Fat Shaming in der Literatur

Hei, hallo und herzlich willkommen,

hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, wie viel Deine Charaktere auf die Waage bringen? Ganz ehrlich? Ich nicht.

Kurze Vorgedanken

In letzter Zeit gab und gibt es immer wieder Berichte über Fat Shaming. Erst gestern entdeckte ich einen Beitrag einer etwas übergewichtigeren Weltreisenden, die sich mit einigen Vorurteilen herumschlagen muss.

Zugegeben, während ich meine Bücher so las, hab ich mir nie wirklich darüber Gedanken gemacht, wie schwer die Heldinnen oder Helden sind. Vermutlich, weil sie auf dem Papier stehen und letztendlich ich sie mir vorstellen kann, wie ich es möchte (trotz der Beschreibungen). Aber wenn ich ernsthaft darüber nachdenke, dann kann ich nur zwei Bücher benennen, in denen eine übergewichtige Heldin beschrieben wurde.

Daher möchte ich heute darüber schreiben, welche Gründe zum Übergewicht führen können, wie sie aktuell in der Literatur dargestellt werden und wie man sie darstellen könnte.

Was bedeutet eigentlich Fat Shaming?

Fat Shaming bedeutet im Grunde genommen, dass Menschen, die nicht dem aktuellen Schlankeitstypus entsprechen erst einmal als dick oder sogar als fett gelten. Darüber hinaus werden sie dafür angeprangert, beleidigt und öffentlich sogar gedemütigt. Mobbing in Reinkultur also.

Vor Jahren habe ich einen Beitrag über die Krankenkassen und Gesundheit und Derartiges gesehen. Da meinte tatsächlich ein Mann, warum es in Ordnung sei, die Raucher*innen zu diskriminieren, aber nicht die Dicken. Da ist mir, ehrlich gesagt, richtig die Hutschnur geplatzt. Die Gründe dafür werde ich Dir weiter unten erklären.

Mit anderen Worten, auf Menschen mit Übergewicht, sei dieser leicht oder schwer, kann man herabsehen. Und einige fordern halt auch die öffentliche und legale Diskriminierung.

Warum werden übergewichtige Menschen diskriminiert?

Aktuell ist das Schlanksein sehr in Mode. Schau Dir die Catwalks dieser Welt an, dann weißt Du, wovon ich spreche. Wer schlank ist, kümmert sich um den eigenen Körper, die Gesundheit und eben um sich selbst. Wer also nicht schlank ist, tut eben das Beschriebene nicht. Denn wie kann man sich um die eigene Gesundheit oder den Körper kümmern, wenn man dick ist? So zumindest die Vorstellung in vielen Köpfen.

Zudem herrscht ja auch aktuell der Drang, perfekt zu sein. Und wer nicht schlank ist, was zwischenzeitlich ein Synonym für den Perfektionismus ist, ist nicht perfekt. Sie oder er lässt sich gehen und achtet nicht auf sich. Also ist diese Person natürlich automatisch nicht perfekt.

Das dürften einige der Gründe sein, warum übergewichtigere Menschen in der Gesellschaft einen ganz anderen Stand haben, als schlanke Personen.

Wie sieht dies in den Medien aus?

Vielleicht kennst Du die Bücher und Hörspielreihe von TKKG. An dieser Stelle geht es mir nicht um die Kritik um die Serie. Dazu gibt es durchaus einige Beiträge im Internet. Es geht mir eher um die Rolle von Klößchen.

Auch wenn ich die Serie nicht so aufmerksam verfolgt habe, wie andere, so hatte ich schon damals einen Hals bekommen, wenn unser Dickerchen mal wieder nur Hunger hat. Und natürlich auf Schokolade. Daher kann er auch nicht mit den anderen mithalten und wird deswegen gemobbt. Da er unser Dickerchen ist, wehrt er sich auch nicht. Denn der Standard ist ja unser Tim (früher Tarzan genannt).

In vielen, sehr vielen anderen Serien habe ich auch beobachtet, dass die übergewichtigen Charaktere nur als faule, willensschwache und essende Figuren dargestellt wurden. Selten werden diese Charaktere mit normaler Intelligenz ausgestattet, geschweige denn, dass sie sogar intelligenter sind, als der Rest des Casts. Normale Intelligenz wäre sicherlich schon ein kleines Wunder (zumindest bei den Serien oder Filmen, die ich gesehen habe).

Mit anderen Worten, übergewichtige Charaktere werden zumeist sehr negativ dargestellt. Vielleicht gibt es das eine oder andere positive Beispiel da draußen. Nur erinnere ich mich gerade nicht daran, egal wie sehr ich mich bemühe. Daher kann ich wohl sagen, dass es sich hierbei dann um eine Rarität handeln dürfte. Leider.

Doch warum sind Menschen eigentlich dick?

Wenn Menschen in der Realität diskriminiert und in den Medien negativ dargestellt werden, dann sollte man doch meinen, dass sie etwas ändern? Zum Beispiel abnehmen? Dann wäre zumindest dieses Problem gelöst, oder etwa nicht?

Um es kurz zu machen, so einfach ist das nicht. Und das aus diversen Gründen.

Physische Gründe

Auch wenn manche es nicht gerne hören möchten, doch es gibt Krankheiten, welche für das Übergewicht verantwortlich sind. Eine Fehlfunktion der Schilddrüse zum Beispiel gehört dazu. Wenn ich richtig informiert bin, dann auch das Hashimotosyndrom. Und noch eine Menge anderer Krankheiten.

Zudem kann es auch sein, dass manche Menschen Medikamente einnehmen müssen und dann an Gewicht zulegen. Dazu gehören auch einige psychische Erkrankungen.

Diese Menschen ernähren sich größtenteils gesund (Ausnahmen bestätigen immer die Regel) und können trotzdem nicht abnehmen. Weil der Körper oder die Medikamente es nicht zulassen. Sie sind also nicht faul oder dumm, sondern sie sind schlichtweg krank. Daher ist es ein Fehler ihnen irgendeine Schuld zu zusprechen.

Psychische Gründe

Neben der Magersucht und er Bulimie gibt es noch eine dritte Essstörung. Diese nennt sich Binge Eating Disorder. Hierbei handelt es sich um eine psychische Störung, welche ein unkontrolliertes Essverhalten mit sich bringt. Nach solch einer Attacke werden jedoch keine Gegenmaßnahmen ergriffen, um das Essen wieder loszuwerden. Also, wie bei der Bulimie. Daher nehmen die Leute zwangsläufig zu.

Häufig wird das Essen als ein Ersatz für Drogen und Alkohol genommen. Wenn man also Stress hat, dann könnte man sich ja zudröhnen oder volllaufen lassen. Diese Menschen handeln anders und Essen halt. Mit anderen Worten, sie sind ebenfalls psychisch krank. Nur meines Wissens nach, ist das Binge Eating Disorder in Deutschland noch nicht anerkannt.

Mit anderen Worten, auch diese Menschen können nichts für ihre Situation. Hier wäre eher Hilfe angesagt.

Leidenschaftlich beim Essen

Es gibt auch einige Menschen, die eben gerne essen. Das will ich nicht verschweigen. Vor einigen Jahren kannte ich jemand, die gerne gegessen hat. Eine Tüte Gummitiere waren innerhalb einer Stunde weg (sie konnte sehr langsam essen). Nach und nach hab ich herausgefunden, dass ihr Ehemann auf dicke Frauen stand. Es war ein Fetisch von ihm.

Fazit

Man kann also sagen, dass es durchaus übergewichtige Menschen gibt, die sich dafür entscheiden, dick zu sein. Weil sie gerne essen, weil sie sich gehen lassen und so weiter. Aber es gibt auch Menschen, die schlichtweg krank sind. Und diese dann zu verurteilen ist schlichtweg der falsche Weg.

Positive Beispiele

Oben erwähnte ich, dass es zwei Bücher gibt, welche von übergewichtigen Heldinnen handelt. Und in denen es halbwegs positiv beschrieben wurde.

Es ist einmal das Buch „Verliebt in der Nachspielzeit“ der Autorin Poppy J. Anderson. Die Heldin ist übergewichtig und wird deswegen von überall schräg angesehen. Zwar versucht sie abzunehmen, weil der Druck doch sehr stark ist. Aber wenigstens steht der Held zu ihr. Und am Ende kommt sie mit ihrem eigenen Körper durchaus zurecht.

Aber auch „Die Frau des Kodiakbären“ von Eva Langlais ist dick. Doch im Gegensatz zu Poppys Heldin, kommt sie damit sehr gut klar. Im Gegenteil, im Buch darf sie sogar mal ordentlich in ein Sandwich beißen. Mit ihrem Körper und ihrem Leben steht sie im Einklang.

Nur schade, dass man das nicht auf dem Cover sieht.

Wie Du über übergewichtige Menschen schreiben könntest

Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Wie würdest Du über einen schlanken Menschen schreiben? Als ganz normale Person, oder? Warum sich dann über dicke Charaktere Gedanken machen? Sie sind nicht anders, als andere Menschen auch.

Du kannst Dir natürlich Gedanken machen, warum Dein Charakter übergewichtig ist. Zugleich kannst Du Dir aber auch Gedanken machen, warum Dein schlanker Charakter eben nicht übergewichtig ist.

Eine einfache Sache. Erschaff einen interessanten Charakter und gib ihr oder ihm ein paar Kilos mehr auf den Hüften. Und damit hat es sich eigentlich schon.

Abschlussgedanken

Fat Shaming kommt nicht nur in der Presse, sondern auch in anderen Medien vor. Dabei vergessen sehr viele, dass hinter der Figur auch ein Mensch steckt. Und dieser Mensch hat Gefühle und kann verletzt werden, wenn man diesen immer wieder angreift und beleidigt.

Daher wäre es schön, wenn übergewichtige Menschen in der Literatur positiver besetzt werden würden. Natürlich dürfen sie auch auf der bösen Seite stehen. Das verbietet niemand. Nur eben nicht so klischeehaft, wie es bisher war.

In dem Sinne, fröhliches erschaffen (Memo an mich, übergewichtigen Charakter schreiben).

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Über Frau Schreibseele

eine schreibende, die auf den weg zu ihrer ersten geschichte ist. und bis dahin gibt es beiträge rund ums schreiben, lesen und erleben auf meinem blog :)
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14 Antworten zu Fat Shaming in der Literatur

  1. kittyflint schreibt:

    Tatsächlich ist das etwas, worüber ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. In vielen Fällen ist es bei mir bisher so gewesen, dass ich fast zwingend körperlich fitte Charaktere brauchte, wodurch beim Lesen natürlich sofort ein gewisses Bild vermittelt wird. Dazu kommt, dass ich einen Charakter auch nicht unbedingt „übergewichtig“ als Erkennungsmerkmal aufdrücken will. Ich möchte, dass er durch seine Handlungen und Überzeugungen an Gestalt gewinnt, nicht durch äußerliche Merkmale. Tatsächlich gehe ich bisher tatsächlich oft hin, und beschränke die optische Beschreibung von Charakteren auf ein absolutes Minimum, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild zu schaffen. Eines, dass dem Leser selbst vielleicht ähnlicher ist als mein eigenes oder eines, in dem sich der Leser sehen kann, wie er gerne wäre.
    Aber dabei bleibt natürlich die Schwierigkeit, dass im Kopf fast zwangsläufig das omnipräsente schlanke Ideal auftaucht.
    Ich habe auf jeden Fall auf meiner To-Do-Liste, auch mal einen übergewichtigen Charakter den Helden spielen zu lassen^^

    Es wäre außerdem, wie du schon angemerkt hast, sehr schön, wenn diese Diversität auch auf Covern zu sehen wäre. Einfach mal einer Figur, die nicht näher in ihren körperlichen Eigenschaften beschrieben wurde, auf dem Cover ein paar Kilo mehr als üblich geben. Das wäre auf jeden Fall schön.

    Und zu guter Letzt: Mir kamen tatsächlich spontan ein paar Beispiele für Helden mit ein paar Kilo zu viel, die echte Vorbilder sein können:
    Zum einen wäre da Bilbo (obwohl das leider in den Hobbitfilmen komplett unterschlagen wurde, was ich sehr schade finde). Generell haben alle Hobbits, die wir bei Tolkien zu sehen bekommen, erstmal etwas mehr auf den Rippen. Ich meine mich dunkel zu erinnern, das Frodo da etwas aus der Reihe tanzt, bin mir aber gerade nicht sicher (wobei ich darauf tatsächlich auch schlicht nicht geachtet habe).
    Und zum anderen haben wir das große Gegenstück zu TKKG: Die drei ??? – und damit unseren Justus Jonas, den klugen Kopf, Anführer und besonnenen Problemlöser, wenn es mal brenzlig wird.
    Justus ist in der Hinsicht vielleicht sogar das beste Beispiel, wie man es machen kann.

    Uuuund da hoppelt ein Plotbunny für einen pummeligen Meisterdetektiv vorbei. Ich geh es mal gerade einfangen. Mal sehen, ob vielleicht etwas draus wird 🙂

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Kitty,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Und ich kann Dich voll und ganz verstehen. Einerseits möchte ich auch nicht, dass meine Charaktere auf Äußerlichkeiten reduziert werden. Gerade dann, wenn ich negative Eigenschaften zeige. Andererseits bin ich der Meinung, dass sie ja auch „nur“ Menschen sind. Das bedeutet, auch dicke Menschen sind gut und schlecht.

      Das mit dem Cover hatte ich beim Kauf damals im Hinterkopf gehabt. Aber heute hab ich das erst richtig gesehen, als ich den Link gesetzt habe. Und dachte mir, warum???

      Wobei ich gestehen muss, dass mit Justus wusste ich so gar nicht. Zwar hab ich drei Bücher gelesen und einige Hörbücher gehört, aber nicht so intensiv wie Bibbi Blocksberg 😉

      Und jetzt husch, fang das Häschen, die Geschichte will ich lesen 🙂

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  2. Gesine Schulz schreibt:

    Ich bin gerade bei Twitter an Deinem Satz „Übergewichtige Charaktere sind eher selten zu finden. Dabei bieten sie auch interessantes Potenzial“ hängengeblieben, weil die männliche Hauptperson meines zweiten Romans um den Glückskater Darcy die von Dir erwähnten „paar Kilos mehr auf den Hüften“ hat.
    Das hat sich während des Schreibens ergeben – Jeffrey musste einfach so sein. Allerdings habe ich mich damals gefragt, wie und ob ein rundlicher Mann besonders bei Leserinnen ankommen würde. Ich hätte mir keine Sorgen machen müssen 🙂
    Nicht nur Kunsthistorikerin Emma verliebt sich (im Roman) in Jeffrey; wie ich aus E-Mails weiß, finden auch viele Leserinnen den Baumarkt-Mitarbeiter und begeisterten Hobbykoch attraktiv.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Gesine,

      vielen Dank für Deinen Besuch und Deinen Kommentar. Schön zu lesen, dass Dein Mut auch belohnt wird (hier mit treuen Leser*innen, die ihn toll finden). Das freut mich sehr für Dich. Der von mir erwähnte Roman von Eve Langlais wurde wegen ihrer übergewichtigen Heldin sogar angegriffen (es viel bei einigen Kommentaren der Begriff „Vollschlank“, nun ja). Da muss ich mich jetzt doch mal fragen, werden dicke Frauen und dicke Männer da anders gesehen??? Wäre interessant herauszufinden 🙂

      Auf alle Fälle, ich wünsche Dir alles Erfolg der Welt mit Deinen Geschichten (schleicht sich zu ihrer WuLi und füllt ihn mit einer weiteren Geschichte 🙂 ).

      lg

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      • Gesine Schulz schreibt:

        „werden dicke Frauen und dicke Männer da anders gesehen???“
        Gute Frage. Vermutlich schon. Ich hoffe allerdings, dass die Leser/innen des Romans meinem Hobbykoch als Rundumpaket mögen.
        Außerdem fiel mir ein, dass ich auch über ein Mädchen geschrieben habe, das im Weihnachtsstück kein Engel sein darf, weil die Lehrerin eine bestimmte (schlanke) Vorstellung von den Engeln im Stück hat.
        Zu ihrer Mutter sagt Jule: „Ich bin nicht dick!“ 
„Das sagt ja auch keiner, Schatz. Aber rundlich bist du schon.“ 
„Na und? Ich esse eben gerne!“ Und gegen rundlich hatte sie auch nichts. Pummelig durfte man auch sagen. Oder gut gepolstert. Nur nicht dick. Denn dick war sie nicht.

        Jule bekommt die Rolle als Pausenbaum aufgedrückt, und wendet sie nach dem Gespräch mit einem alten Schauspieler zu einem Highlight des Abends 😉
        (Der allerbeste Baum)

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      • Frau Schreibseele schreibt:

        Das ist auch eine schöne Geschichte 🙂

        Mir ist nur häufig aufgefallen, dass Männer dick sein dürfen, Frauen aber eigentlich nie. Zumindest in sehr vielen Serien. Eine Ausnahme ist „Mike & Molly“, da sind beide dick. Ansonsten ist der Mann etwas rundlicher und die Frau entspricht dem Standard. Mir ist keine Hollywoodgeschichte bekannt, dass sie dick sein darf und er ist schlank. Dabei habe ich das im realen Leben schon öfters gesehen. Das finde ich halt schade.

        Aber andererseits, dann haben wir endlich etwas, worüber wir schreiben können 🙂

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  3. mikesch1234 schreibt:

    Hat dies auf ilseluise rebloggt und kommentierte:
    Ein schwieriges Thema, sehr persönlich, sehr direkt angegangen für AutorInnen. Das Schubladendenken vermeiden, das so einfach scheint, dabei aber verletzt und niedermacht. Ein wichtiger Impuls.

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  4. Gesine Schulz schreibt:

    P. S.
    Meinte natürlich „meineN Hobbykoch“ …

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  5. margauxnavara schreibt:

    Ich habe erst vor kurzem ein Buch gelesen, das eine übergewichtige Protagonistin hat. Plus Size für die Liebe von Kari Lessir. Auf dem Cover ist zumindest die Silhouette einer runden Frau. Aber eigentlich geht es ja um den Inhalt. Ich fand es toll, wie die Prota beschrieben wird. Das Gewicht ist durchaus ein Problem, wie es eben auch in der Realität ist. Ich konnte zumindest die Gefühle der Frau sehr gut nachempfinden.
    Es gibt also Bücher mit übergewichtigen Charakteren. Ich finde es aber wichtig, dass man dann auch die sehr realen Probleme mit einbezieht und nicht nur den Charakter „nebenbei“ rundlicher macht. Natürlich haben auch übergewichtige Menschen andere Probleme als ihre Figur, aber ich kenne dieses Denken der Frauen (besonders der Frauen), die ständige Frage, wie sie wohl angenommen werden, das mangelnde Selbstbewusstsein, der Frust, der oft wieder zum Essen treibt. All das sollte dann auch in den Roman mit einfließen.

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Vielen Dank für den Buchtipp. Der ist gerade auf meine WuLi gelandet.

      Im nachhinein ist mir auch aufgefallen, dass die Schreibtipps etwas zu schwach geraten sind. Denn auch wenn ich den Beitrag abgeschickt habe, denke ich Tage und Wochen später immer noch darüber nach. Vor allem, ob und wie man ihn verbessern kann. Da ich aber gerade im Umzugsmodus bin, werde ich diesen nicht ergänzen. Denn in meinen Überlegungen bin ich auch darauf gekommen, dass mollige Menschen ihren Körper völlig anders sehen können.

      Danke auf alle Fälle dafür. Bei meiner Überarbeitung des Beitrages im neuen Blog werde ich das definitiv berücksichtigen.

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  6. Schnute schreibt:

    Toller Beitrag. Leider bedienen auch viele meiner Lieblingsfilme, -serien und -bücher das Klischee des dummen Dicken. Auch wenn das von vielen Autoren nicht beabsichtigt ist, zeigt es doch, welche Vorurteile man mit Übergewicht verbindet. Ich selbst war lange Zeit ein Schwergewicht mit 100+ Kilo. Erst als ich vor einigen Jahren durch eine Ernährungsumstellung über 40kg abgenommen habe, kann ich mein Gewicht einigermaßen auf ‚Normal’niveau halten. Ergänzen möchte ich deshalb folgendes: Hashimoto ist eine Fehlfunktion der Schilddrüse, eine Autoimmunerkrankung zudem, bei welcher der Körper die eigene Schilddrüse langsam zerstört. Ich selbst leide seit Anfang 20 daran. Bei Erkrankungen wird außerdem gern vergessen, dass auch eine Insulinresistenz Übergewicht stark begünstigt und zudem die Vorstufe zum Typ 2 Diabetes ist. Meine Insulinresistenz kam in Folge des PCOS = Polyzystisches Ovarien Syndrom. Medikamente haben da leider gar nicht gegriffen. Einzig eine spezielle anti-androgene Pille und mittlerweile nur noch reines Gestagen halten das bei mir in Schach. Die Insulinresistenz habe ich mit der Ernährungsumstellung bannen können und damit schwanden auch die Kilos. Die in vielen Kreisen verteufelte LowCarb-Ernährung wirkt hier wahre Wunder und ist auch in einem absolut moderaten Maße der Kohlenhydratreduzierung bereits wirksam, man muss nicht streng ketogen leben.

    Das ist absolut keine Kritik an Deinem Beitrag, sondern wirklich lediglich eine Ergänzung für alle Leser hier, die vielleicht selbst mit starkem Übergewicht kämpfen und nicht wissen, was wie wo und warum. 🙂

    Jetzt werde ich mal in mich gehen und überlegen, wo ich denn übergewichtige Figuren gelesen oder gesehen habe, die nicht stereotypisiert worden sind. Gar nicht so einfach 😦

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    • Frau Schreibseele schreibt:

      Hallo Schnute,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. Da ich mich selbst mit den Krankheiten nicht so gut auskenne (obwohl ich selbst eine Insulinresitenz habe, demnächst fange ich auch aktiv an, dagegen etwas zu unternehmen), hab ich mich da eher zurückgehalten. Zumal ich noch keine Heilpraktikerin bin und daher auch keine medizinischen Hinweise geben kann. Da bin ich einfach nicht so ganz drinnen. Daher danke für Deine Mühe die Informationen zusammenzutragen ❤

      Ansonsten stimmt es. In fast allen Fällen werden übergewichtige Menschen ähnlich dargestellt. Auch wenn ich die Serie nicht so intensiv verfolgt habe, aber bei "Mike & Molly" scheint zumindest Molly nicht so ganz dem Klischee zu entsprechen. Ansonsten hab ich viele Büchertipps bekommen. Die werde ich dann bei der Überarbeitung des Beitrages entsprechend einfließen lassen 🙂

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