Tschechows Gewehr

Hei, hallo und hzerzlich willkommen,

es gibt eigentlich eine ganz einfache Regel, die Du beim Romanschreiben berücksichtigen kannst und vielleicht sogar solltest. Gib Deinen Charakteren niemals eine Waffe, wenn Du nicht bereit bist, diese abfeuern zu lassen.

Kurze Vorgedanken

Vielleicht hast Du schon einmal von Tschechows Gewehr gehört oder gelesen. Sehr häufig wird es ganz simpel mit folgender Erklärung zusammengefasst.

Wenn Du in Kapitel 2 eine Waffe erwähnst, dann musst diese Waffe spätestens, aber wirklich aller spätestens im letzten Kapitel abgefeuert werden. Tust Du es nicht, so weiter die simple Erklärung, verschwendest Du nicht nur Potenzial, sondern kannst auch Deine Leserinnen verärgern.

Aber schauen wir uns doch mal genauer an, was es mit dieser Waffe auf sich hat.

Wer war Anton Tschechow

Anton Pawlowitsch Tschechow lebte von 1860 bis 1904 und war ein russischer Arzt, Autor und Theaterschreiber. Man bezeichnet ihn als ein Meister der Kurzgeschichtenerzählungen. Auf alle Fälle hat er es geschafft, sowohl seine Arbeit als Doktor und auch als Autor zu leben und unter einem Hut zu bekommen. Er sagte einmal „Medizin ist meine Ehefrau und die Literatur ist meine Herrin.“

Die Bezeichnung „Tschechows Gewehr“ soll in den 1880er Jahren entstanden sein und wir haben Ilia Gurliand (oder auch Gurland, wie ich recherchiert habe) die Aufzeichnung zu verdanken. „Wenn in Akt I an der Wand eine Waffe hängt, dann musst diese im letzten Akt abgefeuert werden.“ Dieser Ausspruch hat sich zu dem entwickelt, was wir heute eben kenne.

Meine eigene Erfahrung mit Tschechows Gewehr

Vor Jahren habe ich einen Steampunkroman gelesen. Die Grundidee hat mir sogar relativ gut gefallen. Und der Anfang war auch sehr gut. Nur leider hat die Autorin doch einige Fehler gemacht.

Auf alle Details möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, sondern nur auf einen, der mich dann letztendlich am meisten enttäuscht hatte.

Eine der vielen Charaktere besaß hellseherische Fähigkeiten. Und sie sagte aus, wenn die Heldin der Geschichte ein bestimmtes geblümtes Kleid trägt, wird sie an diesem Tag sterben. Und was war? Sie trug eines Tages eben jenes geblümte Kleid. Denn sie wollten allesamt fein ausgehen. Und der Held entschied, kein Problem, wir bleiben zu Hause.

Und da war Schluss mit lustig. Zumindest bei mir.

Warum? Die Vision hatte der Charakter relativ am Anfang des Buches, soweit ich mich noch erinnern kann. Die ganze Zeit warte ich darauf zu sehen, was passiert, wenn die Heldin eben jenes Kleid trägt. Dann trägt sie dieses Kleid, ich meine durchaus gegen Ende des Buches. Und was tut die Autorin? Sie bügelt mich mit einer feigen Entscheidung ab. Die zudem auch noch sehr unlogisch ist.

Zum einen habe ich selbst die ganze Zeit gewartet, wie die Heldin sich aus dieser Gefahr manövriert. Immerhin hätte das dem Buch durchaus eine gewisse Spannung gegeben. Immerhin gab es durchaus Potenzial, dass diese durch finstere Mächte ausgeschaltet werden musste, weil sie eine Gefahr darstellte. Jedoch hatte die Autorin entschieden, diesen Faden nicht weiterzuverfolgen.

Weiterhin hätte die Heldin auch zu Hause den Tod finden können. Die finsteren Mächte hätten ins Haus eindringen können. Zudem kann man durch eine Fensterscheibe ohne Probleme eine Kugel durchfeuern. Und so weiter und so fort. Nur, weil die Charaktere zu Hause geblieben sind, heißt das nicht zwangsläufig, dass man sicher ist oder sein muss.

Nach dieser Enttäuschung hatte ich das Interesse an das Buch verloren und auch an der Autorin. Sollte sie mir noch einmal über den Weg laufen, ich werde mir zumindest sehr genau überlegen, ob ich mir einen weiteren Roman antue.

Warum solltest Du Dich mit diesem Thema beschäftigen?

Aus einem einfachen Grund. Wenn Du nicht möchtest, dass Deine Leserinnen den Roman beiseitelegen und sich denken „Will die Frau mich verarschen?“, dann ist es besser, wenn Du weißt, wie Du das minimieren kannst.

Natürlich gibt es noch genügend andere Gefahrenquellen. Aber wenn Du vermeidest, eine unnötige Waffe in Deine Geschichte einzufügen, dann kannst Du diese Form der Frustration verhindern. Denn ich hab das Buch unter anderem deswegen weiter gelesen, um zu sehen, wie die Autorin das mit dem Kleid gelöst hat. Sie hat es nicht gelöst und damit machte sich Enttäuschung bei mir breit.

Wie man das Gewehr von Tschechow richtig anwendet

Das Gewehr ist natürlich nur ein Symbol und Du musst nicht reale Waffen einführen. Es geht dabei darum, dass Du etwas erwähnst, was auf Dauer eine besondere Bedeutung in Deiner Geschichte hat (wie das oben erwähnte Kleid). Das kann übrigens auch eine Person sein, die Du einführst und näher vorstellst. Erwähnst Du etwas, weckst Du damit Erwartungen bei Deinen Leserinnen, die auch erfüllt werden wollen.

Im Grunde genommen gibt es drei Regeln oder Hinweise, die es zu beachten gilt.

Erstens, was auch immer Du in der Geschichte erwähnst, muss eine Bedeutung haben. Wenn nicht, dann entferne es.

Nehmen wir an, Du erwähnst irgendwann, dass die Tapete im Haus eines Mordopfers oder der Heldin ein ganz besonderes Muster hat. Das kannst Du jederzeit gerne tun. Nur muss das auf Dauer eine besondere Bedeutung haben. Warum sonst sollte Dein Charakter das überhaupt erwähnen?

Jetzt könntest Du sagen, es gibt Menschen, die eben für alles einen gewissen Blick haben. Stimmt, ich gehöre auch dazu. Nur das Problem ist, in einer Geschichte erwarten Deine Leserinnen, dass jede Erwähnung auf Dauer eine gewisse Bedeutung hat.

Vielleicht ist das Tapetenmuster kein gutes Beispiel. Vor Jahren hab ich mal eine Kritik über den neuesten Roman einer durchaus erfahrenen Krimiautorin gelesen. Dort hieß es, dass der Roman nicht an ihre früheren Geschichten heranreichte. So beschrieb sie ein Mittagessen sehr ausführlich. Nicht nur, dass die Charaktere überhaupt aßen, sondern was und in welcher Reihenfolge und so weiter. Und dieses Mittagessen hatte dann keine weitere Bedeutung.

In diesem Fall hätte die Autorin schreiben können, sie aßen zu Mittag und fertig. Dann wäre das ein Teil der Geschichte und hätte die Leserinnen nicht auf eine falsche Spur gebracht.

Durchsuch also solche Elemente in Deiner Geschichte und überprüf, ob sie eine Bedeutung haben. Wenn ja, dürfen sie bleiben, wenn nein, überleg Dir ihnen später eine entsprechende Bedeutung zu geben oder sie rauszuschmeißen.

Zweitens, mach niemals ein Versprechen, dass Du nicht bereit bist einzuhalten.

Du hast Dich also dafür entschieden, eine geladene Waffe in Deine Geschichte einzubauen. Dann sei bitte so gut und feuere sie ab.

Das oben erwähnte Kleid, welche die Heldin trug und damit ihren Todestag markierte, ist eine solch geladene Waffe. Die Autorin packte also eine geladene Waffe in die Geschichte. Doch sie war zu feige, um sie abzufeuern. Wenn ich spekulieren darf, dann scheint es mir so zu sein, dass sie sich nicht getraut hat, dies zu tun. Oder sie wusste einfach keinen Ausweg, aus dem von ihr aufgebauten Dilemma.

Jetzt könnte man sagen, sie hat doch die Waffe abgefeuert. Immerhin trug die Heldin dieses Kleid und man entschied sich zu Hause zu bleiben, damit sie überlebt. Und genau das bezeichne ich als die feige Variante.

Wie oben schon ausgeführt, auch in den eigenen vier Wänden kann man den Tod finden. Oder zumindest eine Gefahr, welche die Heldin an den Rand des Todes gebracht hätte. Daher hätte sie die Erwartungen ihrer Leserinnen nutzen können, um noch eine ordentliche Portion Spannung einzubauen. Eine Verfolgungsjagd, Magie, Technik, was auch immer. Das alles hätte sie einbauen können, um das Kleid noch einmal zu nutzen.

Oder sie hätte den ersten Rat befolgen können und das Kleid streichen sollen. Dann wäre dieses Erlebnis nicht so enttäuschend gewesen.

Und drittens, wenn Du eine Pistole an die Wand hängst, dann benutze sie auch. Ansonsten hänge sie nicht an die Wand.

Nach den ganzen Ausführungen muss ich das sicherlich nicht noch einmal näher erläutern. Nur kurz. Wenn Du irgendwann etwas erwähnst, dann muss es wirklich eine Bedeutung für die Geschichte haben.

Das muss aber nicht bedeuten, dass es im gleichen Band unbedingt eine höhere Bedeutung haben muss. Wenn Du eine Reihe schreibst, dann kannst Du einige Elemente gerne in Band 1 erwähnen und in Band 2 oder noch später auflösen. Das ist durchaus möglich.

Nur empfehle ich, dass Du es bei eher kleineren Elementen machst. Denn bei großen Elementen sollte es dann schon wieder eine Bedeutung haben.

Dazu möchte ich zwei Beispiele aus dem Marveluniversum aufführen. In dem Film „Ant-Man“ erwähnte Hope van Dyne immer wieder, sie sei bereit die Rüstung des Ant-Man zu tragen. Und es stimmt, denn sie ist trainierter als Scott Land (der die Rüstung dann tragen darf) und kann besser mit den Ameisen umgehen. Daher war es schon enttäuschend, dass sie nicht ihre Rüstung bekam. Da diese Bereitschaft von Hope stark im Vordergrund stand, hätte diese Pistole direkt schon in diesem Film abgefeuert werden können und auch sollen.

In dem Film „Captain America: The Winter Soldier“ (in Deutschland als „The Return of the First Avenger“ bekannt) spielt ein USB-Stick eine Bedeutung. Am Anfang lädt die Black Widow einige Daten auf eben diesen USB-Stick, der dann später einen Supercomputer aktiviert. Als die Räumlichkeiten in die Luft gesprengt wurden, sieht man noch, wie die Black Widow eben diesen USB-Stick rettet.

Dieser USB-Stick hat in dem vorherigen Teil eine Rolle gespielt. Auf diesen wurden Daten heruntergeladen, Fury hat sich diese angesehen und übergab diesen an Captain Rogers weiter, damit die Black Widow ihn rettet und entschlüsselt, damit sie am Ende den Supercomputer aktivieren können. Dass er dann noch gerettet wurde, weckt nur die Neugierde, wann er noch einmal ins Spiel kommt. Aber er hatte seine Bedeutung. Die Waffe wurde also abgefeuert.

Wie kannst Du nun die Hinweise am besten anwenden?

  • Suche nach den falschen „Waffen“. Jede Waffe, die Du in Deiner Geschichte an die Wand hängst, muss von dort abgenommen und abgefeuert werden. Wenn nicht, dann überleg Dir, wie Du das noch schaffen kannst, oder entferne diese falschen Waffen.
  • Es müssen keine realen Gegenstände sein, die Du einfügst. Es können auch Worte, eine Prophezeiung oder was auch immer sein, die Du erwähnst. Egal was Du erwähnst, auf Dauer sollte alles in irgendeinem höheren Zusammenhang stehen, wenn Du Deine Leserinnen darauf regelrecht triggerst.
  • Notier Dir am besten alle Elemente auf Karten, in Dateien, wo auch immer, von denen Du ausgehst, es könnte sich um eine „Waffe“ handeln. Schreib ruhig auf, in welchem Kapitel und auch in welcher Szene Du sie an die Wand gehängt hast. Und dann, wenn es so weit ist, wann Du sie heruntergenommen hast, um sie abzufeuern. Schau nach, ob Du das Magazin leer gefeuert hast, oder noch Munition vorhanden sind. Mit anderen Worten, ob Du das Potenzial wirklich ausgenutzt hast, oder Du sie noch später nutzen kannst.
  • Du kannst sogar Chekovs Pistole als Lösung für Schreibblockaden benutzen. Wenn Du nicht weiterweißt, kannst Du Dir anschauen, welche Pistolen noch so an Deinen Wänden hängen. Und dann schau genau hin, ob Du nicht die eine oder andere abnehmen kannst, um sie abzufeuern. Auf diese Weise kannst Du auch auf Lösungen kommen, wie es weiter geht. Immerhin hast Du ja schon einige Fäden ausgelegt. Du musst sie nur noch verbinden.

Muss ich denn wirklich jedes Element erwähnen?

Durch den Beitrag kam die Frage auf, ob man wirklich jedes Element in der Geschichte eine Bedeutung geben muss. Auch zum Beispiel einer schönen Landschaftsbeschreibung. Wenn dieses Gefühl nach dem Lesen des Beitrages aufkam, bitte ich um Entschuldigung. Das war natürlich nicht meine Absicht.

Nehmen wir an, Dein Charakter läuft einen Weg entlang und bemerkt die Umgebung, wie schön sie doch ist. Dann ist es auch völlig in Ordnung, wenn sie kurz anhält und diese in sich aufnimmt. Du kannst die Beschreibung der Umgebung durchaus nutzen, um auf das Innenleben des Charakters Rückschlüsse zu ziehen.

Dabei ist es nicht nötig, dass Du später dann die Umgebung noch einmal erwähnst. Zwar bin ich der Meinung, dass eine Beschreibung einer Umgebung oder einer Landschaft durchaus eine Bedeutung haben sollte. Sei es, dass sie eine friedliche Szene zeigen. Oder auf das Innenleben Deiner Figur Rückschlüsse ziehen kann. Aber sie muss hier nicht als ein Gewehr verstanden werden.

Doch bitte Vorsicht. In meinen Augen kann der Übergang von einer einfachen Beschreibung zu einem Gewehr fließend sein. Dazu ein Beispiel.

Bleiben wir bei einer Landschaftsbeschreibung. Dein Charakter läuft über Wald und Wiesen und beschreibt, wie schön doch alles ist (den Sinn in der Beschreibung sollte sich natürlich aus Deiner Geschichte ergeben). Da Dein Charakter vielleicht sogar in sich ruht, ist alles in Ordnung und daher ist die Beschreibung positiv. Wenn nicht, eher negativ. Am besten fände ich, wenn man herausliest, dass eben die Beschreibung auf den emotionalen Zustand Rückschlüsse ziehen kann.

Doch dann trifft Dein Charakter auf einen bedrohlichen Baum. Sie oder er hat Angst vor diesem, denn er sieht Angst einflößend aus, hässlich und wie eine alte Hexe. Spätestens jetzt hast Du ein Gewehr geholt und an die Wand gehängt. Denn ich würde jetzt als Leserin wissen wollen, was es mit diesem Baum auf sich hat. Irgendwie musst Du das dann erklären. Dabei ist es egal, ob Du es auf das Innenleben beziehst oder daraus eine reale Gefahr ableistest.

Wenn Du Dir nicht sicher bist, ob es sich dabei um eine einfache Beschreibung handelt oder ob Du Erwartungen in Deinen Leserinnen weckst, frage einfach Deine Betaleserinnen. Wenn sie Dir sagen, dass sie da mehr erwartet haben und enttäuscht sind, weißt Du Bescheid, dass Du gerade hier noch nachbessern musst.

Vorsicht – ein Red Herring

Im Zusammenhang mit Tschechows Gewehr wird auch der Red Herring erwähnt. Hierbei handelt es sich, wenn ich es an dieser Stelle schlicht schreiben darf, um eine falsche Fährte. Du streust also Hinweise in Deine Geschichte ein, welche Deine Leserinnen bewusst auf eine falsche Spur bringen soll.

Ein sehr gutes Beispiel dafür sind die Serien von „Inspector Barnaby„. In einer Folge benahm sich ein potenzieller Täter so dermaßen auffällig, dass ich mir absolut sicher war, das ist unser Mörder. Das waren Gesten, Verhaltensweisen und auch Aussagen, die er tätigte. Und die waren so auffällig, dass ich darauf hereingefallen bin. Zu meiner Verteidigung möchte ich anmerken, das war meine erste Folge gewesen. Ich wusste es nicht besser.

Red Herrings sind also falsche Fährten, die Du als Autorin ausstreust. Um auf das Waffenbeispiel zurückzukommen. Hierbei handelt es sich um eine Attrappe. Dabei betätigst Du den Abzug und raus kommt eine Stange mit der Fahne „Peng„. Du triggerst also Deine Leserinnen auf etwas, was sich dann als falsche Fährte herausstellt.

Doch eines solltest Du bitte beachten. Während das Gewehr abgefeuert werden muss, muss der Red Herring eingezogen werden. Das bedeutet ganz einfach, wenn Du eine falsche Spur auslegst, musst Du auch irgendwann einmal sagen, dass es eben eine falsche Spur war. Ansonsten warten Deine Leserinnen, dass einer Deiner Red Herrings noch eine Bedeutung hat. und werden dann ebenfalls enttäuscht.

Noch ein kleiner Hinweis – Abschlussgedanken

Jetzt könnte es sein, dass Du denkst, dass wirklich jeder noch so kleiner Hinweis eine Pistole sein könnte. Da kann ich Dich beruhigen. Ein Mittagessen ist ein Mittagessen. Und wenn Dein Charakter eine Möwe beobachtet, kannst Du daraus eine einmalige philosophische Abhandlung machen. Mehr nicht.

Es gibt also Sachen, die Du einfach so hinnehmen kannst, ohne diese noch einmal zu erwähnen. Aber es gibt auch Sachen, die durchaus ihre Bedeutung haben. Und hier wäre es schön, wenn Du den Bogen schließen könntest. Denn so machst Du Deinen Leserinnen eine wirkliche Freude.

Ansonsten wünsche ich Dir viel Spaß beim Verteilen Deiner Waffen.

Hattest Du schon mal eine Waffe gefunden, die nicht abgefeuert wurde?

Vermutlich bist Du schon das eine oder andere Mal über eine Chekovs Pistole gestolpert. Erinnere Dich an die Geschichte und wie es sich anfühlte, als Du gesehen hast, dass die Waffe nicht abgefeuert wurde. Es geht dabei um das hineinversetzen in Deine Leserinnen, sollte Dir passieren, dass Du eine Waffe vergisst.

Deine Waffen

In der ersten Fassung kannst Du gerne die eine oder andere Waffe vergessen. Das ist völlig in Ordnung. Aber in der Überarbeitung wäre es schön, wenn Du genauer hinsiehst. Was hast Du an die Wand gehängt, wo sind sie zum Einsatz gekommen und ist das Magazin völlig leer am Ende der Geschichte. Oder hat die Waffe noch eine Munition für einen späteren Band? Überprüf bitte alles und füll die Lücken.
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  • Originalbeitrag: 19. Mai 2017
  • Erste Überarbeitung: 20. Mai 2017
    (vielen Dank für Eure Hinweise ❤ )
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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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24 Antworten zu Tschechows Gewehr

  1. Michael Behr schreibt:

    Ein sehr guter Artikel, meinen Dank dafür! Einen kleinen Einwand habe ich in Bezug auf „Ant Man“. Die „Pistole“ Hope dort wurde doch abgefeuert – auch wenn man dafür, marveltypisch, bis zu den Credits warten musste.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Wobei für mich persönlich das viel zu spät war. Immerhin hat sie immer wieder gesagt, dass sie bereit ist. Und sie ist es auch gewesen. Daher hätte man diesen Teil irgendwie anders lösen können, für mein persönliches empfinden.

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      • Michael Behr schreibt:

        Ja, aber wie? Es hätte ja auch keinen Sinn gemacht, sie erst in den Anzug zu stecken und dann irgendwie scheitern zu lassen, um zur Konstellation wie in den Comics zu kommen. Dass sie die neue Wasp wird, stand ja schon eine Weile fest.

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        In dem man zum Beispiel nicht immer sagt, dass sie bereit ist. Sondern zum Beispiel, dass sie auf ihren Vater so dermaßen sauer ist, dass sie gar kein Interesse hat, in die Rüstung zu steigen. Und am Ende verträgt sie sich eben mit ihm und dann zeigt er ihr die Wasp Rüstung und wäre dann bereit. Das wäre eine gut genutzte Waffe, in meinen Augen.

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      • Michael Behr schreibt:

        Hm, ich bin mir nicht sicher, ob dann die Dramaturgie insbesondere in den Trainingsszenen geklappt hätte. Aber das ist wohl, mangels Anschauungsmaterial, auch nicht mehr eindeutig zu klären 🙂 .

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Sicherlich hätte man sich da noch einige Inspirationen aus den Comicheften holen können. Immerhin hätte sie Scott auch als Vertreter ihres Vaters sehen können, um ihn die Hölle heiß zu machen. So im Sinne, du willst für Hank arbeiten? Dann zeig mal was du kannst, Lusche. Ich bin immer besser als du 😉

        Gefällt 2 Personen

  2. Ryek Darkener schreibt:

    Endlich erklärt jemand das mit der Pistole mal verständlich. 😉
    Sehr schön zusammengefasst. Gerade bei Mehrteilern kann diese „Pistole“ der gesamten Geschichte eine Tiefe geben, die man erst am Ende durchschaut. Eines der für mich besten Beispiele dafür ist „Harry Potter“. So viele Kleinigkeiten, die liegen gelassen werden. Bis sie im letzten Band aufgehoben werden und den Ausgang der Geschichte bestimmen.

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  3. Ryek Darkener schreibt:

    Hat dies auf Ryek Darkeners Blog rebloggt und kommentierte:
    Was ihr schon immer über Chekhovs Pistole wissen wolltet.

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  4. Neko schreibt:

    Hat dies auf Nekos Geschichtenkörbchen rebloggt und kommentierte:
    Sehr interessant. Wobei ich aus irgendeinem Grund die ersten paar Zeile immer am Rätsel war, was den der Chekov von Raumschiff Enterprise hier zu suchen hat 🐾🐱

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  5. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich finde es im Übrigen sehr lustig, dass der Spruch nicht vom ersten Autor kam, der das Prinzip angewendet hat :D. Im „Werther“ hängt ja buchstäblich eine Pistole an der Wand ;-). Und das war ein paar Jährchen vor dem russischen Dramaturgen.

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  6. margauxnavara schreibt:

    Das Ganze gilt übrigens auch für Personen. Manchmal werden Personen eingeführt, ausführlich beschrieben – und dann verschwinden sie wieder in der Versenkung. Auch das ist eine nicht abgefeuerte Waffe. Ich investiere als Leser mein Gefühl in einen Charakter und warte bis zum Ende des Buches, bis er endlich wieder auftaucht und eine Rolle spielt. Aber dann: Nichts!
    Manchmal ist ein Briefträger eben nur ein Briefträger. Aber dann brauche ich nicht zu wissen, wie er aussieht, wie seine Oma heißt und dass sein Hund zuhause gerade Junge bekommt.

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  7. jongleurin schreibt:

    Ich bin nicht sicher, ob ich das so unterschreiben würde, als Leserin. Immerhin gehören gerade in klassischen Romanen seitenlage Landschafts- und Essensbeschreibungen zum guten Ton, einfach als Milieu-Beschreibungen oder für die Stimmung im Buch. Und dafür finde ich solche Passagen oft wichtig. Es kann ja auch außerdem einfach viel über eine Heldin aussagen, dass sie eine Pistole besitzt, ohne dass diese benutzt werden muss. Ich finde es inzwischen sogar interessanter, wenn auf den Schuß verzichtet wird, da dies mehr Interpretationsspielraum bietet und zum Nachdenken einlädt.
    Dein Beispiel mit dem Kleid ist aber tatsächlich etwas billig, da stimme ich zu!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Jongleurin,

      in meinen Augen kann man leider, wirklich leider, die Geschichten, welche früher geschrieben wurden, mit den heutigen nicht mehr vergleichen. Irgendwo habe ich mal vor einigen Jahren einen Beitrag gelesen, in dem es hieß, würde Tolkien in der heutigen Zeit sein „Herr der Ringe“ veröffentlichen, der wäre wahrscheinlich ein Flopp. Das ist das Problem. Die Geschichten müssen, zumindest aktuell, schneller geschrieben werden. Und lange Zeit, um mal durchzuatmen, soll nicht mehr gegeben werden. Ehrlich gesagt, das finde ich auch schade.

      Andererseits, ich hab Deinen Kommentar als Grundlage benutzt, um den Beitrag zu ergänzen. Denn ich finde Deinen Einwand durchaus berechtigt. Danke Dir dafür.

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      • jongleurin schreibt:

        Es ist wahrscheinlich auch geschmacks- und zielgruppenabhängig. Und von der Länge des Buches… Auch in der neueren Literatur finde ich solche Passagen, das gilt dann aber oft schon als anstregend und wird in Rezensionen gerne bemängelt 🙂

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Leider bestätigt Dein Kommentar das, was ich in letzter Zeit auch erlebe. Ich selbst würde das genießen. Leider tun das immer weniger Menschen 😦

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  8. simonsegur schreibt:

    Beim Lesen des Titels dachte ich: Was zum Teufel hat Pavel Chekov mit einer Pistole zu tun? Die schießen doch mit Phasern 🙂 Und auch in der Folge ist mir erst spät klar geworden: Du meinst Anton Tschechow, dessen Theaterstücke auch bei uns immer wieder und gern aufgeführt werden! Davon abgesehen: Schöner Artikel – meinen herzlichen Dank!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Beim schreiben der ersten Version hab ich mich auf den amerikanischen Namen konzentriert (siehe die verlinkten Beiträge). Da ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er im deutschen anders bezeichnet wird, hab ich das alles entsprechend korrigiert. Andererseits, Phaser, Pistolen, Gewehre, ist doch alles dasselbe 🙂

      Und danke schön ❤

      Gefällt 1 Person

  9. Pingback: Chekhovs Pistole – Ryek Darkeners Blog

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