Wie man einen BDSM Roman schreiben kann

Hei, hallo und herzlich willkommen,

es mag sein, dass 50 Shades of Grey das Genre des BDSM ins Fokus der Literatur gerückt hat. Aber eins ist sicher, es gab schon immer Geschichten zu diesem Thema und es wird auch weiterhin Bücher dazugeben, selbst wenn niemand mehr über 50 SoG spricht. Daher möchte ich Dir heute einige Vorschläge machen, wie man solch einen Roman schreiben kann.

Kurze Vorgedanken

Auch wenn man selbst kein Bedürfnis hat, sich den Hintern versohlen zu lassen oder selbst als Fem-Dom die Peitsche zu schwingen, reizt es viele einen entsprechenden Roman zu schreiben. Und auch wenn das Praktikerinnen aus der Szene nicht gefällt, ich finde das Selbst durchaus in Ordnung.

Dabei gibt es einige einfache Dinge, die man berücksichtigen darf, kann und auch durchaus sollte, damit ein BDSM-Roman in sich schlüssig und ein Lesegenuss wird. Die Regeln eines erotischen Romans können hier befolgt und durch einige spezielle Punkte ergänzt werden.

Zu den wichtigen Grundlagen

Die Geschichte

Egal wie erotisch ein Roman sein soll, eine kleine Geschichte darf immer dabei sein. So hab ich letztes Jahr einen BDSM-Roman gelesen, bei dem es sich nur darum drehte, wie er ihr den Hintern versohlte. Eine Hauptgeschichte kam nur in den ersten zwei oder drei Kapitel und dann noch einmal in den Letzten ein oder zweien vor.

Zugegeben, ich lese gerne erotische Romane. Und von mir aus darf es auch ein wenig mehr Sex in der Geschichte vorkommen, als Verlage es vorgeben. Immerhin greife ich nicht umsonst zu einem entsprechenden Roman. Aber wenn da gar keine Geschichte existent ist oder ein Konstrukt geschaffen wird, um die beiden immer und immer wieder ins Bett (oder wohin auch immer) zu schicken, das geht sogar mir zu weit.

Daher bitte ich Dich, wenn Du einen erotischen Roman oder einen BDSM-Roman schreibst, dann erschaff bitte zuerst die Geschichte drum herum.

Vielleicht mögen sich die anderen Romane auch verkaufen, also in denen es mehr um den Sex geht, als um die Geschichte. Aber ich denke, dass es auf Dauer sinnvoller ist, wenn Du Dich auf eine Geschichte konzentrierst. Sie muss nicht komplex sein (darf es aber gerne). Hauptsache der Roman besteht nicht zu achtzig Prozent aus Sex.

Die Charaktere

Warum empfindet ein Mensch sexuelle Befriedigung daraus, dass ein anderer Mensch ihr den Hintern versohlt (ich brech das mal brachial darauf runter, unten werde ich das Thema etwas differenzierter angehen)? Das muss ja einen Grund haben. Und es ist Deine Aufgabe als Autorin das herauszufinden. Genauso, wie die Frage, warum jemand es als erregend befindet, jemand anderen Schmerzen zu zufügen.

Denn BDSM ist etwas anderes, als zum Beispiel im freien Sex zu haben. Oder sich einem Dreier hinzugeben. Hier geht es darum, dass jemand anderes die Kontrolle über eine Person übernimmt und dieser unter anderem physische Schmerzen zufügt. Und beide haben Spaß daran.

Wenn Du also einen BDSM-Roman schreiben möchtest, brauchst Du Charaktere, die eben daran Spaß haben, sich darauf einlassen und es auch wollen. Auch wenn ein Charakter noch nie gefesselt und mit einer Peitsche bearbeitet wurde, müssen beide Seiten dafür offen sein.

Müssen? Ja klar. Es gibt Menschen, die partout ablehnen, sich als Sklavin oder Fem-Dom zu sehen. Die würden sich niemals auf eine Session einlassen, um das auch nur mal auszuprobieren. Daher müssen Deine Charaktere zumindest dafür offen sein, diese Art der Sexualität zumindest auszuprobieren. Sind sie es nicht, dann wirken sie schlichtweg unglaubwürdig.

Auch wenn Deine Sklavin in diese Welt eingeführt werden muss, sollte in ihrer Art doch schon etwas zu finden sein, dass sie daran letztendlich Spaß findet. Genauso wie ihre Fem-Dom. Daher ist es wichtig, besonders hier großen Augenmerk zu legen.

Hier noch ein kleiner Hinweis zu der Kindheit Deiner Charaktere. Vor einigen Wochen hab ich einen Ausschnitt gesehen, welcher Typ Mensch sich eher für BDSM-Spielarten interessiert. Es gibt dazu noch keine offiziellen Studien. Aber es scheint eher so zu sein, dass Menschen, die eine gewaltvolle Kindheit hatten, weniger dazu neigen, sich für BDSM zu interessieren. Menschen mit einer halbwegs normalen Kindheit (also ohne Gewalt und Derartigem) sind eher bereit, sich für BDSM zu begeistern und in diese Welt einzutauchen.

Das so viel zu den Fem-Doms oder Doms, die eine grausame Kindheit hatten und aus diesem Grunde andere deswegen dominieren müssen.

Begrifflichkeiten

Wie jede Subkultur hat auch die Welt des BDSM eine eigene Sprache entwickelt. Um diese Welt realistisch darzustellen, ist es durchaus wichtig, dass Du sie kennst und richtig einsetzt.

An dieser Stelle möchte ich Dir einige Begriffe näher erläutern, um Dir den Einstieg zu erleichtern. Die restliche Recherche kannst Du dann gerne übernehmen (siehe unten die Linkliste für die weitere Arbeit).

FemDom oder Dom

Sie sind der dominante Teil in der Beziehung. Letztendlich sind sie es, welche die Session leiten, die Peitsche schwingen oder die Sub dominieren. Dabei steht FemDom für „Female Domination“ und wird für die Frau benutzt. Dom ist meistens die Bezeichnung für den Mann.

Bei FemDom heißt es zwar, dass sie den Mann dominiert. Aber es gibt auch Frauen, welche andere Frauen dominieren. Dabei ist es nicht zwangsläufig, dass sie lesbisch oder bisexuell ist. Es kann für sie einfach nur erregend sein, eine Frau zu dominieren.

Sub(missiv)

Das ist die Person, die sich dominieren lässt. Die Sub gibt sich jemanden hin und hat während der Session ihren Spaß, egal wie zart oder hart das Ganze ist. Doch wenn die Session vorbei ist, übernimmt die Sub ihr Leben und beide können ihre eigene Wege gehen.

Daher ist es gut, wenn Du eine Sub nicht mit einer Sklavin verwechselst.

Sklavin

Sie gibt sich ihrer Herrin voll und ganz hin. Denn diese bestimmt nicht nur die Session, sondern sogar den Alltag. Hier gehen beide einen Schritt weiter. Das bedeutet, dass sie bestimmen kann, was die Sklavin trägt, wo sie arbeitet und wie die Freizeit der Sklavin gestaltet wird. Zudem können beide ausmachen, dass die Sklavin 24/7 der Herrin zur Verfügung steht (also 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche).

Spanking

Das bedeutet, dass die Schläge mithilfe der Hand ausgeführt werden. Bekannteste Art ist das spanken des Gesäßes. Hier wird also mit der nackten Hand (gegebenenfalls auch mit speziellen Handschuhen) der Hintern versohlt.

Für viele ist das ein Einstieg in diese Szene und zugleich kann man hier auch lernen, die Schmerzgrenze auszuloten. Zugleich ist es auch eine Übung für die Stärke des Schlagens.

Vanila oder Vanila Sex

Diese Bezeichnung kommt von dem Geschmack Vanilie, welche wohl fast alle Menschen gerne essen. Damit wird letztendlich der gesellschaftlich akzeptierte Sex bezeichnet (also Frau und Mann, wohlmöglich in der Missionarsstellung). Alles was nicht Vanila ist, wird dann häufig als kinky bezeichnet.

Bottom

Der passive Teil einer Session.

Top

Der aktive Teil einer Session.

Session oder Szene

Das ist ein Spiel, in denen die FemDom der Sub (oder auch Sklavin) die Schmerzen zufügt. Dabei kann es direkt zur Sache gehen oder im Rahmen eines Spiels stattfinden. Das bedeutet, dass die Sub zum Beispiel erst einmal putzen muss, dann soll sie irgendwelche andere Aufgaben erledigen und dann kann es auch direkt zur Sache gehen.

Die Session sollte dabei von beiden Seiten abgesprochen werden, was gefällt und wo die Sub sagt, bis hierhin und nicht weiter. Nur so kann die Top verhindern, dass es zu einem vorzeitigen Abbruch kommt.

Von Safeword und Slowword

In manchen Romanen vermisse ich die Absprache zwischen der FemDom und der Sub bezüglich eines Safewords. Und dabei ist das ungemein wichtig. Ohne ein Safeword würden richtige FemDoms und Doms nie in eine Session gehen. Und wenn doch, ich hab gelesen, dass die BDSM-Gemeinde sehr engmaschig verstrickt ist. Solche Leute würden wohl sehr schnell vor die Tür gesetzt werden.

Doch was ist nun eigentlich was?

Das Safeword

Hierbei handelt es sich um ein Wort, mit dem man die komplette Session abbricht. Wenn es der Sub zu viel wird, sie nicht mehr kann oder nicht mehr will, dann sagt sie eben dieses Wort und die FemDom ist dann auch verpflichtet, alles sofort zu beenden.

Ohne ein Safeword sollte eine Sub niemals in eine Session oder was auch immer gespielt wird, gehen. Denn es kann immer passieren, dass sie auf einmal Panik bekommt, nicht mehr weitermachen kann und daher alles abbrechen muss, weil sie sonst einen Schaden erleidet. Das Safeword garantiert, dass das auch geschieht.

Dabei sollte das Safeword so gewählt werden, dass man es nicht verwechseln kann. Emily Bold hat ein Buch herausgebraucht „Autsch, ist ein schlechtes Passwort„. Das gilt auch für Halt, Stopp und Aua. Denn in einer Session kann es durchaus vorkommen, dass die Sub diese Wörter von sich gibt, aber gar nicht will, dass die FemDom wirklich aufhört. Es gehört teilweise dazu.

Es sollte im Idealfall also ein Wort sein, dass man nicht verwechseln kann. Sagen wir mal zum Beispiel Pfannkuchen oder von mir aus, Einhornregenbogen. Die Wahrscheinlichkeit, dass man so etwas aus Versehen sagt, ist äußerst gering.

Das Safeword kann auch dann gesagt werden, wenn ein Knebel im Mund ist, man versteht immer noch halbwegs, was die Sub sagen möchte. Notfalls kann auch ein Schnippen vereinbart werden, sodass die FemDom kurz pausiert und sich anhört, was die Sub von ihr möchte.

Slowword

Das Slowword ist dafür da, dass die FemDom immer weiß, ob es der Sub gefällt und sie noch mitgeht. Meistens wird es mit dem Ampelsystem dargestellt.

Wenn die Sub also Grün sagt, dann ist alles in Ordnung und die FemDom kann gerne weiter machen. Es gefällt ihr (noch) und sie hat damit kein Problem.

Bei Gelb sieht es schon anders aus. Hier soll die FemDom langsamer machen. Noch gefällt es der Sub, nur nicht in dieser Intensität.

Sagt sie hingegen Rot, dann will sie nicht, dass die FemDom mit der Aktion, die sie gerade durchführt, weitermacht. Sagen wir mal, die FemDom kitzelt die Sub und sie mag es überhaupt nicht. Dann sagt sie Rot und die FemDom muss sich etwas anderes einfallen lassen.

Beim Slowword wird nicht die Session selbst abgebrochen, sondern nur eine Aktion. Oder eben diese bestätigt.

Innerhalb einer Beziehung

Letztens hatte ich ein Gespräch mit einer Autorin, deren Freundin und der Lebensgefährte eine BDSM-Beziehung führt. Die Freundin teilte mit, dass sie überhaupt nicht daran denkt, ein Safeword zu benutzten. Warum? Nach einer gewissen Zeit innerhalb der Beziehung sollte man schon wissen, was ihrem Partner gefällt und was nicht.

Innerhalb einer Beziehung kann das auch gemacht werden. Sollte sich aber Dein Charakter jedoch einer professionellen FemDom hingeben, sieht die Geschichte etwas anders aus. Die Beziehung besteht vielleicht nur an Wochenenden oder erst seit Kurzem. Da sind Safewords wichtig. Wenn ein Paar miteinander spielt, können sie eine eigene Sprache entwickeln, damit sie ihre Wünsche äußern.

Der Sklavinnenvertrag

Zu der Spielart des BDSM kann auch gehören, dass zwischen der FemDom und der Sklavin (wobei theoretisch auch mit der Sub) ein Vertrag geschlossen wird. Hierbei wird geklärt, was die FemDom und vor allem, was die Sklavin zu tun hat. Hier werden die Regeln, Aufgaben und Verpflichtungen abgeklärt.

So zum Beispiel, dass die Sklavin jederzeit zur Verfügung zu stellen hat, wenn die FemDom nach ihr verlangt. Und die FemDom hat sich immer um das Wohlergehen der Sklavin zu kümmern. Sollte sie also dafür Sorgen, dass die Sklavin ihre Arbeit verliert, weil diese von ihr verlangte blauzumachen, dann geht es gegen das Wohlergehen.

Hier noch ein kleiner rechtlicher Hinweis: Diese Verträge sind natürlich nicht rechtlich bindend. Das bedeutet, sollte eine Seite verlangen, dass der Vertrag eingehalten wird, kann sie nicht vor das Gericht ziehen und die Einhaltung verlangen.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Angelegenheit, welche beide Seiten abschließen können. Mehr aber auch nicht.

Und noch ein Hinweis: Trotz der Einwilligung der Sub oder der Sklavin kann sie trotzdem die FemDom jederzeit vor Gericht wegen schwerer Körperverletzung zerren. Denn trotz der Einwilligung wird das vor Gericht als solche sicherlich nicht anerkannt werden. Und daher kann es viel Ärger geben.

Doch wo keine Klägerin, da keine Angeklagte. Sprich, solange die Sub oder die Sklavin nicht das Bedürfnis hat, ihre FemDom anzuzeigen, sind beide Seiten entsprechend sicher.

Eine Session planen

Für einen erotischen BDSM-Roman ist es natürlich auf Dauer wichtig, dass beide in Aktion treten. Daher ist es für Dich sicherlich interessant zu wissen, was die beiden überhaupt wollen.

Im Internet oder in dem Buch von Dr. Charley Ferrer gibt es einen sogenannten Neigungsbogen. Dort findest Du Fragen, was sowohl Deine FemDom, als auch Deine Sub bzw. Sklavin mag oder auch nicht mag. Ich kann Dir nur empfehlen, solche Bögen ruhig auszufüllen. Dadurch bekommst Du schon einmal Inspirationen, wohin die Session für Deine Charaktere gehen kann.

Dabei kann es von zart bis hart gehen. Zum Beispiel von Fesselspielen bis hin zu Würgespielen. Alles was Deinen Charakteren gefällt, kannst Du theoretisch anwenden.

Da wir aber einen erotischen Roman schreiben wollen, kann es natürlich sehr hart an die Grenze gehen, wenn Du Deine Charaktere auf einmal wirklich würgen lässt, bis diese fast ersticken, sie Natursekt und -kaviar essen lässt oder diese in Windeln herumlaufen.

Nicht dass wir uns falsch verstehen. Natürlich haben viele diese Fetische. Aber der Großteil Deiner Leserinnen wird das wohl weniger lesen wollen. Daher überleg Dir, wie weit Du da wirklich gehen möchtest.

Und dann überleg Dir in einer Extradatei, wie die Session genau ablaufen soll oder auch abläuft. In dieser Datei kannst Du wirklich alles bis ins letzte Detail beschreiben. Was sagt die FemDom, was fühlt die Sub und so weiter. Das alles musst Du dann natürlich nicht in Deinen Roman übernehmen. Aber wenn Du weißt, wo Dein Charakter gerade ist und was sie macht, dann ist das eine wertvolle Hilfe.

Übrigens: Inspirationen für Deine Szenen kannst Du Dir auch auf tumblr holen. Dort gibt es unzählige Blogs, welche erotische Bilder hochladen, genauso wie Gifs und kleine Bilder. Auch zum Thema BDSM. Natürlich solltest Du Dir diese Blogs nur dann ansehen, wenn Du über 18 bist. Und auch dann geschieht dies bitte auf eigene Gefahr. Denn ich verfolge einige solcher Blogs und es gab durchaus Bilder, die mich ein wenig verstört zurückgelassen haben. Nicht alles ist für schwache Nerven (solche Blogs entfolge ich dann auch sofort).

Und noch ein kleiner Tipp: Es gibt genügend Onlineshops, die entsprechendes Spielzeug verkaufen. Wenn Du Dir Inspirationen holen möchtest, kannst Du auch dort ein wenig stöbern. Denn wie heißt es so schön, gucken kostet nichts.

Alles zusammenfügen

Wichtig ist sicherlich erst einmal, dass Du weißt, um was es in Deiner Geschichte geht. Ohne eine grobe Struktur wüsste ich selbst nicht, worüber ich schreiben könnte. Und mir fällt es dann auch schwer die Charaktere zu „sehen“.

Dabei muss ich selbst noch nicht einmal ins Detail gehen, sondern kann erst einmal grob bleiben. Selbst ein oder zwei Sätze reichen mir schon aus, um dann weitermachen zu können.

Als Nächstes kommen für mich die Charaktere. Wer sind sie, was wollen sie. Und in diesem Fall, was erregt sie. Je mehr ich über sie weiß, desto eher kann ich sie auch ins Bett schicken. Oder in diesem Fall ins Dungeon.

Über die Charaktere komme ich dann meistens zu der Geschichte. Wenn ich diese plane, weiß ich auch schon grob, wo ich die erotischen Szenen einfügen kann. Was da genau geschieht, muss ich noch nicht wissen. Es geht erst einmal darum, dass ich weiß, wann genau die Action losgeht.

Wenn Du das alles zusammenhast, dann kannst Du auch natürlich schon loslegen. Je nachdem, wie Du es gerne handhabst, mit dem Schreiben.

Wie weit kann ich gehen?

Natürlich kannst Du so weit gehen, solange Du Dich dabei wohlfühlst. In der Sekunde, in der Du zu Dir selbst sagst, dass Dir etwas nicht gefällt und Du nicht dahinter stehen kannst, würde ich abbrechen. Es bringt nichts, wenn Du Dich zu etwas zwingst, was Du selbst einfach nicht schreiben willst.

Aber es gibt auch Sachen, über die würde ich auch so niemals schreiben, selbst wenn ich mich darin wohlfühlen würde (was ich nicht tue). So gibt es den Fetisch Sex mit Tieren zu haben. Für mich rangiert es durchaus auf einer Stufe wie Sex mit Kindern. Beide sind den sexuellen Fantasien anderer Menschen hilflos ausgeliefert, verstehen nicht, was mit ihnen passiert, und werden letztendlich missbraucht.

Daher kann ich Dir nur empfehlen, so etwas in Deinem Roman nicht zu erwähnen. Eventuell könnte es sogar sein, dass jemand das bei der Polizei meldet und Du eine Strafanzeige bekommst.

Ansonsten tob Dich einfach aus. Du wirst letztendlich schon sehen, was Dir gefällt und was gelesen wird.

Abschlussgedanken

Egal ob Du einen BDSM-Roman oder „nur“ einen erotischen Roman schreibst. Recherche ist das A und O. Du kannst Dir auch gerne Onlineshops suchen, in denen BDSM Sachen verkauft werden, um Dich inspirieren zu lassen. Hauptsache Du hast Spaß dabei und es ist realistisch.

Und lass Dich nicht davon abhalten einen BDSM-Roman zu schreiben, nur weil Du das nicht lebst. Als Autorin hast Du sicherlich genügend Fantasie, um andere Welten oder eine sexuelle Spielart zum Leben zu erwecken.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Fühlst Du Dich damit wohl?

Vielleicht spielst Du ja mit dem Gedanken, einen BDSM-Roman zu schreiben. Wie fühlst Du Dich dabei? Magst Du den Gedanken, Dich in diesem Gebiet auszutoben? Oder hemmt Dich das Gefühl, so tief in die sexuelle Spielart einzusteigen? Überleg Dir das durchaus gut, wenn Du weitergehen möchtest.

Recherche

Zwar hab ich schon einige Begrifflichkeiten aufgeführt, doch für Dich gilt, je tiefer Du einsteigen möchtest, desto mehr empfiehlt es sich, zu wissen. Daher recherchiere zu den Begriffen, zu den Möglichkeiten, die Du hier hast und was es sonst noch alles gibt. Je mehr Du weißt, desto realistischer kannst Du eine entsprechende Szene bzw. einen Roman schreiben. Das gilt übrigens für alle Genres.

Schreib eine Szene

Schreib nun eine Szene, in der es wirklich zur Sache geht. Vom Treffen, bis zum Schluss. Es geht hierbei darum zu sehen, wie weit Du für Dich gehen kannst und möchtest. Wenn Du solch eine Szene schreiben kannst, kannst Du letztendlich auch einen BDSM-Roman schreiben.

HINWEIS: Der Besuch der Seiten erfolgt auf eigene Gefahr und empfiehlt sich für Personen ab 18 Jahren.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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2 Antworten zu Wie man einen BDSM Roman schreiben kann

  1. margauxnavara schreibt:

    Liebe Frau Schreibseele,

    zu einem solchen Post muss ich als BDSM-Erotik-Autorin natürlich meinen Senf hinterlassen.

    Sicher kann jeder eine BDSM-Szene schreiben. Es gibt ja auch jede Menge Frauen, die Gay-Erotik schreiben und KrimiautorInnen, die übers Morden schreiben, und das sehr gut.
    Schön wäre es auf jeden Fall, wenn AutorIn sich vorher schlau machen würde. Völlig überzogene Arten des Sex oder BDSM-Spielarten, die extreme Schmerzen auslösen, werden aber genau von solchen Fantasie-Autoren verwendet, weil sie keinerlei Ahnung haben, wie sich das anfühlt. Vielleicht sollte man also zu den Tipps hinzufügen, dass man sehr wohl im stillen Kämmerlein ausprobieren kann, wie sich denn so ein Schlag mit einer Gerte oder mit einem Rohrstock anfühlt, ehe man darüber schreibt, dass die Prota als erstes mal eben 50 Schläge aushält … Genau solche Beschreibungen führen dazu, dass sich Anfänger auf Dinge einlassen, zu denen sich ein informierter Mensch nie herablassen würde. Leider gibt es genug Möchtegern- oder Dumm-Doms (vorwiegend Männer, sorry), die das ausnutzen.

    Für einen Punkt jedenfalls bin ich dir sehr dankbar: Die Ausführung über die Motivation der BDSM-Kultur-Anhänger: Nein, wir sind nicht so geworden, weil Papa uns geschlagen hat oder Onkel uns betatscht hat! Wir sind auch nicht psychisch krank, haben keinen Haufen Probleme wie Mr. Grey, sondern sind ganz „normale“, vor allem aber gesunde Menschen. Die meisten jedenfalls. Denn wer mit psychischen Problemen in eine solche Beziehung geht, oder sogar glaubt, so geheilt zu werden, der ist definitiv in der Szene verkehrt.

    Zum Aneinanderreihen von Sex- oder BDSM-Szenen kann ich aus meiner Erfahrung heraus aber sagen, dass ich zwar auch lieber einen Roman mit Handlung „drumherum“ lese, aber wenn ich auf die Verkaufszahlen schaue, genügt vielen die andere Variante: Viel Sex, ein Mindestmaß an Handlung …

    Schreib weiter so gute Artikel, Frau Schreibseele. Ich folge deinem Blog sehr gerne!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Extreme Varianten, wie Du sie beschrieben hast, sind mir bisher, glücklicherweise, noch gar nicht untergekommen. Aber ich gebe Dir voll und ganz Recht. Wer über ein Thema, egal über was, schreiben will, sollte sich vorher erkundigen. Alles andere wirkt ansonsten eher unglaubwürdig.

      Auch wenn ich den Bericht damals gesehen habe, in dem das bestätigt wurde, dass BDSMler*innen nichts an der Klatsche haben, schon vorher hab ich daran gezweifelt. Es mag sein, dass die eine oder der andere eine negative Kindheit damit verarbeiten möchte. Darüber will ich nicht diskutieren. Aber doch nicht alle. Daran hab ich schon immer gezweifelt. Der Bericht hatte es nur noch bestätigt.

      Aber Du wirst lachen, oder auch nicht, aber vor Jahren hab ich mal ein Buch gelesen, ein Sachbuch zum Thema lesbische Sexualität, in der die Autorin empfohlen hat, BDSM in der Tat als eine Art Therapie zu verwenden. Ehrlich gesagt, da sind mir damals die Augen ausgefallen. Denn nicht jede Fem-Dom oder Dom hat eine psychologische Ausbildung, um eine Therapie zu leiten, so wie es empfohlen wurde.

      Das mit der Handlung und den Sexszenen sehe ich selbst so: Klar, ab und an lese ich schon gerne nur den erotischen Teil. Dazu stehe ich auch. Aber ich hab halt diesen Roman gelesen, in dem die Handlung auf drei oder vier Kapitel reduziert war. Das war, gelinde gesagt, so dermaßen langweilig, dass ich schon das Lesen schon abbrechen wollte. Aber dann hab ich es doch durchgezogen … irgendwie.

      Und vielen lieben Dank für Deinen Lob. Darüber freue ich mich sehr 🙂

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