[Sexismus] Feminine Beleidigungen in Texten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wenn es um sexualisierte Beleidigungen unterhalb der Gürtellinie geht, dann gibt es für Frauen eine Vielzahl von Worten, die es für Männer noch nicht einmal ansatzhalber gibt. Und bedauerlicherweise werden diese auch in Geschichten verwendet.

Kurze Vorgedanken

Kennst Du die Kinderdetektivserie „Die drei !!!„? Um es kurz zu machen, es handelt sich dabei um die Mädchenversion von „Die drei ???„. „Die drei !!!“ sind für Mädchen um die zehn Jahre, wobei hier typisch Mädchensachen als Grundlage der Fälle verwendet werden (ich hab schon was von Modellwettbewerb gelesen und Ähnliches).

Vor zwei oder drei Tagen entdeckte ich zufällig auf Facebook einen offenen Brief einer Mutter zu dieser Serie. Den kompletten Sachverhalt kann ich nicht wiedergeben, da ich das mit einem halben Auge gelesen und ich mir erst danach Gedanken dazu gemacht habe. Ansonsten hätte ich den Brief gerne hier verlinkt.

In einer der Hörbuchfolgen hat sich wohl eines der Mädchen einen Jungen genähert und geküsst. Soweit ich gelesen habe, scheint dieser Junge jedoch mit einer anderen eine Beziehung zu haben. Als Reaktion durfte sich das Mädchen von einer anderen das Wort „Schlampe“ gefallen lassen.

Und das ist etwas, worüber sich die Mutter aufregte. Wie ich finde, zurecht.

Was meine ich mit femininen Beleidigungen?

Damit meine ich Beleidigungen, die sexualisiert sind, aber nur bei Frauen funktionieren. Das liegt in erster Linie daran, dass im Grunde genommen, fast nur Beleidigungen in dieser Hinsicht für Frauen gibt.

Im Folgenden habe ich kursiv einige dieser Beleidigungen und Beschimpfungen aufgeführt. Solltest Du sie nicht lesen wollen, einfach gerne überspringen.

Ich meine konkrete Wörter wie Schlampe, Fotze, Hure, Nutte, Schickse, Schnalle, Luder, Flittchen, Chica, Bitch, Tussi, Hurentochter (was sich auf die Mutter bezieht).

Auch wenn es auf einigen Seiten mehr Beleidigungen im allgemeinen Sinne für Männer gibt, so beziehen sie sich selten bis gar nicht direkt auf deren Geschlecht, Geschlechtsteile oder sexuelles Leben. Genau hier sehe ich das Problem. Und noch mehr, wenn solche Wörter verwendet, aber nicht kritisch betrachtet werden.

Meine eigene Erfahrung mit solchen Wörtern

In der Mittelstufe war mir auf einer Klassenfahrt ziemlich langweilig und ich besorgte mir damals meinen ersten Shadowrun-Roman. Zwar erinnere ich mich noch an den Titel und den Autor, möchte dies aber an dieser Stelle nicht erwähnen. Zumal ich den Roman abgebrochen habe, weil mir ein Wort auf die Nerven ging, was der Autor immer und immer wieder verwendete: Schnalle.

Man muss noch nicht einmal wissen, was das bedeutet, um zu ahnen, dass es nicht nett ist. Wenn Du die Übersetzung wissen willst, dann hilft Dir diese Liste sicherlich weiter. Zumal eine der Frauen sich selbst immer wieder mit diesem Wort bezeichnet hatte. „Ich Schnalle hier, ich Schnalle da.“

Und auch wenn ich manchmal ein sehr geduldiger Mensch bin, in diesem Fall entschied ich mich, das Buch abzubrechen und ihm einen Freiflug zu gönnen. Es gibt Dinge, die muss man sich nicht weiter antun.

Was ist mein Problem damit?

Versuch mal die von mir oben aufgeführten Beispiele der Beleidigungen auf einen Mann umzumünzen. Wenn ich einen Mann als Nutte bezeichnen würde, da stellt sich mir die Frage, ob er sich überhaupt angesprochen fühlt. Oder sag ihm mal, er sei eine Schnalle. Solltest Du mit einem Mann in Streit geraten sein, der könnte schnell vorbei sein. Mit einem Lachkrampf streitet es sich schlecht.

Aber auch so gibt es kaum Beleidigungen für einen Mann, der sich auf sein Geschlecht, seine Geschlechtsorgane und seine sexuelle Aktivitäten beziehen. Klar, Playboy, Casanova oder Stecher sind ja auch solche Beleidigungen. Selten so gelacht. Diese Worte waren entweder schon immer mit der Manneskraft verbunden oder wurden nach und nach dazu umgedeutet.

Selbst, wenn Du Beleidigungen rund um das männliche Geschlechtsteil benutzt, geht das nicht auf sein Eigenes zurück. Da fällt mir gerade Schwanzlutscher ein. Aber auch, wenn Du einen Mann „Du Schwanz“ an den Kopf werfen würdest, noch ist das keine Beleidigung wie „Du Fotze“.

Vielleicht gibt es Beleidigungen für Männer, welche die gleiche Qualität haben, wie die für die Frauen. Aber ehrlich gesagt, mir fallen da wirklich keine ein. Zumindest sind diese nicht weitverbreitet.

Das bedeutet für mich ganz klar, dass hier die Sexualität der Frau nicht respektiert wird, um es mal gelinde auszudrücken. Sie selbst werden als sexuell offenherzig bezeichnet, indem sie mit allen und jeden ins Bett gehen (Hure, Nutte, Schlampe), man müsste mal wieder über sie steigen (u. a. Schnalle) oder ihre Geschlechtsorgane sind Opfer des Spots (Fotze).

Und das finden die Leute in Ordnung? Tut mir Leid das sagen zu müssen, aber das ist es nicht. Denn es ist sexistisch. Und Sexismus ist halt nicht in Ordnung.

Verwendung in der Literatur

Glücklicherweise kommt es nicht so häufig vor, dass diese Beleidigungen in der Literatur vorkommen. Zumindest sind mir diese Arten von Beleidigungen nicht so häufig über den Weg gekommen. Aber immer wieder passiert es doch, dass man von einer Schlampe oder Zicke liest. Oder, wie in dem Shadowrun-Roman, dass es in der Dauerschleife verwendet wird.

Es zeigt für mich persönlich jedoch Folgendes: Die Person scheint sich keine Gedanken darüber gemacht zu haben, was für Wörter sie verwendet. Und noch schlimmer, sie zeigt keinerlei Respekt für die Frau und ihr Geschlecht im Allgemeinen.

Dabei ist es egal, ob die Bücher für Erwachsene oder für Kinder sind, warum muss man solche Beleidigungen überhaupt verwenden? Häufig machen sie noch nicht einmal Sinn.

Und die Jugendliteratur?

Zugegeben, in den letzten Jahren habe ich wenig bis gar keine Jugendbücher gelesen. Dürfte wohl meinem Alter geschuldet sein. Doch, wie das oben genannte Beispiel zeigt, haben sich entsprechende Wörter auch dort etabliert. Und persönlich finde ich, dass das ein sehr bedenklicher Trend ist.

Denn sicherlich hast Du schon selbst gehört, wie Jugendliche sich oder andere als „behindert“ oder auch „schwul“ bezeichnen. Eine ehemalige Kollegin (damals 18 Jahre) erzählte mir, dass es bei ihr und ihren Freundinnen üblich ist, sich selbst als Schlampen zu bezeichnen. Als ich erwähnte, dass mich niemand so nennen dürfte, ohne einen Satz heiße Ohren zu bekommen, ruderte sie zurück.

Würden aber Jugendliche in Büchern lesen, dass sich die Charaktere entsprechende Beleidigungen an den Kopf werfen, was für eine Aussage machen wir AutorInnen damit? Auf der einen Seite beschweren wir uns, dass man so etwas nicht sagt. Doch auf der anderen Seite werden solche Worte verwendet? Und das scheinbar, ohne aufzuklären, dass solche Verwendungen nicht richtig sind?

Klar, solche Worte werden benutzt. Aber ich finde, man sollte dann auch die Möglichkeit nutzen, um den Charakteren (und damit den LeserInnen) zu erklären, dass das nicht korrekt ist.

Mag sein, dass sich das nach erhobenem Finger anhört. Aber wer die Büchse der Pandora öffnet, muss dafür auch die Verantwortung tragen.

Wie sollte man damit umgehen?

Egal was für Bücher Du schreibst, verwende keine sexualisierten Beleidigungen. So einfach ist das. Gut, von mir aus, in der ersten Version ist es in Ordnung, wenn Dir partout nichts einfallen will. Aber spätestens in der zweiten Version kannst Du dann alle Beleidigungen dieser Art streichen.

Und damit hat es sich schon eigentlich. Man muss also nicht viel tun. Einfach nur neue Formulierungen verwenden.

Gut, jetzt wirst Du vielleicht sagen, dass es manchmal notwendig wäre, dass man bestimmte Beleidigungen verwendet. Denn ein Gangster, der eine Frau als Nutte bezeichnet, hat eine ganz andere Energie, als wenn er Arschloch sagen würde. Das gestehe ich ein.

Aber mir stellt sich dann die Frage, ob er die Beleidigungen dann in einer Dauerschleife verwenden muss. Zudem darf man einem Gangster durchaus den Hintern versohlen, eben weil er solche Wörter in den Mund genommen hat.

Ansonsten sehe ich keinen Grund dafür, solche Wörter zu verwenden. Lass uns doch ein wenig mehr Respekt in den Geschichten einbringen.

Abschlussgedanken

Mir ist bewusst, dass viele mir mit diesem Beitrag nicht zustimmen werden. Und vermutlich werden einige sagen, jetzt erst recht. Aber bitte denk einfach mal darüber nach, welche Aussage Du mit Wörtern wie „Schnalle“ oder „Schlampe“ in die Welt schickst.

Und vielleicht entdeckst Du, dass Du diese Wörter gar nicht brauchst.

Recherche

In welchen Geschichten hörst oder liest Du wie oft entsprechende Beleidigungen? Du kannst die Wörter gerne zählen, wenn Du das möchtest. Schau Dir auch gerne Filme mit einem R-Rating bzw. einer FSK 18 Freigabe an. Ist die Wortwahl dort anders?

Deine eigene Geschichte

Wie sieht es mit Deiner Geschichte aus? Hast Du das Bedürfnis entsprechende Wörter zu verwenden? Hab ich Dich auf die Idee dazu gebracht?

Schreib einfach mal eine Szene mit Beleidigungen aller Art. Und dann überarbeite sie und werd richtig kreativ. Welche Version gefällt Dir da nun besser?
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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20 Antworten zu [Sexismus] Feminine Beleidigungen in Texten

  1. Michael Behr schreibt:

    Nun, ich finde schon, dass es auch sexualisierte Schimpfwörter für Männer gibt. Den „Schwulen“ (leider so verwendet), den „Schwanzlutscher“ hast du ja schon genannt. Ich will jetzt nicht alles ausschreiben, aber das Pendant zur Hure wäre etwa der „Stricher“. Oder denke an den allseits beliebten „Wic…“.

    Ob ich solche Wörter verwende hat auch was mit dem Setting zu tun, in dem ich unterwegs bin. Ob es mir gefällt oder nicht, in manchen „Szenen“ ist das nun einmal Jargon und wenn ich mich nicht unglaubwürdig machen will, dann muss ich mich an den halten. Ich kann auch keinen Roman über Nazis schreiben, in denen nicht auch in der Sprache deutlich wird, dass die Personen Ressentiments gegen Ausländer haben.

    Die Alternative wäre dann, so etwas gar nicht zu schreiben.

    In Bezug auf die „!!!“ gebe ich dir allerdings Recht. Gerade in der Jugendbuchliteratur haben solche Dinge nichts zu suchen. Ich höre ja viele Hörspiele, auch Kinderhörspiele. Jetzt würde mich doch interessieren, welche Folge das war. Bis jetzt waren in meiner Wahrnehmung nur „TKKG“ so reaktionär.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Michael,

      danke, ich muss gestehen, dass ich erst durch Deinen und einen anderen Kommentar darauf gekommen bin, ja, es stimmt, es gibt in der Tat sexualisierte Beleidigungen für Männer. Aber ich will auch ehrlich sein, wie oft höre ich die Beleidigung „Stricher“, wenn ein Mann in dem Streit involviert ist? Bisher habe ich selbst das noch nie gehört. Und „Wichser“ (ich hab kein Problem damit es auszuschreiben) kommt bei vielen sogar als scherzhafte Bezeichnung vor.

      Nein, das finde ich nicht korrekt (also das mit dem Wichser), aber manchmal habe ich das Gefühl, dass viele männliche Beleidigungen eben eine andere Qualität haben (nicht besser, nicht schlechter, nur anders).

      Und ich hab ja den Abstrich gemacht, dass man nicht immer drum herum kommt, solche Wörter zu verwenden. Aber wenn man ehrlich ist, wie viele Genres oder Geschichten betrifft das? Krimis sicherlich, Thriller bestimmt auch. Historische Romane aus bestimmten Zeiten und Gegenden (zum Beispiel Mafiageschichten). Aber dann wird es schon eng. In Fantasygeschichten oder Romantasyromane oder derartiges wirken diese Wörter schlichtweg überflüßig und müssen nicht sein.

      Und noch mehr in der realen Welt. Da finde ich, sollte man solche Wörter überhaupt nicht verwenden.

      Leider konnte ich die Folge nicht recherchieren, in denen das Wort gefallen ist. Sollte ich das herausfinden, bekommst Du sofort Bescheid.

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      • Michael Behr schreibt:

        Du hast recht, in Fantasy, Sci-Fi und ähnlichem braucht man solche Schimpfwörter nicht. Es ist wirklich immer eine Frage des Milieus, in dem sich eine Person (oder eine Geschichte) bewegt. Kann man jeden Tag in der U-Bahn bei Jugendlichen beobachten (und wünscht sich dann, ganz woanders zu sein).

        Daher kommt vielleicht auch das Gefühl, dass diese Beschimpfungen eine andere Qualität haben. Unter männlichen Teenagern etwa ist es vollkommen normal, sich gegenseitig als Hurensohn, Wichser, Homo und dergleichen mehr zu beschimpfen und das als normale Konversation zu empfinden.

        Bei Mädels ist es dem entgegen eher selten, dass ich höre, wie sie sich gegenseitig als Schlampen, Huren oder sonstwas beschimpfen. Das hat man dann in Romanen wieder nur dann, wenn man ein bestimmtes Milieu schildern will. Kein Auftritt von Prostituierten ohne die obligatorische Prolo-Nutte.

        Na ja, letztlich wie immer eine Frage des Einzelfalls. Aber ich finde durchaus, dass es Sinn macht, sich Gedanken dazu zu machen. Sexismus nur um seiner selbst Willen sollte nie eine Funktion in einem Roman erfüllen.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Das Jungs sich so beleidigen, das ist mir durchaus schon vorgekommen (und hei, da sind doch sieben erdähnliche Planeten gefunden worden, sicherlich ist da was für uns dabei). Aber ich selbst bekomme es durchaus mit, dass Frauen sich durchaus leider untereinander unschöne Wörter an den Kopf werfen. Aber auch häufig von Männern. Da hab ich andere Erfahrung gemacht.

        Ansonsten sind wir uns einig, man sollte sich halt Gedanken machen, brauch ich jetzt wirklich diese Wörter oder kann das weg 🙂

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Das Jungs sich so beleidigen, das ist mir durchaus schon vorgekommen (und hei, da sind doch sieben erdähnliche Planeten gefunden worden, sicherlich ist da was für uns dabei). Aber ich selbst bekomme es durchaus mit, dass Frauen sich durchaus leider untereinander unschöne Wörter an den Kopf werfen. Aber auch häufig von Männern. Da hab ich andere Erfahrung gemacht.

        Ansonsten sind wir uns einig, man sollte sich halt Gedanken machen, brauch ich jetzt wirklich diese Wörter oder kann das weg 🙂

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      • Michael Behr schreibt:

        Okay, bei Frauen kenne ich jetzt nur die klassische Stutenbissigkeit (ich arbeite im Büro mit Frauen zusammen und ja, manchmal werden die Klischees erfüllt). Beschimpfungen gab es bisher noch nicht. Brauch‘ ich auch nicht.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Wobei diese Stutenbissigkeit eher daher rühren kann, dass nur die wenigsten Frauen gelernt haben, mit Konflikten umzugehen und einen gesunden Wettbewerb einzugehen. Frauen sollen lieb und nett sein und kein Konkurrenzverhalten eingehen. Und da treten ungemein viele Probleme auf.

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      • Michael Behr schreibt:

        Hm, mag sein. Aber wie erklärst du dir dann, dass gerade dieses liebe und nette im Konkurrenzkampf so oft beiseite gelassen wird?

        Und sorry, falls das jetzt ein bisschen weit vom ursprünglichen Thema des Beitrags wegführt.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Genau kann ich das nicht erklären, dazu müsste ich mich weiter belesen. Aber ich vermute mal, dass ist das, was mir eine Ausbilderin mal erzählt hat. Zwei Anwälte hatten sich vor Gericht beinahe geprügelt und kaum war die Verhandlung dabei, da haben die sich die Hände geschüttelt und sind gemeinsam ein Bier trinken gegangen. Das ist vermutlich die Art der Frau ihre Kämpfe auszufechten und an ihr Ziel zu kommen. Und weil es nicht offen geht (eben, weil man das nicht macht und eben nicht gelernt ist), kommt es so heraus.

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      • Michael Behr schreibt:

        Klingt einleuchtend.

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  2. gripseljagd schreibt:

    Es ist natürlich viel Wahres in deinen Ausführungen und man könnte darüber lange diskutieren. Ich habe mal ein paar Thesen, nicht vollständig, nicht gewichtet, allgemeine Aussagen die im Einzelfall nicht stimmen, aber so zum Nachdenken und ganz schnell ohne lange zu denken.
    Von Männern wird erwartet aktiv zu werden.
    Frauen sind der passive Part.
    Männer prahlen mit ihren Eroberungen sind sexuell aktiv.
    Frauen leben ihre Sexualität nicht offensiv aus.
    Frauen lassen sich in die passive Rolle drängen.
    Wenn Frauen endlich aktiv und offensiv ihre Sexualität leben würden, wären sie auch gleichberechtigt.
    Frauen fühlen sich wohl in der Beute Rolle wollen nicht Jäger sein.
    Die Begriffe spiegeln das dominanz Gefälle zwischen dem sexuellen aktiven Part und dem passiven Part wider.
    Die Begriffe werden dazu genutzt dieses Gefälle zu erhalten.
    Die Frauen sind sich nicht untereinander einig und verwenden z.b. „Schlampe“ um Frauen die aus diesem Rollenverständnis ausbrechen wollen, auszugrenzen.
    Wenn Frauen nicht so beschimpft werden wollen, müssen sie genau so werden wie Männer auf diesem Gebiet.
    Solange sie sich wie Frauen verhalten, werden sie auch so behandelt.
    Nehmt der Sexualität die Exklusivität und die Wörter verlieren ihre Bedeutung, habt kollektiv mehr Sex und wilder.
    usw.
    Wollt ihr so werden wie Männer?

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo gripseljagd,

      das sind durchaus interessante Gedanken. Wobei ich glaube, wenn Sexualität normal wird, dann wird dieses Thema überholt zu sein. Denn es geht ja nur darum und um das persönliche Selbstverständnis. Wenn also die Sexualität normal wird, als ein Teil unseres Leben angesehen werden kann und nicht mehr mit komischen Blicken betrachtet wird, dann werden diese Sprüche sicherlich automatisch überflüßig.

      Zumindest hoffe ich es 🙂

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  3. elenoravelle schreibt:

    Hat dies auf Lust & Laune rebloggt und kommentierte:
    Im folgenden Artikel ging es nicht direkt um Geschlechterrollen und Chauvinismus, doch der Tenor ließ mich darüber nachdenken, woher die Leichtfertigkeit im Umgang mit sexistischen Beleidigungen kommt. Wir typisieren und verallgemeinern mit Leidenschaft, gerade bei den Geschlechterrollen. Das merke ich ganz extrem bei meinen Kindern.
    Schon im Kindergarten sollten die Dreijährigen lernen den Unterschied zwischen der Mädchen- und der Jungentoilette zu respektieren. Die schiefen Blicke der anderen Eltern, wenn meine Söhne ihre HABA Puppen mitgebracht haben, sprachen für sich und das Faible meines Ältesten für rosa Socken erregte bei den anderen Kindern dermaßen Anstoß, dass er sie nur noch Zuhause anziehen wollte.
    In der Schule ist der Einfluss noch extremer. Wer kennst sie nicht noch aus der eigenen Schulzeit, Sprüche wie: „Jungs sind cool, Mädchen sind schwul.“ Mich erschreckt der Gleichmut, mit dem Eltern solches Verhalten als Phase abtun, Chauvinismus als geduldete Gruppenaktivität.
    Im Unterricht füllen die Kinder Bögen mit der Überschrift ‘So sind Mädchen‘ und ‘So sind Jungs‘ aus.
    So richtig vom Hocker gehauen hat es mich, als mein Jüngster verkündete: „Für Frauen ist es toll, wenn sie den zweiten Platz belegen. Männer sind eben stärker, schlauer und schneller, da ist es für eine Frau super, wenn sie zweite werden kann.“
    Wir leben ihm so ein Prinzip Zuhause nicht vor und trotzdem findet dieses Gedankengut seinen Weg in die Köpfe meiner Kinder.
    Chauvinismus ist leider ein Teil unserer Gesellschaft. Er ist wie der Freund, der einem nicht gut tut, den man aber trotzdem behält, weil er eben immer schon da war. Viele denken gar nicht darüber nach, ob es ohne ihn nicht besser wäre, weil sie so sehr an ihn gewöhnt sind. Mit unseren Texten definieren wir, ob wir etwas daran ändern wollen oder nicht.

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  4. Dirk schreibt:

    Hallo, ich stöbere nach längerer Pause mal wieder durch deine Seiten und bin auch auf diesen Beitrag gestoßen. Richtig ist sicherlich, dass man auf Beleidigungen mehrheitlich verzichten sollte. Falsch ist hingegen, dass es nur Frauen trifft. Frauen sind lediglich empfindlicher. Du nennst folgende Worte, die es nur für Frauen gäbe.

    „Ich meine konkrete Wörter wie Schlampe, Fotze, Hure, Nutte, Schickse, Schnalle, Luder, Flittchen, Chica, Bitch, Tussi, Hurentochter (was sich auf die Mutter bezieht).“

    Nicht ganz falsch, aber es gibt genug analoge Begriffe für Männer – mal sehen, was mir da auf die Schnelle einfällt: Wie wäre es mit Drecksack, Hurenbock, geiler Bock, (Mist)Schwein, Arschficker, Arschloch, Wichser, Schlappschanz, Eierlutscher, Tunte, schwule Sau, Dreibein

    Und dann sieh dir mal folgende Titel bei Amazon an: „Suche impotenten Mann fürs Leben“ oder „Nur ein toter Mann ist ein guter Mann“ oder “ Männer haben den IQ eines Grabsteins“
    Kannst du dir vorstellen, dass solche Titel über Frauen erscheinen würde und ein Buch „Suche sterile Frau fürs Leben“ sogar noch verfilmt worden wäre?

    Oder noch schlimmer: Schau dir mal die ganzen Kino- und Fernsehfilme bzw Serien an. Wie oft schlägt da die „Heldin“ ihren Partner oder irgendeinen anderen Mann, wie oft wird Männern da von „positiven“ Heldinnen zwischen die Beine getreten und das alles als „gerechtfertigt“ oder „lustig“ dargestellt, obwohl es nichts weiter als häusliche Gewalt bzw Körperverletzung ist. Und dann beobachte mal, ob das andersherum auch so ist. Was stellst du fest? 🙂

    Sexismus ist sicherlich auch in Literatur, Film und Fernsehen ein Problem – allerdings in erster Linie eines gegen Männer gerichteten Sexismus – nur das sich da bisher kaum jemand darum schert.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Dirk,

      zwischenzeitlich habe ich eingesehen, dass es in der Tat auch männliche Beleidigungen gibt die auch sexualisiert sind (jedoch sind in meinen Augen Drecksack oder auch Mistschwein in dieser Reihe nicht ganz so passend 😉 ). Dazu hab ich in den anderen Kommentaren einiges geschrieben.

      Jedoch ist es mir selbst noch nie aufgefallen, dass in einem Roman ein Mann in der Dauerschleife Wichser, Wichser, Wichser genannt wird. Einmal mag sein, aber nicht mehr. Dagegen war das Beispiel, dass ich genannt habe, so dermaßen prägnant, dass es mir bis heute als Negativbeispiel regelrecht ins Hirn gebrannt hat. Wenn Du ein männliches Pendant kennst, freue ich mich gerne über Titel und AutorInnenname.

      Und die Titel, die Du nennst, sind eine der Gründe, warum ich mir solche Filme überhaupt nicht angucke. Denn ich finde so etwas absolut NICHT lustig. Warum auch immer das als Commedy bezeichnet wird, weiß ich nicht. Ich selbst würde nur dann einem Mann zwischen die Beine treten, wenn ich mich verteidigen muss und keine andere Wahl habe. Dann sehe ich das auch als sehr legitim an und würde damit keine Probleme haben.

      Aber trotzdem sehe ich Deinen letzten Satz kritisch, dass sich der Sexismus in erster Linie nur gegen Männer richtet. Er richtet sich gegen Männer, aber nur auch. Denn auch Frauen werden einfach ZU häufig nicht wie Menschen dargestellt. Dazu gibt es aber auf dem Blog noch weitere Beiträge, die sich damit beschäftigen. Und ja, da sind auch Themen über den Sexismus gegen Männer dabei.

      Und kleiner Tipp, wenn Dich etwas stört, gerne darüber schreiben, aufregen, boykottieren, AutorInnen oder Verlage anschreiben, bloggen, was auch immer. Auch Männer dürfen sich über Sexismus aufregen und dies mit guten Beiträgen und Argumenten und Beispielen zeigen ❤

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      • Dirk schreibt:

        Hallo, ich habe es erst jetzt gelesen. Danke für deine Antwort, der ich weitestgehend zustimme. Ob Männer (oder auch Frauen) in Romanen in Dauerschleife beleidigt werden, kann ich nicht einschätzen. Es gibt aber immer mal wieder Bücher, die ich nicht weiterlese bzw zurückgebe, wenn dort vulgär geschrieben wird. Meistens geht so etwas auch insgesamt mit einem schlechten Stil einher, so dass es schade um die Zeit ist, wenn man den Mist bis zum Schluss liest.
        Und ja, ich habe mich auch schon gelegentlich beschwert, aber in aller Regel läuft man da gegen eine ziemliche Mauer. Na gut, damit kann ich leben, der Frust muss trotzdem einfach raus. 🙂
        Ich wünsche dir viel Erfolg mit deinem schönen Blog und ich werde in Abständen wie üblich reinschauen.
        Viele Grüße
        Dirk

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Hallo Dirk,

        eine gute Einstellung, dass Du keine Bücher liest, die eben beleidigend oder zumindest vulgär geschrieben sind. Das Buch hatte ich damals auch abgebrochen und bin es dann auch losgeworden. Für mich ist der Autor auch ein rotes Tuch. Sollte ich jemals wieder ein Buch von ihm entdecken, ich mach einen großen Bogen darum.

        Und in der Tat sollten mehr Leute gegen entsprechende Bücher aufschreien und ihre Meinung sagen. Leider werden aber bestimmte Bücher gelesen und ich persönlich kann nicht verstehen warum. Wenn ich so mitbekomme, was gerade für ein Schund veröffentlicht wird, tut mir Leid, das tut mir schon fast körperlich weh.

        Danke Dir und wir lesen uns sicherlich wieder ❤
        lg

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