Deine persönliche Schreibplanung: Quartal, Semester, Jahr

Hei, hallo und herzlich willkommen,

das erste halbe Jahr ist nun vorüber. Daher kann man den heutigen Tag nutzen, um eine Auswertung vorzunehmen und zu planen. Und zwar bezüglich Deiner Schreibziele.

Kurze Vorgedanken

Irgendwann hab ich auf Twitter ein Zitat gelesen, der mir im Gedächtnis hängen blieb. Wir planen unseren Urlaub sehr genau, aber nicht unser Leben, das ist eine sinngemäße Wiedergabe. Leider weiß ich nicht mehr, wer dies gepostet hat.

Auch wenn Du eher eine Spontanurlauberin bist, wirst Du Dir schon überlegen, wohin es geht und zumindest grob recherchieren, was Du vor Ort sehen kannst. Doch häufig gilt das nicht für unser Leben.

Irgendwie dümpeln wir zwischen Erwartungen aus unserem Haushalt und groben Vorstellungen dahin und wundern uns, wenn das Leben voranschreitet und wir immer noch da sind, wo wir eigentlich nicht sein wollen.

Für die Lebensplanung bin ich nicht unbedingt die beste Ansprechpartnerin. Aber mit der Schreibplanung möchte ich Dir heute ein wenig weiterhelfen. Dabei werde ich so tun, als würdest Du ein Bullet Journal verwenden, auch wenn es dem nicht so ist.

Denn für mich ist es das idealste Werkzeug für die Planung um Umsetzung dieser Ziele. Du kannst die Tracker so gestalten, wie Du willst. Und sobald etwas erledigt ist oder sich erübrigt hat, zeichnest Du einen neuen Tracker. Das ist im Grunde genommen total ideal.

Natürlich kannst Du die Ideen auch auf Deine Art und Weise umsetzen. Nimm daher alles Folgende als Vorschlag an und setze das um, was Dir gefällt.

Deine Wunschliste

Fangen wir ganz klein an und trotzdem mit dem größten Teil in unserem Leben. Wir haben alle unsere Wünsche, die wir gerne umgesetzt sehen würden. Das kann eine Weltreise sein oder das eine unserer Geschichten in Hollywood verfilmt wird. Und nichts davon ist größenwahnsinnig genug für Deine Wunschliste.

Daher schreib bitte alles, wirklich alles auf, was Du gerne in Deinem Leben erreichen möchtest. Unrealistische Dinge wie Shakespeare zu treffen oder ohne Schutzanzug auf dem Mond spazieren zu gehen dürfen zwar fern bleiben, alles andere schreib bitte auf.

Die Bescheidenheit hat im Bezug auf Deinen Leben keinen Platz. Sei also richtig größenwahnsinnig, wenn Du das Bedürfnis danach hast. Und wenn Du es brauchst, arbeite ruhig ein paar Tage an Deiner Wunschliste. Es geht um Dich.

Daher pack alles auf die Liste, was Du theoretisch erreichen würdest, wenn Du könntest.

Deine Bucket List

Eine Bucket List ist eine Liste von Dingen, die man definitiv im Leben erreichen möchte. Zu der Wunschliste sehe ich hier einen gewissen Unterschied, bzw. ich möchte einen machen.

Die Wunschliste ist für Dein komplettes Leben gedacht. Also auch für Dein hohes Alter. Aber sie ist auch eher unbestimmt. Hier darfst Du Dich austoben und Dinge notieren, die Du vielleicht lustig fändest, aber nicht unbedingt wirklich erreichen möchtest.

Die Bucket List ist für mich etwas Konkreteres. Hier stehen Dinge drauf, die Du definitiv erreichen willst. Nimm Dir einen Zeitraum und schreib dann auf, was Du bis zu einem bestimmten Datum wirklich schaffen möchtest. Sagen wir, Du willst in den kommenden zehn Jahren zehn Dinge erreichen.

Notier Dir daher bitte die Dinge, die Du tatsächlich erreichen willst und den Zeitraum, in dem Du das alles schaffen möchtest. Sei hier bitte so ehrlich wie nötig zu Dir selbst. Wenn Du etwas wirklich erreichen willst, schreib es auf. Ist es eher nur ein Wunsch, dann überleg, ob es Dir wichtig ist.

Diese Liste würde ich immer am Anfang in Deinem Bullet Journal eintragen und es besonders schön gestalten. Dann hast Du es immer bei Dir, wenn Du Dein Journal mit Dir führst. Das soll Dich daran erinnern, immer am Ball zu bleiben und Deine Ziele zu erreichen.

Jetzt könntest Du einwenden, dass ein Bullet Journal nicht ewig hält und Du daher immer wieder diese Liste neu abschreiben möchtest. Darauf antworte ich, toll, genauso soll es sein. Mit jedem neuen Journal wirst Du daran erinnert, dass Du überhaupt eine Bucket List hast. Und zudem kannst Du jedes Mal überprüfen, ob Du Deinen Zielen nähergekommen bist.

Weiter kannst Du schauen, welche Punkte Du erreicht hast und diese dann streichen. Vielleicht möchtest Du einen neuen Punkt auf Deine Liste setzen. Zugleich kannst Du überprüfen, ob alle Punkte noch für Dich einen Wert haben. Denn manchmal ist es so, dass wir der festen Überzeugung sind, dass wir etwas Bestimmtes erreichen wollen. Doch dann werden wir älter oder haben etwas anderes erreicht und sehen, dass dieser eine Punkt nicht mehr wichtig ist. Und können ihn dann doch streichen.

Sieh das also bitte nicht als eine Art Bestrafung an, sondern als Möglichkeit. Eine Möglichkeit, zu wachsen und Dein Wachstum gebührend zu feiern.

Deine Jahresplanung

Da Du nun weißt, was Du theoretisch alles erreichen willst, brechen wir alles herunter. Wobei ich mich hier in erster Linie auf das Schreiben konzentriere. Aber letztendlich gilt das durchaus auch für alle anderen Bereiche.

Sicherlich hast Du schon Erfahrungen gemacht, was für ein Schreibpensum Du hast. Überleg Dir genau, was Du erreicht und wie Du es erreicht hast.

Wenn Du in einem Monat besonders viel oder besonders wenig geschrieben hast, dann überprüf, was so besonders an diesen Monaten war. Und schau nach, ob Du die Bedingungen dann wiederholen kannst. Gerade die erfolgreichen Monate dürfen uns gern inspirieren.

Nun überleg Dir, was für Ziele Du im kommenden Jahr erreichen möchtest. Es kann eines sein oder auch mehrere. Sei aber bitte so realistisch und versuch Dich nicht selbst zu überfordern. Du kannst nicht innerhalb eines Jahres drei Romane schreiben, einen Kurs lernen oder gar einen selbst schreiben, Deine Wohnung renovieren und eine Weltreise machen.

Du kannst in einer ruhigen Minute gerne planen, wie Du all diese Dinge erreichen möchtest, aber wichtig ist eher, was Du tatsächlich im kommenden Jahr erreichen willst. Und da ich mich hier aufs Schreiben konzentrieren möchte, dreht sich alles natürlich um Deinen nächsten Roman.

Wie viele Romane, Novellen oder auch Kurzgeschichten würdest Du in einem Jahr schaffen. Sei durchaus realistisch. Wenn Du bisher über ein Jahr gebraucht hast, um einen Roman zu schreiben, wirst Du zukünftig nicht ein Dutzend schaffen. Dem ist leider so. Es ist am besten so, dass Du Dich nach und nach da heranwagst.

Sagen wir mal, Du möchtest innerhalb eines Jahres vier Romane schreiben (nicht überarbeiten). Dann könntest Du – wie Stephen King es empfiehlt – in jeder Jahreszeit einen Roman plotten und schreiben. Wenn Du viel schreibst und täglich einige Zeit abzweigen kannst, ist das durchaus machbar.

Willst Du noch nicht so weit gehen, dann versuche es mit zwei oder einem Roman. Auch das ist schon eine ganze Menge, wenn Du das schaffst.

Wenn Du weitere Ziele in dem Jahr erreichen möchtest, solltest Du gucken, ob Du alles wirklich unter einem Hut kriegst. Bei vier Romanen und einem Studium könnte es letztendlich doch ein wenig eng werden. Daher finde ich die Planung durchaus wichtig.

Halbes Jahr: Rückblick und Ausblick

Nach einem halben Jahr empfiehlt es sich kurz innezuhalten und zu schauen, was Du bisher erreicht hast und wo es noch hapert. Wenn Du vier Romane in einem Jahr schreiben wolltest, solltest Du nach einem halben Jahr die Hälfte geschafft haben. Wenn nicht, dann wäre es Zeit zu überprüfen, woran das lag.

Hast Du aber Deine Ziele nach einem halben Jahr erreicht, dann ist es durchaus legitim, sich selbst zu feiern. Immerhin hast Du tatsächlich geschafft, sechs Monate durchzuhalten und an Dich und Deinen Träumen zu arbeiten. Wenn das nicht ein Lob verdient hat, weiß ich auch nicht.

Zugleich solltest Du dann schauen, was Du tatsächlich noch in den kommenden sechs Monaten erreichen möchtest. Vielleicht hat sich Dein Interesse schon wieder geändert oder Du siehst ein, dass Deine Ziele zu hoch gesteckt waren. Dann kannst Du jetzt noch einmal alles umschreiben.

Wenn Du ein Bullet Journal führst, kann es sich lohnen, nach sechs Monaten ein Neues anzuschaffen. Häufig reichen die Notizbücher auch nicht viel länger, wenn man viele Tracker oder auch Tagesseiten einführt. Da kannst Du auch Deine aktuellen Listen entsprechend neu eintragen.

Das Quartal

Häufig fühlt sich ein Jahr so elendig lang an. Auch ein halbes Jahr kann ziemlich lang sein. Jedoch kann man vom Gefühl her ein Quartal realistisch betrachten. Daher kannst Du in Deinen Bullet Journal eine Seite oder eine Doppelseite für jedes Quartal reservieren. Und dort schreibst Du alles auf, was Du in den jeweiligen Monaten erreichen möchtest.

Auch hier gilt, sei durchaus realistisch. Denn es kann auch sehr schnell frustrierend sein, wenn Du Dir große Ziele vorgenommen hast und diese dann nicht erreichen kannst. Immerhin ist die Zeit hier sehr übersichtlich.

Daher überprüf genau, was Du erreichen willst und wie Du es umsetzen willst. Denn hier geht es darum, den Stier bei den Hörnern zu packen und tatsächlich loszulegen. Was könntest Du also nun in den kommenden drei Monaten alles erreichen? Und ist es auch realistisch, das zu schaffen?

Schreib alles auf. Und ich würde den Tracker noch so gestalten, dass ich eintragen kann, dass ich das Ziel erreicht habe – mit einem Häkchen – und das Datum, wann ich es erreicht habe. Denn ich bewahre aktuell noch meine Bullet Journals auf und kann daher nachvollziehen, wann es denn so weit war.

Der Monat

Ein Monat teilt sich in circa 4,5 Wochen auf. Und in diesen Wochen sollst Du, wenn es nach Deinem eigenen Plan geht, einiges erreichen. Zum Beispiel den Plotplan für Deinen kommenden Roman schreiben.

Daher kannst Du Dir genau überlegen, was Du in jeder Woche erreichen willst. Und das alles dann vielleicht sogar auf einen Tag herunterbrechen. Du kannst sogenannte Stundentracker einbauen, um zu sehen, was Du wann gemacht hast. Und vor allem kannst Du die Zeiten einplanen, in denen Du an Deinen Träumen arbeitest.

Die Stundentracker teilst Du so ein, wie der Tag Stunden hat. Also von 0 bis 24 Uhr. Und dann die Zeiten, in denen Du schläfst und auf Arbeit, in der Schule, an der Uni bist. Die restlichen Stunden kannst Du theoretisch für Deine Ziele verwenden. Auch wenn wir uns allesamt sicherlich bewusst sind, dass das so leicht nicht ist.

Notier Dir zuerst die Zeiten, in denen Du an Deinen Romanen arbeiten möchtest. Oder womit Du auch immer Dich beschäftigen möchtest. Die Zeiten sind genauso wichtig wie ein Termin bei Deiner Ärztin, ein Prüfungstermin oder ein Vorstellungsgespräch. Beachte sie daher. Und die restliche Zeit geht für den Haushalt, Freundschaften, was auch immer drauf.

Du kannst den ganzen Monat gerne im Voraus verplanen, aber schau Dir trotzdem immer jeden Tag genau an. Es kann immer passieren, dass etwas Unvorhergesehenes passiert und Du alles umwerfen musst. Denn ein medizinischer Termin muss auch mal abgesagt werden. Prüfungen fallen aus und Bewerbungen werden verschoben. Selten, aber es kommt vor.

Abschlussgedanken

Wir haben aktuell Halbzeit. Also kannst Du Dich in der kommenden Woche hinsetzen und schauen, was Du alles bisher geschafft hast und Dir einen Plan für den Rest des Jahres überlegen. Theoretisch hast Du jede Woche dazu die Möglichkeit.

Lass Dich also nicht einschüchtern, nur weil eine Woche mal nicht so geklappt hat, wie Du es Dir gewünscht hast. Oder ein Monat, ein Quartal, was auch immer. Setz Dich ran und mach weiter. Dann kommen wir alle an unsere Ziele.

Dabei wünsche ich Dir viel Erfolg.

Deine Ziele

Wie oben aufgeführt ist es Zeit, Deine Ziele und Deine Wünsche aufzuschreiben. Geh in Dich und finde heraus, was Du wirklich willst. Ignoriere die kleine Stimme, welche Dir sagt, dass Du der Gesellschaft gefallen sollst. Es ist Dein Leben und Du bestimmst darüber. Hab keine Angst und leg los.

Dein System

Ob Du nun ein Bullet Journal oder ein Notizbuch oder was auch immer verwendest, schreib alles auf und verfolge Deine Ziele, wie ich es oben beschrieben habe. Find heraus, was für Dich dabei funktioniert und mach es dann einfach. Nicht stoppen, leg los.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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Eine Antwort zu Deine persönliche Schreibplanung: Quartal, Semester, Jahr

  1. Michael Behr schreibt:

    Danke für den schönen Beitrag, der mir zwar hektische Flecken auf die Wangen gezaubert hat, aber dennoch wertvolle Impulse liefert.

    Eine Anmerkung: Das halbe Jahr ist aber streng genommen erst vorbei, wenn auch der Juni vollends hinter uns liegt 🙂 .

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