Die Bedeutung von Literaturkritiker*innen und Buchblogger*innen

Hei, hallo und herzlich willkommen,

für wem schreibst Du? Schreibst Du für Dich? Schreibst Du für Deine Liebsten? Für den Literaturnobelpreis? Oder für die Kritiker*innen?

Kurze Vorgedanken

Die Autorin Evanesca hat einen interessanten Beitrag geschrieben, indem es um die Kritik der früheren Zeit und heute geht. Und es ist eine gute Frage, die sie stellt, für dem schreibe ich letztendlich eigentlich? Denn Kritiker*innen sind ein wichtiger Bestandteil des Werbeprozesses, auch wenn man das vielleicht nicht glauben mag.

Denn wohlgesonnene Kritiker*innen können Dein Buch puschen, während die, die Dein Buch oder auch eventuell Dich nicht mögen, es niedermachen können. Und ein Verriss kann dafür Sorgen, dass Du schwerer oder auch gar kein Bein auf den Boden bekommst.

Daher möchte ich in dem heutigen Beitrag darauf eingehen, wen ich überhaupt als Kritiker*in betrachte, warum es wichtig sein könnte nach deren Nase zu schreiben – oder auch nicht – und meine Antwort auf die Frage, für wen ich schreibe.

In dem Beitrag werde ich ausschließlich die weibliche Form anwenden, damit es leichter zu schreiben und zu lesen ist. Auch wenn ausschließlich die Damen angesprochen werden, die Herren sind immer und zu jeder Zeit mitgemeint.

Was sind für mich Kritikerinnen?

Im Grunde genommen kann schon jede Leserin zugleich eine Kritikerin sein. Wenn auch im kleinsten Rahmen. Immer dann, wenn eine Leserin zu einem Buch greift, betreibt sie schon eine gewisse Kritik. Und zwar, mir gefällt dieses Buch, also kaufe ich es. Kauft sie dann ein zweites Buch der gleichen Autorin, geht es mit der Kritik weiter. Mir gefällt die Autorin, also kaufe ich gerne weitere Bücher von ihr.

Zwar bekommt niemand so richtig diese Art der Meinung mit (außer auf dem Bankkonto), aber für mich persönlich ist das durchaus eine Kritik. Nicht immer überzeugend, aber vorhanden.

Dann gibt es die, die Rezensionen schreiben. Das können die kleinen Rezensionen sein, welche lediglich ausdrücken, dass einer das Buch gefallen hat. Und dann gibt es noch die, welche sich ausführlich mit dem Buch beschäftigen und es bis ins kleinste Detail analysieren und auseinandernehmen.

Zu denen, die ich als Hobbyrezensentinnen bezeichne, gehören die, die eben nur gelegentlich was schreiben. Diese Rezensionen können durchaus ausführlich sein, sie betreiben es aber nicht so professionell, dass sie einen Blog haben, bei den Portalen aktiv sind und so weiter. Sie haben aber durchaus eine Stimme. Und die darf nicht unterschätzt werden.

Dann gibt es die Buchblogs. Sie betreiben es durchaus professionell. Regelmäßig werden Bücher gelesen und rezensiert. Weiterhin engagieren sie sich in diversen Portalen, vernetzen sich und ihre Stimme kann durchaus Gewicht haben. Wenn der eine oder andere Buchblog ein Buch empfiehlt, dann können die Verkäufe durchaus steigen. Das trifft aber auch eher auf die größeren Blogs zu, die sich eine entsprechende Reichweite erarbeitet haben.

Und natürlich die offiziellen Kritikerinnen, die in den Zeitungen ihre Meinungen veröffentlichen dürfen und dementsprechend als seriös gelten. Doch bei denen zu landen ist ungemein schwierig, weil dieser Personenkreis nur bestimmte Literatur wählt. Meistens wählen die männlichen Kritikerinnen eher männliche Autorinnen aus, sodass Frauen dort kaum eine Chance haben.

Warum kann es wichtig sein, nach der Meinung der Kritikerinnen zu schreiben?

Damit sie Dich und vor allem Dein Werk positiv erwähnen und letztendlich auch für Dich Werbung machen. Wenn Du nicht sichtbar bist, verkaufst Du keine Bücher, das ist ein Fakt. Und die ganzen Kritikerinnen können Dir dabei helfen. Dazu musst Du sie aber erreichen.

Wenn sie keine Lust haben, Dein Buch zu lesen, es abbrechen oder am Ende eine negative Kritik schreiben, kann sich das durchaus negativ auf Deine Verkäufe auswirken. Natürlich ist nicht jede negative Kritik ein Todesurteil. Aber wenn es nur negative Kritiken gibt, oder gar keine, dann kann das schon heikel werden. Daher wäre es schon gut, wenn Du von den Kritikerinnen positiv wahrgenommen wirst.

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den Zeitungen von den ganz offiziellen Literaturkritikerinnen besprochen werden, halte ich für eher gering. Aus diesem Grund ist es sicherlich besser, sich auf die Buchblogs zu konzentrieren.

Denn von denen gibt es zwischenzeitlich sehr viele. Das bedeutet, dass durchaus die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Du irgendwo unterkommen kannst. Und wenn Deine Geschichte gut ist, sogar bei den größeren Buchblogs.

Und wenn ihnen das gefällt, was Du schreibst, werden sie Dich bzw. Dein Buch besprechen. Daher wäre es sicherlich gut, wenn Du weißt, was ihnen so gefällt, um deren Geschmack zu treffen. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit der Besprechung und letztendlich auch der Sichtbarkeit.

Warum solltest Du nicht nach der Meinung der Kritikerinnen schreiben?

Gerade erlebe ich bei einigen Buchblogs, wie sie sich von ihren einst so geliebten Autorinnen abwenden. Das hat unter anderem damit zu tun, dass sie kritischer werden und erkennen, dass das, was diese Autorinnen geschrieben haben, nicht zu deren Weltbild passt. Daher löschen einige sogar die entsprechenden Rezensionen und werden diese Autorinnen nicht mehr besprechen.

Das kann jederzeit passieren, dass sich die Meinung ändert und von heute auf morgen bist Du entweder beliebt oder eben auch nicht. Und das Schlimme ist, Du kannst nicht wirklich daran etwas ändern oder einen Einfluss darauf nehmen.

Gut, bis zu einem gewissen Grad kannst Du darauf Einfluss nehmen. Wenn Du nicht gerade rassistische, sexistische oder auch antisemitische Literatur schreibst – auch nicht zwischen den Zeilen – oder dieses Gedankengut öffentlich verbreitest, ist es für viele schwerer, Dich zu blocken. Eben, weil Du keinen Grund lieferst. Das gilt aber nicht für den persönlichen Geschmack.

Bei mir zum Beispiel kann es schon sein, dass sich der Geschmack mal ganz radikal ändert. Bisher habe ich gerne Fantasybücher gelesen. Aktuell sind aber Science-Fiction-Romane ganz weit oben bei mir auf der Liste. Und wer weiß, wohin sich mein Geschmack noch so hinentwickeln wird.

Das bedeutet, dass Du einfach nicht nach dem Geschmack der Leute schreiben kannst. Einfach, weil Du nicht deren Geschmack kennst. Heute mag er so sein, morgen ist er ein ganz anderer. Und bei der unübersichtlichen Anzahl von Blogs wirst Du sowieso niemals alle potenziellen Leserinnen erreichen.

Meine Ansicht der Dinge

Willst Du es allen recht machen, machst Du es letztendlich niemanden Recht. Darüber solltest Du Dir durchaus bewusst sein und vielleicht auch den einen oder anderen Gedanken machen. Gerade als Anfängerin neigen viele dazu, es allen und jedem Recht zu machen. Denn man möchte ja alle irgendwie erreichen. Und am Ende erreichen wir niemanden.

Daher können wir uns gerade in der heutigen Zeit den Luxus erlauben, die ganzen Kritikerinnen links liegen zu lassen. Ich würde mich darauf konzentrieren die bestmöglichste Geschichte zu schreiben, zu der ich aktuell in der Lage bin. Schaffe ich das, werde ich sowohl meine Leserinnen als auch meine Kritikerinnen finden. Und wer nicht mit mir reisen will, hat schon ihre Gründe dafür.

Jedoch stell ich mir die Frage, wie soll ich denn alle Meinungen unter einem Hut bringen? Dafür haben wir aktuell einfach zu viele. Daher bringe ich meine Ansicht unter meinem Hut und damit lebe ich. Wer dann meine Geschichte mag, ist das natürlich wundervoll. Wer nicht, dann muss ich damit leben. Denn ich kann es einfach nicht allen recht machen.

Daher ist es heute schwer, schon fast unmöglich nach der Meinung der Kritikerinnen zu schreiben. Dafür gibt es zu viele. Und wie schon oben erwähnt, die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den großen Zeitungen besprochen werden, ist eher gering. Daher würde ich mich selbst nicht so sehr darauf konzentrieren.

Abschlussgedanken

Letztendlich musst Du Dir selbst darüber Gedanken machen, wie Du mit den Kritikerinnen umgehen möchtest. Schreibst Du eher nach deren Nase oder bleibst Du Dir selbst treu? Wobei ich Dir eins versichern kann, egal wie Du es machst, Du machst es sowieso falsch. Mach es also, wie Du es selbst für richtig hältst und nicht, was andere Dir sagen.

Und wenn Du Dich selbst glücklich machst, ich bin mir sicher, dass es Deine Leserinnen bemerken werden. Wenn sie es tun, werden sie es auch honorieren. In dem Sinne mach Dich glücklich.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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8 Antworten zu Die Bedeutung von Literaturkritiker*innen und Buchblogger*innen

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Es ist irgendwie… wunderschön, dass meine Gedanken von 2013 noch so viel Relevanz haben, dass sie gelesen und als Anlass zu Blogposts gegeben werden.

    Aber es ist genau das. Es gibt inzwischen so viele Menschen, die Bücher besprechen – und so viele davon mit einer riesigen Fanbase, sodass deren Meinung ausschlaggebend sein kann für den (finanziellen) Erfolg, dass es ohnehin unmöglich wäre, sich nach ihnen zu richten.
    Auch bei Blogger*innen schlägt ja die Filterblase zu. Vermutlich gibt es nämlich auch Multiplikator*innen für Liebesromane, aber ich kenne sie nicht, weil ich eher Blogger*innen folge, die Fantasy lesen. Da kann ich noch so gut sein mit meiner Fantasy, die für Liebesromane erreiche ich vermutlich ohnehin nicht.
    Und die, die über mein Genre schreiben, sind immer noch alle so unterschiedlich…
    Allen Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann – und als Erstes sollte das Buch vor allem einem Kritiker gefallen und das bin ich.

    Wobei es mir damals wirklich noch um die E-Kritiker*innen ging, die für Feuilletons schreiben und von denen sich der Literaturbetrieb zunehmend emanzipiert. Und das ist auch gut so 😀

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Gute Gedanken bleiben irgendwie und kommen immer wieder hoch. Aber ich muss Dir gestehen, ich hab nicht auf das Datum geachtet und dachte, es wäre ein aktueller Beitrag von Dir, weil er mir erst vor kurzem irgendwie über den Weg gelaufen ist.

      Letztendlich gibt es wohl für jedes Genre eine Fanbase. Gerade im Liebesromanbereich. Schau Dir die LLC an. Dort findest Du richtige Hardcorefans. Daher können solche Fanbase die Autor*innen letztendlich auch unterstützen. Aber dazu muss man – meiner Meinung nach – eine eigene Stimme finden, um dann von anderen gehört zu werden 🙂

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ich habe ihn allerdings auch erst vor Kurzem gepostet. In letzter Zeit haben einige Kolleg*innen aus meinem Bekanntenkreis ihre FB-Seiten verloren oder hatten Probleme damit. Also dachte ich, ich verwandle meine schönsten Facebookgedanken in Blogposts und ordne die chronologisch ein.
        Damit sie im Falle eines Falles nicht weg sind. Aber da ich feststellte, dass sich meine Meinung seit 2013 nicht großartig geändert hat, habe ich bis auf wenige Umformulierungen den Beitrag wortwörtlich von damals übernommen.

        DAS stimmt – während für mich die LLC einfach vollkommen uninteressant ist. Das sind dann einfach verschiedene Welten für verschiedene Autor*innen und ja, so eine Convention kann eine Menge für Autor*innen tun.
        Aber wie du so schön sagtest: Als Voraussetzung sollte man auch gut genug schreiben und sich abheben :).

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Ach deswegen, hab mich schon gewundert, warum auf einmal der Beitrag mein Weg gekreuzt hat 🙂

        Convention finde ich aus mehreren Gründen interessant. Nicht nur wegen der Unterstützung, sondern auch wegen den Kontakten oder was man da so alles lernen kann. Gerade letzteres kann man sehr gut auf der LLC, aufgrund der ganzen Workshops.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ja, das war einfach so ein „Ich will meine guten Facebookposts retten“-Impuls. Man weiß ja schließlich nie.

        Stimmt – ich quatsche gerne Leute an, obwohl ich sonst immer pathologisch schüchtern bin. Aber auf Cons geht das auf einmal…
        Man muss halt dort hin, wo die für dein Genre relevanten Workshops stattfinden 🙂

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Gute Facebookpost sollten auch gerettet werden. Denn sie haben allesamt ihre Relevanz 🙂

        Und Du Glückliche. Ich würde gerne Leute offener anreden und hab es immer noch nicht gelernt. Denn was soll schon passieren, außer das sie Nein Danke sagen. Trotzdem bin ich da ein Feigling 😉

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ich bin auch feige (wir hatten das Thema ja schon), aber irgendwie… fühle ich mich unter Gleichgesinnten nicht GANZ so befangen wie sonst.
        Und manchmal gewinnt einfach das innere Fangirl in mir und dann plappere ich… /o\

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Da beneide ich Dich. Denn selbst unter Gleichgesinnten bin ich da sehr introvertiert. Wenn ich aber mal war geworden bin, dann sollte man besser in Deckung gehen 😉

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