6 Fehler, die Du bei der Suche nach Deinem Buchtitel vermeiden solltest

Hei, hallo und herzlich willkommen,

während ich an meinem Roman arbeite, denke ich immer wieder darüber nach, was für einen Titel dieser haben könnte. Zumal ich bereits ein Cover habe und den gerne fertig sehen würde.

Kurze Vorgedanken

Zugegeben, bei einigen Buchtiteln frage ich mich, aus welchem Horrorkabinett die eigentlich gekommen sind. Denn mir scheint es, dass sich niemand wirklich Gedanken darüber gemacht hat, den idealen Buchtitel zu finden. Denn man kann da durchaus den einen oder anderen Fehler machen. Und darüber möchte ich heute mit Dir sprechen.

1. Bleib beim ersten Namen

Häufig rast uns ein erster Name für den Roman durch den Kopf, der sich erst einmal sehr prägend anhört. Selbst hat man diesen Titel noch nie gehört und daher könnte man dies doch auch als Titel benutzen?

Die ganze Zeit dachte ich, dass der Titel zu meiner aktuellen Geschichte passend wäre. Jedoch muss ich momentan feststellen, dass der Inhalt gerade nicht mehr zum Titel passt. Hätte ich mein aktuelles Cover mit diesem Titel bestückt, müsste ich meine Designerin bitten, diesen aktuell anzupassen. Denn mir ist ein besserer Titel eingefallen.

Aber selbst bei dem muss ich mir überlegen, ob der wirklich passend ist oder nicht. Denn mit dem könnte ich mich auch wieder hereinlegen.

Behalte diesen Titel gerne als Arbeitstitel. Aber wenn es dann wirklich dran geht, Deinen Roman zu veröffentlichen, dann solltest Du noch einmal ordentlich drüber schauen.

2. Recherche ist nicht notwendig

Vor einigen Monaten bin ich über eine Diskussion gestolpert, die mich staunend zurückließ. Eine Autorin stellte fest, dass der Titel ihres letzten Romans nicht einzigartig war. Nun stellte sie sich die Frage, ob sie denn diesen nun ändern muss?

In diesem Fall hat die Autorin keine Recherche betrieben, um festzustellen, ob es den Titel bereits gab. Und das kann sogar ganz einfach sein. Einfach in einer größeren Suchmaschine wie Google den Titel eingeben und die Ergebnisse durchsuchen. Weiterhin solltest Du noch Amazon durchforsten.

Ganz wichtig ist der Börsenverein. Hier findest Du nicht nur die verschiedenen Titel, die veröffentlicht wurden, sondern kannst auch Deinen Wunschtitel schützen. Die wichtigen Informationen kannst Du auf der Seite erfahren.

Über den Titelschutz solltest Du nachdenken, wenn Du Deinen Roman bei Agenturen oder Verlagen vorstellst. Denn ich habe die Geschichte erlebt, dass eine bekannte Autorin ihren Roman bei einer Agentur unterbringen konnte. Diese boten das Manuskript bei verschiedenen Verlagen an. Und da es keinen Titelschutz gab, übernahm ein Verlag zwar nicht das Manuskript, aber den Titel.

Es kann natürlich sein, dass der Verlag sich dann für einen anderen Titel entscheidet. Aber solltest Du diesen Titel haben wollen und der Verlag auch, sitzt Du am längeren Hebel.

3. Du willst nur ein Wort haben

Nein, halt und ein Moment bitte. Das ist natürlich nicht automatisch ein Fehler, den Du machen könntest. Aber er ist zumindest mit Vorsicht zu genießen.

Ein Titel, welcher nur aus einem Wort besteht, hat seine Nach- aber zugleich auch seine Vorteile. Es kommt darauf an, wie Du es umsetzt.

Nehmen wir mal an, Du verwendest „Augenrollen“ als Buchtitel. Das kann passen. Aber es handelt sich hierbei um ein so allgemeines Wort, dass man es nicht ohne Weiteres schützen kann. Das bedeutet, dass jemand anderes dieses Wort ebenfalls benutzen kann. Und vielleicht wird diese Person es auch machen, wenn Dein Buch erfolgreich ist.

In Deutschland ist es so, dass jedes Buch unterscheidbar sein muss. Wollen also zwei Autorinnen den Buchtitel „Augenrollen“ verwenden, muss es mit einem Untertitel ergänzt werden. So wird erreicht, dass die Buchtitel, mehr oder weniger, einmalig bleiben.

Die Gefahr besteht aber, wenn zwei oder mehr Bücher mit solchen Titeln auf dem Markt sind, dass die Bücher quasi untergehen. Denn sie sind nicht mehr so einmalig, wie man es gerne hätte.

Anders sieht es bei ausgedachten Bezeichnungen aus. Nehmen wir an, Du willst Dein Buch „Albion“ nennen und bisher wurde kein Buch damit veröffentlicht, kannst Du es schützen lassen. Zudem kannst Du sogar erreichen, dass sonst niemand diesen Titel verwenden darf. Denn gerade bei ausgedachten Bezeichnungen ist es sehr wahrscheinlich, dass es niemand kennt und daher niemand verwendet.

Bei Titeln, die aus einem Wort bestehen oder im Allgemeinen sehr kurz sind, kann es sein, dass sie sich hervorragend einprägen. Du musst diese Mittel nur geschickt anwenden.

4. Der Titel muss schön lang und/oder richtig kompliziert sein

Je länger und komplizierter ein Titel ist, desto weniger werden sich die Leute diesen merken. Denn es ist manchmal einfach nicht möglich, das überhaupt zu schaffen.

Vor zwei Jahren etwa hab ich einen Liebesroman gelesen. Der Name der Autorin kenne ich. Aber schon während des Lesens musste ich immer wieder auf das Cover schauen, wie das Buch hieß. Denn er wollte sich mir einfach nicht einprägen.

Natürlich kannst Du auch einen langen und/oder komplizierten Satz verwenden. Damit erreichst Du definitiv, dass niemand sonst Deinen Titel hat oder verwenden würde. Du musst aber leider davon ausgehen, dass Deine Leserinnen sich den Titel nicht merken können. Und wenn sie dann bei Amazon oder im Buchhandel danach suchen, werden sie selbst dastehen und sich überlegen, wie er heißen könnte. Schlimmstenfalls findet man Dein Buch nicht und kauft sich diesen auch nicht.

Auch hier gilt es, dass Du die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen solltest.

5. Der Titel muss schön langweilig sein und darf keine Neugier wecken

Ein Cover kann viel erreichen, wenn man Aufmerksamkeit möchte. Aber definitiv nicht alles. Gerade dann, wenn man zuerst den Titel liest und nicht das Bild sieht. Und wenn es dann noch so langweilig ist, wie die siebzehnte Wiederholung einer überflüssigen Folge, macht es das definitiv nicht besser.

Deine Arbeit ist, mit wenigen Worten dafür zu sorgen, dass die Leute Dein Buch in die Hand nehmen. Das kann passieren, bevor oder nachdem sie das Cover für sich entdeckt haben. Auf alle Fälle musst Du es schaffen, dass sie unbedingt das Buch umdrehen wollen, um Deinen Klappentext zu lesen. Wenn Du das alles geschafft hast, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Du Dein Buch verkaufen kannst.

Egal wie, bitte fessele Deine Leserinnen mit einem spannenden Titel.

6. Feedback ist was für Anfängerinnen

Irgendwann musst Du Dich hinauswagen und Dich bei anderen erkundigen, ob Dein Titel gut ankommt oder er doch eher langweilig ist, zu kurz, zu lang oder was auch immer. Daher ist es wichtig, dass Du andere Personen fragst, wie sie Deinen Buchtitel finden.

Immerhin sind die anderen Personen nicht nur Freundinnen oder Kolleginnen. Sie sind auch potenzielle Kundinnen. Und daher solltest Du auf sie zurückgreifen. Lass sie ihre ehrliche Meinung sagen, um herauszufinden, ob Du auf dem richtigen Weg bist oder noch etwas nachbessern musst.

Und wer weiß, vielleicht hat jemand von denen Deinen perfekten Titel im Kopf, den Du auch benutzen darfst. Bedank Dich in Deiner Danksagung bei der Person. Aber auf alle Fälle nutz diese Möglichkeit gerne aus.

Abschlussgedanken

Wenn Du diese Fehler vermeidest, kannst Du eine Menge erreichen, um Deinen perfekten Buchtitel zu finden. Schau Dir andere Buchtitel an, sei kreativ und überleg regelmäßig darüber nach, welchen Titel Du verwenden möchtest und könntest.

Dabei wünsche ich Dir viel Spaß.

Andere Titel

Schau Dir andere Buchtitel an und schreib sie Dir auf. Welche sind gelungen und welche nicht. Und vor allem, warum sind einige eher gelungen als andere. Finde deren Geheimnis heraus.

Jeden Tag ein Titel

Von heute an überlegst Du Dir jeden Tag einen Titel und notierst Dir diesen in Deinem Kalender. Wenn Du mehr findest, kannst Du auch mehr schreiben, aber jeden Tag einen ist ein Muss. Denn so übst Du Deinen kreativen Muskel und wirst irgendwann immer besser und besser dabei.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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12 Antworten zu 6 Fehler, die Du bei der Suche nach Deinem Buchtitel vermeiden solltest

  1. nikeleonhard schreibt:

    Schöner Artikel, aber in einem Punkt würde ich gerne widersprechen: Ein langer Titel sorgt nicht automatisch dafür, dass man ihn sich nicht einprägen kann. Ein schönes Gegenbeispiel ist „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Ein weiteres Beispiel aus der Gegenwartsliteratur wäre „Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot“ von Sibylle Berg.
    Auch Douglas Adams Bücher haben oft lange Titel („Das Leben, das Universum und der ganze Rest“, „Das Restaurant am Ende des Universums“, „Macht’s gut und danke für den Fisch!“, „Der lange dunkle Fünfuhrtee der Seele“). Die Titel sind Original etwa genauso lang.
    Das sind nur die, die mir spontan einfallen. Wenn ich länger nachdenke, finde ich vermutlich noch mehr. Aber schon dass mir spontan Gegenbeispiele einfallen, zeigt m. E. dass sich lange Titel nicht unbedingt schlecht einprägen.
    Wenn man sich die Beispiele anguckt, haben sie alle eins gemeinsam: Den Überraschungseffekt und einen ausgeprägten Rhythmus. Jeder dieser Titel wirft einen Haken aus, an dem der Verstand hängenbleibt und man sich fast automatisch fragt, was dahintersteckt.

    Lange Titel haben m. E. einen ganz anderen Nachteil: Sie sind die Hölle bei der Covergestaltung. Versuch‘ mal, einen langen Titel so auf das Cover zu setzen, dass er sofort ins Auge springt. Bei kurzen Titeln ist das einfach, du ziehst einfach die Schrift groß. Das klappt beim langen Titel nicht, weil dann vom Rest des Covers nicht viel bleibt. Beim langen Titel musst du dich anstrengen, ihn so zu setzen, dass er überhaupt lesbar ist.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Danke für Deinen Einwand. Bei mir haben sich die meisten langen Titel überhaupt nicht eingeprägt, weil sie so dermaßen langweilig gewählt wurden, dass ich selbst gar keinen Bezug dazu aufbauen konnte. Da wurden quasi irgendwelche Wörter aneinander gepackt, um einen grammatikalischen Satz aufzubauen und damit hatte es sich. Von Persönlichkeit und Individlualität war da nichts zu spüren. Und damit hatte ich mein Problem.

      Aber wenn ich den Beitrag noch einmal überarbeite, werde ich Deinen Kommentar berücksichtigen. Danke für Deinen Hinweis 🙂

      Gefällt 1 Person

      • nikeleonhard schreibt:

        Das Problem mit der Verwechselbarkeit habe ich aber auch bei den kurzen Titeln. Gerade im historischen Roman heißen die alle „Die …“
        Da weißt du dann irgendwann auch nicht mehr, ob du nun die Totengräberin, die Totenwäscherin, die Totenwächter oder die Totbeterin gelesen hast. ^^

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Bei Elizabeth George finde ich es schlimm, dass im deutschen irgendwelche Bibelzitate verwendet werden, die irgendwie alle extremst ähnlich klingen. Und da fehlt zudem Band 1 oder Band 7, sodass man sich wenigstens daran orientieren könnte.

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  2. mjkreiter schreibt:

    Hallo, zum Thema Titel: ohne Frage sollte man einen „einzigartigen“ Titel wählen, aber ist das ein juristisches Thema? Bei der Recherche habe ich einige Titel doppelt und noch häufiger gesehen. Das scheint die jeweiligen Autoren nicht gestört zu haben. Gibt es ein einsehbares Verzeichnis tatsächlich geschützter Titel? Nur bei diesem droht im Zweifel Ärger, oder?
    Danke und beste Grüße,
    Martin

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Martin,

      Du kannst Dich natürlich auch jederzeit an eine Anwältin oder einen Anwalt für Medienrecht wenden und Dich dort beraten lassen. Das ist kein Problem. Aber ich habe gelernt, dass in Deutschland jedes Buch ein Titel haben muss, der so einmalig vorkommt. Gegebenenfalls musst Du mit einem Untertitel arbeiten. Die Autorin Sabine Osman zum Beispiel eines ihrer Geschichten „Der dritte Wunsch“ genannt. Da es diesen Titel aber schon gibt und er so nicht einmalig genug ist, musste noch der Zusatz „Geschichte aus Gwindterra“ dazu. Auch wenn ich die Geschichte gerade nicht mehr finde.

      Ob es eine Datenbank gibt, ehrlich gesagt, da bin ich mir nicht sicher. Da müsste ich selbst noch einmal genauer recherchieren. Aber im Grunde genommen reicht ein Blick beim großen A schon aus. Denn es heißt ja eigentlich, was dort nicht gelistet ist, gibt es nicht (auch wenn das so ausgedrückt nicht stimmt).

      Eine Autorin hatte zum Beispiel nicht recherchiert und einen Titel genommen, der schon vergeben war. In diesem Fall trat man ihr nur auf die Füße, damit sie einen anderen Titel wählt. Aber es kann schon böse enden. Und eine andere Autorin hatte sich den Namen schützen lassen (eine Selfpublisherin) und ein Verlag wollte ihr diesen abwerben (sogar mit Drohungen wurde gearbeitet). Sie hat sich nicht beirren lassen – zurecht.

      Es empfhielt sich also durchaus, einen wirklich einmaligen Namen zu wählen, notfalls mit Untertitel, damit man da keinen Ärger bekommt. Und wenn Du extremst zweifelst und alles in Eigenregie machst (also SP), gegebenenfalls kann Dir hier ein juristischer Rat helfen. Veröffentlichst Du über einen Verlag, musst Du Dir darüber keine Gedanken machen, die wissen schon, was sie tun.

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  3. Astrid Vollenbruch schreibt:

    Verflixt, Korrektur versaut. Bitte den ersten Kommentar löschen. Es sollte heißen:

    Ich stimme durchaus zu. Aber ausgerechnet „Albion“ als Beispiel für „einzigartig und ausgedacht“ zu verwenden…. :)=)

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  4. Prinz_Rupi schreibt:

    Um schutzfähig zu sein, muss ein Buchtitel genügend Schöpfungshöhe aufweisen, sonst wird das nichts. Bei dem von dir zitierten Namen »Albion« wage ich das zu bezweifeln.

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