[Offener Brief] Was soll das mit den RapeFiction Romanen?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

in letzter Zeit bekomme ich immer häufiger über Twitter mit, dass Bücher veröffentlicht werden, die, gelinde gesagt, sehr fragwürdig sind. Frauen werden gestalked, negativ dominiert oder gar sexuell missbraucht und vergewaltigt. Und die Männer scheinen es nicht hinzubekommen eine Frau den Hof zu machen, als sich primitiver zu benehmen, als es die Höhlenmenschen jemals getan hätten.

Daher wird es Zeit, sich darüber öffentlich zu äußern.

Kurze Vorgedanken

Egal ob es sich um „50 Shades of Grey“ oder das neueste Machwerk handelt „Paper Princess“, aktuell kommen Bücher auf den Markt, die ein Frauen- und auch Männerbild zeigen, dass nicht nur bedenklich, sondern regelrecht primitiv ist.

Und doch werden diese Bücher als romantisch beworben, die neue Akzente setzen und damit als lesenswert gelten. Scheinbar werden diese Bücher nicht kritisch betrachtet oder gilt es hier, Hauptsache es bringt Geld, egal was für ein Bild sie vermitteln?

Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Autorinnen (soweit ich gesehen habe, werden diese Bücher mehrheitlich von Frauen geschrieben), die Verlage und wer auch immer dahinter steht, nicht über den Tellerrand hinausschauen. Sie schustern eine fürchterliche Geschichte zusammen und veröffentliche diese oder lassen sie veröffentlichen.

Und leider ruft niemand, haha, das war ein Scherz. Wir wollten euch zeigen, wie schlecht das alles ist und ihr kauft noch diesen Mist.

Liebe Verlage (sowohl große als auch Indieverlage), liebe Agenturen, liebe AutorInnen und auch liebe SelfpublisherInnen,

dieser Brief richtet sich direkt an euch. Denn ihr schreibt diese Geschichten, vermittelt diese und veröffentlicht sie letztendlich auch. Und ja, ihr findet eure LeserInnen, darüber will ich nicht diskutieren.

Denn letztendlich, egal ob ihr ein Verlag seid, eine Agentur oder AutorInnen, ihr wollt von den Geschichten leben. Bedeutet das aber, dass ihr schreiben und veröffentlicht könnt, was ihr wollt? Ohne darüber nachzudenken, was für ein Bild ihr letztendlich über Frauen und auch über Männer vermittelt?

So, was genau ist jetzt mein Problem?

Mein Problem mit dem Thema „Rape Fiction“ hatte ich schon einmal sehr ausführlich besprochen. Was mich dabei stört, ist das Weltbild, dass mit solchen Geschichten von euch vermittelt werden.

Frauen sollen hier als starke Persönlichkeiten vorgestellt werden. Trotzdem werden sie gestalked, geben ihr Leben in die Hände ihres angeblich ach so tollen Traummannes und es kann sogar zu sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung kommen. Doch sie wehrt sich nicht, prangert dies nicht an. Solange sie sich auf einen Mann konzentrieren kann, ist das alles in Ordnung.

Wirklich?

Haben wir es wirklich mit einer starken Frau zu tun, wenn sie alles mit sich machen lässt, was andere von ihr wollen? Ohne Gegenwehr? Ohne das alles zu hinterfragen? Das bezeichnet ihr als stark?

Und die ach so tollen Männer scheinen wohl ein geringes Ego zu haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass sie die Heldin nicht mit allen Mitteln der Kunst verführen können. Also so, wie man es von einem romantischen Helden irgendwie erwartet. Und wenn man das nicht schon erwarten darf, dann erhofft man es sich doch.

Ein Abendessen bei einem Candle Light Dinner von mir aus. Oder er unterstützt sie bei einer besonders schwierigen Angelegenheit und verlangt als Gegenleistung dafür … nichts! Denn auch Männer dürfen nett sein und Frauen einfach helfen und sich damit als sexy erweisen.

Nein, sie müssen sie kontrollieren und missbrauchen, um sie an sich zu binden. Sind sie dann doch nicht so sexy, sodass sie Angst haben müssen, dass die Frau von ihm abhaut? Oder warum schreibt ihr AutorInnen über solche Helden?

Was ist daran bitte schön romantisch?

Für mich (und das nicht nur als Leserin, sondern als Frau) ist romantisch, wenn eine Frau stark genug ist, dass sie allein leben kann, weil sie keinen Mann in ihrem Leben braucht. Sie ist sich ihrer Person und ihres eigenen Wertes bewusst und weiß genau, was sie will und was sie nicht will. Und doch sie lädt einen Mann ein, Teil ihres Lebens zu sein, weil sie das selbst will. Nicht, weil sie das muss.

Und romantisch ist ein Mann, wenn er keine Angst vor einer starken und emanzipierten Frau hat. Er ist selbst stark genug, um ihr ein eigenes Leben zu lassen, ohne sie kontrollieren oder gar manipulieren zu müssen. Denn er weiß, dass er niemals eine Frau besitzen wird, egal wie reich oder sexy er ist. Daher muss er sich andere Qualitäten zulegen, um zu erreichen, dass sie bei ihm bleibt. Freiwillig, wohlgemerkt.

Beide Charaktere begegnen sich auf Augenhöhe und wissen um ihren eigenen Wert. Sie sind stark und damit auch zugleich verletzlich. Denn sie müssen etwas, was mehr Stärke verlangt, als einen Kampf gegen einen übermächtigen Feind verlangt, und zwar vertrauen können.

Vertrauen ist auch etwas, was in vielen eurer Geschichten durchaus fehlt. Und das kann ich schon sagen, obwohl ich die Romane nicht einmal gelesen habe. Aber die fundierten Rezensionen, welche sich kritisch mit solchen Romanen auseinandersetzen, sprechen eine eigene, sehr aussagekräftige Sprache.

Die Heldin vertraut nicht sich selbst und ihrer eigenen Stärke. Daher gibt sie ihr Leben einem Mann in die Hände, damit er für sie entscheidet. Er entscheidet daher, wie sie ihr Leben zu führen hat, welchen Job sie nachgehen soll, wen sie treffen darf und wie oft sie Sex haben.

Und er vertraut weder ihr noch sich selbst. Ihr, weil sie nichts machen darf, ohne das er darüber Bescheid weiß. Sich selbst, weil er nicht glaubt, dass sie freiwillig bei ihm bleibt, wenn er die Hand offen lässt. Denn sie könnte sich auch entscheiden, ihn einfach sitzen zu lassen, weil er eben nicht der Mann ihrer Träume ist.

Wir leben in einem freien Land …

Ja, ja, ich kenne die Sprüche. Wir leben in einem freien Land und haben die Meinungsfreiheit und so weiter und so fort. Das bedeutet für viele wohl, dass sie jeden Mist publizieren dürfen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Auswirkungen es hat.

Vor Jahren hatte ein Künstler mal gesagt, dass er seine Werke nur für seinen persönlichen Mikrokosmos erschaffen würde. Als er dies jedoch in den Makrokosmos entließ, war er überrascht, über die vielen negativen Reaktionen. Und er wollte dafür keine Verantwortung übernehmen.

Das Problem ist jedoch, wenn ich etwas in den Makrokosmos entlasse (also die Geschichten veröffentliche), dann hab ich bis zu einem gewissen Grad durchaus die Verantwortung dafür zu tragen.

Nein, natürlich kann ich nicht an alle Eventualitäten denken. Das will ich euch nicht zumuten. Denn häufig interpretieren die Leute Dinge in Geschichten, Bilder oder Lieder, an die man beim besten Willen niemals gedacht hätte. Und für einige dieser Gedanken erwarte ich nicht, dass ihr die Verantwortung trägt. Denn manche Assoziationen sind mehr als nur abwegig. Dazu verweise ich auf die heftigen Diskussionen rund um Harry Potter, um ein Beispiel anzusprechen. In diese Geschichte wurden Dinge hinein interpretiert, die jenseits von Gut und Böse sind.

Aber wenn man gewisse Themen anspricht, muss man damit rechnen, dass man dafür Kritik erntet. Und bei den Rape Fiction Geschichten muss ich wohl nicht schreiben, welche Themen das genau sind, oder?

Zudem kann man eindeutig sagen, dass Stalking und Vergewaltigung in Deutschland Straftaten sind. Glücklicherweise. Denn das war leider nicht immer so. Und beinahe hätte man sogar verhindert, dass die Vergewaltigung in der Ehe straffrei geblieben wäre. Mit anderen Worten, es gab in der Tat eine Zeit in Deutschland, da war es legal, dass ein Ehemann seine Frau vergewaltigt hat, solange sie verheiratet waren (und auch andersherum, was aber statistisch immer noch seltener passiert).

Warum wird dies also in Romanen verharmlost?

Kann man das wirklich noch mit Meinungsfreiheit entschuldigen? Denn erklären kann man dies, meiner Meinung nach, überhaupt nicht mehr. Daher fallen solche Geschichten schon lange nicht mehr unter die Bezeichnung Meinungsfreiheit. Man sollte das Etikett „Schund“ eher raufpacken. Denn das trifft es eher.

Wer ist eigentlich die Zielgruppe?

Sind es wirklich selbstbewusste Frauen, welche solche Bücher lesen und lieben sollen (ja, es gibt genügend, welche diesen Mist kaufen)? Da möchte ich euch gerne eine Frage stellen:

Sollen eure Töchter dieses Vorbild leben? Sollen sie sich von einem Mann dominieren und vorschreiben lassen, wie sie zu leben und zu lieben haben? Und vor allem möchtet ihr, dass es völlig in Ordnung für sie ist, dass sie sich von einem Mann vergewaltigen lassen?

Ist das euer Weltbild einer idealen Frau?

Und was ist mit euren Söhnen? Wollt ihr tatsächlich potenzielle Straftäter auf die Welt entlassen? Straftäter, welche es als völlig normal ansehen, dass man Frauen wie Gegenstände behandelt? Ist es das, was ihr euch erträumt?

Wollt ihr wirklich eine solche Welt haben?

Nein? Das glaube ich momentan nicht? Denn sonst würdet ihr solchen Mist nicht schreiben, vermitteln oder auch veröffentlichen. Es gab genügend Studien, dass die „Twilight“ Romane ein falsches Bild der Liebe vermittelte. Das bedeutet ganz klar, es gibt dort draußen Menschen, eure LeserInnen, die das, was ihr da publiziert, in irgendeiner Art und Weise aufnehmen.

Und damit tragt ihr durchaus eine Verantwortung dafür, was ihr da schreibt. Natürlich, jetzt kann man sagen, dass ihr nicht für das Denken der Anderen etwas könnt. Aber so einfach ist das nicht. Vermutlich haben auch einige von euch mitgeschrien, als es hieß, man solle doch die „Killerspiele“ verbieten. Warum also nicht solchen Mist verbieten?

Was ich mir wünsche?

Natürlich sind nicht alle Bücher das Geld wert, was ihr verlangt, welche von euch Verlagen veröffentlicht werden. Doch bei einigen sind es einfach nur Fehlgriffe, bei denen man durchaus Hoffnung hatte, dass es gute Romane sind. Darüber sehe ich hinweg. Denn gelesen hab ich auch einige davon. Sogar mit Genuss.

Doch ich wünsche mir, dass ihr aufhört, solchen Mist zu schreiben, zu vermitteln und zu veröffentlichen. Und das auch noch in diesen Massen. Denn sie zeigen ein Weltbild, dass man nicht unterstützen muss. Die Fünfziger Jahre will nun wirklich niemand wieder haben.

Seid daher bitte kritischer, wenn ihr ein Manuskript plottet und schreibt. Denkt daran, dass ihr nicht nur einfach eine Geschichte schreibt, sondern ein Weltbild erschafft. Und auch wenn ihr jetzt noch keine Kinder habt, eure Freundinnen oder Freunde haben sie vielleicht. Wollt ihr ihnen dann sagen, dass es in Ordnung ist, dass sie dieses Leben führen?

Liebe Agenturen, liebe Verlage, auch ihr habt eine Verantwortung, was bearbeitet und letztendlich veröffentlicht wird. Ich bin nicht naiv genug, um zu verstehen, dass ihr letztendlich Geld verdienen wollt. Wir leben nun einmal in einer kapitalistischen Gesellschaft. Das bedeutet, dass Moral sehr teuer sein kann. Und somit verkauft und veröffentlicht ihr, was gelesen wird. Leider wird eben dieser Mist gelesen.

Doch denkt an eure eigenen Kinder. Oder an die Kinder eurer KollegInnen oder FreundInnen bzw. Geschwister. Möchtet ihr denen sagen, dass es in Ordnung ist, Opfer bzw. Täter zu sein? Wirklich?

Geht bitte in euch und fragt euch, ob ihr das wirklich wollt und ob es dann in Ordnung ist, solch einen Mist zu veröffentlichen.

Liebe LeserInnen

Auch ihr habt es in der Hand. Mir ist bewusst, dass ihr einen hohen Bedarf an Lesestoff habt. Und um diesen zu befriedigen, wird alles gelesen, was euch in die Hände kommt. Doch muss das wirklich alles sein, was Verlage bzw. SelfpublisherInnen vorsetzen? Wollt ihr denn nicht auch mal hinterfragen, was ihr da lest?

Was würdet ihr machen, wenn euch ein Mann so behandelt und sexuell missbraucht? Ist das wirklich euer Traum von einem Mann? Und liebe Männer, akzeptiert ihr es wirklich, dass man euch so hinstellt? Dass ihr nicht in der Lage seid, eine Frau zu verführen? Dass ihr sie missbrauchen müsst, um sie an euch zu binden?

Wollt ihr das nicht wirklich kritisch hinterfragen? Und dann zur nächsten Stufe zu kommen, solche Bücher nicht mehr zu kaufen?

Sicherlich behandelt ihr euren Körper gut, achtet darauf, was ihr trägt und was ihr zu euch nimmt. Ist es dann nicht an der Zeit, dass ihr auch darauf achtet, was ihr eure Seele und euren Geist (und damit eurem Gehirn) zumutet? Und muss das wirklich so etwas sein, solche Vergewaltigungsgeschichten?

Abschlussgedanken

Vielleicht ist dieser offene Brief auch nur reine Zeitverschwendung gewesen. Sicherlich werden die Verlage, Agenturen und AutorInnen nicht so schnell eine melkende Kuh töten (symbolisch geschrieben natürlich). Denn diese Geschichten werden gelesen und vor allem, sie werden gekauft.

Trotzdem hoffe ich, dass vielleicht doch die eine oder der andere offen sagt, ja, es gibt solche Geschichten und Nein, ich werde sie nicht schreiben, vermitteln oder gar veröffentlichen.

Wenn das auch nur eine Person sagt, dann hat sich die Zeit doch gelohnt.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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44 Antworten zu [Offener Brief] Was soll das mit den RapeFiction Romanen?

  1. David Schwamborn schreibt:

    Ich stimme dir zwar zu, aber wir BRAUCHEN solche Romane. Kein Witz. Denn eine Gesellschaft kann sich nur als solche identifizieren und entwickeln, wenn sie weiß, was ihrer Ansicht nach nicht gut ist. Erst durch solche Geschichten wissen wir, wie wir unsere Charaktere handeln lassen, wenn es um die Liebe geht.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Gewagte Theorie. Denn ich sag es mal so, es gab Zeiten, da wurden solche Geschichten nicht geschrieben. Trotzdem hat sich die Gesellschaft weiterentwickelt. Und das Problem was ich hier sehe ist folgender, niemand hinterfragt den Mist in irgendeiner Art und Weise kritisch. Es wird geschluckt und für normal gehalten. Eine Entwicklung sieht leider anders aus, meiner Meinung nach.

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      • David Schwamborn schreibt:

        Naja, das „Früher war es aber anders …“ Argument zieht nicht. Fürher durften Frauen auch nicht wählen, früher durften Frauen nicht mal Bein zeigen und wir haben uns ja auch weiterentwickelt.

        Das schöne an unserer Zeit ist ja, dass wir uns sexuell so frei ausleben können, wie es nur geht. Es gibt so gut wie keine Grenzen mehr in diese Richtung. Harsch formuliert: Sobald jemand weiß, was seine Sexualität ist, darf er mit allem Pimpern, was die gleiche Erkenntnis hat, oder?

        Ich habe die von dir genannten Bücher net gelesen, aber werden die Frauen gegen ihren Willen so behandelt? Selbst wenn, wäre das für mich nichts ungewöhnliches. Ist jemand, der so was liest, ein Triebtäter? Dann sind alle Krimi-Autoren Mörder und Leser von Krimis ignoranten, die die Warnzeichen nicht beachten.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Mit früher meinte ich vor zehn Jahren. Das ist ein Trend der sich leider erst mit 50 Shades of Grey wieder Bahn gebrochen hat. Es gab wohl in den 80er Jahren eine Zeit, da waren Rape Fiction total beliebt. Dann sind sie verschwunden und dann kamen eben Twiligth und eben 50 SoG.

        Sexuell ausleben, dagegen habe ich nichts. Ganz im Gegenteil, her mit den alternativen sexuellen Beziehungen (https://schreibkasten.wordpress.com/2016/09/09/beziehungsstatus-es-ist-kompliziert/). Dafür bin ich absolut zu haben. Wofür ich persönlich nicht zu haben bin, ist, wenn Frauen oder Männer zu sexuellen Handlungen gezwungen werden. Das ist, gemäß StGB eben eine Straftat. Diese Handlungen werden gegen ihren Willen vorgenommen (daher auch Rape) und sie finden es danach noch Sexy. Ähm ja, natürlich.

        Zumal meiner Meinung nach solche Geschichten nicht für die AutorInnen sprechen, die nicht in der Lage sind, Charaktere zu erschaffen, die Spaß am Sex haben und damit ihre Figuren ins Bett kriegen, wenn es an der Zeit ist. Denn was sagt es über die Frau aus, die sich vergewaltigen lässt und Spaß daran hat? Und was sagt es über den Mann aus, der vergewaltigen muss, damit eine Frau sich in ihn verliebt?

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      • David Schwamborn schreibt:

        Ja, aber wenn es den Lesern nun mal gefällt? Wenn sie die Vorstellung von gezwungenem Sex als Opfer oder gar Täter so gut finden, ist es ihr recht so etwas zu lesen. Es gibt ja auch eine unfassbar große BDSM Szene. Ob es Trend sein muss ist mir dann da auch egal. Jede Gruppe sollte bedient werden und die Gruppe scheint nicht so klein zu sein Und ja, Vergewaltigung ist eine Straftat, aber straftaten dürfen in Büchern vorkommen, sonst gäbe es keine Krimis.

        Was sagt es über einen Mann aus, der sich nicht beherrschen kann und wegen eines Erbes seine Schwester tötet? Was sagt es aus, wenn ein ehemaliger Psychologe ein Kannibale ist? DAS macht Bücher erst interessant. Leute, die keine Stereotypen sind (Oder mit den Typen spielen). Das macht Kunst erst so gut, dass alles bedient werden kann. Die Möglichkeit, mir einen Rape-Roman kaufen zu können, auch wenn ich es nicht will, ist wunderbar. Die Möglichkeit mir einen Krimi zu kaufen ist auch wunderbar und es spricht schon einiges für Autoren, die solche Rape-Fictions schreiben. Ich könnte das nicht. Nicht wegen fehlendem Skill, sondern Schamgefühl. Aktuelles Schamgefühl ist eh nichts mehr wert. Was in Zukunft noch Schamvoll wäre, können wir nicht wissen.

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      • eleabrandt schreibt:

        Das ist richtig, aber Kriminelle wie ein Hannibal Lecter werden in den Werken auch nicht als positive Person dargestellt. Es ist der Schurke der Geschichte, ein Wahnsinniger, was er tut, wird von den Protagonisten rundweg abgelehnt. In Rape-Fictions wird der Vergewaltiger nicht als negativ dargestellt, im Gegenteil, er ist der sexy Love Interest, den die Heldin anschmachtet. Da ist der große Knackpunkt. Es geht nicht darum zu zeigen, wie ein Vergewaltiger denkt, wie er tickt, wie es dazu kommt, dass jemand solch Gräueltaten begeht. Sondern, es geht darum, gewaltsamen Sex als etwas Erstrebenswertes darzustellen.
        Und wie Nika in einem anderen Kommentar schon schrieb, BDSM und Vergewaltigung sind zwei völlig verschiedene Punkte. BDSM ist ein Rollenspiel, nichts davon ist echt und alles geschieht in gegenseitigem Einverständnis.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Genau das ist es, vielen Dank, dass Du es so gut in Worte gefasst hast.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Wenn die Vergewaltigungen in einer BDSM Geschichte vorkommt, dann ist das was anderes. Das kann dazu gehören und ich würde mich selbst keine einzige Sekunde darüber aufregen. Denn in der Tat kann Vergewaltigung bei einigen AnhängerInnen durchaus erotische Gefühle auslösen. Denn es handelt sich hierbei nicht darum, dass man sich jemanden hilflos ausliefert und nicht über den eigenen Körper verfügen kann, sondern weil sie selbst entscheiden können, was mit ihrem Körper geschieht. DAS ist ein himmelweiter Unterschied.

        Bei Vergewaltigung habe ich keinerlei Kontrolle über mich, meinen Körper und meinen Entscheidungen.

        Das Problem, was ich aber auch sehe, ist, dass zum Beispiel bei Paper Princess es sich um einen diser Young Adult oder New Adult Geschichten handelt (sry, aktuell kann ich diese beiden Untergenres noch nicht auseinanderhalten). Die Heldin ist gerade einmal 17 Jahre alt und verdient sich ihr Geld als Stripperin. Das bedeutet, dass hier auch Jugendliche sich diese Geschichten antun.

        Und ich würd aber trotzdem sagen, dass die Qualitäten eines Krimis und dieser Rape Fiction sich durchaus unterscheiden. Warum? Bei einem Krimi geht es natürlich um ein sehr schweres Verbrechen. Ja, das stimme ich zu. Aber, jetzt kommt es, dieses Verbrechen soll und wird auch so gut wie immer gesühnt. Das bedeutet, dass der Mörder oder die Mörderin gesucht und gefunden wird, um sie vor dem Strafgericht zu bringen. Bei diesen Geschichten hingegen wird ein Verbrechen beschrieben und es als etwas völlig normales betrachtet. Und damit behaupte ich, dass man es NICHT auf eine Stufe stellen kann.

        Und ganz ehrlich? Rape zu schreiben ist einfach, denn ich muss mir kaum Gedanken über die Charaktere machen. Ansonsten hätten die Kerlchen es nicht nötig sich derer zu bedienen (oder auch die Frauen, es gibt in der Tat auch Geschichten, in denen Frauen Männer vergewaltigen, das will ich nicht unter dem Tisch fallen lassen). Erotik schreiben ist eine Kunst, derer man sich gerne bedienen kann. Man muss nicht so tief sinken.

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      • David Schwamborn schreibt:

        Das dürft ihr gerne so sehen, ich teile diese Meinung aber nicht, finde es aber gut, wenn ihr sie kundtut, so wie ich die gegenteilige Meinung kundgetan habe.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Jupp, man muss nicht der gleichen Meinung sein, fände ich auch langweilig. Aber solange man darüber diskutieren kann, ist das in Ordnung.

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  2. Nika schreibt:

    Ein spannendes Thema, worüber ich auch viel nachdenke. Deswegen lasse ich kurz meine Gedanken hier.
    Ich finde, es gibt nochmal einen deutlichen Unterschied zwischen RapeFiction und Romanen, die sich inhaltlich mit Dominance & Submission o.Ä.. befassen. Letzteres finde ich eigentlich eher gut, ich finde es gut wenn Tabus gebrochen werden. Was ich schlimm finde ist, wenn ein Autor sich an ein sehr kritisches Thema heranwagt, es aber keinen Sinn innerhalb seiner Geschichte macht und/oder es einfach sauschlecht geschrieben ist. Ich denke, man darf über alles schreiben, das ist auch das schöne an der Fiktion, aber nicht jeder sollte es tun.

    „dann hab ich bis zu einem gewissen Grad durchaus die Verantwortung dafür zu tragen.“
    Bis zu einem gewissen Grad auf jeden Fall finde ich. Als Blogger ist es auch nichts anderes. Man kann schreiben über was man will, aber da man ein Medium ist, erreicht es Leute und ruft verschiedenste Reaktionen hervor. Verantwortlich für deren Meinungen ist man nicht, aber man hat sie provoziert und man muss sie so annehmen.

    Das ist nur meine persönliche Meinung dazu. 🙂

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Nika,

      vielen Dank für Deine Ansicht.

      Zum Thema BDSM, die lese ich auch ab und an mal gerne. Genauso wie ich auch gerne mal erotische Romancegeschichten lese oder auch Fantasy, Krimi und so weiter. Da spring ich gerne mal von Genre zu Genre. Noch heute liebe ich die BDSM Geschichte „Sarahs Lust“. Das ist aber etwas völlig anderes. Denn hier wissen die Leute um ihre Rolle und das es eben ein Spiel ist (ich schreib das jetzt so, damit es klar ist, dass es nicht auf das reale Leben übertragbar ist). Jemand übernimmt die dominante Rolle ein und jemand die unterwürfige Rolle. Und wenn das Spiel vorbei ist, stehen beide auf und gehen mit erhobenen Hauptes ihres Weges.

      Das mit den Vergewaltigungen ist aber etwas anderes, zumindest in meinen Augen. Denn es ist kein Spiel (denn das Thema Vergewaltigung findet auch im BDSM durchaus AnhängerInnen). Hier findet das im Alltag statt und wird von beiden Charakteren als normal angesehen. Dabei handelt es sich um ein einschneidendes Ereignis.

      Und wegen der Verantwortung, dass habe ich bewusst so geschrieben, weil ich nicht für das die Verantwortung übernehmen kann, was zum Beispiel Du denkst. Aber ich kann darüber nachdenken, was eventuell meine Geschichte auslösen kann und versuchen das kritisch zu betrachten. Mehr aber nicht. Alles andere muss ich dann Dir überlassen. Und wenn Du (ich nehme jetzt Dich als direktes Beispiel, weil ich Dir antworte) jetzt der Meinung bist, was auch immer in meine Beiträge, Geschichten und so weiter hineinzuinterpretieren, dann kann ich nichts dafür. Aber das ist dann etwas anderes.

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      • Nika schreibt:

        Mir stößt das besonders bitter auf, weil vielen dieses *nicht Spielen* gefällt und darin erst den Reiz finden. Ein Spiel ist ja nicht gefährlich und nur gefährlich ist spannend. Aber dem ist nicht so. Ich habe leider schon viele kennengelernt, die sich nur deswegen zu der BDSM Szene hingezogen gefühlt haben, weil sie sich selber Schaden wollten, indem sie sich diesen gefährlichen oder schmerzhaften Situation ausgesetzt haben. Eine Art SVV (Selbst verletzendes Verhalten) sozusagen. Und durch eben solche Geschichten sprechen genau das an. Das ist es, was mich daran besonders stört, der komplett falsche Umgang damit und das nicht Abgrenzen und unterscheiden können.

        Aber gut, das ist ein Thema, worüber ich seitenlang meine Meinung bekunden könnte, deswegen belasse ich es jetzt hierbei. 😀 Liebe Grüße

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Hallo Nika,

        mit spielen meinte ich, dass beide Seiten durchaus wissen (bzw. wissen sollten), dass es nicht das reale Leben widerspiegelt. Menschen sind keine Hunde oder Pferde oder SklavInnen. Während der Sessions sind sie es jedoch und beide haben ihren sexuellen Spaß daran.

        Wobei Ines Benecke (zur Orientierung, sie ist mit dem Mark Benecke verheiratet) sagte einmal, dass sie an einem BDSM-Stammtisch teilnimmt und in letzter Zeit immer wieder junge Frauen kommen, die von nichts eine Ahnung haben. Und trotzdem suchen sie ihren Mr. Grey. Das stimmt mich eher besorgt, weil das eben in die Realität übergreift.

        Die Autorin, Sexualthereaputin und Domina Dr. Charley Ferrer hat dazu ein gutes Sachbuch geschrieben, wie BDSM in Geschichten geschrieben und auch in der Realität gelebt werden sollte, im Idealfall (https://schreibkasten.wordpress.com/2016/11/14/rezension-dr-charley-ferrer-bdsm-for-writers/)

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  3. eleabrandt schreibt:

    Danke für den ehrlichen Beitrag, ich beobachte diese Entwicklung auch mit großer Sorge und finde es sehr gut, dass du es auf diese Weise ansprichst. Ich bin kein großer Romance- oder Erotik-Leser, von daher kann ich mir die Faszination für solche Themen unter Umständen noch schwerer vorstellen. Aber mir erschließt sich tatsächlich nicht, wie ein Autor/Verlag/Publisher auf die Idee kommen kann, Vergewaltigungs-Fantasien als erotisch oder romantisch zu verkaufen.
    Unangenehm finde ich auch, dass die kontrollierend-dominanten Wesenszüge der (männlichen) Love Interests oft dadurch relativiert werden, dass sie ja so reich und sexy sind. Ganz blöde Message.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Ela,

      danke für Deine Meinung. Ich bin jetzt nicht DIE Romanceleserin schlechthin, auch wenn meine Geschichte in dieser Richtung geht. Aber ich lese ab und an mal gerne solche Romane. Das tut meiner Seele durchaus gut. Aber ich stimme mit Dir überein, dass ich ebenfalls nicht verstehen kann, dass auch nur eine Geschichte in dieser Richtung veröffentlicht wurde. Aber momentan scheint es ein regelrechter Trend zu sein, der den Markt regelrecht überschwemmt. Mein Problem ist nicht nur, dass solche Geschichten veröffentlicht werden, sondern auch, dass sie so leidenschaftlich gelesen und geliebt werden.

      Zu dem Thema selbst hab ich mich ja hier noch ausführlich ausgelassen: https://schreibkasten.wordpress.com/2016/10/10/rape-fiction-muss-das-wirklich-sein/

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  4. Ryek Darkener schreibt:

    Interessanter Beitrag und klare Position, an der Mann und Frau sich orientieren können. Um beim Thema zu bleiben: Der Beitrag hat mich an den Film „Die Geschichte der Dienerin“ nach dem Buch „Der Report der Magd (The Handmaid’s Tale)“ von Margaret Atwood erinnert. Sowohl der Film wie auch die weibliche Hauptdarstellerin haben mich, ist schon eine Weile her, beeindruckt. Ganz sicher nicht in der Weise, dass ich unterwürfige Weibchen und dominante Männchen ab da als das Ziel der menschlichen Entwicklung ansehe. Aber in Romanen, insbesondere in Dystopien, entspricht der Weltenbau nicht zwingend den Wertevorstellungen des 21ten Jahrhunderts in Deutschland. Frage: Ist das nun Rape Fiction? Schundliteratur? Immerhin geht es da explizit um Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Zugegeben, irgendwo muss ich hier noch „The Handmaid’s Tale“ haben, aber bisher hab ich es noch nicht geschafft, das Buch zu lesen. Daher kann ich das Buch bzw. den Film gar nicht bewerten. Sobald ich es gelesen habe, kann ich dazu was sagen. Aber vielleicht weiß jemand, die oder der das Buch oder den Film kennt mehr darüber.

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      • nikeleonhard schreibt:

        Der Report der Magd ist für mich das genaue Gegenteil von Paper Princess, Shades of Grey u. ä.
        Der ganz wesentliche Unterschied liegt darin, dass Report der Magd eine gesellschaftliche Fehlentwicklung beschreibt, die ausdrücklich als nicht romantisch gekennzeichnet ist und aus der sowohl die Protagonistin,als auch der Mann, dem sie gehört, ausbrechen wollen. Er, indem er auf verbotene Feiern geht und ihr unerlaubte Vergünstigungen, wie Handcreme zukommen lässt. Sie durch Unbotmäßigkeiten, wie das Weiterführen des eigenen Namens und letztlich ihrer Flucht. Vor allem geht es in dem erzwungenen Abhängigkeitsverhältnis ausdrücklich nicht um Liebe und Romantik. Im Gegenteil, es wird alles unternommen, um genau das zu verhindern. Der Grund der Versklavung der Frauen in Report der Magd liegt allein in ihrer Reproduktionsfähigkeit. Die Mägde werden alternden Plutokraten zugewiesen, um das Überleben dieser „auserwählten“ Kaste zu sichern.
        Der Effekt ist, dass jeder halbwegs denk- und empfindungsfähige Mensch zu dem Ergebnis kommt, dass derartige Beziehungen verabscheuungswürdig sind und die sie konstituierende Gesellschaft zum Untergang verdammt gewesen sein muss. (Der Report sind später aufgefundene und kommentierte Aufzeichnungen).

        Und, um auf einen Punkt weiter oben einzugehen: In den 80ern war eine ganz andere Form von Rape Fiction verbreitet, nämlich die Rape and Revenge. Mit anderen Worten: Eine Frau wird vergewaltigt und sinnt auf Rache. Alternativ kann auch die Tochter zur Rächerin werden. Im Unterschied zu heute, gingen diese Frauen aber tatsächlich über Leichen und hatten völlig andere Ziele, als in die Arme eines starken Mannes zu versinken.
        Aber auch unabhängig davon kommen mir die Protagonistinnen von damals unabhängiger, revolutionärer und durchsetzungsfreudiger vor, als ihre angeblich ach so starken modernen Schwestern. Für mich ist das heute in Young-Adult-Romanen (und dazu gehört Shades of Grey in gewisser Weise auch noch) ein Roll Back in die frühen 60er.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Hallo Nike,

        danke für Deine Aufklärung. Das bedeutet für mich, ich muss tatsächlich den Report der Magd unbedingt lesen. Denn das liest sich durchaus interessant, weil ich diese kritischen Geschichten schätze.

        Und ich hab hier eine solche Geschichte aus den 80ern. Dann weiß ich ja, worauf ich mich einlasse. Danke dafür. Dann werde ich zukünftig nicht mehr die 80er als erste Welle bezeichnen, denn da waren ja andere Geschichten in der Mode. Wieder was dazu gelernt.

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  5. Ryek Darkener schreibt:

    Hat dies auf Ryek Darkeners Blog rebloggt und kommentierte:
    Hier etwas zum Nachdenken und mitreden.

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  6. Amalia Zeichnerin schreibt:

    Danke für diesen Blogbeitrag. Ich kann dir in allen Punkten nur zustimmen.
    Ich habe mich auch gefragt, warum wird so etwas überhaupt geschrieben und findet sogar begeisterte Leserinnen? Ich kann mir das nur eigentlich nur erklären, dass diese Autorinnen letzendlich sexuelle Fantasien beschreiben, allerdings ohne die geringste Ahnung von BDSM und der Einvernehmlichkeit, die in dieser Szene so wichtig ist. Leider sind diese Fantasien ziemlich negativ bzw. destruktiv, werden aber stattdessen als romantisch präsentiert. Wie man so etwas ernsthaft romantisch finden kann, ist mir schleierhaft.
    Ich hätte absolut kein Problem mit dieser Art von Literatur, wenn die „Bad Guys“ darin früher oder später auch als solche bezeichnet werden (und dann in irgendeiner Form die Konsequenzen für ihr schädigendes Verhalten tragen müssen), anstatt dass sie zu romantischen Helden stilisiert werden. Also z.B. wenn solche Romane als Psychothriller daherkommen würden und nicht als angeblich romantische Liebesgeschichten.
    Mittlerweile mache ich um jede, wirklich Geschichte einen riesigen Bogen, wenn im Klappentext etwas steht wie „SIE findet IHN zwar unausstehlich und ER ist sooo gemein zu IHR, aber SIE findet IHN trotzdem sooo sexy…“
    Wie du sagst, was für ein fürchterliches Frauenbild wird damit vermittelt?!

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  7. kitsune_miyagi schreibt:

    Danke für deinen Beitrag. Du fasst meine Gedanken zu dem Thema sehr gut zusammen. Bei mir scheiterst es da immer an der schriftlichen Umsetzung. Darf ich deinen Beitrag in meiner Rezension zu Paper Princess verlinken?

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  8. Pingback: Ein offener Brief einer Kollegin, der mir mit jedem Wort aus dem Herzen spricht | effifanblog

  9. Pingback: Rezension zu Paper Princess von Erin Watt | Kitsune´s Welt der Bücher

  10. gloriamonique schreibt:

    Ich frage mich, weshalb man sich über Rape Fiction aufregt, wenn es immerhin auch Thriller und Krimis gibt, die mitunter viel grausamere Taten beschreiben? Ich will nicht ein Leid mit dem anderen vergleichen. Aber über Mordgeschichten regt sich auch keiner auf.
    ich finde es gut, wenn Vergewaltigungen in der Literatur thematisiert werden, da dadurch die Gesellschaft für das Thema sensibilisiert wird. Und ist es nicht eher als Fortschritt zu sehen, wenn ein Tabu gebrochen wird?
    Ich denke nicht, dass es in diesen Büchern um eine Glorifizierung von Vergewaltigungen und Unterdrückung von Frauen geht. Es ist eher die Befriedung einer Tagtraumidee, die die eine oder andere Frau sicherlich schon mal gehabt hat. Wenn im Ehebett 50 Shades of Grey nachgespielt wird, geht es doch auch nur darum, so zu tun, als sei es eine Form von Vergewaltigung. Rape Fiction greift diesen Gedanken auf und gibt ihm eine pseudo-reale Gestalt. Daran ist meiner Meinung nach nichts verwerflich.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Manchmal frage ich mich, warum man sich NICHT darüber aufregt. Wenn es sich um eine Fantasie handelt, warum wird das nicht dann auch in den Romanen als solche behandelt? Klar, ja, es gibt genügend Frauen, die solche Fantasien haben. Das will ich nicht absprechen. Darüber habe ich auch recherchiert und es gibt einige Foren, in denen Frauen das offen thematisieren. Das finde ich lobenswert und habe dafür unwahrscheinlich hohen Respekt. Denn es öffentlich (auch wenn es hinter einem Pseudonym geschieht, es geschieht ja doch öffentlich) zu sagen, ja, ich habe diese Gedanken, das verlangt unwahrscheinlich viel Mut.

      Das Problem ist für mich jedoch, dass in diesen Romancegeschichten das als eine Art erstrebenswertes Ziel dargestellt wird, welche die Frauen scheinbar noch als sexy finden.

      Wenn in diesen Geschichten die Frau sagen würde, hei, ja, ich hab diese Fantasien und würde sie im geschützten Rahmen ausleben, darüber würde ich mich keine Sekunde ausleben. Denn sie reflektiert diese Fantasie dann. Oder wenn sie sagt, hei, das war aber jetzt nicht korrekt, dann auch nicht, denn auch darüber würde sie reflektieren.

      Da dies aber nicht geschieht, sondern scheinbar als harmloses Beziehungsspiel betrachtet wird, sehe ich das (und auch sehr, sehr viele andere, wie ich nach diesem Brief mitbekommen habe) sehr kritisch. Du schreibst auch, dass viele die Bettgeschichten aus 50SoG nachspielen. Aber sie tun es bewusst, weil sie wissen, dass es ein Teil ihrer sexuellen Energie ist. Leider schrieb in einem Zeitungsbericht Ines Benecke, dass an ihrem BDSM Stammtisch sehr viele, besonders junge Frauen kamen, um nach ihren Christian Grey suchten. Hier fehlt eindeutig das kritische hinterfragen.

      Und in Amerika wurde an einem College ein Experiment gemacht, dass zwar nicht aussagekräftig ist, aber durchaus Bauchschmerzen verursachen kann. Dort wurden die Frauen (und ich denke mal, dass sie um die zwanzig sein dürfte, da das wohl das typische Collegealter ist) in drei Gruppen aufgeteilt. Eine bekamen irgendwelche Filme zu sehen, die nächste positive romantische Filme und die dritten romantische Filme, die in meinem Kritikschema fallen.

      Die dritte Gruppe war danach nicht mehr so intensiv in der Lage das Stalkingverhalten als solches zu erkennen. Und das trifft auch auf die Serie „How I met your mother“. Dort soll Stalkingverhalten teilweise auch als normal dargestellt werden (da mir die Serie schon von Anfang an auf die Nerven ging, hab ich sie nicht so intensiv verfolgt). Wenn dieses Thema selbstreflektierend oder im Rahmen einer BDSM Geschichte (nein, es muss nicht direkt um das Hinternversohlen gehen, um es mal ganz platt auszudrücken), dann würde ich keine einzige Sekunde zu dieser Thematik verschwenden. Sagt die Frau, Schatz, ich möchte es heute mal härter haben, dann soll sie es bekommen. Aber eben deswegen, weil sie es will. Und nicht, weil er es ihr aufzwingt.

      Und DAS ist für mich ganz klar der Unterschied.

      Thematisieren finde ich gut. Aber dann durchaus kritisch oder selbstreflektierend. Dann kann diese Thematik auch gerne bleiben. Doch nicht in dieser Form, wie es aktuell geschieht. Das finde ich persönlich sehr bedenklich. Zumal zum Beispiel die Hauptfigur in Paper Princess 17 Jahre sein soll. Mit anderen Worten, wir haben hier ein anderes Lesepublikum, als bei einem Roman für Erwachsene. Und ich mach mir auch Gedanken, wenn junge Mädchen, die noch ihren Platz in ihrem eigenen Leben suchen, so etwas lesen, was für eine Auswirkung hat das auf sie? Und es ist leider so, dass solche Geschichten durchaus ihre Auswirkungen haben.

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      • gloriamonique schreibt:

        Ich habe heute in den Roman hineingelesen und muss sagen: Unter dem Begriff „Rape Fiction“ habe ich mir durchaus gewaltvollere Darstellungen ausgemalt, als die, die ich in diesem Buch überflogen habe. Für mich fällt es von dem, was rein auf der sexuellen Ebene erzählt wird, in dieselbe Kategorie wie 50SoG. Und da haben sich die Leute meiner Meinung nach auch schon viel zu sehr aufgeregt. Problematisch ist – und da gebe ich dir vollkommen recht – das Alter der Protagonistin und das Setting an einer High School. Die Thematik ist durchaus nicht zielgruppengerecht. Wobei ich positiv hervorheben kann, dass sowohl bei Thalia als auch Hugendubel die Bücher nicht im Jugendfantasy-Bereich zu finden waren (wo sie vom Alter her hingepässt hätten). Auch online findet man die Bücher in der Kategorie Erotik und nicht bei der Jugendliteratur.
        Das mit der Stalking-Studie habe ich nachgelesen: Interessantes Phänomen, wobei im weiteren Artikel von DRadio berichtet wird, dass Stalking auch in den Bollywoodfilmen verzerrt dargestellt wird. Meiner Meinung nach ist die Romantisierung von Stalking ein häufiges Phänomen von Liebesgeschichten und nicht pauschal auf die oben genannte Kategorie zu beschränken.
        Zudem habe ich die Protagonistin nicht als kleines Opfer wahrgenommen, sondern durchaus als toughe junge Frau, die sich zur Wehr setzt.
        Solche Literatur ist ambivalent, aber meiner Meinung nach nicht pauschal verwerflich. In dem konkreten Fall von Paper Princess sind Alter der Charaktere und Setting jedoch durchaus problematisch.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Hallo,

        demnächst werd ich mich auf Twitter mit dem Roman 50SoG auseinandersetzen, weil ich den Roman zum einen habe, zum anderen das auch einmal genauer analysieren will.

        Das mit den gewaltvollen Darstellungen ist natürlich eine Interpretationssache. Ab wann ist Gewalt richtig brutal und wann nicht. Denn es gibt psychische Gewalt, die um einiges „brutaler“ ist, als jede Ohrfeige. Aber wenigstens stufen einige Buchhandlungen das Buch richtig ein. Denn das Alter und damit die Zielgruppe finde ich selbst extrem problematisch (wie Du richtig schreibst).

        Zwar hab ich einige Bollywoodfilme gesehen, aber darauf hab ich jetzt nicht geachtet. Danke für den Hinweis, sollte da noch einmal was laufen, schau ich genauer hin. Aber tough reicht mir nicht aus. Wenn sie die sexuellen Übergriffe verurteilt, dann hingegen ist das in Ordnung. Von mir aus, soll sie mit dem Kerl dann glücklich bis ans Ende ihres Leben sein. Aber vorher möchte sie doch bitte ihm erst einmal den Kopf waschen und sagen, so nicht Darling. Denn per se verurteile ich auch keine Vergewaltigungsfantasien. Nur wie sie aktuell dargestellt werden, das finde ich Kritikwürdig.

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  11. Echo schreibt:

    Zwei Anmerkungen vornweg:

    1) Ich bin selbst kein Erotik/Romantik-Fan, weil es wenig gibt, das mich mehr langweilt. (Non-con/Darkfic lese ich dafür durchaus.) Aber: Einige meiner liebsten Freunde mögen diese Geschichten. Freunde, die in zwei Fällen diese Themen, die du hier so schön instrumentalisierst, tatsächlich durchgemacht haben. (+ ich.) Ich habe versucht, sachlich zu bleiben, aber an dem Beitrag ist so viel falsch, dass mir das gegen Ende hin tatsächlich schwer fiel.

    2) Ich finde Kritik an sich völlig okay. Persönlich fand ich SoG einfach sprachlich so schlecht, dass ich mir das, selbst wenn ich das Genre mögen würde, gar nicht angetan hätte. Was ich nicht okay finde: a) Leserabwertung, b) Manipulation und c) haltlose Unterstellungen bis hin zum Victim Blaming.

    Zitat: „Haben wir es wirklich mit einer starken Frau zu tun, wenn sie alles mit sich machen lässt, was andere von ihr wollen? Ohne Gegenwehr? Ohne das alles zu hinterfragen? Das bezeichnet ihr als stark?“

    Ich halte es für ziemlich daneben, im Kontext von Missbrauch und Vergewaltigung von „stark“ und „schwach“ zu reden. Du kritisierst hier Verherrlichung, aber mit solche Aussagen implizierst du gerade vor allem eins: dass Leute, die Opfer von Missbrauch werden (es „mit sich machen lassen“), schwach sind, weil „starke Frauen“ so etwas natürlich nicht passieren würde. Leider ist das dieselbe Einstellung, die ich im Netz und RL sehr oft erlebe, gepaart mit regelrechter Aggression Leuten gegenüber, die in solchen Beziehungen feststecken. (Man selbst würde so etwas natürlich nie mit sich machen lassen / solche Frauen seien „eine Schande für den Feminismus“ / „Ach uuups, jetzt hat sie sich umgebracht? Wirklich schlimm so etwas. Hier mein Copy/Paste-Post darüber, wie schrecklich ich Missbrauch finde!“)

    Zitat: „Vertrauen ist auch etwas, was in vielen eurer Geschichten durchaus fehlt. Und das kann ich schon sagen, obwohl ich die Romane nicht einmal gelesen habe. Aber die fundierten Rezensionen, welche sich kritisch mit solchen Romanen auseinandersetzen, sprechen eine eigene, sehr aussagekräftige Sprache.“

    Ja, von diesen „kritischen Rezensionen“ habe ich auch ein paar gelesen in den letzten Tagen. Von welchen redest du denn?

    Von der, die sich über Sexismus beschwert und dann nicht nur selbst unfassbar sexistisch ist, sondern beweist, dass die Verfasserin von psychischen Problemen und SVV mal so gar keine Ahnung hat? (Überspitzt: „SVV ist schon okay. Aber bitte lieber die Arme aufschlitzen, destruktives Sexualverhalten geht gar nicht, was sollen denn die Kinder denken?“)

    Oder vielleicht meinst du die Paper-Princess-Rezension der Bloggerin, die von Verantwortung spricht (und explizit darauf hinweist, dass positive Rezensionen dazu führen, dass ein Buch gekauft wird) und im selben Blog einen bekannten homophoben Autor, der, wenn ich mich richtig erinnere, seine Einnahmen sogar an Anti-LGBT+-Organisationen spendet, in den Himmel lobt und allen seine Bücher ans Herz legt?
    Klär mich gerne auf.

    Persönlich denke ich, den moralischen Zeigefinger sollte man sich zumindest leisten können. Die allermeisten können es nicht – teilweise tut die Heuchelei regelrecht weh.

    (Übrigens: Über Bücher urteilen anhand von dem, was andere sagen, ist selten eine gute Idee. Es lässt einen auch nicht unbedingt kritisch und reflektiert wirken, sondern eher wie jemand, der alles nachplappert und sich im Zweifel auch gerne mal an Hetzjagden beteiligt.)

    Zitat: „Daher gibt sie ihr Leben einem Mann in die Hände, damit er für sie entscheidet. Er entscheidet daher, wie sie ihr Leben zu führen hat, welchen Job sie nachgehen soll, wen sie treffen darf und wie oft sie Sex haben.“

    Was natürlich scheiße ist. Wenn dagegen reale Personen anderen realen Personen vorschreiben wollen, wie sie ihr Leben zu führen haben, was sie lesen sollten oder was für sexuelle Fantasien sie haben dürfen, dann ist das okay.

    Zitat: „Das bedeutet für viele wohl, dass sie jeden Mist publizieren dürfen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche Auswirkungen es hat.“

    Klar sollte man sich Gedanken machen. Und stellt dann fest: Es ist egal.

    Ich kenne Autobiographien (!), von denen ich bestätigen kann, dass sie definitiv realistisch sind, weil ich dasselbe durchgemacht habe. Man muss sie nicht mögen, aber wenn sie eins nicht sind, dann unrealistisch. Und trotzdem tummeln sich da Leute, die sich das Maul darüber zerreißen, dass „sich ein Betroffener nie so verhalten würde“ (was btw. ein ziemlicher Schlag ins Gesicht ist) und dass der Autor das Thema verherrlichen würde usw. usf. Diese Leute haben keine Ahnung von was sie reden, schwadronieren irgendeinen Unsinn zusammen und werden dafür gefeiert. Das ärgert mich und in erster Linie macht es mich hilflos. Und zwar weit mehr, als SoG und Co es jemals könnten.

    Zitat: „Aber wenn man gewisse Themen anspricht, muss man damit rechnen, dass man dafür Kritik erntet. Und bei den Rape Fiction Geschichten muss ich wohl nicht schreiben, welche Themen das genau sind, oder?“

    Wer beschwert sich denn? Soweit ich weiß hat sich von den kritisierten Autoren keiner zu Wort gemeldet. Ein paar Blogger haben sich beschwert, aber weniger weil Leute das Buch scheiße fanden, sondern weil ihnen sonst was unterstellt wurde. Natürlich wehrt man sich gegen Vorwürfe, man würde Missbrauch geil finden. Erst recht, wenn man so etwas selbst erlebt hat und andere einem mitteilen, man wären durch solche den Konsum solcher Geschichten selbst Schuld daran bzw. Schuld daran, dass es anderen passiert.
    Nicht etwa der Täter.
    Nö, das Mädel, das es wagt, völlig normale Sexfantasien zu haben, ist Schuld.

    Klar könnt ihr kritisieren. Aber bleibt verdammt noch mal bei den Werken.
    Der Autor ist nicht seine Figuren.
    Und diese Rückschlüsse auf die Persönlichkeit der Leser (auch interessant, wie man immer davon spricht, wie leicht beeinflussbar alle anderen sind, sich selbst aber als leuchtende Ausnahme sieht) sind komplett daneben.

    Zitat: „Warum wird dies also in Romanen verharmlost?“

    Weil es offenbar (sexuelle) Fantasien bestimmter Leute sind. Es gibt ihnen etwas.

    Und weil (dazu Link unten) Vergewaltigungsfantasien „abartig“ und verpönt sind. Was im Endeffekt dazu führt, dass Leute Dinge lieber schönreden, weil die Alternative wäre, als jemand dazustehen, der „Vergewaltigungen heiß findet“. (Was genauso Blödsinn ist.) Schau dich gerne mal um, wie viele Leute gegen SoG wettern, weil SoG sehr einstimmig als missbrauchverherrlichend gilt (und man ordentlich abkriegen würde, wenn man zugäbe, das zu mögen), aber gleichzeitig „Voldemort hält Harry als Sexsklaven“-Geschichten lesen, weil „das ja was ganz anderes ist“. Das kommt dabei raus, wenn Leute solche Fantasien haben, aber sich nicht trauen, dazu zu stehen. Dann wertet man eben schön andere ab, beteiligt sich an solchen Diskussionen hier und die eigenen Lesevorlieben werden dann schon irgendwie gerechtfertigt. (Oder man tut so, als hätte man sie nicht.)

    Ich stimme insofern zu, dass bestimmte Themen besser gekennzeichnet werden sollten, damit Leute, die sie nicht lesen möchte, ihnen aus dem Weg gehen können. (Wie es bei Onlinegeschichten durch die Tags der Fall ist.) Aber nach Zensur zu schreien: Da fehlen mir die Worte. Und damit forderst du auch gleichzeitig, dass Leuten, die all diese Sachen durchgemacht haben, ihre Stimme genommen wird. Denn sehr sehr viele Leute, die das teilweise in Extremformen schreiben, *sind* Betroffene, die sich auf diese Weise ausdrücken und darüber andere finden, die das genauso verarbeiten. Und ich kenne das Argument „Aber wer das WIRKLICH durchgemacht hat, schreibt nur durchdachte, hochliterarische Geschichten, die das auf jeden Fall sensibel angehen (und ist außerdem gesegnet mit Fingerspitzengefühl und sprachlichem Talent)“: Blödsinn.

    Zitat: „Sind es wirklich selbstbewusste Frauen, welche solche Bücher lesen und lieben sollen (ja, es gibt genügend, welche diesen Mist kaufen)?“

    Tatsächlich triffst du es damit vielleicht sogar unfreiwillig auf den Punkt. Hier eine Studie zum Thema Vergewaltigungsfantasien und mögliche Gründe dafür.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22544306
    Es sind also tatsächlich Leute, die offen für sexuelle Erfahrungen sind. Zitat: „Sexual blame avoidance theory was not supported; sexual desirability theory was moderately supported; openness to sexual experience theory received the strongest support.“

    Das hier ist übrigens ein sehr gutes Essay über genau das Thema und zwar aus Sicht von jemandem, der als Kind sexuell missbraucht worden ist: http://thegreenirene.tumblr.com/post/150297682269/the-gender-politics-of-sherlock-fandom-one-year In dem Essay geht es eher um non-con-porn (also insofern vergleichbar, weil auch das keine kritischen Abhandlungen zum Thema Vergewaltigung sind), trotzdem stehen da einige sehr kluge Sachen drinnen, u. a. eben wie es möglicherweise dazu kommen kann, dass Leute Vergewaltigungen mit „eigentlich ist es doch keine“ entschuldigen und warum „Omg, wer so etwas schreibt, ist abartig!“ absolut nicht hilft.

    Und noch ein Zitat, weil hier so gerne zwischen „Geschichten über Vergewaltigung“ und „Geschichten über Rollenspiele“ unterschieden wird:

    „One final note on noncon fic specifically: it works on the exact same principle as consensual nonconsent play IRL. No, the character(s) didn’t consent; neither did the persona being acted out by someone playing the victim in a con-noncon scene. The consent that distinguishes it from real-world violation isn’t between the characters in the fantasy; it’s between author and reader. The back button is the safeword. And in contrast to one of the dangers of IRL con-noncon play, it’s a safeword the author has zero power to override or ignore.“

    Zitat: „Sollen eure Töchter dieses Vorbild leben? Sollen sie sich von einem Mann dominieren und vorschreiben lassen, wie sie zu leben und zu lieben haben? Und vor allem möchtet ihr, dass es völlig in Ordnung für sie ist, dass sie sich von einem Mann vergewaltigen lassen?“

    Bisher habe ich mich wirklich bemüht, sachlich zu bleiben. Aber wow, ernsthaft? Deine „Argumentationsweise“ besteht aus dem Versuch, Leute zu manipulieren (!), indem du ihnen Schuldgefühle einredest und ihnen erzählst, sie seien durch den Konsum solcher Literatur (mit)verantwortlich dafür, dass Leute vergewaltigt werden? Und vor allem der letzte Satz: „dass es völlig in Ordnung für sie ist, dass sie sich von einem Mann vergewaltigen lassen“. Niemand LÄSST sich vergewaltigen, weil es so viel Spaß macht. Leute stecken nicht in Missbrauchsbeziehungen fest, weil sie das in ORDNUNG finden.

    Zitat: „Ist das euer Weltbild einer idealen Frau?“

    Noch so etwas: *Ideale* Frau. Oh Gott, wenn es nicht so ironisch wäre. Aber gut, ich nehme an, Frauen, die sich „vergewaltigen lassen“ gehören deiner Ansicht nach wohl eher nicht dazu. Btw.: Plötzlich weiß ich auch, was mich an dem „vergewaltigen lassen“ so stört. Klingt ein bisschen, als ob die Initiative von der Frau ausgeht, gell? Irgendetwas ist an dem Bild gewaltig schief.

    Zitat: „Nein? Das glaube ich momentan nicht? Denn sonst würdet ihr solchen Mist nicht schreiben, vermitteln oder auch veröffentlichen.“

    Stimmt, denn wer so etwas schreibt/liest und kurze Röcke trägt, der befürwortet eindeutig Vergewaltigung und ist ja eigentlich auch selber Schuld, wenn’s ihm dann passiert. Vielen Dank für deine fortschrittlichen Ansichten. Man merkt, es geht dir ganz klar um die Betroffenen.

    Zitat: „Und damit tragt ihr durchaus eine Verantwortung dafür, was ihr da schreibt. Natürlich, jetzt kann man sagen, dass ihr nicht für das Denken der Anderen etwas könnt. Aber so einfach ist das nicht.“

    Eigentlich ist der Absatz eine absolute Steilvorlage, um dich in deiner eigenen Argumentation zu ersaufen. Ich hoffe, du bist so konsequent und beziehst das auch auf deinen Blog, schließlich wird der ja auch gelesen.

    Zitat: „Vermutlich haben auch einige von euch mitgeschrien, als es hieß, man solle doch die „Killerspiele“ verbieten. Warum also nicht solchen Mist verbieten?“

    Nö, hab ich nicht. Ich halte „Killerspiele zu verbieten“ für genauso unnötig wie „Literatur zu verbieten“. Generell bin ich nicht so der Freund von Zensur. Aber mir fällt sehr wohl auf, dass es sehr viele Leute gibt, die Shooter voll okay finden, aber sobald es um die „total abartigen“ sexuellen Fantasien einer Frau geht, muss man natürlich eingreifen.

    Und noch etwas: Wo willst du die Grenze ziehen? GoT stellt Vergewaltigungen nicht als positiv dar, sieht sich aber durchaus mit dem Vorwurf „Torture Porn“ konfrontiert. Und triggernd ist das definitiv. Auch bei Goethe und diversen Klassikern erinnere ich mich an einige Werke, in denen Vergewaltigungen das ultimative Zeichen der Liebe und Leidenschaft sind. Die werden aber witzigerweise von massenhaft „SoG ist so verherrlichend“-Leuten in den Himmel gelobt.
    Ich finde, da sollten wir schon konsequent sein (= nicht nur das verbieten, was wir selbst scheiße finden) und generell alle Literatur verbieten, die sich in irgendeiner Weise mit Themen beschäftigt, die irgendwen stören könnten!

    Zitat: „Doch ich wünsche mir, dass ihr aufhört, solchen Mist zu schreiben, zu vermitteln und zu veröffentlichen. Und das auch noch in diesen Massen. Denn sie zeigen ein Weltbild, dass man nicht unterstützen muss. Die Fünfziger Jahre will nun wirklich niemand wieder haben.“

    Wär ja auch noch schöner, wenn Frauen offen zu ihrer Sexualität stehen können.
    Weißt du, was ich mir wünsche?

    Zitat: „Doch denkt an eure eigenen Kinder. Oder an die Kinder eurer KollegInnen oder FreundInnen bzw. Geschwister. Möchtet ihr denen sagen, dass es in Ordnung ist, Opfer bzw. Täter zu sein? Wirklich?“

    1) „Denkt an die Kinder“ … ist das nicht ein Argument, das die Rechten auch ganz gerne mal verwenden? Wird übrigens nicht besser, wenn man es selbst gebraucht, sobald es einem in den Kram passt. Was ist so schwer daran zu sagen: „*Mich* stört das. *Ich* finde das schrecklich, weil.“ Muss man immer auf „die Kinder“, „die Jugendlichen“, „die Betroffenen“ verweisen, die man angeblich schützen will? Sorry, das ist einfach verlogen.

    2) Schon wieder ganz ekliges Guilt Tripping

    3) Du verwendest hier Opfer als Beleidigung, ich hoffe, das ist dir bewusst. „Opfer zu werden“ ist keine Moralfrage, die du mit „ist es in Ordnung?“ erfragen kannst.

    4) Die Annahme, dass Leute, die so etwas lesen, das in der Realität gutheißen, ist nicht nur absolut an den Haaren herbeigezogen, sondern banalisiert tatsächlichen Missbrauch. Leute geraten nicht in Abhängigkeitsverhältnisse, weil sie das falsche Buch lesen. Es macht mich wütend. Ich kenne eine Person, die kurz vorm Selbstmord stand, zu diesem Zeitpunkt null Unterstützung hatten und der ein Strick daraus gedreht wurde, dass irgendwo in der Schublade SoG lag. Und das ist kein Witz.

    Zitat: „Geht bitte in euch und fragt euch, ob ihr das wirklich wollt und ob es dann in Ordnung ist, solch einen Mist zu veröffentlichen.“

    Klar!
    Ich meine, du darfst solche Beiträge ja auch schreiben, obwohl ich persönlich sie daneben finde. Und was glaubst du, wie viele Falschinformationen ich schon in Foren zum Thema Missbrauch gesehen habe – alle von Leuten, die absolut der Ansicht waren, sie tun damit etwas Gutes und die sich total über Verharmlosung aufgeregt haben. (Zum Beispiel sitzen Vergewaltigungsopfer natürlich immer in ihren dunklen Ecken, Hypersexualität als Folge existiert nicht und es ist außerdem ausgeschlossen, dass Leute, die vergewaltigt werden, einen Orgasmus haben, denn Vergewaltigungen tun immer weh. Super.)

    Gut, hier breche ich ab, das Wichtigste ist gesagt. Ich entschuldige mich im Voraus, dass ich mich möglicherweise nicht mehr melden werde. Das Thema geht mir nahe und macht mich wütend genug, dass ich eigentlich nichts mehr dazu lesen möchte. Trotzdem wollte ich das nicht unkommentiert stehenlassen und schicke außerdem einen Gruß rüber an die Leute, die solche Literatur lesen: Lasst euch bloß nicht einreden, das wäre falsch/verwerflich oder ihr wärt ein schlechter Mensch deswegen. Ja, Reflexion ist wichtig. Und ja, es schadet sicher nicht, sich die Ansichten anderer anzuhören. Aber Leute, die so dermaßen offensichtliche Manipulationstaktiken bringen wie in diesem Blogeintrag (und das auch noch zum Thema Missbrauch, wo genau DAS i. d. R. ein ganz großer Teil ist), verdienen es definitiv nicht, dass man sie ernst nimmt. (Und für diejenigen, die jetzt ganz heftige Dissonanzen spüren: Geht tief in euch.)

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen Kommentar.

      Vielleicht bin ich bei einigen Formulierungen übers Ziel hinaus geschossen, darüber können wir gerne diskutieren. Doch bei der Grundaussage bleibe ich trotzdem. Häufig hab ich in diversen Foren gelesen, dass Frauen ihre Vergewaltigungsfantasien haben. Und sie wissen darum, dass es eben Fantasien sind, auch wenn sie nicht dahinter kommen, woher sie stammen, dann ist das für mich in Ordnung. Denn sie wollen ja nicht im realen Leben sich an eine Straßenecke stellen, um sich dann tatsächlich vergewaltigen zu lassen.

      In diesen Romanen wird aber zu keinem Zeitpunkt reflektiert, dass es eben die Fantasien der Charaktere sind, die hier bedient werden oder, dass es nicht korrekt ist, dass Vergewaltigungen, sexueller Missbrauch oder auch Stalking nicht korrekt ist. Wäre das so, ich hätte mir zu keinem Zeitpunkt darüber Gedanken gemacht. Denn trotz Deiner Behauptung, ich respektiere weitaus offener die Sexualität der Frau, als es viele AutorInnen tun. Denn ich bin absolut dafür, dass auch in Romanen gezeigt wird, dass Frauen in einem Liebesroman nicht immer als Jungfrauen in die Geschichte gehen müssen (oder auch andere Genres). Oder warum keine polyamore Geschichten oder was auch immer? Diese konservativen Ansichten gehen mir sogar ziemlich auf die Nerven.

      Wenn in einer Beziehung die Charaktere sich auf Augenhöhe begegnen, dann können sie ihre Sexualität auf verschiedenste Art und Weise ausleben. Dazu gehört auch, dass sie klar sagt, ich habe diese Vergewaltigungsfantasien, können wir diese bitte ausleben Schatz? Da würde ich sofort meine Hände ruhig halten und sagen, gut, das wäre nicht meine Sache, aber ich würde mich zu keinem Zeitpunkt darüber aufregen. Denn hier reflektiert die Frau (oder auch der Mann, darüber können wir dann gerne diskutieren) über die eigenen sexuellen Bedürfnisse. Und sie will dies eben im Bett ausleben.

      Warum nicht?

      Wenn die Paare ihre BDSM Leidenschaften ausleben, sollen sie das auch machen, solange sie davon überzeugt sind. Auch dagegen habe ich überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil, solche Geschichten lese ich auch ab und gerne. Und es macht mir sehr viel Spaß. Aber diese Charaktere reflektieren alles. Und das ist dementsprechend wichtig.

      Aber wenn 17jährige Charaktere auftreten, kann man sich denken, wer ihre Zielgruppe ist. Das sind Mädchen in diesem Alter und teilweise sogar noch jünger. Und sie haben nicht immer eine Ahnung, wie ihr Leben verlaufen soll oder wo ihr Platz im Leben sein wird oder wie sie sich sexuell äußern möchten (das fängt ja schon mit der Frage an, ob sie eventuell bi oder lesbisch sind). Und dann kommen solche Bücher und viele, sehr viele nehmen sie sich durchaus als Vorbild. Denn nicht einmal erwachsene Frauen sind wirklich bereit oder in der Lage (oder was auch immer), auf Dauer Stalkingverhalten kritisch zu sehen.

      So gab es an einem amerikanischen College ein Experiment, in denen Frauen in Gruppen aufgeteilt wurden. Da ich das jetzt öfters schon zusammengefasst habe, hier nur die Kurzvariante. Die Frauengruppe, welche sich die Stalkinggeschichten, welche als romantische Kommödien verkauft wurden, sahen dieses Verhalten nicht mehr als kritisch an. Dabei geht es um Einbrüche, Erpressung, Verfolgung und derartiges. Und das ist nicht als kritisch zu betrachten? Und diese Frauen, so behaupte ich es mal, müssen durchaus um die zwanzig sein. Also ältere Frauen, von denen man eventuell meinen müsste, dass sie es doch besser wissen.

      Tun sie es? Scheinbar nicht.

      Wenn mit diesem Thema kritischer umgegangen werden würde, ich wäre sofort dabei. Tun sie aber nicht. Und das stimmt mich durchaus sehr kritisch, traurig, ängstlich und besorgt.

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    • kitsune_miyagi schreibt:

      Hallo Echo. Hast du die beiden von dir erwähnten Bloggerinnen
      angeschrieben und darauf hingewiesen? Ich habe gerade mal recherchiert, da du keinen Namen genannt hast und google nannte mir den Enders Game Autor als den, der diesen homophoben Scheiß unterstützt. Ich habe seine Bücher nicht gelesen und kannte weder den Film noch eben die Romane. Man befasst sich ja nicht unbedingt bei jedem Autor mit dessen Privatleben und da kann sowas auch mal durchgehen. Ich kann mir vorstellen, dass diejenige sein Verhalten sicher auch nicht akzeptabel findet. Und sicher kann man bzgl. des SVV auch auch noch mal Denkanstöße geben. Weiß ja nicht, was da genau geschrieben wurde. LG

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  12. Nomnivor schreibt:

    „Oder vielleicht meinst du die Paper-Princess-Rezension der Bloggerin, die von Verantwortung spricht (und explizit darauf hinweist, dass positive Rezensionen dazu führen, dass ein Buch gekauft wird) und im selben Blog einen bekannten homophoben Autor, der, wenn ich mich richtig erinnere, seine Einnahmen sogar an Anti-LGBT+-Organisationen spendet, in den Himmel lobt und allen seine Bücher ans Herz legt?
    Klär mich gerne auf.“

    Wie wärs, wenn du den Tango auf meinem eigenen Blog tanzt, anstatt andere mit rein zu ziehen?

    Ich wusste tatsächlich von Orson Scott Cards Gesinnung nichts, als ich das Buch gekauft habe. Autoren recherchiere ich normalerweise nicht vor dem Kauf. Erst, als mich letztes Jahr eine Leserin darauf aufmerksam machte, hatte ich das auf dem Schirm.

    Ich glaube, seitdem habe ich es auch nicht mehr erwähnt. Außer, dass ich es dieses Jahr noch mal gelesen habe. Jedenfalls versuche ich es nicht mehr zu erwähnen.

    Und ja, ich bin ziemlich fassungslos, was für ein Idiot der Autor eines meines Lieblingsbücher ist. Dem würde ich nicht mal mehr Geld geben, wenn er mich dafür aus einem brennenden Haus zieht.

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  13. Jezabel Botanica schreibt:

    Hat dies auf Unplugged rebloggt und kommentierte:
    Hier ein treffender Artikel über Rapefiction-Romane.
    Auch mir ist aufgefallen, dass solche Romane mittlerweile vermehrt auf den Markt kommen. 50 Shades of Grey / Twilight haben den Anfang gemacht und eine abusive relationship als die ultimativ romantische Liebesbeziehung etabliert.
    Ja, auch ich schreibe Erotik – oder versuche es zumindest. Aber eines weiß ich mit Sicherheit. In meinem Roman wird niemand sexuell missbraucht. Es wird niemand vergewaltigt. Meine Protagonistin ist zwar jung und verliebt in meinen Protagonisten, aber eines will sie auf keinen Fall: Sich ihm unterordnen.

    Ja, ich lese sehr viele populäre Erotik-Romane. Dabei ist mir immer eines aufgefallen. In all den Romanen, in denen es zur sexuellen Unterwerfung kommt, in denen soft-bdsm-Praktiken praktiziert werden, ist es immer die Frau, die dominiert wird. Ein Grund, weswegen ich erst Gestern eine Szene geschrieben habe, in der meine Protagonistin mal die Handschellen auspackt und IHN ans Bett fesselt – im gegenseitigen Einverständnis. Sexualität macht Spaß, wenn man sie in Augenhöhe auslebt, wenn man darüber spricht und sich selbst kennt, seine Grenzen selbst auskostet. Sich den ganzen Abend darauf freuen, seinen Partner zu küssen, kann erotischer sein, als Sex selbst! Auch in Romanen!

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  14. Cora schreibt:

    Liebe Frau Schreibseele,
    ich finde es sehr gut, dass du dich mit diesem Thema auseinandersetzt. Ich habe beim Lesen deines Textes richtig gespürt, dass dich das Thema beschäftigt und du dir in gewisser Weise Luft machen willst. Vergewaltigungen in Büchern anzusprechen finde ich grundsätzlich wichtig, aber in meinen Augen sollte das in einem kritischen und sensiblen Rahmen passieren. Dominante Männer und abhängige Frauen, die wie Objekte behandelt werden, als erstrebenswert darzustellen, ist schlichtweg falsch. Was das angeht, bin ich mit dir vollkommen auf einer Wellenlänge.
    Das Problem, was ich dabei sehe, ist aber, dass du vielleicht ein bisschen zu vorschnell von dir auf andere Menschen schließt. Es gibt leider Frauen und Männer, für die diese Rollenbilder selbstverständlich sind und sie deswegen nicht hinterfragen. Für mich wäre solch eine Beziehung unvorstellbar und ich möchte niemals im Leben ein solches Buch lesen, aber für andere stellen solche asymmetrischen Beziehungen nun einmal die Normalität dar. Das macht es natürlich nicht besser! Den Autoren, Verlagen und Lesern aber pauschal vorzuwerfen, dass sie mit Absicht ein falsches Bild publizieren und konsumieren, finde ich nicht unbedingt gut. Natürlich wird auch das in einigen Fällen stimmen, aber eben nicht in allen.
    Vielleicht solltest du, wenn du das nächste Mal einen solchen Beitrag schreibst, ein paar Wochen vergehen lassen, damit du dich selber reflektierter damit auseinandersetzen kannst. Ich kenne das selbst: Wenn man emotional an einem Thema hängt, fällt es schwer, die eigenen Gedanken zu hinterfragen, man handelt vorschnell und schießt manchmal übers eigentliche Ziel hinaus.
    Liebe Grüße,
    Cora

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Cora,

      in der Tat ist dieser Beitrag ziemlich ungefiltert erschienen. Mir stieß es unangenehm auf, dass gerade Paper Princess in aller Munde ist und ich frage mich, warum? In Fiktionen darf es gerne der Bad Boy sein, der Mr. Grey und so weiter. Aber im realen Leben würden die wenigstens Frauen solch einen Typen heiraten. Zumindest dachte ich das bisher. Bis ich schließlich durch ein oder zwei Leute zwischenzeitlich eines besseren belehrt wurde (die erwähnten Besuche an den BDSM Tischen).

      Ja, aber Du hast recht, das nächste Mal werd ich den Beitrag in der Tat ein paar Tage „gedeihen“ (und mich ein wenig abkühlen) lassen. Wobei, ganz ehrlich, wenn ich solche Beiträge, wie den hier lese http://filmloewin.de/schluss-mit-lustig-eine-kampfansage-gegen-die-happy-vergewaltigung/?platform=hootsuite frag ich mich, ob man da wirklich ein paar Hintergedanken bei einigen besteht.

      Aber versprochen, das nächste Mal darf der Beitrag ruhen, bevor ich ihn veröffentliche 🙂

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  15. deutschlandssterne schreibt:

    Die Autoren der Rape Fiction Romane schreiben empfängerorientiert. Sie bedienen ein Genre das durch den Gesetzgeber bereits erheblich eingeschränkt worden ist. So darf sexueller Mißbrauch an Kindern und Jugendlichen nicht mehr episch erzählt werden. Ich würde gerne einmal einen solchen Roman aus der Perspektive des Täters lesen. Dieser kommt nämlich nie zu Wort! Die derzeitige Diskussion stellt sich darum, ob auch Vergewaltigung positiv und das Opfer entwürdigend weiter veröffentlicht werden darf. Ein gescheiter Verwaltigungsporno mit Lust und Weiden an der Angst des Opfers und realistischen Kameraeinstellungen darf bereits jetzt in der Bundesrepublik nicht mehr vertrieben werden. Gewaltpornographie generell zu verbieten würde mit dem Genre BDSM kollidieren. Leider ist auch dieses Spiel wieder langweilig, weil man fünf mal vorher genau erklären muß daß es nur ein Spiel ist. Wie wäre ein Krimi für Sie, wenn man Ihnen immer vorher ansagen würde wer genau der Mörder ist.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Deutschlandssterne,

      vielen Dank für Ihren Besuch. Ich persönlich finde es in Ordnung, dass dieser Bereich durchaus seine Regelungen hat. Wobei die Ansichten aus der Sicht eines Vergewaltigers natürlich interessant sein könnte, solange es nicht verherrlicht wird. Denn es wird nicht umsonst danach gerufen, dass SexualstraftäterInnen nicht nur ins Gefängnis sollen, sondern auch eine umfangreiche Therapie benötigen. Mit anderen Worten, das ist nicht ohne.

      Bei BDSM sehe ich das wiederherum anders. Denn die meisten wissen, worauf sie sich einlassen, wenn sie entsprechende Literatur kaufen. Das bedeutet, dass man hier weitergehen kann, als in einem Roman, der offiziell für Jugendliche geschrieben wurde. Das sollte auch für Menschen gelten, die sich in diese Szene begeben (dass das nicht immer so ist, das steht auf einem anderen Blatt). Notfalls muss man hier eine Warnung anbringen, dass es doch ziemlich brutal werden kann und dann muss ich mich entsprechend entscheiden.

      Aber BDSM ist eben eine Sexualart, die davon lebt, dass jemand dominiert und jemand „dient“. Aber beide willigen ein und beide begeben sich trotzdem auf Augenhöhe, weil sie wissen (sollten), was sie tun.

      Und zum Thema Krimi (auch wenn ich jetzt nicht so ganz verstehe, wo da der Zusammenhang besteht, vermutlich stehe ich auch da einfach nur auf dem Schlauch). Natürlich kann es interessant sein, wenn ich weiß, wer der Mörder bzw. die Mörderin ist. Denn dann geht es nicht darum herauszufinden, wer es getan hat, sondern wieso und ob man den Mörder oder die Mörderin ermittelt.

      Darauf beruhen auch immerhin zwei Serienkonzepte. Einmal Columbo. Dort stellt sich nicht die Frage, wer hat gemordet, sondern findet Columbo die Beweise, um den Mörder oder die Mörderin dann zu stellen. Und bei der Serie „Motive“ geht es noch nicht einmal um den Mord selbst (soweit ich das festgestellt habe, da die Serie ungünstig läuft, konnte ich sie bisher nicht so aktiv verfolgen), sondern darum, was für ein Motiv unser Mörder oder unsere Mörderin hat.

      Ja, es gibt dieses Subgenre des Krimis und ja, es kann interessant sein, wenn man es richtig angeht. Schade eigentlich, dass bisher nur zwei Serien auf diesen Zug aufgesprungen sind. Bei Gelegenheit werde ich mal recherchieren, um zu sehen, ob es dazu auch entsprechende Romantypen gibt.

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