autorin oder der Autor das jetzt geschrieben?

Daher liest man weiter, weil man wissen will, was der Prolog mit der Geschichte zu tun hat. Das mysteriöse Prolog kann aber auch mit den anderen Formen kombiniert werden. Hier ist theoretisch alles möglich.

Sicherlich muss ich das nicht schreiben, aber die Ereignisse in solch einem Prolog sollten früher oder später dann natürlich in Deinem Roman aufgelöst werden. Ansonsten macht das alles kein Sinn.

Warum Du kein Prolog schreiben solltest

Sehr häufig werden Prologe als Ausrede benutzt. Und zwar um Fakten zusammenzufassen, die im Laufe der Geschichte nach und nach offenbart werden sollen. Häufig wird in den Geschichten von AnfängerInnen bemängelt, dass sie am Anfang zu viel zu der Hintergrundgeschichte erzählen. Und einige benutzen das Prolog, um diese Kritik zu entgehen. Sie haben aber damit das Problem lediglich verlagert und nicht aufgelöst.

Weiterhin ist ein Prolog keine Beschreibung der Charaktere. Stell sie mir nicht im Prolog vor, nur weil Du Angst hast, dass ich als Leserin diese Figur im ersten Kapitel nicht richtig verstehen könnte. Vertrau mir einfach. Zudem zeigt sich hier dann häufig auch, dass die AutorInnen kein Vertrauen in die eigene Geschichte haben.

Zudem ist das Prolog kein Kapitel 1 (wie auch bereits oben erwähnt). Das habe ich auch schon häufig gelesen. Es wird groß und breit ein Prolog aufgebaut und dabei ist es lediglich nur Kapitel 1. Wenn Du ein Prolog haben willst, ist das völlig in Ordnung. Mach Dir aber bitte die Mühe und grenze es von dem kompletten Roman ab.

Denn die meisten LeserInnen wissen durchaus, was ein Prolog ist. Und dementsprechend haben sie auch gewisse Erwartungen daran. Willst Du unbedingt eines haben, solltest Du diese Bitte auch erfüllen.

Unbeliebte Prologe

Bei vielen LeserInnen und auch AutorInnen sind Prologe sehr unbeliebt. Das kann auch unter anderem daran liegen, dass mit ihnen Erwartungen geweckt werden, die bei einigen nicht erfüllt wurden. Zudem sind viele der Meinung, dass Prologe eher eine Art Hintertür ist, um schlechtes Schreiben zu entschuldigen.

So hart würde ich nicht ins Gericht gehen, aber bei einem Prolog sollte man durchaus vorsichtig sein. Mithilfe des Prologs kannst Du vieles nutzen, um einen guten Einstieg in Deine Geschichte zu ermöglichen. Aber Du kannst auch vieles kaputtmachen.

Meine persönliche Regel

Irgendwann habe ich mal eine gute Regel gelesen (leider kenne ich die Quelle nicht mehr), wie man mit Prologen umgehen soll. Wenn man die Geschichte lesen und ohne das Prolog verstehen kann, ist es in Ordnung, wenn Du einen benutzt.

Versteht man aber die Geschichte nur, nachdem man diesen gelesen hat, hast Du ein Problem. So zumindest diese Regel. Und ehrlich gesagt, daran halte ich mich und achte auch bei anderen Geschichten, ob ich diese ohne das Prolog verstehe.

Und ich muss sagen, wenn diese einfache Regel eingehalten wurde, ist meistens auch die Geschichte um einiges besser.

Zwischensequenzen

Ehrlich gesagt, bisher habe ich Zwischensequenzen nur in einem einzigen Roman gelesen. Und zwar bei „Die Ehre der Orks“ von Michael Peinkofer. Sein Roman ist in drei Teile aufgebaut und jedes Teil ist mit einem Prolog eingeleitet (was ich zur Abgrenzung jetzt Zwischensequenzen nenne).

Es handelt sich hierbei um stilistisches Mittel, um die Teile voneinander abzugrenzen. In jedem der Prologe kamen die beiden Hauptfiguren in der Gegenwart zu Wort, während die komplette Geschichte in der Vergangenheit spielt. Auch das ist durchaus eine Möglichkeit.

Wenn Du solche Zwischensequenzen verwenden willst, dann sollte es ebenfalls Sinn machen. Warum werde ich aus der Geschichte herausgerissen? Und was hat das für einen Sinn? Egal was es ist, ich finde persönlich, dass es einheitlich geschehen soll. Dann ist für mich diese Störung völlig in Ordnung. Ansonsten kann es nur irritieren und die LeserInnen fühlen sich schlimmstenfalls um ihren Lesegenuss betrogen.

Das Epilog

Der Epilog ist genau das Gegenteil von einem Prolog. Zwar wird es mit Nachwort übersetzt, ich selbst werde das aber trennen und behandele diese beiden Punkte als zwei verschiedene Angelegenheiten.

Ein Epilog ist eine Art Nachkapitel, welche die Geschichte abrundet. Nehmen wir mal an, Du hast eine spannende Geschichte geschrieben, es sind Menschen gestorben, Häuser explodiert und es kommt dann zu einem Ende mitten in diesem Chaos. Mit dem Epilog nimmst Du mich als Leserin noch einmal an die Hand und zeigst mir, dass für die Charaktere doch alles noch einmal gut gegangen ist.

Im siebten Harry Potter Band finden wir ein Epilog, welche uns 19 Jahre nach den Ereignissen des Kampfes zeigt. Wir sehen, was aus unseren HeldInnen geworden sind und das die nächste Generation ihren Weg gehen. Hier haben wir einen emotionalen Abschluss der Geschichte und wissen, dass sie ihr Leben gefunden haben.

Es ist eine Art Beruhigung, dass die Reihe nun wirklich zu Ende ist (auch wenn wir das bei Harry Potter gerne diskutieren können).

Sind wir aber innerhalb einer Reihe, kann der Epilog neugierig auf den nächsten Band machen. Hier können neue Charaktere eingeführt werden, die etwas planen oder etwas sagen, das so dermaßen neugierig macht, dass wir die Veröffentlichung des neuen Bandes nicht mehr erwarten können.

Dabei müssen die Charaktere oder die Ereignisse aus dem Epilog nicht unbedingt am Anfang des nächsten Bandes eine Rolle spielen. Sie könnten theoretisch auch erst im übernächsten Band eine Rolle spielen. Aber zu sehr würde ich mit Deinen LeserInnen auch nicht spielen. Irgendwann wollen sie doch wissen, was es damit auf sich hat. Ansonsten gehen sie Dir wohl noch auf die Barrikaden.

Was darf ein Epilog

Idealerweise ist er kurz. Immerhin soll er Deine LeserInnen liebevoll aber bestimmt aus der Geschichte rauswerfen. Er signalisiert, danach kommt nichts mehr (wenn es das Ende des Buches oder der Reihe ist). Oder es soll eben doch noch auf das nächste Band heißmachen.

Du kannst auch sprachliche Experimente einführen oder auch ein Gedicht schreiben. So endet zum Beispiel der Roman zum Film „Crimson Peak“ (geschrieben von Nancy Holder).

Was ein Epilog nicht sein sollte

Ein Epilog sollte kein Roman innerhalb eines Romans sein. Der Grund ist einfach. Deine LeserInnen möchten mit der Geschichte abschließen. Das bedeutet, dass sie nicht noch über dieses Ereignis informiert werden wollen, oder über jenes. Schreib das Wichtige in Deine Geschichte und nur noch die Schlussinformationen in Deinen Epilog.

Fakten am besten in den Roman einfügen und der Rest wird gnadenlos gekürzt. Denn immerhin soll es ein Rauswerfer werden und keine eigenständige Geschichte.

Weiterhin handelt es sich bei einem Epilog nicht um das letzte Kapitel. Das machen auch viele, dass sie das Ende der Geschichte in den Epilog packen, obwohl es in ein normales Kapitel gehört hätte. Denn es spielt nicht viele Jahre danach oder hat kein Rauswerfeffekt.

Das Nachwort

In einem Sachbuch ist das Nachwort durchaus dafür geeignet, dass man die aufgestellte These aus dem Vorwort hier noch einmal zusammenfassend belegen oder widerlegen kann.

Bei einem Roman kann ein Nachwort eher interessanter werden, als das Vorwort. Die Autorin Nike Leonhardt betreibt das Nachwort schon fast als eigenständige Kunstform. Denn sie erklärt in jedem ihrer Kurzgeschichten, wieso sie etwas geschrieben und welche Hintergründe es hat.

Dabei ist es völlig egal, ob man das Nachwort liest, man versteht trotzdem ihre Geschichte. Ihre Nachwörter bieten einen Mehrwert, aber kein Ersatz zum Verstehen. Und das finde ich persönlich sehr wichtig. Wenn ich einen Roman nur dann verstehe, nachdem ich das Nachwort gelesen habe, hat die Autorin oder der Autor etwas falsch gemacht.

Bei dem Roman „Die Päpstin“ hat die Autorin Donna W. Cross im Nachwort unter anderem erklärt, welche historischen Änderungen sie vorgenommen hat, um die Geschichte spannend zu erzählen. Für so etwas kann auch ein Nachwort interessant sein.

Dort kannst Du also alles aufzählen, was Du warum geschrieben hast. Und wenn Du das Bedürfnis hast, das wirklich zu machen, dann sollte es wirklich nur im Nachwort sein. Denn im Vorwort kann das zu Spoilern führen. Und ich würde Dir das als Leserin nicht verzeihen.

Aber wenn ich es erst danach lesen kann, nachdem ich den Roman gelesen habe, ist das völlig in Ordnung. Denn ich habe die Möglichkeit zu entscheiden, ob ich es mich noch damit beschäftigen will oder nicht. Auch hier gilt jedoch, dass ich trotzdem den Roman ohne das Nachwort verstehen sollte.

Glossar

Gerade bei Romanen, die viele Fremdwörter oder Bezeichnungen haben, die man nicht kennt (weil sie zum einen sehr historisch sind oder zum anderen von Dir erfunden wurden), kann ein Glossar sehr hilfreich sein. Auch wenn Du unzählige Charaktere hast, können sie Eingang ins Glossar finden.

Ein Glossar ist ein Lexikon, meistens am Ende eines Romans, wo man die Charaktere oder die Wörter nachlesen kann, wenn man mit denen nichts anzufangen weiß. Das kann hilfreich sein, wenn man vielleicht nur noch grob sich an die Bedeutung erinnert, aber noch einmal sichergehen möchte, ob man alles verstanden hat.

Oder, wenn man länger von einem Charakter nichts gelesen hat und diese Figur gerade wieder auftaucht. Dann kann man im Glossar noch einmal nachlesen, um wen es sich genau handelt.

Eigentlich gibt es nur zwei Tipps, die man bei einem Glossar beachten sollte. Zum einen ist es gut, wenn es alphabetisch ist (damit man die Wörter schneller findet). Und der zweite Punkt ist, dort sollte ebenfalls keine Spoiler stehen.

Wenn ein Gegenstand besondere magische Kräfte hat und der Schlüssel zur Lösung der Geschichte ist, muss das nicht unbedingt im Glossar stehen. Denn das möchte ich selbst herausfinden und die Geschichte lesen. Aber nicht durch das Glossar erfahren. Oder, auch wenn Charaktere verstorben sind. Denn viele neigen dazu das Glossar als Erstes zu lesen und würden dann keinen Spaß mehr haben, die Geschichte zu lesen, wenn sie wissen, welcher Charakter bereits tot ist.

Normalerweise gehört das Glossar (für mein empfinden) am Ende eines Romans. Ally J. Stone hat in ihrem Roman „Ruf der Instinkte – Savage 1“ diesen jedoch nach vorne gepackt. Kann man machen, solange Du dafür einen guten Grund hast.

Dankesseite

Ob Du diese Seite als Erste, oder als letzte Seite einfügst, ist Dir überlassen. Aber immer wieder ist es schön, wenn Du eine Seite einfügst, mit dem Du Dich bei Deinen UnterstützerInnen bedankst. Das können Deine Alpha-, Beta- oder auch GammaleserInnen sein. Dein Schatz, die Eltern oder die lieben Kinder, Deine Agentur, der Verlag (sofern Du einen hast), Menschen, die Dir irgendwie geholfen haben.

Gelegentlich bedanken sich auch AutorInnen bei Menschen, die sie eher daran gehindert haben, ihre Ziele zu erreichen. Denn damit wollen sie genau diese Personen ärgern, weil sie diese Hinderung dazu benutzt haben, um an ihre Ziele zu gelangen.

Eine Dankesseite sollte nicht zu lang sein. Zwei bis drei Seiten kann es schon umfassen. Gerade bei wissenschaftlichen Sachbüchern gibt es durchaus viele Personen, denen man danken möchte. Bei einem Roman dürfte es eher weniger sein (außer Du hast ExpertInnen befragt).

Kleiner Tipp: Versuch an alle zu denken, die Dir geholfen haben. Nicht das jemand am Ende beleidigt ist. Ansonsten gibt es noch die Ausrede, ich danke an alle, die mir geholfen haben, ihr wisst schon, wen ich meine.

Lob für das Buch

Wenn anerkannte Magazine oder berühmte AutorInnen Dein Buch loben, dann ist es völlig in Ordnung, das in Deinem Buch zu verwenden. In amerikanischen Büchern ist dies gang und gäbe. Dort werden sogar einige Seiten dafür reserviert.

In Deutschland heißt es dann, dass man übertreibt, was ich durchaus schade finde. Wenn man schon Lob bekommt, warum soll man das nicht nutzen und das im Roman verwenden? Werbung kann man immer gut gebrauchen.

Und warum nicht sogar ein Zitat von jemand prominenten auf das Cover oder auf die Rückseite einfügen? Meiner persönlichen Meinung nach sollte das auch in Deutschland bis zu einem gewissen Grad Schule machen. Aber sehen wir, was die Zukunft bringt.

Abschlussgedanken

Das sind die mir bekanntesten Zusätze zu einem Roman. Vermutlich gibt es noch weitere Besonderheiten, die mir aber selbst noch nicht über den Weg gelaufen sind. Du kannst sie verwenden, musst es aber nicht. Denn letztendlich ist es wichtig, dass der Roman am Ende gut wird und nicht, was habe ich noch für Möglichkeiten, diesen dicker zu machen.

Ich würde Dir vorschlagen, erst den Roman an sich zu schreiben und danach zu überlegen, ob Du davon noch etwas hinzufügen willst. Denn wichtiger ist es doch letztendlich eine gute Geschichte zu haben, oder?

Deine Recherche

Sicherlich hast Du bei Dir verschiedene Bücher. Schau mal rein, wie dort mit den obigen Teilen gearbeitet wurde. Und erkundige Dich auch bei anderen LeserInnen, ob sie noch weitere Elemente gefunden haben.

Deine Überlegungen

Möchtest Du überhaupt solche weiteren Elemente einfügen? Und wenn ja, in welcher Form? Überleg Dir jetzt schon einmal, wen Du auf Deiner Dankesseite erwähnen möchtest. Wie soll Dein Glossar aussehen und so weiter. Natürlich nur, wenn Du es auch wirklich nutzen möchtest.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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9 Antworten zu Was ist … ein Prolog und ein Epilog und so weiter

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ganz kurz zum Thema Vorwort: Ich mag die Vorwörter bei Erich Kästner, der seine Liebe dem Vorwort gegenüber damit begründete, ein Buch sei wie ein Haus – und das Vorwort sei der Vorgarten <3. Allerdings ist er auch so ziemlich der einzige Autor, bei dem ich es angetroffen habe. Und bei ihm wirkt es sympathisch.
    Ob es bei einem anderen Autor noch zeitgemäß wäre oder funktionieren würde? Wer weiß…

    Gefällt mir

    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Evanesca,

      danke für den Hinweis. Jetzt muss ich natürlich gestehen, dass ich bisher noch nie ein Buch von Erich Kästner gelesen habe. Schande über mich, ich weiß. Das werde ich nachholen. Aber das ist auch eine schöne Erklärung. Nur sonst fällt mir persönlich niemand ein, der ansonsten ein Vorwort für einen Roman verwendet hat. Sachbücher, darüber müssen wir nicht diskutieren, da müsste ich eher suchen, wo es keines gibt. Aber Romane?

      lg

      Gefällt 1 Person

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Echt nicht? :O Dabei hat Erich Kästner nicht nur wunderbare Kinderbücher, sondern auch tolle Erwachsenenromane geschrieben. Und wundervolle Gedichte.
        Und wenn man weiß, dass dieser Autor während der NS-Zeit in die innere Migration ging und darum Kindergeschichten zu schreiben begann…
        Aber ja, ich kenne außer ihm sonst niemanden, der wirklich Vorwörter verwendet.
        Aber wenn mir eins begegnet, schreibe ich hier!

        LG,
        Evanesca

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Ja, zu meiner Schande habe ich bisher in der Tat noch nichts von ihm gelesen, noch nicht einmal „Das doppelte Lottchen“ oder „Emil und die Detektive“. Aber ich hole es nach, versprochen.
        Mit seiner Geschichte bin ich hingegen ein wenig vertrauter. Er hatte ja auch mal gesagt „Wer Bücher verbrennt, verbrennt auch Menschen.“ Das war seine Reaktion auf die Bücherverbrennung in Berlin. Und leider hatte er recht.

        Es landet gleich mal das eine oder andere Buch von ihm auf meine Wunschliste.

        Sollte mir noch jemand mit einem Vorwort begegnen, werde ich den Beitrag hier auch aktualisieren 🙂

        lg
        die Schreibseele 🙂

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  2. nikeleonhard schreibt:

    „… betreibt das Nachwort schon fast als eigenständige Kunstform.“
    Ich fühle mich geschmeichelt. Und eventuell habe ich gerade ein Tränchen im Auge.

    Gefällt 1 Person

  3. gloriamonique schreibt:

    Es gibt ein paar sehr berühmte klassische Romane, die ein Vorwort enthalten, zum Beispiel der Agathon von Wieland. Meist haben diese Vorworte den Zweck, zu behaupten, dass trotz aller Fantasterei es sich hierbei um eine wahre Geschichte handeln würde. Dabei wird der Leser meist aufgefordert, sich ein eigenes Bild von den Zusammenhängen, die in der Geschichte geschildert werden, zu machen. Im 18. Jahrundert waren Vorworte in Romanen durchaus keine Seltenheit.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Andrea,

      Du erwähntest ja, dass Du eher klassische Werke liest. Dann sollte ich mir doch mal welche anschauen, um zu sehen, wie damals mit dem Vorwort umgegangen wurde. Danke Dir für den Hinweis. Aber ich denke, heutzutage sind Vorwörter in Romanen eher unüblich. Das bedeutet nicht, dass sie nicht deswegen verwendet werden können. Im Gegenteil, das könnte einen anderen Reiz ausmachen, die Geschichte zu lesen.

      Mmh, dank Dir hab ich gerade ordentlich Kopfkino bezüglich meines aktuellen Projektes 🙂

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