Der Pfad der Veröffentlichung – Publikationsmöglichkeiten

Hei, hallo und herzlich willkommen,

wer veröffentlichen möchte, hat diverse Möglichkeiten dazu. Der Klassiker ist immer noch die Publikation über einem Verlag. Seit einigen Jahren ist das Selfpublishing eine feste Größe in der Welt der Veröffentlichung von Romanen geworden. Und das schwarze Schaf der Familie sind die sogenannten Druckkostenzuschussverlage.

Was das alles ist? Das erfährst Du heute.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einen fertigen Roman in der Schublade und daher heiß darauf, Deine erste Geschichte auch an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Oder Du arbeitest gerade noch an Deinen nächsten Bestseller (seien wir doch ehrlich, in unserem Herzen arbeiten wir alle an DEN Roman schlechthin, was auch völlig in Ordnung ist).

Gerade wenn Du noch zur zweiten Gruppe gehörst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum bitte schön, sollte ich mich mit der Veröffentlichung beschäftigen? Dafür habe ich ja noch ewig Zeit. Das mag sogar so sein, aber ich gehöre zu der Sorte, was ich jetzt recherchieren kann, darum muss ich mich nicht später bemühen.

Aus diesem Grund schreibe ich diesen Beitrag, damit Du die ersten Schritte für Deine eigenen Recherchen hast. Wie auch immer Deine Entscheidung am Ende aussehen mag, sie gehört ganz allein Dir. Ich möchte Dir dabei nur als beratende Stimme zur Seite stehen.

Der Verlag

Der Klassiker, und für viele immer noch DAS Ziel der Veröffentlichungswege, ist und bleibt der Verlag.

Der Verlag ist ein Wirtschaftsunternehmen, der in Deutschland immer noch einen verdammt guten Ruf hat. Wer bei einem Verlag veröffentlicht, hat es geschafft. Wie auch immer dieses es definiert wird, man hat es und dadurch wird man in vielen Bereichen als seriös angesehen und durchaus als echte Autorinnen und Autoren.

Nur müssen wir uns eingestehen, auch ein Verlag kann Fehler machen und vor allem, sie machen Fehler. So lehnen sie gute Manuskripte ab, die in anderen Verlagen dann einen wahnsinnigen Erfolg haben (ja, dem ist so), veröffentlichen aber dafür Manuskripte, wo ich mich als Leserin frage, was hat die denn geritten, das Werk überhaupt zu Ende zu lesen. Und auch vor Plagiaten sind Verlage definitiv nicht sicher.

Doch egal was hinter den Kulissen gespielt wird, wer sein Baby (also das Manuskript) bei einem Verlag veröffentlicht, wird häufig bei LeserInnen und bei Zeitungen ernst genommen. Aber nicht nur das reizt viele AutorInnen, sich mit ihrem Roman bei einem Verlag zu bewerben.

Denn idealerweise kümmert sich ein Verlag vom ersten Kontakt bis hin zur Werbung um Dich als Autorin und um Dein Baby. Sie besorgen Dir das Lektorat und das Korrektorat, für ein hübsches Cover und natürlich die Werbung.

Grober Ablauf bei einem Verlag:

Wenn Du bei einem Verlag unterkommen möchtest, dann hat es (grob gesehen) einen vorbestimmten Ablauf. Dieser sieht meistens wie folgt aus:

  • Du recherchierst, bei welchem Verlag Dein Manuskript überhaupt unterkommen kann. Dazu gehört, unter anderem, dass Du weißt, in welchem Genre Dein Roman einzuordnen ist, dass Du ein klares Konzept hast und das Du durchaus auch weißt, warum Du bei einem bestimmten Verlag veröffentlichen willst.
  • Dann bewirbst Du Dich mit einem Exposé und einem Teil Deines Manuskripts.
    Wichtiger Hinweis an dieser Stelle: Lies Dir bitte genau die Bedingungen durch, die ein Verlag an die Zusendung des Manuskripts stellt. Wenn sie nur zwanzig Seiten haben wollen, Du aber den kompletten Roman schickst, kann das durchaus dazu führen, dass der Verlag sagt, danke aber nein danke. Wohlgemerkt kann, nicht muss.
  • Der Verlag prüft dann Dein Manuskript. Wie das genau läuft, ist durchaus von Verlag zu Verlag unterschiedlich und ich denke mal auch von Lektorin zu Lektorin.
    Wie lange das dauert, wann Du eine Antwort bekommst und wie diese aussieht, dazu kann Dir letztendlich niemand was Genaues sagen. Häufig findest Du auf der entsprechenden Internetseite etwas. Aber es kann auch sein, dass man sich längerfristig über Dein Manuskript unterhält, weil man sich noch nicht sicher ist oder andere Punkte hat, die man klären will. Da musst Du also ein wenig Geduld mitbringen.
  • Was dann passiert, ist unterschiedlich. Es kommt natürlich darauf an, ob der Verlag Dein Manuskript will oder nicht. Entweder man verlangt das komplette Manuskript von Dir oder man schickt Dir eine neutrale Absage.
    Erwarte übrigens niemals, dass Du eine detaillierte Erklärung bekommst, warum Dein Manuskript nicht genommen wurde. Wenn Du sie bekommst, sei dankbar. Denn viele Verlage sagen sich, dass es einfach zu kräftezehrend ist. Denn viele Autorinnen und Autoren verstehen die Begründung als eine Art Kampfansage. Das bedeutet, dass danach erst die Diskussionen losgehen, warum ihr Manuskript nicht genommen wurde. Und es kann sogar so weit gehen, dass sie gegenüber dem Verlag pampig werden (was noch harmlos ist) oder sogar tote Ratten schicken (ja, das habe ich von einem kleinen Verlag sogar gelesen). Akzeptiere daher die neutrale Absage. Mehr wirst Du wohl nie bekommen.
  • Du hast es geschafft einen Verlag von Dir und Deinem Baby zu überzeugen? Herzlichen Glückwunsch. Wobei jetzt erst die Arbeit losgeht. Denn nun heißt es, dass Du ein Lektorat bekommst, ein Korrektorat, dann gibt es Diskussionen zum Cover und vieles mehr.
    Hat es nicht geklappt, tief durchatmen und weitermachen. So ist es halt im Leben.

Wächterfunktion

Man hört durchaus öfters, dass dem Verlag eine gewisse Wächterfunktion zukommt. Das bedeutet, dass ein Verlag die literarische Welt vor schlechten Geschichten bewahrt und gute, ja sogar ewige Bücher veröffentlicht.

Doch dem ist definitiv nicht immer so. Natürlich veröffentlichen Verlage immer wieder wunderbare Perlen, wo man sich nur denkt, wow, das war aber mutig. Oder auch, danke dafür, dass der Verlag dieses wunderbare Buch veröffentlicht hat. Doch häufig frage ich mich, warum mussten für diesen Roman Bäume sterben?

Mit anderen Worten also, auch ein Verlag greift ordentlich daneben (auch wenn das eine sehr subjektive Meinung von mir ist), was das Veröffentlichen von Geschichten betrifft. Aber ich gehe durchaus davon aus, dass sie ihre Gründe haben, warum sie das machen. Anders möchte ich mir das nicht erklären. Dabei stellt sich aber mir durchaus die Frage, wenn sie Romane veröffentlichen, die sich nicht verkaufen, weil sie eben nicht gut sind, inwiefern erfüllen sie dann ihre Wächterfunktion? Darüber kann man durchaus diskutieren.

Doch wenn Du die Hürde überwunden hast, dann hast Du es geschafft und der Verlag veröffentlicht Deine Geschichte. Und das Beste ist, dass sich dieser um alles drum herum kümmert. Vom ersten Schritt bis hin auch zum Verkauf der Lizenzen ins Ausland, wenn es dazu kommen kann (nicht alle Romane haben wohl das Zeug zu internationalen Bestsellern, das sollte Dir natürlich auch bewusst sein).

Knallharte Wirtschaft – Die Kosten

Man sollte sich aber immer bewusst sein, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Das bedeutet, dass dieser Dir nichts schenkt, bzw. nichts schenken kann. Würden sie es machen, würden sie ziemlich schnell pleitegehen.

Das Wichtigste vorneweg: Ein Verlag verlangt niemals von Dir, dass Du irgendwelche Kosten vorstreckst. Weder für die Prüfung Deines Romans noch für das Lektorat oder Korrektorat oder auch für das Cover und natürlich auch nicht für die Veröffentlichung. Ganz im Gegenteil, größere Verlage können es sich sogar leisten, Dir einen Vorschuss zu zahlen. Es mag sein, dass Du Dich als Neuautorin mit wenigen Hundert oder tausend Euro zufriedengeben musst. Aber immerhin kann es passieren, dass Du Geld für Deine Veröffentlichung bekommst. Kleine Verlage können sich das häufig nicht leisten. Erwarte es also dort nicht. Wenn Du doch was bekommst, sei gerne dankbar dafür.

Damit will ich ganz klar sagen: Das finanzielle Risiko trägt der Verlag. Er bezahlt wirklich alles aus eigener Tasche. Und wenn Dein Buch ein flopp wird, dann bezahlt er sogar die Zeche (wenn ich das Mal so ausdrücken darf). Letztendlich müssen sich die Verkaufszahlen rentieren, wenn Du weiterhin beim Verlag veröffentlichen möchtest.

Doch wie ich schon oben schrieb, ein Verlag ist kein Wohlfahrtsverein. Er wird schon zusehen, dass er seine Ausgaben rein bekommt und mit Dir auch Gewinne macht. Und das geschieht über den Buchpreis. Hier ein kleines Beispiel, was ich damit meine (dafür nehme ich gerade Zahlen und ignoriere irgendwelche genauen Berechnungen und Steuern und ähnliche Dinge, ich bitte diese Vereinfachung zu entschuldigen):

Nehmen wir an, Dein Buch kostet 9,90 € (der Standardpreis für viele Bücher). Nach Abzug aller Steuern und was da noch alles kommt, stehen dem Verlag 8,00 € zur Verfügung (wie erwähnt, ich vereinfache das hier jetzt extremst, damit Du Dir ein Bild machen kannst).

Von diesen 8,00 € bekommst Du, sagen wir einfach mal, einen ganzen Euro. Die Restlichen 7,00 € nutzt der Verlag, um die ganzen Kosten, welche die Veröffentlichung Deines Romans gekostet hat, zu decken. Und natürlich möchte Dein Verlag an Deiner Geschichte auch etwas verdienen. Einerseits für den Gewinn am Ende des Jahres und auch, um andere SchriftstellerInnen die Veröffentlichung zu ermöglichen. Denn auch bei diesen tragen sie das finanzielle Risiko. Und Du hilfst dem Verlag dabei, dieses entsprechend auch zu schultern.

Aber davon merkst Du letztendlich gar nichts, weil Du dieses Geld ja nie siehst. Du siehst diesen einen Euro und gut ist. Wobei man natürlich sagen muss, wenn Du ein Euro kriegst, kann das durchaus viel sein. Denn bei vielen Verlagen kann es durchaus sein, dass Du zehn Prozent vom Bruttopreis des Buches bekommst. Das wären dann 99 Cent. Und davon musst Du dann noch eventuell Steuern bezahlen. Damit hättest Du weniger als diesen einen Euro. Schau Dir also ruhig den Vertrag genau an.

Leider gibt es nicht umsonst den Spruch: Bei einem Verlag können alle von dem Roman leben, nur nicht die Person, die ihn geschrieben hat. Für sehr viele eine traurige Wahrheit.

Wächterfunktion Agentur

Willst Du bei einem großen Verlag veröffentlichen (ich meine wirklich die Verlage, deren Namen Dir aller Wahrscheinlichkeit sofort einfallen), dann kommst Du an sie direkt selbst immer schlechter heran. Denn die Verlage werden mit Manuskripten förmlich überschwemmt, sodass sie nur noch Manuskripte nehmen, welche von Agenturen vorgestellt werden.

Wenn man es so will, musst Du Dich also zwei Mal bewerben. Einmal bei der Agentur. Und dann bewirbt sich die Agentur für Dich beim Verlag. Wobei ich wohl nicht schreiben muss, dass die Agentur auch etwas von Deinem Kuchen abhaben will. Gehen wir davon aus, dass Du den einen Euro bekommst, den ich oben erwähnte. Dann wollen die meisten Agenturen davon zwischen 15 bis 20 Prozent haben (das sind die gängigsten Preise, die ich kenne).

Das bedeutet, dass eine gute Agentur Dir hilft, dass Du bei den großen Verlagen Fuß fassen kannst. Gleichzeitig heißt das auch, dass sich Dein Gewinn noch einmal schmälert.

Abschlussgedanken zum Verlag

Wenn Du über einen Verlag veröffentlichst, musst Du Dir weniger Gedanken zu vielen Themen machen. Du bekommst eine Lektorin gestellt, das Cover und die Werbung werden häufig auch eingeleitet. Doch gerade am Anfang musst Du eine Menge mithelfen, damit sich der Erfolg für Dich wirklich einstellt. Denn das Budget für Deine Werbung kann gerade am Anfang Deiner Karriere eher klein ausfallen. Da bist Du gefragt.

Doch egal wie es hinter den Kulissen aussieht, nach außen hin erziehlst Du die größte Wirkung, wenn Du sagst, ich habe bei dem und dem Verlag veröffentlicht. Oder wie auch immer Du Dich am Ende selbst vorstellst.

Vor- und Nachteile

Nachteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du hast kein Mitspracherecht beim Cover.
    Denn Dein Verlag möchte die optimale Wirkung erzielen und beauftragt entsprechend SpezialistInnen mit dieser Arbeit.
  • Du bekommst nicht den ganzen Gewinn ausgezahlt, sondern nur einen Teil.
    Der Rest geht an den Verlag.
  • Im Rahmen des Veröffentlichungsprozesses hast Du ebenfalls kein Mitspracherecht.
    Das betrifft Lektorat und Korrektorat, aber auch wann Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Der Verlag hat immer noch eine gewisse Wächterfunktion – Dein Manuskript kann daher abgelehnt werden (was zwischenzeitlich bei der Menge sogar wahrscheinlicher ist).
  • Und Punkte, die mir spontan nicht einfallen wollen.

Vorteile in einem Verlag zu veröffentlichen:

  • Du kannst Dich auf den Schreibprozess konzentrieren, um den Rest kümmert sich Dein Verlag.
  • Du erhälst die Gelder, die Dir wirklich zustehen (laut Deinem Vertrag).
  • Es ist nicht notwendig in Vorkasse zu gehen, um Dein Manuskript zu veröffentlichen.
  • Dein Buch kommt in den Buchhandel.
  • Für viele bist Du nur dann eine Schriftstellerin, wenn Du in einem Verlag veröffentlicht hast – das hast Du damit erreicht.
  • Und Punkte, die mir auch hier spontan nicht einfallen.

Selfpublishing

Selfpublishing ist erst in den letzten Jahren zu einem Wort der Öffentlichkeit geworden. Dabei ist das Selbstverlegen keine neue Erfindung. Der Anbieter BoD ist schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Und auch viele andere Anbieter gibt es. Doch erst mit amazon Creatspace ist das Selbstverlegen auf einer neuen Stufe angekommen. Und das bedeutet für Dich ganz klar, dass Du nun eine zweite Möglichkeit bekommen hast, Deine Geschichte zu Deinen Leserinnen und Leser zu bringen. Und das durchaus mit positiven Erfolgen.

Was bedeutet jetzt genau Selfpublishing?

Selfpublishing bedeutet ganz klar, Du kümmerst Dich um alles. Vom Schreiben des ersten Satzes, bis hin zur Überarbeitung, die Suche nach dem geeigneten Lektorat und Korrektorat, Cover, Titel und die Veröffentlichungswege. Und ja, das alles bezahlst Du auch aus eigener Tasche.

Das bedeutet also, dass Du Dich nicht nur auf das Schreiben konzentrieren kannst, sondern auch auf das alles, was danach kommt. Und Du musst um einiges mehr delegieren oder auch organisieren. Immerhin will der Fiskus Steuern von Dir haben. Also musst Du Dich um die Buchhaltung kümmern. Oder auch Marketing, wie machst Du am besten Werbung. Und vieles mehr. Das alles, was vielleicht ein Verlag übernehmen würde (ich kenne nicht alle Leistungen eines Verlages, was sicherlich auch Verhandlungssache ist), musst Du Dich selbst darum kümmern.

Mit diesem Kostenrechner kannst Du mal sehen, wie viel Dich so ein professionelles Buch kosten kann (nicht muss!). Du kannst ja mal aus Spaß die Kosten berechnen und dabei verschiedene Variablen eingeben. Natürlich kannst Du bei einigen Punkten sparen und bei anderen mehr Geld ausgeben. Aber dieser Rechner sorgt erst einmal, dass die große Überraschung, wenn Du Dich auf dieses Abenteuer einlässt, ausbleibt. Denn Du kannst sehen, dass durchaus dreistellige Summen im höheren Bereich zusammenkommen können.

Warum sollte ich denn diesen Weg gehen?

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, warum Du bitte schön diesen Weg gehen sollst. Denn es bedeutet nicht nur sehr viel Arbeit und damit auch sehr viel Selbstdisziplin. Sondern auch, dass Du ab sofort anfängst zu sparen, damit Du die Kosten stemmen kannst. Und der Erfolg ist ja auch nicht gewiss. Vor allem, Du kannst das finanzielle Risiko auf niemanden anderen abwälzen. Denn, wenn man es so will, Du selbst trägst die finanziellen Risiken zu einhundert Prozent.

Wenn ich die Gründe von Autorinnen und Autoren lese, die im Selfpublishing veröffentlichen, dann kommen häufig zwei Argumente immer und immer wieder:

  1. Die (kreative) Freiheit.
    Bei einem Verlag kann es passieren, dass Dein Roman deswegen nicht genommen wird, weil es der aktuellen Mode nicht entspricht. Vor einigen Jahren waren Vampirromane der letzte Schrei. Wer was auf sich hielt, hat die Untoten ins Rennen geschickt. Wolltest Du aber, zum Beispiel, über Werwölfe schreiben, konnte es durchaus passieren, dass Du nicht genommen wurdest.
    Doch dann passierte es, dass die Vampire nicht mehr gewollt wurden und die anderen Wesen waren auf einmal sehr begehrt. Dumm nur, wenn Du dann doch über Vampire schreiben wolltest.
    Wenn Du aber selbst Deine Romane veröffentlichst hast Du keine Einschränkungen. Du kannst heute einen Vampirroman schreiben, morgen einen Krimi und nächste Woche einen Fantasyroman (um es mal bildlich zu beschreiben). Du hast die vollständige kreative Freiheit über Deine Arbeit.
    Und weitere Freiheiten sind auch, dass Du entscheiden kannst, mit wem Du zusammenarbeiten möchtest. Dir gefällt eine Lektorin nicht? Dann kündige die Arbeit mit ihr und such Dir jemand anderen. Du schwärmst von einem bestimmten Cover? Dann kauf ihn Dir, lass ihn anpassen und gut ist. Und Du kannst sogar entscheiden, wo Du veröffentlichen möchtest. Bei amazon, bei BoD oder bei anderen Anbietern.
  2. Mehr vom Verkaufspreis
    Je nach Distributor bekommst Du teilweise bis zu 70 Prozent des Preises, den Du selbst bestimmen kannst. Und wenn Du noch gute Werbung machst, Dich um Dein Marketing kümmerst und eine gewisse Anzahl von Verkäufen vermelden kannst, ist es durchaus möglich, dass Du die Kosten rausbekommst und sogar noch Gewinn machst.
    Wichtig ist natürlich, dass Du Dich um Dein Baby kümmerst und immer wieder nach außen trittst. Aber wenn, dann kann es passieren, dass Du von dieser Arbeit sogar leben kannst. Das ist leider nicht immer möglich, wenn Du Dich für den Verlagsweg entscheidest.

Durch diese Freiheiten kann es natürlich sogar passieren, dass Du einen Trend setzt. Das betrifft die Art der Geschichten die Du schreibst oder die Art der Werbung, die Du machst. Es kommt in erster Linie darauf an, wie viel Mut Du an den Tag legst.

Natürlich trägst Du auch alle Konsequenzen für die Entscheidungen, die Du triffst. Es gibt niemanden (außer Deine Familie und Deine Freunde), die oder der Dir Deinen Rücken stärkt. Setzt Du Deine Geschichte in den Sand, musst Du damit leben. Hast Du Erfolg, musst Du auch damit leben (was aber sicherlich leichter ist). Aber egal wie Dein Weg aussehen mag, Du gehst ihn hier komplett alleine (mit der Unterstützung Deiner PartnerInnen, die letztendlich von Dir pünktlich und in vollem Umfang bezahlt werden wollen).

Immer mehr wanderen von den Verlagen ab

Da ich mich mit dem Thema Selfpublishing schon seit einigen Jahren beschäftige, bekomme ich viele Meinungen von Autorinnen und Autoren mit, welche diesen Weg gegangen sind oder gehen. Und dabei kommen ungewöhnliche Geschichten zusammen, wo ich selbst nur staunen kann.

So las ich vor etwa ein oder zwei Jahren, dass eine Autorin ihren Roman in einem Kleinverlag veröffentlich hatte. Während dieser Zeit hat sie etwa zweitausend Euro verdient (ich glaube, der Verlag hatte für zwei Jahre die Rechte inne). Als sie die Veröffentlichungsrechte zurückbekommen hat, entschied sie sich die Geschichte neu zu veröffentlichen, eben im Selfublishing. Diese zweitausend Euro hat sie in den ersten zwei bis drei Monate verdreifacht. Ein gewaltiger Unterschied.

Das ist wohl auch einer der Gründe, warum immer mehr Autorinnen sich sagen, schön das ich bei einem Verlag bin, aber ich habe dadurch mehr Nachteile als Vorteile, ich bin dann mal weg. So erzählte eine Autorin von einer Kollegin, die erst im Selfpublishing veröffentlicht hat, dann einen Verlag fand und nach den Erfahrungen mit diesem reumütig zum Selfpublishing zurückkehrte. Für sie hat sich dieser Ausflug aus diversen Gründen nicht gelohnt.

Stopp – Bitte keine Seifenblasen aufbauen

Auch wenn sich hier alles so toll liest, sei bitte realistisch, wenn Du diesen Weg gehen möchtest. Denn es ist halt harte Arbeit und Du musst das wirklich alles alleine tragen. Und nur weil es tolle Geschichten von Autorinnen und Autoren gibt, welche finanzielle Freiheiten erlangt haben, bedeutet das nicht, dass es wirklich für alle gilt. Das sei Dir bitte immer bewusst. Ich gönne Dir jeden Erfolg, den Du bekommst. Aber der ist nicht selbstverständlich.

Der negative Ruf

Leider hat Selfpublishing einen noch immer negativen Ruf. Ich bin mir sicher, dass Du auch schon mal davon gehört hast, Dein Manuskript war nicht gut genug für einen Verlag, also hast Du ihn selbst veröffentlicht. Das wird schon seine Gründe haben. Und noch heute denken viele Leute so. Dabei entscheiden sich viele AutorInnen gleich von Anfang an dafür, es überhaupt nicht bei einem Verlag zu versuchen. Sie gehen gleich den Weg des Selfpublishing und veröffentlichen hier. Das wird aber sehr gerne von den KritikerInnen übersehen, leider.

Weiterhin glauben viele, dass die AutorInnen, die diesen Weg gehen, sowieso nur mangelhafte Ware abliefern. Aus diesem Grund sind sie seltener bereit einen höheren Preis für das Buch zu bezahlen, im Gegensatz zu einem Verlagsbuch. Dass die AutorInnen sich teilweise sogar noch intensiver um ihr Manuskript kümmern (das betrifft leider nicht alle AutorInnen, aber doch sehr viele), übersehen sie gerne. Dem ist aber durchaus so. Und natürlich wollen sie auch dafür entsprechend entlohnt werden. Aber noch ist das Thema Selfpublishing nicht so in der Gesellschaft angekommen, wie man es sich wünschen kann. Aber ich denke, das ist eine Frage der Zeit und wie sich die entsprechenden Autorinnen und Autoren geben.

Bedauerlicherweise machen es einige AutorInnen entsprechende Ambitionen zunichte, wenn sie Plagiate veröffentlichen. Natürlich hat die Entscheidung einer Autorin oder eines Autors nichts mit allen anderen zu tun. Das Problem ist aber, dass viele das nicht so sehen. Wenn eine Autorin, die zudem noch eine gewisse Berühmtheit erlangt hat, zugibt, Werke abgeschrieben zu haben (also eben ein Plagiat veröffentlichten), dann heißt es bei vielen, natürlich Selfpublishing, die veröffentlichen ja alle Müll oder gestohlene Sachen oder was auch immer.

Gerade weil sich viele nicht vorstellen können, wie es die AutorInnen schaffen, innerhalb kürzester Zeit eine hohe Anzahl von Büchern zu veröffentlichen. Dabei vergessen die Leute, einige dieser AutorInnen haben vor der ersten Veröffentlichung einige Bücher vorgeschrieben, auf diese sie dann zurückgreifen können. Weiterhin haben sie nicht die lange Veröffentlichungszeit eines Verlages (da kann es bis zu einem Jahr dauern, bis ein Manuskript veröffentlicht wird, was an der Planung liegt). Diese Zeiten muss eine Selfpublisherin nicht einhalten. Sie kann veröffentlichen so oft und soviel sie will.

Abschlussgedanken Selfpublishing

Auch wenn dieser Weg durchaus eine große Herausforderung ist, so kann sie sich für viele durchaus lohnen. In erster Linie aufgrund der vielen Freiheiten, die sie als AutorInnen dabei bekommen, aber auch aufgrund der höheren Entlohnung, die sie pro verkauftem Buch erhalten.

Es lohnt sich also durchaus sich mit diesem Weg zu beschäftigen, wenn Du Dir überlegst, wie Du Deine Geschichte veröffentlichen möchtest. Gerade dann, wenn Du eine ungewöhnliche Geschichte schreibst, wäre es möglich, dass Du mit diesem Weg um einiges mehr erreichst, als wenn Du den traditionellen Weg beschreitest (also die Verlagsveröffentlichung).

Vor- und Nachteile

Nachteile des Selfpublishing:

  • Du musst Dich um alles selbst kümmern.
  • Du bist nicht nur SchriftstellerIn, sondern auch eine kleine Unternehmern (nicht unbedingt in diesem Sinne, aber im Bereich, dass Du die Buchhaltung machen musst, Marketing und so weiter).
  • Die Kosten musst Du im Voraus bezahlen.
  • Sollte Dein Roman ein Flop werden, trägst Du allein die Kosten und daher das komplette Risiko.
  • Und einige weitere Punkte.

Vorteile des Selfpublishing:

  • Du hast die komplette künstlerische Freiheit in allen Belangen.
  • Du kannst entscheiden, wann Du was schreibst, veröffentlichst und wie Du es bewirbst und ob überhaupt.
  • Wenn Du Experimente wagen willst, ist es leichter diesen zu wagen und umzusetzen.
  • Du brauchst nicht nach dem Markt zu schreiben (was also die Verlage vorgeben), sondern kannst nach der eigenen Nase schreiben (nach dem eigenen Geschmack).
  • Wenn Dein Roman ein Erfolg wird, trägst Du den kompletten Gewinn alleine.
  • Und noch so einige Punkte.

DKZV

Ein Hinweis vorneweg: Finger weg vom DKZV!!!
Oder ausgeschrieben: Druckkostenzuschussverlag!!!

Was ist ein DKZV?

Der Druckkostenzuschussverlag oder auch Selbstkostenverlag ist eine Variante des veröffentlichen, der keinen guten Ruf genießt. Doch was ist das genau?

Das Wichtigste vorneweg: Auch wenn ein Druckkostenzuschussverlag sich auf die Fahnen schreibt, sie seien ein Verlag, sind sie es nicht. Das liegt schlichtweg daran, dass die Bezeichnung Verlag nicht geschützt ist (es also keine Definition gibt, was ein Verlag ist bzw. nicht ist). Daher kann sich jedes Unternehmen, dass ein Buch veröffentlicht, als Verlag bezeichnen. Im Folgenden werde ich zwar vom DKZV schreiben (also dem Kürzel), aber ich möchte betonen, dass wir es hier nicht mit einem Verlag zu tun haben.

Ein DKZV sollte man eher als einen Dienstleister betrachten, der so tut, als sei er ein Verlag. Wie ich oben beschrieben habe, übernimmt ein Verlag sämtliche Kosten, die anfallen. Vom Lektorat bis hin zum Cover und auch die Werbung. Und damit trägt dieser das finanzielle Risiko, wenn sie eine Fehlentscheidung getroffen haben. Also wenn sie eine Geschichte veröffentlicht haben, die einfach nicht gut genug ist, um ein Bestseller zu werden.

Wenn Du Dich entscheidest, bei einem DKZV zu veröffentlichen, dann kann es noch sein, dass die Prüfung Deines Manuskripts kostenfrei ist (wie bei einem Verlag). Doch dann wird Dir ein Angebot gemacht, wo mir durchaus das hören und sehen vergangen ist, als ich von einigen Beispielen gelesen habe.

Denn Du als Autorin bzw. als Autor trägst alle Kosten selbst, die dann im Rahmen der Veröffentlichung entstehen. Lass ruhig mal diesen Satz auf Dich wirken: Du trägst wirklich sämtliche Kosten alleine.

Jetzt wirst Du Dir sagen, Moment, wenn ich mich für den Weg des Selfpublishing entscheide, bezahle ich doch auch alles. Wo ist also das Problem?

Wenn man so argumentiert, gebe ich Dir erst einmal recht. Erst einmal! Aber wenn wir uns die Sache genauer ansehen, wirst Du verstehen, warum viele Personen, Seiten und Vereine vor diesen Pseudoverlagen warnen.

Kommen wir zu den Kosten und damit zum Problem der Angelegenheit

Ein Verlag verlangt keine Kosten, sondern bezahlt Dich (im Idealfall) sogar, wenn Du Dein Manuskript in deren Hände gibst. Damit überträgst Du nicht nur das Recht zur Veröffentlichung dem Verlag, sondern eben auch das finanzielle Risiko. Beim DKZV hingegen überträgst Du auch das Recht zur Veröffentlichung, das finanzielle Risiko behältst Du aber. Und da ist der Hund begraben.

Denn ein DKZV ist eben kein Verlag. Denn Verlag kommt vom verlegen bzw. vom Vorlegen. Eben die Kosten, einen Vorschuss und die weiteren Punkte (entschuldige, wenn ich mich hier gerade ein wenig wiederhole). Diese Erklärung wirst Du im Internet immer wieder lesen. Und das stimmt auch.

Ein DKZV bittet zur Vorkasse. Und zwar mit Summen, wo Dir die Spucke wegbleibt. Ich habe von tausend Euro gelesen, bis, ja, Du liest richtig, zehntausend Euro. Und das für einen einzigen Roman. Wenn Du den obigen Preisrechner ausprobiert hast, wirst Du feststellen, dass eine professionelle Veröffentlichung so um die 1.500 Euro kosten mag (je nachdem welche Leistungen Du in Anspruch nimmst). Woher nimmt also der DKZV diese Summen?

Darüber lässt sich letztendlich spekulieren. Aber in den Paketen bekommst Du irgendwelche Versprechungen, die selten wirklich zu einem richtigen Bucherfolg führen.

Welche Versprechungen Sie Dir geben (eine Auswahl)

Dazu gehören unter anderem folgende Punkte:

  • Sie veröffentlichen Dein Buch garantiert.
    Gut, das hört sich erst einmal harmlos an. Aber eigentlich sollte das selbstverständlich für ein Verlag sein, dass sie Dein Buch veröffentlichen. Nur häufig ist es so, dass ein Verlag nicht garantieren kann, dass Dein Roman veröffentlicht wird.
  • Hinweis auf deren Homepage
    Auch das sollte selbstverständlich sein. Immerhin wollen sie mit Dir zusammenarbeiten. Aber wer liest schon deren Homepage? Das ist die größere Frage. Wichtiger wäre es, wenn Dein Verlag bei den gängigen Onlineshops veröffentlicht wird und bei diversen Buchblogs (gerade die, mit einer sehr hohen Klickrate).
  • Dein Buch im Buchhandel
    Es gibt diverse Berichte im Internet, wo der Buchhandel gefragt wurde, ob sie Romane aus dem DKZV haben. Das wurde meistens verneint. Das mag unter anderem wohl daran liegen, dass niemand von diesem Psuedoverlag im Buchhandel auftaucht, um das Programm zu bewerben (ja, auch Verlage putzen klinken).

Auch gibt es Werbung, dass Du im Paket einen Fernsehauftritt bei einem Sender hast, von dem Du aller Wahrscheinlichkeit noch nie gehört hast. Und wenn Du noch nie davon gehört hast, warum sollten es bei Deinen potenziellen Leserinnen und Leser anders sein?

Wenn das für Dich attraktiv anhört, dann lies Dir bitte den folgenden Bericht durch.

Ein Beispiel aus dem DKZV

Vor Jahren war ich noch in einem kleinen Schreibforum sehr aktiv. Dort erzählte eine Autorin, dass ihr Bekannter bei einem DKZV veröffentlicht hat. Er soll wohl ziemlich über Agenturen und Verlage geschimpft haben, weil er der Meinung war, sie würden nur abzocken und sein hart verdientes Geld haben wollen (die oben erwähnten 15 bis 20 Prozent für die Agentur und dann noch die Summen, die ein Verlag haben möchte). Aus diesem Grund habe er sich für den Weg des DKZV entschieden.

Und immerhin verdient er mit der Veröffentlichung des fünften Buches (!) auch Geld.

An dieser Stelle sei angemerkt, wenn ich bei einem angeblichen Verlag erst ab dem fünften Buch Geld verdiene, dann läuft etwas schief. Denn bei einem richtigen Verlag oder im Selfpublishing verdiene ich mit dem ersten verkauften Exemplar mein Geld. Und nicht erst nach gut fünftausend verkauften Büchern (eine durchschnittliche Auflage kann sich so um 1.000 Bücher drehen).

Wilde Geschichten des DKZV

Es gibt verschiedene Pseudoverlage und einige von denen erzählen wirklich haarige Geschichten, warum man unbedingt bei ihnen veröffentlichen soll. Unter anderem wird dabei den Verlagen vorgeworfen, sie setzen ihre Autorinnen und Autoren unter Druck, damit die Verwandten und Freundschaften die Bücher kaufen sollen. Oder sie überhaupt nicht über die Vertragdetails erzählen dürfen. Und weitere Geschichten, wo man nach dem eigenen Aluhut sucht (Verschwörungstheorien lassen grüßen).

Wenn Du also auf eine Seite kommst, wo steht, dass Du nur mit einem DKZV eine Möglichkeit auf eine Veröffentlichung hast, dass Verlage Neulingen keine Chance gibt oder Du nur einen Teil der Kosten zu tragen hast, dann tue Dir selbst einen Gefallen – schließ die Seite.

Lies Dir gerne einfach mal einige Beschreibungen der Verlage durch, ich denke, Du wirst wunderbar schmunzeln können.

Verbranntes Manuskript – Verbrannte Autorin und verbrannter Autor

Vielleicht hast Du schon mal gehört, dass Dein Manuskript verbrannt ist, wenn Du es im Internet veröffentlicht hast. Das bedeutet also, dass ein Verlag sich nicht mehr dafür interessieren mag, wenn es irgendwie online schon mal stand (auch wenn Du es gelöscht hast). Das mag sein.

Aber es ist so gut wie sicher, dass sowohl Dein Manuskript und aller Wahrscheinlichkeit sogar Du als Autorin für einen seriösen Verlag nicht mehr interessant bist, wenn Du einen solchen Veröffentlichungsweg gewählt hast. Denn immerhin hast Du für eine Verlagsveröffentlichung bezahlt. Und die anderen Verlage kennen die schwarzen Schafe ihrer Branche sehr gut. Wenn sie also lesen, Du hast bei dem Verlag XYZ veröffentlicht, dann bist Du automatisch nicht mehr für sie interessant. Und das bedeutet für Dich nicht nur harte Arbeit, sondern eine fast unüberwindliche Hürde, um bei den Verlagen noch ernst genommen zu werden.

Wie erkenne ich ein DKZV Angebot?

Es gibt Hinweise, die sehr wahrscheinlich auf einen Pseudoverlag hinweisen. Hier sind die drei wahrscheinlichsten Punkte:

  • Verlag sucht Autor (bzw. Autorin)
    Natürlich ist dieser Hinweis nicht automatisch mit einem DKZV zu verbinden. Denn viele kleine Verlage suchen auch Autorinnen. Doch wenn Du das liest, solltest Du schon einmal aufhorchen.
    Die meisten Verlage geben Hinweise darauf, wie Du Dein Manuskript einreichen kannst. Aber sie fordern Dich nicht (immer) explizit auf, das auch zu tun. Denn je größer ein Verlag ist, desto mehr unverlangte Manuskripte liegen ihnen vor. Daher arbeiten die großen Verlage eher mit Agenturen zusammen, als das sie noch Direktbewerbungen annehmen.
    Kleine Verlage hingegen nehmen gerne Manuskripte an, weil sie ihr Angebot ausbauen wollen. Aber sie weisen meistens noch darauf hin, dass Dir zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Kosten entstehen. Solltest Du daran Zweifeln, schreib dem Verlag eine freundliche Mail und erkundige Dich nach den Kosten. Oder recherchiere im Internet nach dem Verlag. Dort findest Du aller Wahrscheinlichkeit Hinweise, ob es sich bei Deinem Wunschverlag um ein DKZV handelt.
  • Du bezahlst nur einen Teil der Kosten.
    Viele DKZV reagieren auf die kritischen Berichte im Internet und behaupten, dass man nicht mehr die kompletten Kosten bezahlt, sondern nur noch ein Teil. Auch das ist schon zu viel, wenn sie sich weiterhin als Verlage hinstellen. Dann sollen sie ehrlich sein, sich als Dienstleister bezeichnen und schon ist das Problem aus der Welt geschaffen. Doch solange sie von Dir Geld verlangen und sich als Verlag hinstellen, ist das durchaus ein Hinweis, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Vermeide also deren Angebot.
  • Wir bringen Sie in den Buchhandel, auf unsere Homepage, groß raus!
    Wie oben schon beschrieben, der Buchhandel hört selten bis gar nichts von solchen Pseudoverlagen. Aus diesem Grund ist es auch sehr unwahrscheinlich, dass gerade Deine Geschichte im Buchhandel landet.
    Weiterhin sollte es selbstverständlich sein, dass Dein Buch auf deren Homepage landet. Immerhin hast Du bei denen veröffentlicht. Aber wer liest schon solche Seiten, wenn man den Verlag nicht kennt? Daher wären andere Seiten (wie oben erwähnt, Onlineshops oder Buchblogs) um einiges interessanter.
    Und einen Erfolg kann ein Verlag nicht garantieren. Es gibt zwar Faktoren, welche den Erfolg begünstigt, aber wenn man die großspurig verspricht, dass Du die nächste Bestsellerautorin wirst, geh noch einmal in Dich und frag Dich, ob das wirklich seriös ist.

Abschlussgedanken zum DKZV

Beim besten Willen, ich kann eigentlich nichts gutes über den DKZV schreiben. Das liegt wohl daran, dass sie kein Angebot haben, dass Du nicht über gute Dienstleister bekommst. Und zwar für weniger Geld. Leider sprießen gerade in letzter Zeit mehr solcher Pseudoverlage aus dem Boden, als früher. Manche vermuten, dass es daran liegt, das durch das Selfpublishing die Hemmschwelle für eine Veröffentlichung zu bezahlen, geringer geworden ist.

Bevor Du Dich für einen DKZV entscheidest, solltest Du lieber die oben beiden Varianten probieren oder lieber Deine Geschichte im Internet kostenfrei veröffentlichen. Alles andere ist eher selbstzerstörerisch.

Vor- und Nachteile

Nachteile des DKZV:

  • Du trägst alleine das finanzielle Risiko – obwohl Du in einem Verlag veröffentlichst.
  • Du zahlst meist mehr, als Du es vielleicht im Rahmen des Selfpublishing oder bei einem Diensleister (wie zum Beispiel BoD) tun würdest.
  • Dein Roman und eventuell sogar Dein Name kann für seriöse Verlag verbrannt sein, wenn Du in einem DKZV veröffentlichst.
  • Dein Manuskript wird genommen – egal wie gut oder wie schlecht es ist (und das sehe ich nicht gerade als Werbung an).
  • Und noch so einiges mehr.

Vorteile des DKZV:

  • Dein Buch wird veröffentlicht – mehr oder weniger.

Abschlussgedanken zum Beitrag

Du hast heutzutage die große Auswahl zwischen verschiedenen Verlagen (von den großen Verlagen, bis hin zu den kleinen Verlagen, Indieverlagen und noch vielen mehr), an die Du Dein Manuskript schicken kannst. Wenn sie Deine Geschichte nicht nehmen oder Du gar nicht die Enge des Verlagslebens haben möchtest, gibt es noch die Alternative der Selbstveröffentlichung. Und dort hast Du sogar noch mehr Möglichkeiten, als Dir jetzt vielleicht bewusst ist.

Das sind auch die einzigen Wege, die ich Dir ans Herz legen kann. Denn DKZV’s sind einfach keine alternative. Daher wiederhole ich mich in diesem Fall sehr gerne: Bitte, bitte Finger weg vor DKZV’S. Sie sind keine gute Alternative zu einer Veröffentlichung.

Informiere Dich daher, welcher Verlag für Dich infrage kommt oder wie das mit dem SelfPublishing funktioniert. Und ich bin mir sicher, dass Du Dein Weg machen wirst.

Der Vertriebsweg

Nimm Dir ein wenig Zeit und überlege Dir, wie Du Deinen Roman am Ende veröffentlichen willst. Für viele ist der einzig wahre Weg nur der Verlag. Andere hingegen entscheiden sich von vornherein gegen einen Verlag und wollen den Weg des Selfpublishing gehen. Das hat nichts mit der Qualität der Texte zu tun. Schon lange nicht mehr. Es ist eine Wahl aus freien Stücken.

Daher schreib Dir auf, welcher Veröffentlichungsweg für Dich der richtige ist, eben der Verlag oder das SelfPublishing. Notiere Dir, welche Vorteile Dir jeder dieser Wege bietet. Letztens habe ich von Sabine Osman gelesen, dass sie zum Beispiel dankbar dafür ist, dass ihre Bücher niemals auf dem Krabbeltisch eines Verlages landen. Auch das ist ein Vorteil.

Ich meine aber hier konkret, welche Vorteile sich DIR bieten. Nicht, welche sie allgemein beinhalten oder andere als Vorteile sehen (auch den oben erwähnten Hinweis von Frau Osman). Das ist ein wichtiger Unterschied. Mache ruhig eine pro und kontra Liste. Diese wird nie alle Punkte enthalten, weil es immer passiert, dass Dir noch was einfällt. Aber für den Anfang reicht die Liste aus.

Buch oder E-Book oder doch Beides?

Wenn Du bei einem Verlag veröffentlichen möchtest, dann entscheidet aller Wahrscheinlichkeit dieser mit Dir oder für Dich, wie die Veröffentlichung aussehen soll. Das kann sein, dass es nur ein Buch gibt oder nur ein E-Book. Es gibt ja zwischenzeitlich Verlage, die haben nur e-book Only Verträge.

Aber gerade wenn Du Selfpublishing betreiben willst, solltest Du Dir diese Frage ruhig stellen. Reicht es, wenn ich mein Roman nur als E-Book veröffentliche, oder will ich auch ein gedrucktes Buch haben? Die Autorin Tina Folsom erwähnte mal, dass sie in Deutschland immer auch die gedruckten Bücher zur Verfügung stellt, weil wir Deutsche wohl eher diese Form des Buches noch sehr stark bevorzugen. Das so als kleiner Hinweis. Was Du daraus machst, ist Dir übelassen.

Recherche, Recherche und noch mehr Recherche

Informiere Dich im Internet welche, Verlage es gibt und welche Dich interessieren. Oder schau nach, welche Distributoren es gibt und was Du benötigst, um dort zu veröffentlichen. Auch wenn Du noch aktuell an Deinem Roman arbeitest, solltest Du schon wissen, wie Dein Weg danach weiter gehen soll. Denn je mehr Du jetzt weißt, desto weniger Arbeit hast Du dann, wenn es so weit ist.

Weitere Punkte beim Selfpublishing

Wenn Du Dich für den Weg des Selfpublishing interessierst, dann kannst Du noch weitere Punkte bei Deinen Recherchen miteinbeziehen. Das betrifft zum Beispiel, mit welcher Lektorin und/oder Korrektorin Du gerne zusammenarbeiten möchtest. Informiere Dich, welche im Netz zu finden sind, wie ihr Ruf ist und wie die Preise sind (zumindest im groben, die Details entscheidet letztendlich Dein fertiger Roman).

Und Du kannst Dir auch überlegen, welche Coverdesignerin Du gerne in Anspruch nehmen möchtest. Jede von ihnen hat einen bestimmten Stil entwickelt. Und sicherlich wirst Du die eine oder andere interessanter finden, als andere. Schau Dir deren Werke an und überlege, mit welcher Du dann arbeiten möchtest. Und auch hier natürlich, welche Preise sie verlangen. Meistens werden die Designerinnen da um einiges konkreter.

Der wichtigste Punkt überhaupt

Egal wie viel Du recherchierst und überlegst, Du solltest eine Sache bitte niemals vergessen: Ohne einen Roman bringen Deine Recherchen nichts. Schreib also bitte Deinen Roman fertig, überarbeite ihn und mach ihn veröffentlichungsreif. Dann kannst Du Deine Informationen nutzen.

Welcher Weg interessiert Dich gerade am meisten? Wie würdest Du bevorzug veröffentlichen? Wenn Du einen Verlag frei wählen könntest, der Deinen Roman veröffentlichen soll, wer wäre das? Warum würdest Du überhaupt in einem Verlag publizieren wollen? Oder warum könnte für Dich SelfPublishing interessanter sein? Wenn Du im SelfPublishing veröffentlichen möchtest, was wäre Dein Medium (Buch oder E-Buch)? Welche Dienstleister würdest Du nutzen? Welche Dienstleistungen?
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Erste Veröffentlichung: 01. August 2015
Erste Überarbeitung: 06. Februar 2016
Zweite Überarbeitung: 13. März 2017

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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5 Antworten zu Der Pfad der Veröffentlichung – Publikationsmöglichkeiten

  1. Sabrina schreibt:

    Sehr schöner Überblick. Was mir bei der Verlagsbetrachtung noch fehlt, wäre eine Differenzierung zwischen Groß- und Kleinverlag, denn das macht auch im Hinblick auf Ablauf, Vor- und Nachteile ja noch einmal einen deutlichen Unterschied. Nach meiner Erfahrung besteht z.B. bei Kleinverlagen oft durchaus Mitspracherecht beim Cover. Weitere Unterschiede: Publikumsverlage zahlen – anders als Kleinverlage – einen Vorschuss; Kleinverlagsbücher können zwar vom Buchhandel bezogen werden, aber längst nicht jeder Kleinverlag verfügt auch tatsächlich über Buchhandelspräsenz.

    Zu den Aufgaben einer Agentur ließe sich auch noch einiges mehr sagen, obwohl die Aussage, dass eine Agentur einem dabei hilft, bei Verlagen Fuß zu fassen, es natürlich schon gut zusammenfasst. Aber: Eine Agentur übernimmt auch die Vertragsverhandlungen, kennt rechtliche Fallstricke und versucht, die bestmöglichen Konditionen für ihre Autoren zu bekommen. Sie kennt die Verlagsprogramme und die Entwicklungen des Buchmarkts und weiß darum im Idealfall auch, welche Projekte wem und wann am besten angeboten werden können. Und sie ist auch Ansprechpartner und Vermittler, wenn es zwischen Autor und Verlag zu Unstimmigkeiten kommt. Das alles würde den Rahmen des schön ausführlichen Artikels vermutlich sprengen, aber ich finde das schon wichtige Punkte, die den möglichen Mehrwert einer Agentur klarer machen.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Sabrina,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ursprünglich war der Beitrag dafür gedacht, überhaupt die Unterschiede zu kennen. Denn bisher gibt es eben nur diese drei Publikationsmöglichkeiten (in ihren verschiedensten Ausführungen). Daher bin ich nicht gesondert auf die verschiedenen Arten der Verlage oder die speziellen Aufgaben einer Agentur eingegangen.
      Aber aufgrund Deines Kommentars (und dem nachfolgenden), landen nun zwei weitere Themen auf meiner Blogbeitragsliste: Die unterschiedlichen Verlagstypen und die Arbeit mit Agenturen.

      Danke für Deine Inspiration. Und es kommt bald etwas 🙂

      Liebe Grüße

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  2. pdecrinis schreibt:

    Sehr gute Übersicht und intensiver Artikel über den Weg zur Veröffentlichung. Hätte m. E. auch für drei separate Artikel gereicht – man kann nicht oft genug vor dem Pseudoverlag warnen. Mir fällt eine weitere Kategorie ein, die man bislang in keinen Blog erwähnt hat. Den Schmuddelverlag. Der Schmuddelverlag legt vor und ist somit kein DKZV, aber er bürdet dem Autor sämtliche Marketingaktivitäten auf – so nach dem Motto: „Sieh zu, dass du dein Buch an den Mann bringst – du willst doch am Erfolg mitarbeiten, oder?“ Ein Beispiel für so einen Schmuddelverlag ist m. E. der AAVAA – Verlag.

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  3. elenoravelle schreibt:

    Du brauchst einen fertigen Roman :’D Finde ich drollig, die Aussage.

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