Wie Du die Geschichte der Auserwählten anders erzählen kannst

Hei, hallo und herzlich willkommen,

sicherlich kennst Du die eine oder andere Geschichte einer Figur, die als Auserwählte oder Auserwählter bezeichnet wird. Heute dreht es sich um Gedanken, wie man die Geschichte um sie oder ihn anders erzählen kann.

Vorgedanken

Sicherlich kennst Du auch mindestens eine der folgenden Geschichten:

  • Harry Potter (die komplette Reihe)
  • Star Wars (gerade die Teile I bis III)
  • Das Rad der Zeit (von Robert Jordan)
  • Matrix (die komplette Reihe)
  • Avatar – Der Herr der Elemente

Es gibt da also diese eine Legende, die von einem meist männlichen Auserwählten spricht (siehe meine Beispielliste, dort findest Du auch nur männliche Auserwählte), der die Welt und das Leben und was auch immer verändern oder retten sollen. Er hat irgendwelche besonderen Fähigkeiten oder bekommt irgendwelche Gegenstände, welche ihm bei seinem Auftrag helfen kann. Das kann ein Schwert sein, ein Kristall oder was auch immer.

Nicht nur, dass ich eben nur männliche Auserwählte aufzählen kann. Es ist auch so, dass diese Geschichten sehr stark nach Schema F ablaufen. Es gibt da die eine Legende, Prophezeiung, was auch immer. Diese spricht von der Befreiung des Volkes von einer bösen Macht. Dann wird nach dem Auserwählten gesucht, dieser wird gefunden. Und der Auserwählte kümmert sich meistens relativ gut um diese Prophezeiung.

Doch wie könnte man diese Geschichte anders erzählen? Außer der Tatsache, dass man gerne auch Frauen als Auserwählte nehmen könnte. Das ist übrigens auch der einzige Grund, warum ich den folgenden Beitrag definitiv konsequent in der weiblichen Form schreibe. Männliche Auserwählte sind immer mitgemeint.

Dir kommt der Beitrag bekannt vor? Das liegt daran, dass ich ihn schon einmal gepostet habe. Nur zwischenzeitlich sind mir neue Ideen gekommen, wie man die Geschichte um die Auserwählten anders erzählen kann, dass ich ihn komplett überarbeiten und ergänzen wollte. Da beim alten Beitrag zwischenzeitlich Kommentare eingegangen sind, bleibt dieser bestehen und habe ihn daher hierher kopiert.

1. Die Prophezeiung ist falsch oder sogar gefälscht

Wo Menschen arbeiten, können auch Fehler passieren. Dieser Spruch gilt nicht nur für die Arbeit, sondern auch für alle anderen Bereiche. Warum sollen dann ausgerechnet die Prophezeiungen unbedingt korrekt sein?

In den Geschichten gehen die Charaktere davon aus, teilweise bedingungslos, dass die Prophezeiungen absolut korrekt sind. Ich habe noch nie jemanden erlebt, dass irgendwer Zweifel hegte, ob die Prophezeiung wirklich inhaltlich richtig ist oder richtig ausgelegt wurde.

Es gibt nämlich durchaus Gründe, warum man eine Prophezeiung anzweifeln könnte.

Wenn eine Prophezeiung mehrere Jahrhunderte alt und älter ist, dann wurde sie ursprünglich aller Wahrscheinlichkeit in einer Sprache geschrieben, die wir nicht mehr beherrschen oder gar lesen bzw. sprechen können. Also haben wir es mit einer Übersetzung zu tun. Und wir sicher ist diese Übersetzung? Bei lebendigen Sprachen (also Sprachen, die wir aktuell sprechen) gibt es mindestens zwei oder mehr Bedeutungen für ein Wort. Und wie oft habe ich schon gelesen, wenn Bücher aus dem englischen übersetzt werden, wie schlecht diese Arbeit teilweise sei. Da werden Wörter im falschen Zusammenhang verwendet oder einfach ein falsches Wort dafür benutzt. Und das eben in einer lebendigen Sprache.

Weiterhin hat sich häufig auch die gesellschaftliche Ordnung im Laufe der Jahrzehnte oder Jahrhunderte manchmal regelrecht tief greifend verändert. Noch vor einigen Jahrzehnten war es in Deutschland normal, dass der Ehemann die Arbeit für seine Ehefrau kündigen konnte. Ohne sie vorher zu fragen. Heute wäre das unvorstellbar. Und wenn wir jetzt mal hundert oder gar tausend Jahre zurückdenken. Da hat sich eine Menge getan.

Und wenn die Prophezeiung etwas mit der Gesellschaft zu tun hat, kann es sein, dass wir die Hintergründe gar nicht mehr verstehen. Denn wir leben in einer anderen Zeit, mit anderen Regeln, die damals nicht gegolten haben. Dafür aber andere.

Ein weiterer Punkt kann die Bedeutung eines Wortes sein. In dem Roman „Die kleine Hexe“ von Ottfried Preußler kommt ein Wort vor, dass zwischenzeitlich eine andere Bedeutung hat. In der ursprünglichen Version kam das Wort „wichsen“ vor. Damals wurden die Böden gewichst, heute hat es eine eher sexuelle Bedeutung.

Daher ist es fraglich, ob wirklich alle Wörter innerhalb einer Prophezeiung dauerhaft dieselbe Bedeutung hat, wie es einst gedacht war.

Wie können wir also sicher sein, dass es sich bei der Übersetzung einer uralten Sprache keine Fehler eingeschlichen haben? Zumal wir noch nicht einmal sagen können, ob wir wirklich alle Wörter, die in der Prophezeiung auftauchen, wirklich verstehen und eine korrekte Übersetzung dafür gefunden haben.

Und was wissen wir über die Verfasserin der ursprünglichen Prophezeiung? Nichts!

Woher können wir also die Sicherheit nehmen, dass die Prophezeiung uns wohlgesonnen ist? Es könnte ja auch sein, dass die Schöpferin dieser Prophezeiung uns bewusst in die Irre treiben wollte. Denn früher waren die Zeiten anders. Und wir können uns nicht hineinversetzen wie das Leben und die Struktur damals wirklich war. Denn teilweise haben wir schon Schwierigkeiten die Geschichte nachzuvollziehen, die vor gut hundert Jahren geschah. Und je weiter wir in der Zeit zurück reisen, desto schwieriger wird es. Zumal Geschichtsfälschung durchaus ein akzeptiertes Mittel vieler Herrschenden war.

Da gab es vielleicht Kriege oder auch Unterdrückung in Deiner Geschichte, die sich gegen das einfache Volk, gegen eine Volksgruppe oder wen auch immer gerichtet wurde. Und die Schöpferin diente der damals herrschenden Klasse. Sie könnte eine solche Prophezeiung erschaffen haben, damit die Leute ruhig blieben und der herrschenden Klasse dienten. In der Hoffnung das irgendwann einmal eine Erlöserin kommt, die es nicht gibt.

Im Laufe der Zeit weiß aber niemand mehr, was damals geschah und man glaubt Jahrhunderte später, dass es sich hierbei um eine Tatsache handelt. Eben, weil man es nicht besser wissen kann. Und damit kannst Du Deinen Heldinnen schön viel Ärger einbringen.

Zumal es auch sein könnte, dass sie viele wichtige Botschaften eher unterschwellig mitgeteilt hat. Und heute verstehen wir nicht, was sie damit sagen wollte. Also eine Art Geheimcode. Damals hätte man ihn vielleicht noch verstanden. Aber ist das in der Gegenwart immer noch der Fall?

In Deiner Geschichte

Du könntest also in Deiner Geschichte eine falsch übersetzte oder schlichtweg eine gefälschte Prophezeiung aufnehmen. Es kann durchaus sein, dass sie einfach nur falsch übersetzt wurde und eine korrekte Übersetzung angefertigt wird, die dann teilweise oder komplett eine andere Bedeutung hat.

Damit können Deine Heldinnen und / oder die Auserwählte immer noch den Tag retten. Aber es könnte hierbei durchaus eng werden, als wenn von vornherein die korrekte Übersetzung zur Verfügung gestanden hätte.

Oder Deine Figuren vertrauen ebenfalls auf diese gefälschte Prophezeiung, und als sie herausfinden, dass sie nur eine Lüge ist, fallen sie zuerst in ein tiefes Loch. Das bedeutet für sie, dass sie sich etwas anderes einfallen lassen müssen, um sich von dem Joch des Bösens zu befreien. Und das ist mehr, als nur auf ein paar hohle Phrasen von einer falschen Prophetin zu verlassen.

2. Die Auserwählte ist böse oder sie ignoriert den Ruf der Prophezeiung

Vielleicht kennst Du den Manga und Anime „X/1999„. In diesem Manga konnte die Hauptfigur sich entscheiden, ob er zu den sogenannten Himmelsdrachen gehört (welche die Menschheit retten sollen) oder zu den Erddrachen (welche die Menschheit vernichten sollen, um der Erde eine neue Chance zu geben).

Hätte sich die Hauptfigur für die Erddrachen entschieden, wäre er einer der „Bösen“ gewesen.

Was ich damit sagen will? Wer garantiert uns, dass die Auserwählte wirklich gut und edel und liebevoll ist? Es ist eine Entscheidung, die wir im Laufe unseres Lebens treffen, ob wir nett und lieb und freundlich sind oder alles platt machen, was uns in die Quere kommt.

Also könnte die Auserwählte auch zu der gegnerischen Mannschaft gehören und dafür arbeiten, dass die Welt vernichten wird. Und wer weiß, sie könnte ja die Prophezeiung dafür benutzen, um ihre Ziele selbst zu unterstützen. Sie könnte diese benutzen, um die wichtigsten Menschen um sich zu scharen, nur um diese dann zu töten. Und wenn die richtigen Leute tot sind, ist dann eben die Umsetzung der Prophezeiung unmöglich.

Natürlich könntest Du hier eine Geschichte schreiben, wie die Auserwählte am Ende von Deiner Heldin gerettet wird. Denn nur weil sie zu den Bösen gehört, heißt das noch lange nicht, dass sie dort enden muss. Aber am Anfang könnte sie sich entscheiden, die Welt zu vernichten, weil sie davon überzeugt ist, dass das der richtige Weg ist.

Und was wäre, wenn Deine Auserwählte sich sagt, ist ja schön und gut, dass ich die Auserwählte bin, ich mache trotzdem nicht mit. Also, wenn sie den Ruf der Prophezeiung verweigert. Das kann natürlich ganz schön für Wirbel sorgen. Sie ist absolut notwendig und unverzichtbar, dass sich alles zum Guten wendet und will nicht daran teilhaben.

Das kann natürlich besonders dann interessant werden, wenn zum Beispiel das Leben Deiner Auserwählten auf dem Spiel steht. Wer würde schon freiwillig ihr Leben für eine Prophezeiung zum Beispiel hergeben. Zumal sich die Frage stellt, was Deine Auserwählte davon hat. Ich kenne da nicht gerade viele. Erst recht, wenn sie auch nicht wüsste, ob danach wirklich die Welt gerettet werden könnte.

Wer könnte es ihr verdenken, wenn sie ihre Tasche schnappt und sich auf und davon macht. Dadurch könnte es dann zur Katastrophe kommen, in der dann die Welt zumindest am Abgrund steht. Was Du daraus macht, ist dann letztendlich Deine eigene Geschichte.

In Deiner Geschichte

Es gibt durchaus schon die eine oder andere Geschichte, wo die Auserwählte zu den Bösen gehörte und dann auf die gute Seite gezogen wurde. Dadurch konnte sie auch die Prophezeiung letztendlich erfüllen. Oder die Auserwählte könnte einst zu den Guten gehört haben und dann auf die dunkle Seite wechselten (so wie wir es bei Anakin Skywalker erlebt haben).

Und häufig stürzen sich die Charaktere durchaus in die Geschichte hinein. Vielleicht zögerlich, aber sie stehen dann irgendwann doch dahinter und wollen diese erfüllen. Aber wer verlässt schon gerne einfach das zu Hause und stürzt sich ins Abenteuer? Man weiß ja nie, was eine auf der anderen Seite des Weges erwartet. Daher ist es durchaus verständlich, wenn sich Deine Auserwählte dafür entscheidet, zu Hause zu bleiben und sich unter dem Bett versteckt.

Oder sie läuft davon uns riskiert, dass sie (fast) zu spät zur Erfüllung der Prophezeiung kommt.

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass Deine Auserwählte sich erst ins Abenteuer stürzt, weil sie das Abenteuer sucht. Oder sie möchte tatsächlich helfen. Doch dann passiert etwas, vielleicht eine Schlacht, sie muss jemanden töten, irgendetwas in dieser Richtung, was sie regelrecht schockt. Das könnte ein Wendepunkt sein, dass sie erkennt, dass das Ganze doch kein Spiel ist. Und sie haut erst einmal ab.

3. Die Auserwählte ist nicht die Hauptfigur

So gut wie immer wird die Geschichte aus der Perspektive der Auserwählten erzählt. Viele Autorinnen und Autoren sind der Meinung, dass dort wohl die besten Geschichten geschrieben werden können. Und das mag durchaus der Fall sein. Aber ist das wirklich zwingend notwendig?

Doch warum ist das eigentlich so? Denn im Grunde genommen muss die Auserwählte nur die Prophezeiung erfüllen. Das war es auch schon. Warum muss ich ihr dann durch die ganze Geschichte verfolgen? Es könnten auch andere Charaktere der Geschichte durchaus interessant sein.

Die Geschichte, wie die wahre Heldin Deines Romans die Auserwählte findet und mit den Widrigkeiten dieser Figur zu kämpfen hat, könnte durchaus interessant sein. Nehmen wir mal an, Deine Auserwählte will gar nicht ihr Leben opfern (also Punkt 2), weil sie nicht einsieht, warum gerade sie ihr Leben für irgendwelche Idiotinnen hergeben soll (weil die Menschen sie, zum Beispiel, nicht nett behandelt haben).

Und natürlich werden die Gegnerinnen der Prophezeiung nicht dulden, dass Deine wahre Heldin die Auserwählte findet, um damit deren Macht zu brechen. Daher werden sie sich aller Wahrscheinlichkeit Deiner Heldin in den Weg stellen, um sie dann aufzuhalten. Und das kann weitaus schwieriger werden, als die Auserwählte dazu zu bringen, der Prophezeiung zu folgen und diese zu erfüllen.

Deine Heldin könnte es aber auch mit einer Auserwählten zu tun haben, die, gelinde gesagt, alles andere als vernünftig ist. Die Auserwählte kann sich zickig benehmen oder arrogant. Vielleicht wurde sie als reiche Tochter einer Königin geboren und dementsprechend ist sie verzogen. Natürlich wird sie dann begeistert sein, im Wald zu schlafen und sich dort mit Käfern, Spinnen und anderen Kleingetier auseinanderzusetzen. Im Palast würde es ihr sicherlich besser ergehen. Vor allem, dort hat sie ihr weiches Bett und ihre Ruhe.

Und was wäre, wenn Deine Heldin glaubt, sie sei die Auserwählte, um die wahre Auserwählte zu beschützen? Die Idee kam mir schon länger für einen Roman und ich bin der Meinung, diese wurde so ähnlich schon mal in einem Comicheft verwendet.

Es wäre also durchaus möglich eine Geschichte zu schreiben, in der Deine Heldin glaubt, sie sei selbst die Auserwählte, aber eine Begleiterin ist es wirklich. Und ihr Leben wird bedroht und geopfert, um die wahre Auserwählte zu beschützen.

Du könntest schreiben, wie Deine Heldin glaubt, sie sei etwas Besonderes und vielleicht benimmt sie sich auch so. Oder sie hat Angst davor, was ihr alles passieren könnte, weil sie nicht weiß, ob sie überhaupt den Anforderungen entsprechen kann. Gerade dann, wenn sie sieht, dass sie die Aufgaben einer Auserwählten nicht erfüllen kann. In was für ein Loch könnte Deine Heldin da fallen.

Und was könnte dann in ihr vor sich gehen, wenn sie herausfindet, dass ihr Leben nur deswegen in Gefahr gebracht wurde, damit jemand anderes beschützt wird. Das alles, ohne sie entsprechend einzuweihen. Ich glaube, ich wäre, gelinde gesagt, sehr verärgert.

In Deiner Geschichte

Es gibt viele Möglichkeiten, um aus der Perspektive einer anderen Figur zu schreiben, welche nicht die Auserwählte ist. Oben haben ich Dir einige Vorschläge gemacht. Das wäre definitiv eine andere Möglichkeit, um uns die Geschichte einer Auserwählten näher zu bringen. Und zwar, indem Du sie gar nicht in den Mittelpunkt stellst.

Natürlich ist ihre Rolle wichtig, aber nicht unbedingt ihre Geschichte.

Du kannst also schreiben, wie Deine Heldin sie findet und nur der Schluss der Auserwählten gewidmet wird. Oder wie die Auserwählte ein Teil der Geschichte zwar ist, aber nie aus ihrer Perspektive erzählt wird.

4. Die bekannteste / berühmteste Prophezeiung ist nicht die korrekte

Wenn eine Prophezeiung, sagen wir mal, gute 1.000 Jahre alt ist, wer sagt uns, dass sie wirklich korrekt ist? (Siehe weiter oben). Aber weiterhin ist es gut möglich, dass sich im Laufe der Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte einige Leute weitere Prophezeiungen aufgeschrieben haben.

Und dabei kann es durchaus passieren, dass eine nicht ganz Korrekte oder gar Falsche, schlichtweg die Berühmteste geworden ist, weil sie vielleicht eine sehr schöne Sprache hat oder weil sie von einer berühmten Prinzessin geschrieben wurde. Oder die Prophezeiung wurde dieser Prinzessin zugeschrieben oder es gibt dafür andere Gründe.

Auf alle Fälle ist die berühmteste Prophezeiung nicht zwangsläufig auch die korrekteste. Zum einen eben, wie bereits erwähnt, weil hier vielleicht falsche Übersetzungen vorgenommen wurden. Oder man hat extra eine falsche Prophezeiung geschrieben, um die Gegnerinnen zu verwirren. Und diese wurde dann verbreitet, damit die korrekte Prophezeiung unterdrückt wird und dadurch in Vergessenheit gerät.

Auf diese Weise könnten zwei sich völlig entgegengesetzte Prophezeiungen in Deiner Geschichte eine Rolle spielen. Sagen wir mal, eine spricht davon, dass Deine Auserwählte sich in den Vulkan stürzen muss, um die Feuerkönigin zu vernichten. Die korrekte Prophezeiung spricht aber davon, dass sie die Feuerkönigin, nach einem epischen Kampf, in diesen Vulkan stürzen muss, damit Frieden herrschen kann.

Oder der Vulkan hat gar nichts damit zu tun. Ganz im Gegenteil wird dort jemand hineingeworfen, könnte es zu einer absolut schlimmen Katastrophe kommen. Und das für alle Seiten, woran sich (natürlich) niemand erinnert.

Das bedeutet, dass jemand die wahre Prophezeiung kennen muss. Nur so ist es überhaupt möglich, dass die Korrekte dann in Deiner Geschichte irgendwann mal auftaucht. Denn, wenn ich nicht weiß, dass es gefährlich ist, mich in den Vulkan zu stürzen, dann werde ich es machen. Eben, weil ich es nicht besser weiß.

Es wäre also durchaus möglich, dass es eine alte Frau geben könnte, welche die wahre Prophezeiung kennt, ihr aber niemand glaubt. Vielleicht aufgrund ihres Alters oder weil sie nicht gerade beliebt ist. Oder, weil man sie für verrückt hält. Oder aus einem Grund, der in Deine Geschichte passt.

Doch sie versucht allen die Wahrheit zu sagen und stirbt, bevor man ihr glaubt. Aber ihre Worte hallen in den Ohren der einzelnen Figuren der Geschichte und man versucht nun herauszufinden, war die alte Frau wirklich verrückt oder hat sie vielleicht sogar die Wahrheit gesagt?

In Deiner Geschichte

Hier kannst Du Dir überlegen, welche Prophezeiung bekannter ist und vor allem, warum hat sie die Jahrhunderte überlebt und ist immer noch in aller Munde. Und inwiefern ist die korrekte Prophezeiung anders als die bekanntere.

Das bedeutet natürlich, dass Du Dir nicht nur Gedanken über eine Prophezeiung machen musst, sondern über zwei. Somit ist es durchaus empfehlenswert, dass Du Dir auch über die Ausgestaltung der Worte Gedanken machst, damit Deine Leserinnen auch etwas davon haben.

Aber ich denke, es kann durchaus interessant werden, wenn man es mit zwei Prophezeiungen zu tun hat.

5. Es gibt so viele Prophezeiungen, wie es Kulturen gibt

Die meisten Kulturen in den Fantasyromanen sind total nett. Obwohl sie teilweise gar keinen Kontakt zueinander haben, verschiedene Sprachen sprechen, unterschiedliche Entwicklungen hinter sich haben oder auch völlig anders sind, als die anderen Völker, sie haben alle die gleichen Prophezeiungen.

Dadurch muss sich niemand Gedanken machen, ob es zu einer falschen Übersetzung kommt oder man es missverstehen könnte, weil sich im Laufe der Jahrhunderte die Wortwahl oder die Begebenheiten geändert haben. Man versteht schon, worauf es letztendlich hinausläuft.

Seien wir mal ehrlich, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das wirklich passiert?

Wenn Du es geschickt anstellst, dann hat so gut wie jede Kultur und jedes Volk eine eigene Prophezeiung. Und damit kannst Du Deine Heldinnen schön verwirren. Denn an welche sollen sie sich wirklich halten und welche bringt sie an ihr gewünschtes Ziel?

Listen wir mal auf, wie kompliziert die Geschichte am Ende theoretisch werden könnte (Du musst zum Glück nicht alle Punkte nehmen, außer Du möchtest es vielleicht).

  • Jedes Volk hat eine andere Prophezeiung, welche sich auch noch grundlegend unterscheidet.
  • Dazu gibt es noch verschiedene Prophezeiungen in jeder historischen Epoche (also im Mittelalter lautet die Prophezeiung anders, als in der Neuzeit).
  • Weiterhin kann sich die Prophezeiung in den jeweiligen Schichten unterscheiden (also die Unterschicht erzählt sich diese anders, als die Adligen).
  • Und was auch immer Dir einfällt oder in Deiner Geschichte eine Rolle spielen könnte.

Natürlich ist das unglaublich viel Arbeit, wenn Du es wirklich groß aufziehen möchtest. Und ich selbst würde es wohl nur für eine Geschichte machen, die ich als Serie anlege und einige Bände und Seiten beinhaltet. Aber ich kann mir auch gut vorstellen, dass sich diese Arbeit durchaus lohnen kann.

Denn damit kannst Du nicht nur Deine Leserinnen verwirren, sondern letztendlich auch Deine Charaktere. Denn sie können letztendlich nicht darauf vertrauen, was in einer Prophezeiung drinnen steht. Dadurch kann die Zeit in Deiner Geschichte knapp werden.

Denn bis zum nächsten Vollmond muss die Angelegenheit Deiner Auserwählten geklärt sein, da ansonsten die Welt untergeht. Das bedeutet also, dass Deine Charaktere sich anstrengen müssen, um die Auserwählte zu finden und dann zudem noch herausfinden müssen, welche der vielen Prophezeiungen auch noch korrekt ist.

Nur so können sie dann überhaupt ans Ziel kommen. Was natürlich den Schwierigkeitsgrad extremst erhöht, aber die Sache auch ungemein spannend machen kann.

In Deiner Geschichte

Wie oben schon erwähnt, dieser Teil der Auserwähltengeschichte würde ich selbst nur dann anstreben, wenn ich eine längere Geschichte bzw. eine Serie plane und meine Leserinnen so richtig aufs Glatteis bringen möchte.

Das kann natürlich durchaus schwierig werden, aber wenn Du Dir dafür Zeit lässt, dann wird das schon klappen.

Dafür musst Du natürlich wissen, welche Völker Deine Welt besiedeln und auch, welche Epochen es durchlebt hat. Dann musst Du Dir nur überlegen, was zu der jeweiligen Zeit bei dem jeweiligen Volk wichtig war und kannst danach Deine entsprechende Prophezeiung schreiben. Wenn Du das fertig hast, kannst Du Dir alles andere, was dazu noch gehört, entsprechend überlegen und festsetzen.

6. Die Auserwählte ist nicht Weiß

Im Nornennetz hab ich vor einiger Zeit die Frage gestellt, wie viele Auserwählte es gibt, die People of Colors sind. Eigentlich eine blöde Frage, wie mir im Nachhinein klar wurde. Denn um darüber zu diskutieren, müsste es erst einmal genügend Romane oder auch Filme geben, in denen die Hauptrolle von People of Colors übernommen wurde. Und das ist eher selten der Fall.

Daher könnte ich mir vorstellen, wie Deine Charaktere nach einer Auserwählten suchen, die eben weiß ist, nur um festzustellen, dass sie nach der falschen Person gesucht haben. Denn sie hätten die ganze Zeit nach einer Person of Color suchen müssen, damit die Prophezeiung erfüllt werden kann.

Mit einem solchen Charakter könntest Du ohne viel Mühe mehr Diversität in Deine Geschichte holen. Zudem könntest Du auch gleich eine positive Identitätsfigur schaffen. Dazu gehört aber auch, dass Du den Charakter vernünftig anlegst.

Daher gehört hier eine vernünftige Charakterarbeit genauso dazu, wie bei allen anderen Figuren ebenfalls. Und je genauer Du arbeitest, desto interessanter kann die Geschichte werden.

In Deiner Geschichte

Häufig werden People of Colors als Sklavinnen oder sonstige Personengruppen dargestellt. Es ist aber völlig in Ordnung, wenn Du aus ihr eine Königin oder einen anderen hochrangigen Beruf machst, der nicht so klischeebeladen ist.

Erlaube daher Deinen Charakteren, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder eben Hautfarbe, so zu sein, wie ihre Agenda ist. Darüber misst sich letztendlich Deine Geschichte.

7. Die Auserwählte ist älter

In Jugendbücher kann ich es halbwegs noch verstehen, dass die Auserwählten noch im jugendlichen Alter sind. Aber bei Fantasybüchern hingegen fällt es mir zunehmend schwerer, dass die Auserwählten scheinbar allesamt noch ziemlich grün hinter den Ohren sind.

Auch wenn nicht immer ein Alter angegeben ist, so scheinen sie durchaus zwischen sechszehn und so um die zwanzig zu sein. Also allesamt ziemlich jung. Warum eigentlich? Können nicht Menschen (oder was auch immer) nicht auch erst in den Dreißigern auserwählt werden? Was spricht dagegen?

Immerhin kann es durchaus passieren, dass man quasi zu früh geboren wurde (aus der Sicht der Prophezeiung). Und dementsprechend wächst man heran und ist die Auserwählte und hat bisher noch nie etwas davon erfahren. Dadurch ergeben sich komplett andere Probleme.

Jüngere Auserwählte kann man noch bis zu einem gewissen Grad manipulieren. Immerhin haben sie noch nicht die Erfahrungen im Leben gesammelt, wie ältere Menschen. So kann man ihnen noch einen gewissen Bären aufbinden. Bei älteren ist das bis zu einem gewissen Grad möglich, aber durchaus schwieriger. Zudem haben sie ganz andere Sorgen. Familie, Beruf und Derartiges. Sie können sich nicht mehr ganz so einfach ins Abenteuer stürzen, wie es vielleicht noch Jugendliche könnten.

Für Deine Geschichte

Überleg Dir, wie es wohl wäre, wenn Deine Auserwählte mitten im Leben steht, verheiratet ist, sogar Kinder hat. Wie wäre es, wenn dann jemand vor der Tür steht und sagt, dass sie ihre Tasche packen soll, um die Welt zu retten? Mit welchen Hindernissen müssten hier alle rechnen?

Hier würde sich ein völlig anderes Feld bieten, um mehr Konflikte aufzubereiten. Immerhin hat Deine Auserwählte nicht nur die Welt im Kopf, sondern auch noch ihren Schatz und die Kinder. Aus diesem Grund könnte diese Art von Geschichte noch einmal interessanter werden.

8. Die Auserwählte ist kein Mensch

Genauso wie mit der Hautfarbe, scheint es prinzipiell so zu sein, dass die Auserwählte ein Mensch ist. Oder zumindest ein Halbmensch (Frodo als Hobbit ist hier in der Tat mal eine Ausnahme).

Ansonsten scheinen sich alle einig zu sein, dass nur Menschen die Rolle der Auserwählten übernehmen können. Und ich spreche durchaus von Geschichten, in denen es auch andere Völker gibt (wenn es nur Menschen gibt, erübrigt sich dieser Punkt natürlich).

Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass man sich auch mit der Auserwählten irgendwie identifizieren soll. Daher ist es durchaus wichtig, dass sie zumindest zur Hälfte ein Mensch ist. Aber ich behaupte das Gegenteil, es ist nicht zwangsläufig notwendig.

Denn, wie oben schon erwähnt, muss die Geschichte nicht zwangsläufig aus der Perspektive der Auserwählten erzählt werden. Aus diesem Grund kann diese auch von einem anderen Volk stammen. Wir müssen uns dann nicht mit ihr identifizieren, sondern mit der anderen Heldin, welche die Auserwählte begleitet.

Für Deine Geschichte

Durch die Wahl einer anderen Rasse könntest Du noch mehr Konflikte einbauen. Vielleicht stammt Deine Auserwählte von einem Volk, welche sich, gelinde gesagt, für etwas Besseres hält und daher extremst überheblich sind. Und das macht das Leben der anderen extremst schwer.

Zudem kannst Du noch die Besonderheiten des Volkes einbauen, welche vielleicht schüchtern, überheblich, kriegerisch oder was auch immer ist. Und dementsprechend kannst Du noch mehr Facetten in Deine Geschichte einbauen, ohne viel erklären zu müssen.

9. Die Auserwählte stirbt

Gut, das wäre dann durchaus ein Wendepunkt, der sehr viel Arbeit erfordert. Denn wie soll man eine Geschichte über eine Auserwählte schreiben, in der es keine Auserwählte mehr gibt? Keine Ahnung, interessant dürfte es allemal werden. Sofern sich jemand daran wagt.

Schon Shakespeare hat seine Hauptfiguren in seinen Stücken allesamt getötet (also lange vor George R. R. Martin). Daher ist es völlig in Ordnung, wenn Du das tust. Und das gilt auch für Deine Auserwählte. Du musst nur überlegen, wie Du die Prophezeiung ohne sie erfüllen lassen kannst. Ansonsten dürfte die Geschichte ein wenig schwach werden.

Aber theoretisch könnte das eine interessante Geschichte werden, wenn sich wer daran traut.

Für Deine Geschichte

Deine Auserwählte könnte noch vor der Geschichte gestorben sein (dann sollte es ein eindeutiges Zeichen geben, woran man erkennt, dass sie die Auserwählte war) oder während der Geschichte. Da hast Du die Qual der Wahl.

Dann sollte natürlich noch geklärt werden, ob die Prophezeiung überhaupt noch erfüllt werden kann. Wenn Du das verneinen würdest, wäre die Geschichte vorbei, wie die Auserwählte eventuell wiedergeboren wird. Aber es besteht auch die Möglichkeit, dass Deine Leute die Prophezeiung über Bord werfen und trotzdem das Böse besiegen.

10. Es gibt gar keine Auserwählte

Nein, ich meine nicht damit, dass es eine falsche Auserwählte gibt oder es ein Versteckspiel gibt. Ich meine damit ganz klar, in Deiner Geschichte gibt es gar keine Auserwählte. Damit auch keine Prophezeiungen und so weiter. Was natürlich für diesen Beitrag ein wenig komisch ist.

Deine Heldinnen und Helden können sich also nicht auf jemand anderen verlassen, die oder der für sie die Welt rettet. Das müssen sie schön alleine tun. Egal wie, aber sie sind am Zug.

Und ich denke mir, dass solche Geschichten, nicht ganz so einfach zu erzählen sind. Denn hier benötigt es mehr Fantasie, um die Charaktere in die Geschichte zu bekommen. Ohne das Auserwähltendrumherum.

Für Deine Geschichte

Du musst Dir natürlich sowieso überlegen, warum Deine Charaktere das tun, was sie in Deiner Geschichte tun. Wenn Du aber kein Zugpferd hast (also Deine Auserwählte), ist noch mehr Kreativität gefragt, wie es anfängt und weitergeht. Aber spannend kann es immer noch werden.

Abschlussgedanken

Natürlich kannst Du Dich an die bekannte Variante der Geschichten rund um die Auserwählte halten. Dagegen spricht nichts. Aber es könnte zugleich auch interessant werden, die Sicht auf diese Geschichten zu ändern und eine völlig andere Geschichte zu erzählen.

Ich zumindest würde es durchaus begrüßen.

Und vielleicht hast Du noch andere Ideen, wie man die Geschichte rund um die Auserwählte erzählen kann. Ich würde diese gerne von Dir hören. Bis dahin, ich wünsche Dir viel Spaß beim erzählen Deiner Geschichte.

Vergleiche bekannte Geschichten

Wie sieht es mit den Geschichten rund um die Auserwählten aus, die Du kennst. Nach welchem Schema werden sie geschrieben und ähneln sich diese? Oder gibt es doch weitere Punkte, in denen sich die Geschichten untereinander unterscheiden?

Abwandlungen

Überleg Dir, wie die Geschichten, um die Auserwählten aussehen würden, wenn Du diese mit den oben aufgeführten Punkten abwandeln würdest. Wäre diese eine Geschichte dadurch interessanter oder eher langweiliger? Was meinst Du?

Deine eigene Auserwählte

Wenn Du eine Geschichte rund um eine Auserwählte schreibst oder eine planst, dann kannst Du Dir die oben aufgeführten Punkte mal ansehen. Vielleicht sagen Dir diese ja zu und Du möchtest davon was anwenden.

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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15 Antworten zu Wie Du die Geschichte der Auserwählten anders erzählen kannst

  1. Lieblingsleseplatz schreibt:

    Oh. Was für ein schöner Artikel. Ich lese gerade „Snow“ … hätte die Autorin mal was davon beherzigt … darf ich Deinen Artikel dann unter meiner Rezension auf meinem Blog verlinken?

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  2. brombeerengel schreibt:

    Hat dies auf brombeerengel rebloggt.

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  3. Sina schreibt:

    Wow! So ein toller Artikel und direkt so viele neue Plotbunnies 😀

    (Nur ein kleiner Hinweis am Rande: Avatar wird überall mit A geschrieben 😉 )

    LG Sina

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  4. Peter Hakenjos schreibt:

    In dem Moment, in dem die weibliche Form gewählt wurde, habe ich aufgehört zu lesen. Ich bin nun mal in die Emanzipation und eine einfache Sprache verliebt. Ihnen wünsche ich aber (ehrlich) viel Erfolg. Bloggen ist nicht einfach, das weiß ich.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Peter,

      danke für Deinen kurzen Besuch. Ich selbst bin überzeugt, dass wir alle Energien ausstrahlen, welche die richtigen Leute zueinanderbringen. Da unsere Energien nicht zueinander gepasst haben, ist es verständlich. In dem Sinne, ich wünsche Dir für Deinen Weg alles gute und das Du findest, wonach Du suchst.

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  5. Pingback: Snow – Die Prophezeiung von Feuer und Eis von Danielle Paige – mein Lieblingsleseplatz

  6. Schnute schreibt:

    Toller Artikel. den werd ich glatt weiterbloggen. Ich kann vollumfänglich zustimmen. Aber, ich möchte auch noch anmerken, dass bei Harry Potter in der Tat die Prophezeiung angezweifelt wurde. Immerhin gab es zwei Kinder, auf die sie zutraf: Neville und Harry. Und Harry wurde der Auserwählte, weil Voldemort ihn dazu machte. Aber ja, die Prophezeiungssache nervt. Und die Figuren, die in 98% der Fälle Auserwählte wurde, nerven auch oft. Zudem sind diese Figuren immer „außerordentlich“ irgendwas. Sie sehen toll aus (langweilig!), sind unbeschreiblich gut in irgendwas (gähn!) und auch allgemein kann man sie fast problemlos gegeneinander austauschen.

    Leider gibt es in der Literatur viele stereotype Hauptfiguren. Ist die Hauptfigur ein Cop, ist meistens Alkoholismus im Spiel. Ist die Hauptfigur ein weiblicher Cop, ist sie meistens beziehungsunfähig, sehr vermännlicht und Alkoholismus ist im Spiel. Dann gern noch schrechkliche Erlebnisse in der Kindheit oder Jugend, irgendein Trauma und bäm, the circle is complete.

    Positiv erwähnen möchte ich da jedoch Autoren wie Ben Aaronovitch. Er hat mit seinem Peter Grant eine Figur geschaffen, die einfach nur nachvollziehbar ist. Die sich nicht auf irgendwelchen Traumen ausruht und besonders gut in irgendwas isser auch nicht. Aber auch die Nebenfiguren sind super. Und DAS macht für mich ein gelungenes Buch aus. Ja, viele Geschichten kann man soviel besser erzählen.

    Hach ich liebe diesen Post, danke dafür.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen lieben Dank für Deinen Kommentar.

      Es stimmt, bei Harry Potter gab es sowohl Harry als auch Neville als mögliche Auserwählten. Das Problem, wie ich finde, war aber, dass sich niemand wirklich um Neville gekümmert hat. Alle hatten immer Angst um Harry, er hat den Sonderunterricht bekommen, er wurde von Dumbledore begleitet und so weiter. Nehmen wir an, Neville wäre dann doch der Auserwählte geworden, bei seinen Fähigkeiten hätte die magische Welt ganz schöne Probleme bekommen. Daher finde ich die Umsetzung dieser eigentlich doch so guten Idee eher als schwach. Schade eigentlich.

      Aber ansonsten stimme ich Dir zu. Es gibt einfach zu viele Stereotypen und Klischees und so weiter. Als ein Krimiautor mal erwähnte, dass viele weibliche Cops in amerikanischen Krimis irgendeine Form von Cat als Name haben, hab ich mal darauf genauer geachtet. Und was ist? Er hat recht.

      Jetzt muss ich doch endlich mal Ben Aaronovitch weiterlesen. Den ersten Band hab ich zu Hause, aber aus diversen Gründen kam ich nicht weiter dazu es zu lesen. Das werde ich nachholen, sobald ich meine aktuellen Romane durch habe. Danke für den Hinweis ❤

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      • Schnute schreibt:

        Bei HP war es sogar das, was mich am meisten faszinierte: nämlich dass die Prophezeiung erst soviel Gewicht bekam, weil Voldemort es so entschied. Dass Neville dabei natürlich nicht die gleiche Wichtigkeit bekam, wie Harry ist eigentlich verständlich aber von JKR fand ich es toll gelöst, dass es ohne Neville ja auch nicht geklappt hätte am Ende und das ganz ohne die große Vorbereitungen, die Harry durchlaufen musste. Somit bekam Neville eine wichtige Rolle ohne von vornherein dafür auserkoren zu sein. Und sein geheimer Widerstand zusammen mit Luna in der DA war einfach toll und ich fand seine Story dann teilweise spannender als Harrys.

        Das mit dem Namen Cat stimmt. Genauso wie es immer irgendeine Form von Cassandra gibt in bestimmten Romanen. Bei vielen Stereotypen kann ich dann nur noch müde schmunzeln und das Buch hat dann meistens schon einen schweren Start bei mir.

        Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie Dir Ben Aaronovitch zusagen wird. Mich hat er völlig überzeugt und bin total süchtig. ❤

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Klar, es geht ja in der Reihe um Harry. Aber man hätte daraus halt doch sehr viel mehr machen können, wenn ich mir das so überlege. Immerhin hätte Vol … ich meine … Du weißt schon wer … sich auch entscheiden können, dass Neville der Auserwählte ist. Immerhin wäre er auch ein leichterer Gegner gewesen. Aber andererseits ist das auch eine gute Grundlage, um daraus zu lernen, wie man es anders machen kann.

        Wegen den Stereotypen, da finde ich es wichtig, dass man sie kennt, um sie eben zu umschiffen. Denn nichts ist anstrengender, als zu sehen, aha, Stereotyp. Nicht lustig.

        Und sobald ich den ersten Band gelesen habe, werde ich dazu etwas posten 🙂

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  7. Schnute schreibt:

    Hat dies auf I like big books… rebloggt und kommentierte:
    Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele.

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  8. ANKE UNGER schreibt:

    Deine Ausführungen zum Thema „der/die Auserwählte“ fand ich sehr interessant. Ich habe mich auch selber damit beschäftigt und in meiner Geschichte gibt es eine Auserwählte, sie heißt Areshva, die auf die Seite der Bösen gezogen wird und anstatt die Welt zu retten, sich immer weiter auf finsteren Wegen verirrt. Sie tritt deshalb auch nicht immer sympathisch auf. Ich habe ihr eine kleine Schülerin an die Seite gestellt, die aufgrund einer Prophezeiung fest davon überzeugt ist, Areshva sei die Retterin der Welt. Die Kleine hält auch an der Vorstellung fest, obwohl sich Areshva überhaupt nicht heldenhaft benimmt. Ich fand es ungeheuer faszinierend, eine „verirrte Heldin“ zu haben, die sich einfach nicht so verhält wie man erwartet. Interessant, dass du dir gerade über dieses Thema Gedanken gemacht hast!

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Anke,

      dass mit Deiner Auserwählten kling auf alle Fälle interessant und ich finde die bisherige Beschreibung faszinierend. Sobald die Geschichte fertig ist, würde ich mich freuen, wenn Du Dich mal meldest. Die will ich unbedingt lesen 🙂

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