Plagiate – Muss das wirklich sein?

Hei, hallo und herzlich willkommen,

so gut wie alle Autorinnen arbeiten hart, sehr hart an ihren Romanen und letztendlich an ihren Erfolg. Leider gibt es auch einige, die eine Abkürzung nehmen und sich einfach Teile oder ganze Romane nehmen und es als ihre eigene harte Arbeit ausgeben.

Kurze Vorgedanken

Auslöser für diesen Beitrag ist die liebe Kielfeder, die sich wunderte, warum eine Plagiatsautorin bei der letzten LoveLetter Convention gefeiert wurde. Sie wunderte sich, weil speziell diese Autorin nie öffentlich wirklich dafür entschuldigt hat, dass sie andere Autorinnen bestahl. Und letztendlich auch ihre Leserinnen. Jetzt wird so getan, als sei nie etwas passiert.

Daher möchte ich heute mal einen Rundumschlag machen, was Plagiate sind, wie man sie vermeidet und auch einen Vorschlag machen, wie man mit solchen Autorinnen umgehen könnte. Dabei möchte ich mich nicht speziell auf irgendwelche Namen einschießen. Denn Fans dieser Autorinnen behaupten gerne sofort, dass man eine Hexenjagd betreiben möchte.

An dieser Stelle möchte ich mich kritisch mit diesem Thema auseinandersetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Und dazu gehört es auch, dass man manchmal auf den einen oder anderen Fuß tritt.

Zitat vs. Plagiat – Was ist überhaupt ein Plagiat?

Zitate sind Textstellen in Deinem Text, meistens wissenschaftlich, welche wörtlich übernommen wurden. Mit diesen Zitaten soll ein Sachverhalt näher erläutert oder auch bewiesen werden. Dabei ist es jedoch wichtig, dass das Zitat immer als solches erkenntlich ist.

Wenn Du einen wissenschaftlichen Text liest, wirst Du vermutlich sehen, dass dort Sätze in Anführungszeichen eingefügt wurden. Und meistens ist danach in einer Klammer in einer Kurzform die Urheberin genannt oder mit einer Zahl auf die Fußnote oder auf die Anlage verwiesen. Dadurch kannst Du erkennen, dass es sich hierbei um ein Zitat handelt.

Das ist immer wichtig, um die eigenen Ansichten oder auch Forschungsergebnisse von denen anderer deutlich zu unterscheiden. Jedoch werden solche Zitate genutzt, um etwas klar zu machen oder die Ergebnisse anderer zu nutzen. Man kann letztendlich sagen, warum soll ich noch einmal etwas nachforschen, wenn andere das schon erledigt haben.

Und was ist das Plagiat? Kurz geschrieben ist ein Plagiat der Diebstahl fremden geistigen Eigentums. Das bedeutet, dass jemand Zitate, Textteile, Erfindungen, wissenschaftliche Arbeiten und ähnliche geistige Ergebnisse von fremden Personen teilweise oder komplett übernimmt, die Originalquellen nicht nur nicht angibt, sondern diese als eigenes geistiges Eigentum ausgibt.

Platt ausgedrückt handelt es sich hierbei um einen klassischen Diebstahl. Die Ware ist jedoch nicht materiell (wie zum Beispiel Geld, Handy oder ein Auto), sind immateriell, eben fremde Kreativität.

Mithilfe dieser fremden Materialien wollen viele dann entweder ihre eigenen wissenschaftlichen Arbeiten aufbessern/schreiben und aufwerten (besonders in der Politik betraf das ja viele, viele Doktorinnenarbeiten). Oder man möchte damit das eigene literarische Werk lesbar machen, aufbessern und/oder geistreicher gestalten.

Man kann also sagen, während beim Zitat mit Anführungszeichen darauf hingewiesen wird, dass es sich dabei um ein Zitat handelt, wird das beim Plagiat vergessen. Und Letzteres kann daher natürlich zu einem Problem werden.

Natürlich gibt es noch weitere Plagiatsarten und weitere Gründe dafür, aber auf alle Bereiche will ich hier gar nicht eingehen. Mich interessiert natürlich das Plagiat in Form eines Romanes.

Warum ist ein Plagiat überhaupt ein Problem?

Wer ein Plagiat veröffentlicht, täuscht damit andere. Als Autorin in erster Linie Deine zahlenden Leserinnen. Sie bezahlen Dich immerhin dafür, dass Du ein Text geschrieben hast, der aus Deiner Feder stammt (wenn auch im übertragenden Sinne das gemeint ist). Und eben nicht aus denen von anderen Autorinnen.

Letztendlich stellt sich die Frage, warum sie Deinen Roman überhaupt kaufen sollen, wenn sie doch eher das Original lesen könnten? Und nur, weil es gerade nicht im Handel verfügbar ist, ist das noch lange kein Grund, diesen abzutippen und als eigenes Werk auszugeben.

Zudem erfüllt das Plagiat noch einen Straftatbestand. Immerhin handelt es sich hierbei um Diebstahl geistigen Eigentums. Mit anderen Worten, die Autorinnen können durchaus damit rechnen, dass sie am Ende vor dem Strafgericht landen und zudem auch noch vor dem Zivilgericht bezüglich der Schadensersatzforderungen.

Und spätestens dann, wenn man liest oder hört, dass es eine Straftat ist, sollte man durchaus vorsichtiger sein. Denn, was verboten ist, sollte man idealerweise nicht machen.

Es ist verboten … und wird trotzdem geschrieben?

Darüber könnte man sich nun mit einer Philosophin unterhalten, warum das letztendlich getan wird. Aber ich denke, dass viele die Abkürzung nehmen wollen. Sie sehen, dass viele Erfolge mit ihren Romanen schreiben. Und daran wollen sie teilhaben. Aber bitte so schnell wie nur möglich.

Da kann man doch nicht monatelang am Plot sitzen, den Roman schreiben und überarbeiten und all die kleinen Feinheiten berücksichtigen, die man normalerweise macht. Mal ein paar Sätze abschreiben oder gar einen ganzen Roman, seien wir mal ehrlich, das geht um einiges schneller.

Und wenn Du dann noch die richtige Werbung machst, dann bist Du noch ganz vorne dabei. Nicht nur mit den Gewinnen, sondern auch, dass man Dein Plagiat entdeckt.

Der häufige Werdegang eines Plagiats

Häufig kann man bei einem Plagiat ein Muster entdecken, wie die Geschichte abläuft. Die möchte ich hier kurz skizzieren.

Die Entscheidung

Irgendwann setzen sich die Autorinnen hin und entscheiden sich dafür, ein Plagiat zu verfassen. Wie dieser Prozess abläuft, kann ich nicht genau bestimmen, denn der dürfte sicherlich sehr individuell ablaufen. Aber die Entscheidung ist gefallen und die Autorinnen machen sich auf den Weg.

Das Schreiben

Nachdem die Entscheidung gefallen ist, wird natürlich der Roman geschrieben oder abgeschrieben. Es kommt hierbei immer darauf an, was für eine Entscheidung die Autorin getroffen hat. Entweder es werden einzelne Sätze genommen und zu einem Text verarbeitet. Oder es werden Mangas als Vorlage genommen, bzw. irgendwelche alten Romane, an die sich nur noch wenige erinnern.

Die Veröffentlichung

Bis zum Schreiben ist alles noch in Ordnung. Bis hierhin kann man das noch als Fingerübung sehen, als Lernprozess, was auch immer. Doch mit der Veröffentlichung beginnt eigentlich das ganze Drama. Und letztendlich auch die Straftat.

Das Feiern

Viele lassen sich dann für ihren genialen Roman feiern. Er wird gelesen, geteilt, in Bücherrunden vorgestellt und natürlich, er wird gekauft. Und das nicht selten. Somit können durchaus auch beträchtliche Einnahmen in den Geldbeutel dieser Autorinnen fließen.

Das erste Häh?

Irgendwann findet eine Leserin es seltsam, weil ihr Teile oder eben der komplette Roman doch irgendwie seltsam bekannt vorkommt. Vielleicht traut sie sich das nicht zu sagen, daher hält sie sich noch zurück. Dann recherchiert sie und entdeckt, dass ihr seltsames Gefühl recht hatte. Sie hat einen Roman gelesen, den man als Plagiat bezeichnen kann.

Die erste Bekanntmachung

Dann kommt der Stein ins Rollen. Zuerst wird wohl eine Leserin über eine Rezension oder einen Kommentar sagen, dass die Autorin Stellen aus anderen Romanen übernommen hat. Oder sie geht gleich zu den entsprechenden Autorinnen bzw. dem Verlag, um es denen mitzuteilen. Gerade die Werke großer Namen verwendet wurden, können und greifen meistens die Verlage dahinter durch.

Andere ziehen mit

Wenn eine Person es öffentlich macht, dass mit dem Roman nicht stimmt, werden andere ebenfalls misstrauisch. Oder sie fühlen sich bestätigt und sagen ganz klar, ja, es stimmt, hier stimmt etwas nicht.

Hier werden die Stimmen immer lauter und lauter.

Die Autorin gerät in Bedrängnis

Spätestens jetzt kann die Autorin nicht mehr die Augen vor dem Problem schließen. Denn mit Sicherheit erreichen sie nicht nur die Rezensionen, sondern auch direkte Fragen. Spätestens jetzt sollte sie wissen, dass sie aufgeflogen ist.

Zeit der Ausreden

Doch anstatt sich hinzustellen und zu sagen, dass sie in der Tat gestohlen hat, kommen jetzt die peinlichen Ausreden.

  • „Ich habe nur Platzhalter verwendet.“
  • „Es handelte sich hierbei um eine Schreibübung und ich hab vergessen, dass es mein Text ist.“
  • „Aliens haben mich entführt und gezwungen diesen Text zu schreiben.“
  • „Meine Katze hat den Roman geschrieben.“

Wobei ich die Ausrede mit der Katze noch für realistisch halte.

Es wird immer enger

Meistens melden sich dann auch andere Autorinnen, die sagen, dass das nicht sein kann. Und immer mehr Fans sagen auch ganz klar, dass sie das nicht glauben. Auf der anderen Seite halten Fans immer noch treu zu ihrer Autorin, komme, was da wolle.

Häufig könnte sich auch jetzt die Anwältin des Verlages oder der Autorin einschalten. Dann ist eh Schluss im Schacht.

Es wird noch einmal peinlicher

Bisher hab ich erlebt, dass die Autorinnen sich dann noch einmal in ihren Ausreden verrennen, und versuchen sich herauszuwinden. Dabei werden ihre Erklärungen eigentlich nur eines, immer peinlicher und peinlicher. Anders kann und mag ich es nicht bezeichnen. Dabei müssten die Autorinnen doch selbst merken, dass sie sich selbst ins Abseits schießen.

Aufgabe

Irgendwann erkennen die Autorinnen dann doch, dass sie keine Chance mehr haben, und geben auf. Sie löschen häufig ihre Werke und sagen zumindest, dass sie sich mit den geschädigten Autorinnen einigen wollen. Inwiefern das auch wirklich geschieht, das ist eine andere Frage.

Untertauchen

Nachdem sie eigentlich ihren Namen ruiniert haben – zumindest bei den meisten Leserinnen – tauchen sie ab. Sie löschen häufig ihre ganze Internetidentität und melden sich dann nicht mehr. Man weiß auch erst einmal nicht, was aus ihnen geworden ist.

Rückkehr

Bis zu dem Tag, an dem die Autorin wieder zurückkehrt. Häufig zeigt sie dann auch, dass sie es eigentlich durchaus kann, also einen eigenen Roman schreiben. Und die meisten Fans verzeihen ihr sofort und jubeln, dass ihre Lieblingsautorin zurückgekehrt ist. Da heißt es vorsichtig sein, denn wehe Du sagst was gegen ihre schmutzige Vergangenheit. Dann wirst Du im Internet zerrissen.

Mit einigen Feinheiten ähnelten sich die größeren Plagiatsfälle, wie oben beschrieben. Klar gibt es immer Abweichungen. Aber ich denke, Du verstehst, wie das Ganze ablaufen kann.

Es kommt heraus

Zwischenzeitlich sollte man durchaus begriffen haben, dass die meisten Plagiate doch herauskommen. Und die Wahrscheinlichkeit, dass man damit durchkommt, wird immer geringer. Denn häufig hab ich schon geschrieben, dass Vielleserinnen es durchaus schaffen, durchaus bis zu zwei Romane in einer Woche zu lesen. Das bedeutet, dass sie bis zu einhundert Romane im Jahr schaffen.

So viele Romane werden wir teilweise nicht im Leben schreiben können. Wie kommen wir also darauf, die Leserinnen betrügen zu wollen? Sie haben schon gelesen, als wir noch nicht einmal gewagt haben zu träumen, einen eigenen Roman zu schreiben. Und sie kennen unglaublich viele Geschichten. Wenn nicht die eine Leserin, dann sicherlich eine andere.

Häufig bewegen sich die Autorinnen innerhalb eines Genres. Ansonsten würde sich das Stehlen nicht lohnen. Das gilt auch für die Leserinnen. Viele bleiben ihrem Genre treu und dementsprechend kennen sie sich aus. Das sollte man niemals unterschätzen.

Der Schaden, der durch Plagiate entstehen

Ich meine damit nicht unbedingt der finanzielle Schaden, der für die Verlage eventuell entstanden ist. Es geht eher um die Autorinnen und Autoren, die dabei schaden nehmen.

Der Ruf der Autorin

Solche Aktionen hinterlassen meistens einen sehr großen Schaden für den Ruf. Hast Du Dir einen Namen als tolle Autorin geschaffen, die fantastische Geschichten schreibt und für die Kreativität bekannt ist, kann der Diebstahl das alles zunichtemachen. Denn man wird sich durchaus Fragen, wenn die Werke X und Y schon gestohlen sind, wie sieht es denn mit dem Rest aus?

Und zukünftig kann es passieren, dass man alle Werke der betreffenden Personen genau betrachtet und sich fragt, ob der Inhalt auch wirklich selbst geschrieben wurde oder eben nicht. Im Falle eines gewissen Zweifels wird das Buch gegebenenfalls nicht mehr gekauft.

Die Fans werden weniger

Mit viel Glück bleiben den Autorinnen und Autoren genügend Fans, dass sie noch einmal durchstarten können. Aber sehr wahrscheinlich werden viele einen Bogen um die betreffende Person machen. Das bedeutet, dass sie keine Werbung mehr machen, keine Bücher mehr kaufen, was so gesehen noch nicht einmal das Schlimmste ist.

Denn viele werden noch gegenüber Dritten, die vielleicht von dem Vorfall gar nichts mitbekommen haben, dies erwähnen. Und das kann bedeuten, dass einige sich dafür entscheiden, es gar nicht mit der Autorin oder dem Autor zu versuchen. Ergo, es kann passieren, dass noch einmal weniger Bücher verkauft werden.

Klage, Schadensersatz, Gerichte

Über kurz oder lang werden dann wohl die Eigentümerinnen (also die wahren Autorinnen bzw. die Verlage) auf die entsprechenden Personen zukommen. Bestenfalls findet hier eine außergerichtliche Einigung statt. Das bedeutet, dass Kosten gesparrt werden. Gelingt dies nicht, bleibt nur noch der Gang vors Gericht. Da kommen neben Schadensersatzforderungen auch noch die Gerichtskosten und die Auslagen (die Kosten der Gegenseite, sagen wir mal der Anwältin eines Verlages). Das muss dann die unterliegende Partei bezahlen. Hier wären das also die Personen, die eben gestohlen haben.

Auch andere leiden darunter

Ich habe die Stellungnahme zum Plagiatsfall Januar 2016 von einer Lektorin gelesen. Sie erklärte, dass sie mit den Plagiaten der Autorin nichts zu tun hatte, und listete die Bücher auf, die sie selbst bearbeitete. Hätte sie das nicht getan und es wäre gemunkelt worden, dass sie doch mit der Autorin zusammengearbeitet hat, ihr Ruf wäre dann zumindest beschädigt. Zumal man von Lektorinnen erwartet, dass sie auch überprüfen, ob das Werk in dieser Hinsicht sauber ist – unabhängig der Tatsache, ob es tatsächlich ihre Arbeit ist.

Sowohl die Lektorin oder der Lektor als auch die Agentur (sofern eine besteht) oder der Verlag (sofern es einen gibt) leiden ebenfalls darunter. Natürlich kann man sagen, hätten die doch mal besser geprüft. Aber auch dort sitzen nur Menschen. Und auch ihnen kann mal was untergehen.

In dem Fall kann man sagen, hätte mal die Autorin nicht geklaut.

Plagiate verhindern

Es haben sich einige Leute immer wieder gefragt, ob ihr Werk ein Plagiat ist bzw. was passiert, wenn man sogar versehentlich eines schreibt? Oder was passiert, wenn man Sätze schreibt, die in anderen Romanen auch vorkommen? Oder wie sieht es mit der Idee zu einer Geschichte aus, die man von einem Film, einer Serie oder einem anderen Roman genommen hat?

Ab wann schreibt man ein Plagiat und bis wann ist es noch eine Eigenleistung? Und wo ist die Grenze?

Wenige Plottypen

Nicht alles ist ein Plagiat, was sich ähnlich anhört. Das ist schon einmal die gute Nachricht. Als Autorin wirst Du vielleicht feststellen, dass es nur wenige Plotttypen gibt. Ronald B. Tobias spricht sogar davon, dass es lediglich 20 verschiedene Plotttypen geben soll.

Es geht mir hierbei nicht um die Diskussion, ob diese Aussage stimmt. Aber wenn wir uns umsehen, dann ist es wirklich nicht gerade so viel, was es an Grundlagen für einen Plot gibt. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Leserinnen nicht immer bereit sind, sich auf völlig neue Sachen einzulassen.

Ich verfolge eine Krimibuchseite auf Facebook, wo Leserinnen immer wieder fragen, ob es nicht Bücher wie von der Autorin XYZ gibt, welchen sie gelesen haben und gerne ähnliche Bücher nun weiter lesen möchten. Das schränkt ja noch einmal die Sache ein. Die Leserinnen möchten nicht immer völlig neue und völlig experimentelle Romane lesen, sondern bleiben bei dem Vertrauten (nicht immer schlecht, aber auch nicht immer gut).

Aber egal ob wir die Leserinnen und Leser zufriedenstellen, wir uns auf die 20 Plotttypen konzentrieren, auf die Heldenreise oder worauf immer, es kann nicht nur sein, sondern es kommt durchaus häufig vor, dass sich Geschichten einfach stark ähneln.

Die Autorin Kay Noa hat diese Ähnlichkeit anhand der Buchreihe „Die Tribute von Panem“ analysiert. Aber auch der zweite Link merkt an, dass es viele Ähnlichkeiten zu anderen Büchern gibt. Ist das jetzt ein Plagiat oder nur Ähnlichkeit?

Der Kartoffelsalat

Magst Du Kartoffelsalat? Wenn ja, dann wirst Du sicherlich ein ganz leckeres Rezept dazu haben. Die meisten mögen Kartoffelsalat mit Mayonnaise. Ich bin es eher von meinem Elternhaus gewohnt, Salat mit Öl zu essen, dementsprechend kommen in meinem Kartoffelsalat eher Öl und Essig vor. Mayonnaise eher weniger bis gar nicht (außer auf Pommes).

Und wenn Du Dich in Deiner Umgebung umhörst, dann wirst Du sicherlich einige verschiedene Rezepte zum Thema Kartoffelsalat hören. Oder erst recht, wenn Du im Internet danach suchst. Lädst Du zu einer Party ein und bittest alle einen Kartoffelsalat mitzubringen, ich wette mit Dir, es werden so viele unterschiedliche Kartoffelsalate kommen, wie Du Gäste eingeladen hast.

Jetzt wirst Du Dich vielleicht fragen, was bitte schön hat Kartoffelsalat mit einem Plagiat zu tun? Und warum dieser unnötige Wechsel des Themas? Nein, ich habe kein Hunger, es geht mir hierbei um ein Beispiel.

Dein eigener Kartoffelsalat

Der Kartoffelsalat ist in diesem Fall ein Synonym für Deine Geschichte. Wenn Du, ich und jemand Drittes den Auftrag bekämen, eine Geschichte aufgrund einer Vorlage zu schreiben, ich bin mir sicher, es kämen am Ende drei verschiedene Versionen heraus.

Ein Beispiel wäre, dass wir drei über ein Waisenkind schreiben, dass zum mächtigsten magischen Wesen der Geschichte werden könnte. Natürlich ist hier die Rede von Harry Potter. Aber ich würde zum Beispiel aus diesem Waisenkind ein Mädchen machen. Du würdest vielleicht aus ihm einen Jungen machen, der noch bei seinen Eltern leben darf. Und unser dritter Mittstreiter schreibt eine Gay Romance.

Drei verschiedene Personen, eine Grundstruktur und drei verschiedene Geschichten. Sofern wir getrennt arbeiten. Und doch werden wir immer noch Ähnlichkeiten zu anderen Werken finden, von denen wir beeinflusst werden. So ist es nun einmal.

Kein Plagiat … solange Du etwas eigenes schreibst

Solange Du Deiner eigenen Idee folgst, ist es so gut wie unmöglich, dass Du wirklich ein Plagiat schreibst. Natürlich kann es mal passieren, dass Du eine Formulierung verfasst, die sehr nach einem anderen Text klingt. Das kann passieren. Zum einen lässt Du Dich aller Wahrscheinlichkeit von anderen Romanen durchaus beeinflussen. Und gerade bei alltäglichen Formulierungen (ich gehe zum Fluss, ich trinke eine Tasse Kaffee) lässt es sich nicht vermeiden, dass es mal dazu kommt.

Vermeide nur, dass Du ein Buch neben der Tastatur legst und Dich direkt davon inspirieren läst. Das wäre natürlich nicht so gut.

Ja, ich habe es getan

Nein, ich selbst habe kein Plagiat geschrieben oder gar veröffentlicht. Aber nehmen wir mal an, ich hätte eines geschrieben, veröffentlicht und es wäre herausgekommen. Was nun?

# 1: Die besagten Bücher löschen

Wenn ich schon den Fehler gemacht habe, muss ich dazu stehen und erst einmal alles löschen, was ich veröffentlicht habe – also natürlich nur die Sachen, wo eindeutig ist, dass es sich um ein Plagiat handelt. Alles, was wirklich von mir ist, darf auch bleiben. So fair will ich mir gegenüber immer bleiben.

# 2: Auflisten, was ich an den entsprechenden Werken verdient habe

Um keine unnötigen Schätzungen oder Spekulationen aufkommen zu lassen, würde ich so schnell wie nur möglich herausfinden, wie viel ich an den Büchern verdient habe. Dazu können meine Steuererklärungen oder sonstige Übersichten dienen. Da ich mich damit noch nicht so gut auskenne, kann ich an dieser Stelle nur spekulieren. Aber sicherlich liegen irgendwo Verkaufszahlen der einzelnen Werke vor. Daher wäre das durchaus nachvollziehbar.

# 3: Ich suche mir juristischen Beistand

Bevor ich mich an die Inhaberinnen der Texte wende, würde ich auf alle Fälle mir juristischen Beistand suchen. Auch wenn ich das Kindlein selbst in den Brunnen geworfen habe, möchte ich selbst nicht mit drei blauen Augen aus der Sache rausgehen. Zwei reichen mir völlig aus.

Mit meiner Anwältin würde ich dann das weitere Vorgehen besprechen. Vor allem, wie ich dann nach außen die Sache kommuniziere (nein, bisher habe ich dazu noch nichts im Internet geschrieben, denn erst einmal würde ich mich in Schweigen hüllen).

Vor Jahren habe ich gelernt, dass Haftpflichtversicherungen nur dann Dir den juristischen Beistand bezahlen, wenn Du unverschuldet in eine Klage reingerutscht bist. Also, wenn Du unschuldig an dem Vorgang bist.

Das kann also bedeuten, wenn Du ein Plagiat veröffentlicht hast und dann dafür verklagt wirst, dass Deine Haftpflichtversicherung nicht dafür bezahlt.

Notfalls setz Dich mit Deiner Versicherung auseinander, solltest Du Dir nicht sicher sein, was sie übernimmt und was nicht.

# 4: Peinliche Ausreden vermeiden

Was ich in den letzten Plagiatsfällen mitbekommen habe, waren meistens eher peinliche Ausreden, wie es dazu kam, dass die eigenen Geschichten mit Stellen fremder Werke geschmückt wurden. Da kam es zu Platzhalter, die man versehentlich vergessen hatte zu entfernen, weil man so aufgeregt war, bis hin zu Schreibübungen, wo man nach dreißig Jahren vergessen hatte, dass das nicht die eigenen Texte sind.

Geschichten sind keine Einkaufszettel. Ich kann mich nicht daran erinnern, was gestern auf meinem Zettel stand, aber wenn ich mit Eifer an einer Geschichte geschrieben habe, dann werde ich mich sehr wohl daran erinnern, ob sie von mir ist oder nicht. Alles andere wirkt auf mich unrealistisch.

Vor etwas mehr als zwanzig Jahren habe ich mir in einem Laden ein Briefblock gekauft und dort meine erste Geschichte geschrieben (übrigens bis heute unvollendet). Und ich kann mich immer noch an den groben Inhalt erinnern. Wenn ich sie, auch abgetippt, heute lesen würde, sie käme mir mit Sicherheit vertraut vor.

Also würde ich mich von meinem juristischen Beistand diesbezüglich beraten lassen oder einfach ehrlich sein. Auch wenn mir das persönlich sicherlich schwerfallen würde (gut, wer gibt schon zu, dass man gestohlen hat, das ist ein Thema für sich). Aber Ehrlichkeit währt, trotz allem, immer noch am längsten.

Andererseits, wäre das so, hätten wir das Plagiatsproblem wohl nicht.

# 5: Meine Strafe bezahlen

Wie auch immer mein juristischer Beistand mit mir und die andere Seite sich einigt, ich muss alles bezahlen. Damit bin ich wenigstens in dieser Hinsicht draußen. Ansonsten könnten weitere Kosten auf mich zukommen (im Sinne von Zwangsvollstreckung und weitere unschöne Dinge).

# 6: Den Arsch in die Hose packen

Was viele Leserinnen und auch Autorinnen bemängeln, ist die fehlende Entschuldigung der Plagiatsautorinnen. Bisher ist mir noch nie untergekommen, dass eine Autorin sich wirklich hingestellt und zum Beispiel Folgendes gesagt hat:

„Ja, Scheiße noch einmal, ich hab geklaut. Ich dachte, ich wäre schlau genug, um damit durchzukommen. Aber ich habe meine Leserinnen eindeutig unterschätzt. Es tut mir verdammt leid.

Natürlich macht es nicht besser, dass ich geklaut habe und entdeckt wurde. Aber ich habe meine Lektion bitter lernen müssen. Ich werde die Gelder den Autorinnen bzw. einer wohltätigen Organisation spenden, und zwar vollständig. Und mich bei den beklauten Autorinnen werde ich mich entschuldigen.

Bitte verzeiht mir. Das werde ich nie wieder machen.“

Es geht also wirklich darum, den Arsch in der Hose zu haben und zu sagen, dass man einen Fehler gemacht hat. Öffentlich und ohne peinliche Ausreden. Bisher ist das noch nie erfolgt. Und natürlich sollte man sich auch bei den beklauten Autorinnen entschuldigen, weil man immerhin auf deren harten Arbeit sich ausruhen wollte. Das verlangt durchaus der Anstand.

Aber ganz ehrlich, ich wüsste nicht, ob ich diesen Arsch in meiner Hose hätte. Daher würde ich auch kein Plagiat veröffentlichen.

Sei ehrlich – Du bist doch nur neidisch

Häufig wird den Kritikerinnen vorgeworfen, sie seien auf die Autorinnen neidisch und werfen ihnen immer und immer wieder vor, dass sie eben einmal ein Plagiat geschrieben haben.

Dazu muss ich mal ganz ehrlich was Fragen: Worauf soll ich denn bitte schön neidisch sein? Darauf, dass diese Autorinnen sich bei fremden Leuten bedient haben? Dass sie sich Ruhm und Ehre eigentlich nur erstohlen haben? Oder auf ihre peinliche Ausreden? Worauf soll ich bitte schön neidisch sein?

Das ist in meinen Augen der Versuch, die Leute mundtot zu machen. Wehe Du sagst das, ansonsten behaupte ich, dass Du neidisch bist. Damit drängen sie Dich in eine Ecke und erwarten, dass Du Dich verteidigst. Und wer sich verteidigt, kann nicht angreifen.

Aber ich kann Dir sagen, lieber veröffentliche ich eine schlechte Geschichte und werde zerrissen, als dass ich ein Plagiat veröffentliche. Mit Neid hat das definitiv nichts zu tun.

Ohne Plagiate geht es auch

Natürlich ist die Geschichte voll Plagiate. Das ist ein Fakt. Zugleich ist die Geschichte auch voller einzigartiger Werke, die es so vorher noch nie gab. Dazu kann ich nur sagen, dass Tolkien ein Wunderbares (wenn auch langatmiges) Werk geschrieben hat. Und es gab da keine Vorreiter. Er hat seine Fantasie angeschaltet und etwas geschrieben. Warum soll so etwas nicht noch einmal gelingen?

Es ist schwer, das Rad immer wieder neu zu erfinden, das ist klar. Aber man kann das Rad auch ändern. Schau Dir mal die Werke von J. R. Ward und Lara Adrian an. Die ersten Bänder ihrer Vampirbücher ähneln sich unglaublich stark. Beide haben ein Team von Vampiren, welche sich gegen einen Feind rüsten und dabei ihre Lebensgefährtinnen finden. Es war teilweise sogar so, dass der Anfang beider Geschichten sich so dermaßen ähnelte, dass ich kaum noch Lust hatte, weiter zu lesen.

Doch obwohl die ersten Bänder ihrer jeweiligen Vampirreihe sich unglaublich ähneln, hat jede Autorin ihren eigenen Stil eingebracht und am Ende kann ich als Leserin entscheiden, welches mir besser gefällt. Denn schon häufig habe ich gelesen, dass Leserinnen (ja, meistens waren es Frauen, die darüber diskutiert haben) die Bücher von J. R. Ward besser gefallen haben. Und andere finden die von Lara Adrian interessanter. Ich gehöre übrigens zu Team Lara Adrian.

Das ist für mich Inspiration. Aber Du wirst bei Lara Adrian (die wir hier als, sagen wir mal, „Diebin“ bezeichnen könnten) keine Kopie von Texten oder Figuren der anderen Autorin finden. Denn J. R. Ward hat einen Vampir dabei (um mal ein Beispiel zu nennen), der schwache Augen hat, also fast blind ist. Diesen Charaktertyp vermisst Du bei Lara Adrian. Es gibt auch keinen Ähnlichen, der zum Beispiel eine Behinderung hat oder taub ist. Und das zurecht. Es ist halt nicht ihre Welt gewesen (unabhängig der Tatsache, ob sie nicht vielleicht über solch einen Vampir vielleicht schreiben wollte).

Denn sie hat sich entschieden, dass sie einen komplett anderen Text mit anderen Figuren und einer anderen Geschichte schreibt. Das ist reine Inspiration (und ich habe von keiner juristischen Klage seitens J. R. Ward gegenüber Lara Adrian gehört, also dürfte sie das wohl akzeptiert haben oder akzeptiert haben müssen).

Daher ist es für Dich auch in Ordnung, wenn Du Dich von anderen Büchern inspirieren lässt.

Plotentlehnen oder auch Plotstehlen mag zwar nichts für Anfängerinnen sein. Aber ich will ehrlich sein. Lieber einen schlechten Plot schreiben, als ein gutes Plagiat veröffentlichen.

Abschlussgedanken

Du hast und wirst immer wieder von mir lesen, dass ich Dir empfehle, eine Szene oder auch nur einen Satz aus einem anderen Werk abzuschreiben, um davon zu lernen. Das ist auch völlig in Ordnung. Warum soll man nicht von den Großen lernen, die vor Dir veröffentlicht haben? Vielleicht haben sie eine so dichte Szene geschrieben, die Du auch gerne verfassen möchtest, dass Du lernen willst, wie das geht. Schreib die Szene ab und analysiere sie. Schreib dann, aufgrund Deiner Analysen, Deine eigene Szene.

Nie wirst Du aber von mir lesen, dass Du die abgeschriebenen Texte veröffentlichen sollst. Ich hoffe, meine beiden Texte zum Thema Plagiat haben Dir auch erklärt, weshalb. Es ist ein Verrat an Deinen Leserinnen und Lesern, es könnte Dir sogar einen Verlagsvertrag zunichtemachen (sofern Du es anstrebst), es bringt Dir aller Wahrscheinlichkeit auch noch juristischen Ärger ein und vor allem, dass ist für mich das Schwerwiegendste, Du verrätst Dich selbst. Ich bin mir sicher, Du hast das Talent eine eigene Geschichte zu schreiben. Warum also kopieren? Verrate nicht Dich und Dein Talent, sondern lebe es bitte aus. Dir selbst zuliebe.

In dem Sinne, ich wünsch Dir ein fröhliches Schreiben.

Wie siehst Du die Sache?

Wäre es für Dich in Ordnung, wenn eine Autorin was gestohlen hat und nach einigen Jahren einfach so wiederkommt? Erwartest Du eine öffentliche Entschuldigung? Oder was müsste die Plagiatsautorin machen, damit Du ihr verzeihen könntest?

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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9 Antworten zu Plagiate – Muss das wirklich sein?

  1. Hanna schreibt:

    Was mich interessieren würde: Warum glauben Sie, dass das Problem des Plagiats nur Autorinnen betrifft?

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Hanna,

      vermutlich kennen Sie meinen Blog noch nicht lange. Denn ich hatte in einem früheren Beitrag für mich entschieden, dass ich nur noch die weibliche Variante benutze (https://schreibkasten.wordpress.com/2017/04/21/wer-hat-angst-vorm-gendern/). Aus diesem Grund habe ich auch in diesem Beitrag konsequent die weibliche Variante genommen.

      Wobei ich gestehen muss, ich beobachte zwar nicht intensiv aber durchaus mit offenen Augen die „Plagiatsszene“. Und bisher sind mir persönlich nur zwei Männer aufgefallen, welche ein Plagiat veröffentlicht haben. Der Rest waren in der Tat nur Frauen. Mag sein, dass bei den Herren nicht so laut geschrien wurde oder man sie noch nicht entdeckt hat. Aber scheinbar sind in Deutschland besonders die Frauen aktiv.

      Gefällt 1 Person

  2. Hanna schreibt:

    Hallo Frau Schreibseele,

    ich bin beeindruckt, dass Sie so schnell geantwortet haben. Stimmt, es war das erste Mal, dass ich Ihren Blog gefunden habe.
    Ich habe mir den von Ihnen verlinkten Artikel durchgelesen und bin – vorsichtig ausgedrückt – etwas irritiert. Sie finden also das sogenannte generische Maskulinum als frauenfeindlich und Frauen unsichtbar machend, verwenden jetzt aber genau das Entgegengesetzte. Glauben Sie ernsthaft, dass Sie damit Gleichberechtigung erreicht haben, sich nicht männerfeindlich oder Männer unsichtbar machend verhalten? Dabei ist die in Ihrem Artikel genannte Idee von Iren Fleiß gar nicht so schlecht, vor allem, weil man sich da genauer Gedanken machen muss. Wenn tatsächlich weitaus mehr Frauen Plagiate erstellen als Männer, wäre die Verwendung in dem Artikel natürlich gerechtfertigt. Aber in allen? Das empfinde ich schon als ziemlich sexistisch Männern gegenüber und das ist für mich nicht für besser als anders herum.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Klar kann man das als sexistisch empfinden. Aber es ist mein Blog und dementsprechend auch meine Entscheidung, wie ich meine Leser*innen anspreche. Denn gut achtzig Prozent der Menschen, die meine Beiträge liken und kommentieren sind Frauen. Daher spreche ich mit meinen Beiträgen eben diese Frauen an. Und Männer sind, wie beim generischen Maskulin die Frauen, eben immer mitgemeint. Sie sind nicht unsichtbar, sondern sie sind mitgemeint.

      Und zudem hab ich ganz klar im Beitrag erklärt, warum ich mich dafür entschieden habe. Frauen sind immer und überall unsichtbar, egal worum es dabei geht. Das sie in einem Blog ausnahmsweise prinzipiell angeschrieben werden, heilt leider noch lange nicht die Welt. Zumal ich sowieso für eine neutrale Sprache wäre, die es aktuell im deutschen nicht gibt (aber es gab mal einen Vorschlag, leider ist die PDF-Datei, die es mal im Internet dazu gab, verschwunden, sonst hätte ich mich glatt daran gehalten). Und eins ist sicher, Männer werden so schnell gar nicht unsichtbar. Dafür leben wir in einem Patriarchat. Da werden Männer immer und überall bevorzugt. Da müssen diese sich gar keine Sorgen machen 🙂

      Kleiner Funfact: Die Idee stammt noch nicht einmal wirklich von mir, sondern von einem männlichen Autor, der damit vor einiger Zeit angefangen hat. Demnach ist er gegenüber seinem Geschlecht auch sexistisch, oder? Ein Beispiel? https://marcusjohanus.wordpress.com/2017/03/19/was-machst-du-auf-der-buchmesse-als-autorin-wenn-du-noch-nichts-veroeffentlicht-hast/

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  3. Hanna schreibt:

    >>Sie sind nicht unsichtbar, sondern sie sind mitgemeint.

    Stimmt, wie beim sogenannten generischen Maskulinum die Frauen, was Sie nicht gut finden und was ich durchaus verstehen kann. Umgekehrt finden Sie es aber offensichtlich schon gut. Ich störe mich an dieser Doppelmoral, die dann mit Plattitüden a la „Und eins ist sicher, Männer werden so schnell gar nicht unsichtbar. Dafür leben wir in einem Patriarchat. Da werden Männer immer und überall bevorzugt.“ gerechtfertigt werden.

    >>Die Idee stammt noch nicht einmal wirklich von mir, sondern von einem männlichen Autor, der damit vor einiger Zeit angefangen hat. Demnach ist er gegenüber seinem Geschlecht auch sexistisch, oder?

    Selbstverständlich können Männer gegenüber Männern genauso sexistisch sein, wie Frauen gegenüber Frauen.

    Richtig ist allerdings, dass es Ihr Blog ist und Sie die Entscheidung darüber treffen, aber es ist natürlich auch meine Entscheidung, ob ich mir das in Zukunft öfter antun werde oder nicht. Nur am Rande: Ich lese grundsätzlich die Leseproben und wenn ich den Eindruck habe, dass es sich um einen irgendwie sexistischen Autor bzw Autorin handelt, verzichte ich auf einen Kauf.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Der wahre Sexismus liegt eher im Umgang miteinander. Wenn Männer behaupten, dass andere Männer Weicheier seien, wenn sie an einem Geburtsvorbereitungskurs teilnehmen (heute auf FB gelesen). Wenn Männer unbedingt der Ernährer der Familie sein müssen. Wenn Männer reich, sexy und die Peitsche in der Hand halten müssen. Das ist für mich Sexismus.

      Und das sind Themen, über die ich im letzten Jahr unter anderem hier auf dem Blog geschrieben habe. Aber da wir in dieser Hinsicht nicht zusammenkommen werden, werden Sie wohl diese Beiträge nicht für sich entdecken. Vielen Dank an dieser Stelle für Ihre kritische Meinung (die ich durchaus schätze) und wünsche Ihnen eine Autorin oder ein Autor, der die passendere Hülle liefert. Ich konzentriere mich auf andere Dinge.

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    • N. Bendzko schreibt:

      Liebe Hanna, ich schalte mich mal als Dritte ein und schreibe frank und frei, dass ich über Ihre Antworten ein wenig schmunzeln musste.

      Auf keine böse Art, keineswegs – es ist nur einfach eine sehr typische Reaktion, die Sie hier mit ihren Antworten geben. Typisch, wann immer es um Sexismus geht und Bemühungen, auf diesen aufmerksam zu machen, gerade wenn er Frauen betrifft: „Aber jetzt werden doch die Männer diskriminiert!“ Frau Schreibseele hat ausführlich erklärt, warum sie tut, was sie tut, und trotzdem reden sie von Sexismus?

      Ich empfehle Ihnen, sich etwas durch die Sexismus-Reihe dieses Blogs zu klicken. Sie werden feststellen, dass hier auch Sexismus gegen Männer immer wieder Thema war/ ist. In diesen Blogteilen spricht natürlich niemand von Sexismus. Und höchstwahrscheinlich kommen sie auch nicht auf die Idee, wenn sie das männliche Maskulinum auf einem Blog lesen, den Verfasser jenes Blogs wegen Sexismus anzuprangern. Warum wohl?

      Um meine Kollegin Nike Leonhard zu zitieren:

      „Wir lernen aus dieser Diskussion: Dass das generische Maskulinum Frauen unsichtbar macht, ist nicht nett und man darf sich daran stören. Aber sexistisch ist es nicht.
      Sexistisch ist nur das generische Femininum, weil es Männer unsichtbar macht.
      Demnach ist es offenbar schlimmer, wenn Männer unsichtbar sind. Männer müssen ausdrücklich genannt werden, Frauen nicht. Frauen muss es reichen, mitgemeint zu sein.

      Warum eigentlich?

      Wenn […] beide gleich viel wert sind und wir von beiden die gleiche innere Stärke fordern, ist das generische Femininum nicht sexistischer als das generische Maskulinum.“

      Quelle: https://nikeleonhard.wordpress.com/2017/06/07/meldung-und-meinung-sexismus

      P.S.: Danke für diesen nötigen Artikel in Sachen Plagiate, Carola. Ich habe mich dahingehend nicht geäußert, bin aber sehr froh, dass viele in der Bloggersphäre es derzeit tun. Überhaupt tut sich viel in der Bloggersphäre in der letzten Zeit, eine sehr mutmachende Entwicklung.

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  4. Pingback: Meldung und Meinung: Sexismus – Nike Leonhard – Fantasy und Historisches

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